welche Parameter ändern sich, wenn..

  • man die beiden Glieder einer Optik aus dem Verschluss baut und in einen Verschluss einsetzt, der etwas dicker / dünner wäre??



    Das müsste doch einen verheerenden Eingriff in die Rechnung der Optik bedeuten, aber bei mir auf der Mattscheibe sieht erst mal alles recht normal aus .
    Wär das dann mal einen Versuch wert?


    Ich wollte den defekten Verschluss eines 135er Tessars tauschen, wobei mir die versch. Abmessungen auffielen.


    Danke,
    Ritchie

  • Laut Peter K. wirkt es sich am meisten negativ im Randbereich aus hat mir damals der Peter mal auf ein PN geantwortet!

    " You push the button and we do the rest."
    Kodak Werbespruch!
    Today
    "You push the button and the pixels do the rest"

  • bequalm hat geschrieben:


    > man die beiden Glieder einer Optik aus dem Verschluss baut und in einen
    > Verschluss einsetzt, der etwas dicker / dünner wäre??
    >
    >
    > Das müsste doch einen verheerenden Eingriff in die Rechnung der Optik
    > bedeuten, aber bei mir auf der Mattscheibe sieht erst mal alles recht
    > normal aus .
    > Wär das dann mal einen Versuch wert?
    >
    > Ich wollte den defekten Verschluss eines 135er Tessars tauschen, wobei mir
    > die versch. Abmessungen auffielen.


    /Normalerweise/ sind Verschlüsse in der Dicke genormt (ein #1 z.B.sollte also von einem anderen nur marginal abweichen) und kleine Abweichungen vom Soll werden durch (andere) Shims ausgeglichen. Das wichtigste Utensil ist eine gute Schieblehre, mit der Du die Gesamtlänge des ursprünglichen Objektives bestimmst. Wenn dann die Frontgruppe in den neuen Verschluß eingeschraubt ist, muß hinten mit Shims kompensiert werden, bis die ursprünglichen Abmessungen wiederhergestellt sind.

    Gruß
    Wolf


    You're only as good as your last job. Today's great shot is what keeps the work coming in.
    Gary Perweiler

  • Hallo, Armin,


    Peters Vermächtnis ist allgegenwärtig :)
    Nur der Randbereich - das wäre ja u.U. noch zu vernachlässigen..


    Wolf, hört sich im Prinzip gut an, nur leider ist der Fall bei mir genau andersrum -
    ich müsste vom dickeren Barrel des Verschlusses eher etwas abknabbern.
    Hab schon meine Drehbank befragt, aber ich krieg Probleme mit dem Feingewinde, das kann ich leider nicht nachschneiden.


    Ausserdem sind, wie ich feststellen musste, die einzelnen Linsengruppen der beiden Optiken unterschiedlich lang und mindestens 1 mm in der Gesamtlänge different.
    Schon optisch fallen die Unterschiede auf, die Gruppen lassen sich im Tauschfalle auch nicht bis zum Anschlag einschrauben, wodurch die Gesamtlänge ja auch nicht mehr stimmt...


    Ich mach einfach mal Probeschüsse, mal sehen, was dabei rumkommt.
    Ansonsten such ich mal nach einem passenden und funktionierenden Verschluss.


    Trotzdem, interessehalber :


    Verändert sich nicht z.B. die Brennweite, bei Verschiebung der Linsengruppen zueinander ?


    VG,
    Ritchie

  • bequalm hat geschrieben:

    > Wolf, hört sich im Prinzip gut an, nur leider ist der Fall bei mir genau andersrum
    > -
    > ich müsste vom *dickeren Barrel* des Verschlusses eher etwas abknabbern.
    > Hab schon meine Drehbank befragt, aber ich krieg Probleme mit dem Feingewinde, das
    > kann ich leider nicht nachschneiden.
    Das ist natürlich schlecht, zumal bei Abdrehen ggf. der Verschluß beschädigt wird.


