Bino-Spiegellupe mit Kasten - was haltet Ihr davon ?

  • Hallo Leute,


    mich würde mal interessieren, wer an einer 4x5 mit der Binospiegellupe und Lichtschacht arbeitet und für welche Motive Ihr das sperrige Teil einsetzt. Lohnt der Aufwand im Gegensatz zu Lupe und Einstelltuch ? Man schleppt ja doch schon Einiges mit sich rum ...


    Bringt der Lichtschacht wirklich die volle Kontrolle der Ecken ( ich denke auch mal an 6x12 - Aufnahmen ) ?
    Warum nicht nur ein WW-Balgen und die Binolupe ?



    Ich stelle mir das Ding in der freien Landschaft vor und wollte nicht aus Versehen bei einer Sperrmüllsammlung mitgenommen werden !
    :wink:


    Grüße, Matthias

  • hab damals eher zufällig die Lupe+Lichschacht mit der Sinar P mitgekauft, verwende sie eigentlich immer (recht tragbar ist die P auch ohne dem teil nicht :-).


    Schön helles gleichmässiges Bild bis in die Ecken, der Spiegel ist ja zu verstellen, das Motiv aufrecht find ich besonders bei Personenaufnahmen sehr hilfreich.


    Allerdings muss ich zugeben, dass ich nur mit Normal-Brennweite bis leichtem Tele arbeite, wie's bei stärkeren Weitwinkeln ausschaut weiss ich nicht.


    grüsse
    karl

  • Das kann ich nur bestätigen.
    Ich verwend das Teil ausschließlich, auch mit WW, an meiner ARCA. Also unter einem Tuch, das man auch noch bei Wind festhalten muß, ein auf dem Kopf stehendes Bild zu beurteilen, tu ich mir nicht an. Und das Bild aufrecht stehend zu sehen, eventuell durch die Lupe, ist schon was. Zumal sich der Lichtschacht bei der ARCA auch kippen läßt, sodaß ich praktisch immer ein helles Bild habe. Mit der GF mach ich auch keine riesigen Wanderungen, sondern beweg mich vielleicht im Umkreis von mehreren 100m ums Auto.
    Gruß Manfred

  • hallo


    Meiner Meinung nach ist die Bino Spiegellupe eines der wichtigsten Instrumente!!
    Ohne Spiegellupe hatte ich immer Mühe das Bild richtig zu interpretieren. Oft habe ich ein Bild als sehr gut empfunden, beim drehen habe ich dann aber gemerkt, dass es doch nicht so gut ist. Gerade bei Landschaftsaufnahmen und Architektur lässt man sich zu stark von Linien und Formen beeindrucken, wenn das Bild kopf steht. Auch die richtige Einteilung des Bildes ist schwieriger.
    Bei Menschen oder wenn Emotionen oder ein spezieller Charakter auf das Bild müssen, ist es meines Erachtens sehr schwierig.


    Das Teil ist recht leicht, aber leider recht sperrig. Trotzdem nehme ich es überall hin mit. Ich kanns nur wärmstens empfehlen. Ich meine, wir schleppen alles mögliche an Technik mit rum, damit die Aufnahme möglichst perfekt wird, rechnen alles genau aus, also sollte man auch das Bild normal sehen können.


    gruss andreas

  • Hallo,


    ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen, ich möchte nicht mehr darauf verzichten. Bei der Arca 6x9 finde ich ihn auch nicht sperrig. Man hat das Bild in der Gänze besser im Blick und das aufrecht.


    Gruß


    Hartmut

  • Vielen Dank für Eure Meinungen und persönlichen Erfahrungen. Ich glaube, ich werde mir die Anschaffung und die Lösung des Transportproblems doch überlegen, da ich auch der Meinung bin, daß sich der Aufwand, den man ohnehin schon betreibt, erst richtig lohnt, wenn man alle Möglichkeiten zur Optimierung des Ergebnisses ausschöpft.
    Meine Erfahrung mit dem Einstelltuch sind bei Normalbrennweiten und länger eigentlich okay, erst mit dem 90er und dem WW-Balgen gibt´s manchmal Probleme, weil das Tuch dauernd abrutscht und man trotz Klettband etc. immer wieder im Freien steht. Auch die Belichtungsmessung mit Messkassette ist in der Landschaft ein Problem, weil ich das Tuch dann nach vorn schlage und manchmal bei Wind im falschen Moment einen Zipfel davon angemessen habe. Vielleicht fehlt auch nur die Übung ??? :roll:


    Das auf dem Kopf stehende Bild ist mir eigentlich inzwischen vertraut; ich kann das Argument mit bestimmten Stimmungen bei Personenaufnahmen gut nachvollziehen. Im Gelände ist das sicher weniger spontan.


    Ich habe mir einen alten Gummibalgen mit Lupe besorgt, den es mal früher für die Norma gab. Das geht bei Wind anstelle des Tuches eigentlich gut, nur sieht man damit nur die Mitte der Mattscheibe hell. Eine Beurteilung der Ecken ist damit nicht möglich - Notlösung .


    Vielleicht fällt noch jemandem was ein - ansonsten beneide ich die Leute mit den Bino-Schächten, die an diesem angeblich heissen Wochenende nicht unter einem schwarzen Tuch verdampfen werden.