    > Ich mach einfach mal Probeschüsse, mal sehen, was dabei rumkommt.
    > Ansonsten such ich mal nach einem passenden und funktionierenden Verschluss.
    Das sehe ich ähnlich. Die beste Lösung wäre, einen identischen Verschluß zu finden, der intakt ist, allenfalls noch einen dünneren. Hauptsache die Gewinde passen sauber.
    Ist ggf. der alte Verschluß zu reparieren? Manchmal sind solche alten Teil ja nur verharzt und eingedreckt, aber /prinzipiell/ in Ordnung...
    Probiers einfach aus. Ein 135er Tessar dürfte für 9x12 gerechnet sein (Bildkreis 161 mm). Ist die Frage, ob die Bereiche, die evtl. qualitativ absinken, bildrelevant sind.
    Als Info http://www.schneideroptics.com…arge_format_lenses/xenar/


    > Verändert sich nicht z.B. die Brennweite, bei Verschiebung der Linsengruppen zueinander
    Ja. Das besagen schon die Linsengleichungen bei einfachen Linsen und wenn man an einem CAD-Programm für optische Entwürfe (Win-Lens 3D z.B.) die beiden Montage-Gruppen (also vor und hinter dem Verschluß; optisch betrachtet sind's ja 3 Gruppen) eines Tessar gegeneinander verschiebt, sieht man, wie sich die Brennweite ändert und die Korrektur leidet. Da machen sich wirklich 1/10 mm bemerkbar...


    Gruß
    Wolf

    Gruß
    Wolf


    You're only as good as your last job. Today's great shot is what keeps the work coming in.
    Gary Perweiler

  • Hallo, Wolf,


    "" Ein 135er Tessar dürfte für 9x12 gerechnet sein (Bildkreis 161 mm). Ist die Frage, ob die Bereiche, die evtl. qualitativ absinken, bildrelevant sind.""


    Ja, es hing ursprünglich an einer 912 Plattenkamera.
    Und macht hervorragende Bilder, wie auch mein 4,5 / 210er Xenar.


    ""... sieht man, wie sich die Brennweite ändert und die Korrektur leidet. Da machen sich wirklich 1/10 mm bemerkbar...""


    Hab ich befürchtet.
    So ein schönes CAD - Programm hab ich leider nicht, aber rudimentäres Restschulwissen fühlte sich noch dunkel angesprochen ( opt. Bank :-).
    Um Abbildungsqualitäten gings da ja leider nicht.
    Nun - Versuch macht kluch, ich hängs einfach mal an die Shen Hao, vergleiche das Tessar mit einem 135er Xenar, welches im richtigen Verschluss sitzt.


    Inzwischen hab ich mich noch mit einem 135er Eurynar befasst, welches mir sehr merkwürdig abbildet.
    Es war mir nicht möglich , den Baum richtig scharfzustellen:
    http://www.fotos-hochladen.net/uploads/wald9qcame317x.jpg
    Den Randbereich widerum - nahes Blattwerk - finde ich recht ansprechend.


    Beim Fokussieren verzerrt die Optik einzelne Bildelemente, das sieht irrwitzig aus!
    Eigentlich kann man Eurynare ja auch mit nur einem( dem hinteren? ) Glied benutzen, dabei stellte sich folgendes heraus:
    - Keines der Glieder bildet allein scharf ab
    - das hintere Glied verzeichnet extrem tonnen - und kissenförmig


    Nebenbei staunte ich über den Abbildungsmasstab im Vergleich zum Tessar, und siehe da, der Auszug auf unendlich misst grade mal rund 65 mm, grob gemessen.
    Das entspricht ca. der Hälfte des eigentlichen Auszugs.
    Ich bin nun der Meinung, das ein Vorbesitzer ( ebay) zwei nicht passende Glieder verbaute.
    Hinterglied mit Vorderglied eines Tessars sieht nun wieder recht normal aus auf der Mattscheibe - womöglich eine Verwechslung nach einer Putzaktion??


    Die Verkittung sieht jedenfalls nicht beeinträchtigt aus, hat keine Separationen.


    Leider steht auf dem hinteren Glied ausser einer Nummer nichts weiter drauf, so dass ich es o.W. zuordnen könnte..


    Alte Linsen können begeistern, müssen aber nicht :)


    VG,
    Ritchie

  • Hallo Ritchie,


    > So ein schönes CAD - Programm hab ich leider nicht, aber rudimentäres Restschulwissen
    Wenn es Dich interessiert, die Basis Version, mit der es ohne weiterrs möglich ist, ein Objektiv zu berechnen, ist Freeware:
    http://www.winlens.de/index.php?id=5
    Auch mit bekannten Konstruktionen (Patentschriften liefern da sehr genaue Daten), kann man schön "spielen".


    > Eigentlich kann man Eurynare ja auch mit nur einem( dem hinteren? ) Glied benutzen,
    > dabei stellte sich folgendes heraus:
    > - Keines der Glieder bildet allein scharf ab
    > - das hintere Glied verzeichnet extrem tonnen - und kissenförmig
    >
    > Nebenbei staunte ich über den Abbildungsmasstab im Vergleich zum Tessar, und siehe
    > da, der Auszug auf unendlich misst grade mal rund 65 mm, grob gemessen.
    > Das entspricht ca. der Hälfte des eigentlichen Auszugs.
    > Ich bin nun der Meinung, das ein Vorbesitzer ( ebay) zwei nicht passende Glieder
    > verbaute.
    > Hinterglied mit Vorderglied eines Tessars sieht nun wieder recht normal aus auf der
    > Mattscheibe - ###womöglich eine Verwechslung nach einer Putzaktion??###
    Das wäre gut möglich. M.W. ist ein Eurynar aber unverkittet. Wenn in Deinem eine verkittete Gruppe ist, hat da wohl einer einen Objektiv-Mix zusammengebaut. Das würde auch erklären, warum's mit einem Tessar-Vorderglied einigermaßen funktioniert...
    Alles äußerst merkwürdig...

    Gruß
    Wolf


    You're only as good as your last job. Today's great shot is what keeps the work coming in.
    Gary Perweiler

  • Hallo, Wolf,


    Dank Dir für die links;


    ob nun Kitt oder ein Gewinde drin ist, weiss ich gar nicht - ich glaub auch, es ist geschraubt - wollte nur geschaut haben, ob da eventuell etwas augenfällig ist...
    Sieht aber aus wie bei meinen anderen Linsen, da drin sitzt der Wurm wohl nicht.


    Eigentlich auch nicht soo bedeutsam, Xenar und Tessar sind mir wichtiger, und da geht sicher noch was :)


    Dank Dir,
    Ritchie

  • ""Eigentlich auch nicht soo bedeutsam, Xenar und Tessar sind mir wichtiger, und da geht sicher noch was :-)""


    Bin noch dran am Thema, von Zeit zu Zeit.
    Und für mich geht da tatsächlich was :


    Die Hinterlinse des 135er Tessars allein benutzt, liefert eine interessante Abbildung mit einem relativ scharfen Spot in der Mitte , welcher dann unmittelbar verschwommen nach aussen ausläuft.
    Das ist mir mal ein paar Aufnahmen wert, die ich bei Gelegenheit einstellen werde.
    Andere Optiken, so mein 210er Xenar, liefern Ähnliches, ich glaube, ich hab für mich ein neues Betätigungsfeld gefunden :)


    Gruss,
    Ritchie


  • Lösung des Rätsels :
    Nach Erwerb einer 9x12 Plattenkamera mit einem weiteren 135er Eurynar hat sich meine Vermutung im direkten Vergleich der beiden Optiken bestätigt - das Hinterglied war nicht original.


    Gruss,
    Ritchie

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