    In diesem Sinne, danke schön und weiter so,


    Matthias

  • Im Studio und für Architektur ja für Landschaft habe ich ihn noch nie vermisst ausser bei Wind.
    Ich habe den Horseman gekauft zu meinen Sinars der ist nicht so ein riesen Baby wie der von Sinar und vorallem kann man ihn zusammenklappen.

    " You push the button and we do the rest."
    Kodak Werbespruch!
    Today
    "You push the button and the pixels do the rest"

  • Hallo Johnars,


    danke für den Tip mit dem Horseman - Klappschacht .


    Ich werde mal versuchen, einen Link zu finden, damit man sich das Teil mal ansehen kann.
    Vermutlich ist der auch nicht so teuer ?!?


    Gruß, Matthias

  • Vielleicht ist es der Neid.. :P



    ...aber, ich finde, wenn ich ein aufrechtes Bild will, dann kann ich auch Mittelformat mit Lichtschachtsucher fotografieren. Die 'verdrehte Welt' löst einen ehr von der subjektiven Betrachtungsweise und zwingt einen, sich bewusst(er) mit der Bildgestaltung auseinanderzusetzen - und, ich kann mich inzwischen nicht mehr bewusst daran erinnern, das dass Bild auf dem Kopf steht, irgendwann vergisst man das einfach.




    Gruß,


    Matthias

  • Hallo Matthias,


    ich versuche auch, mich mit einem aufrechtem Bild mit der Bildgestaltung auseinanderzusetzen. Konsequenterweise müsstest du ja dann alle Bilder zu Hause Kopf stehend aufhängen.
    Es sprechen ja auch noch andere Punkte für den Bino-Sucher. Man muss nicht hinter der Mattscheibe hampeln, um die einzelnen Ecken betrachten zu können (zumindest bei Weitwinkel) bzw. kann das Bild als Ganzes sehen; das umständliche Arbeiten mit dem Tuch entfällt.
    Aber jeder hat auch seine eigenen Vorlieben und das ist auch gut.


    Gruß


    Hartmut

  • >> ...aber, ich finde, wenn ich ein aufrechtes Bild will, dann kann ich auch Mittelformat mit Lichtschachtsucher fotografieren. Die 'verdrehte Welt' löst einen ehr von der subjektiven Betrachtungsweise und zwingt einen, sich bewusst(er) mit der Bildgestaltung auseinanderzusetzen - und, ich kann mich inzwischen nicht mehr bewusst daran erinnern, das dass Bild auf dem Kopf steht, irgendwann vergisst man das einfach.




    Entschuldige Matthias, aber das ist ja wohl vollkommener topfen (dt: quark).

  • Hmm, und ich fand den höflichen Umgangston in diesem Forum immer so entspannend :cry:



    Also, um es mal näher und verständlicher zu erläutern:

    Quote

    ...aber, ich finde, wenn ich ein aufrechtes Bild will, dann kann ich auch Mittelformat mit Lichtschachtsucher fotografieren. Die 'verdrehte Welt' löst einen ehr von der subjektiven Betrachtungsweise und zwingt einen, sich bewusst(er) mit der Bildgestaltung auseinanderzusetzen

    Steht das Bild auf dem Kopf ist es einfacher bewusst auf Goldenen Schnitt etc zu achten, auf alles was einem das Bild schöner macht, Hintergrund/Vordergrund, Licht etc. Steht das Bild aufrecht bleibt man leicht mit dem Auge am Hauptmotiv 'hängen', in meinem Falle z.B. wären das normalerweise schöne Frauen - da kann das schon mal leicht passieren.


    Zum zweiten Teil meines Satzes:

    Quote

    und, ich kann mich inzwischen nicht mehr bewusst daran erinnern, das dass Bild auf dem Kopf steht, irgendwann vergisst man das einfach.

    Ich kann, wenn ich bewusst gucke, das Bild in seiner Gesammtheit erfassen und beurteilen, trotzdessen dass es Spiegelverkehrt und auf dem Kopf ist... und das inzwischen gut genug, dass ich nicht mehr darüber nachdenken muss.





    Gruß,


    Matthias

  • Hallo Leute,


    auch wenn die Meinungen auseindergehen, ich benutze den Spiegelschacht permanent (scharfgestellt wird natürlich direkt auf der Mattscheibe). Die Beurteilung des Bildaufbaus und das erkennen von störenden Faktoren geht einfach besser bei einem aufrecht stehenden Bild.


    Ich denke, wer einen Schacht sein Eigentum nennt, wird ihn auch benutzen. Wie auch immer, jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden und einen Spiegelschacht benutzen oder es eben lassen.


    Gruß Leonhard

  • Hallo Karl,
    Matthias hat mir aus der Seele geschrieben, auch wenn ichs anders ausgedrückt hätte.
    Oft habe ich erst beim fertigen Bild gemerkt, daß die geometrische Bildgestaltung (goldener Schnitt, Diagonalen etc.) schön streng geworden ist, mag ich halt auch bei Portraits.
    Übrigens ist das Bild ja nicht "seitenverkehrt" sonder komplett 180 Grad gedreht, im Gegensatz zur Spiegellichtschachtvariante. Und gerade bei Portraits ist auch seitenverkehrt teils fatal für den Eindruck. Man muss halt in jedem Fall Erfahrung haben, was letztlich wie aussieht. Aufrecht seitenrichtig wirds nur mit dem Pentaprisma (oder, ich glaube 3 Spiegeln). Aber das wollen ja nur KB-Weicheier. :D
    Gruß
    Martin

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!