4x5? 6x9? Brauche Gedankenordnung für Neuanschaffung

  • ""Noch eine Frage: Hat jemand persönliche Erfahrungen mit der Horseman VH?""


    Weil noch keine Antwort kam, hänge ich mich mal - die Kamera nicht kennend - weit aus dem Fenster :


    Horseman ist schon eine renommierte Firma, und auf den Bildern sieht es mir nicht so aus, als ob man da für den Anfang viel falsch machen könnte.
    Für unter 500.- komplett mit Optik und Rückteil, da würde ich selbst fast zuschlagen wollen, würde ich nicht immer grösser statt kleiner werden :)
    Und wirklich schlechte Linsen dürfte es ohnehin eher selten bis gar nicht geben, solange die nicht verbastelt/beschädigt wurden.
    Ich benutze sogar sehr gerne mal die kleinen Optiken von den preiswerten Plattenkameras wie Zeiss, Voigtländer usw. - etwas stärker abgeblendet durchaus scharf und je nach Geschmack sehr charakterstark...


    [Blocked Image: http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/tiefenroseo8sidjt975.jpg]


    aufgenommen mit einem Tessar 135mm, von einer 9x12-Plattenkamera für runde 50.- , herrliche Tiefenwirkung.



    Du könntest mit der Horseman reinschnuppern und das kleine GF kennenlernen, austesten, ob Dir das Ganze überhaupt liegt oder vielleicht doch noch was fehlen würde (z.B. Verstellmöglichkeiten), ggf. verlustfrei verkaufen und upgraden.
    Oder einfach glücklich werden.
    Wie Du hier lesen konntest, hat jeder so seine eigenen Vorlieben, das muss man dann wohl auch für sich selbst herausfinden.
    Pros und Cons kennst Du ja jetzt im Groben, also ran an den Fisch !


    Gruss,
    Ritchie

  • Hallo Jushi,


    wie Otto Beyer schreibt, ist die Technikardan sehr ausgezeichnet( die mit S zu empfehlen - Nullrasten). Der Zwitter einer Laufboden ohne Laufboden und einer optischen Bank ohne Bank ist einfach gut. Die 6x9 würde ich weniger nehmen. Sie ist nur kleiner als die Große und auch kaum leichter - aber teurer. Sie braucht spezielle 6x9 Kassetten, die sind seltener. Die Größere ist auch weitwinkeltauglicher, (bei mir 38mmXL), da der Rahmen größer ist und deshalb mehr Verstellbarkeiten zulässt. Ich hab sie viel mit der 6x12 Kassette gebraucht. Für digital sind beide nicht wirklich stabil genug. Später steig ich auf die Laufboden Technika 2000 um (das ist die, die ziemlich teuer ist und die keinen Sucher hat). Die ist für Architektur mir lieber gewesen, als die Technikardan, denn sie ist viel schneller, auch wenn die Verstellbarkeiten fummeliger und geringer sind. Aber Großformat muss man ausprobieren. Ich kenne nur die genannten. Halt - ich hab mit einer 6x9 Laufboden angefangen. Aber das sind eher völlig antiquierte Reportagekameras mit sehr geringen Möglichkeiten. Ihre Verstellbarkeiten lohnen nicht, da würde ich bei Mittelformat bleiben und mich weniger plagen - wenn es um´s fotografieren geht - und bei besserer Bildqualität.


    Auch bei einem leichten und wackligen Stativ sind mit den Großen super Aufnahmen möglich, wenn man sauber arbeitet und die Schwingungen gut abwartet. Der Zentralverschluss erschüttert nicht. Schneller und besser geht es natürlich mit einem festen Stativ. Professionell in prädigitalen Zeiten, da ging bei mir fast alles mit Rollfilm an den beiden Technikas. Wie auch immer - ausprobieren, ruhig erst mit einer optischen Bank, die werden einem hinterher geworfen.


    Gruss Henning

  • Quote from "stormy_weather"

    Ein Aspekt sind auch die gewünschten Bildwinkel. Wenn es um Architetur geht, geht es oft auch um starke und stärkste Weitwinkel Perspektiven, und da stoßen die Horseman und andere Laufboden Kameras an Grenzen, zumindest wenn auch noch Verstellmöglichkeiten gefordert werden.


    gruß,


    Sven


    Was ist Architekturfotografie? Das Portrait eines Gabäudes in seinem Umfeld (das Umfeld ist insofern wichtig, da eine Immobilie immobil ist, im Gegensatz zum Menschen). Portraits wirken schöner, wenn ein leichtes Teleobjektiv verwendet wird. Gebäude auch. Somit kann die Verwendung eines Weitwinkels in der Architekturfotografie nur ein Notnagel sein, wenn die Platzverhältnisse eng sind. Bernd und Hilla Becher haben ihre Aufnahmen wenn immer möglich auch mit einem leichten Teleobjektiv gemacht.
    Ich sehe daher Laufbodenkameras, welche eher nur moderate Weitwinkelverstellungen zulassen, als gar nicht so ungeeignet für die Architekturfotografie an.

  • Quote from "Sekundogenitur"


    Was ist Architekturfotografie?


    Sowas: http://www.tomas-riehle.de/index_de.php


    Quote from "Sekundogenitur"


    Bernd und Hilla Becher haben ihre Aufnahmen wenn immer möglich auch mit einem leichten Teleobjektiv gemacht.


    Die Bechers haben Architektur fotografiert. Sie haben allerdings keine Architekturfotografie betrieben.


    Quote from "Sekundogenitur"


    Ich sehe daher Laufbodenkameras, welche eher nur moderate Weitwinkelverstellungen zulassen, als gar nicht so ungeeignet für die Architekturfotografie an.


    Bei Architekturfotogrfie sind sehr bis extrem weitwinklige Perspektiven meist unumgänglich.
    Laufbodenkameras sind da her ungeeignet.
    "Starre" Kameras - also ohne Balgen, aber mit Shift wie Silvestri, Alpa, Cambo und Ähnliche - oder
    eben Konstruktioenn wie die Technikardan sind da ideal.


    Für digitale Rückteile sind für Architekturfotografie "starre" Kameras empfehlenswerter - denn aufgrund der kleinen
    Formatfläche wirken sich minimalste Nicht-Parallelitäten merklich aus, die bei 4x5" nicht oder kaum
    ins Gewicht fallen.

    herzlichen Gruss, Klaus
    -----------
    “Simplicity is the keynote of all true elegance.” Coco Chanel

  • ""Was ist Architekturfotografie? Das Portrait eines Gabäudes in seinem Umfeld""


    Portrait bedeutet für mich das Erzählen einer Geschichte oder das Ausloten eines Charakters/ einer Seele.
    Kann man Gebäude portraitieren?
    Bestimmt, aber macht das der Architekturfotograf??


    "Das" Umfeld wären für mich u.a. das soziale, das geographische, oder der Kontext zur Natur...
    Fürs Aufzeigen der Funktionalität eines Gebäudes braucht es m.E.kein Umfeld ( ausser sich selbst).
    Und sicher erzählt Architekturfotografie auch einiges über den Architekten.


    Kurz - ich finde, sie ist doch etwas mehr als nur ein Gebäudeportrait.


    Gruss,
    Ritchie


  • Herr Riehle ist Architekturfotograf, m.E. ein sehr guter. Die Bechers waren (sind) auch Architekturfotografen (was sonst?), nur nicht im kommerziellen Sinn.
    Wo ich voll zustimme: Weitwinkel ist oft unumgänglich, aber - wegen beengter Verhältnisse - meist eine Notlösung. Wasserköpfige Gebäude, geshiftet mit Weitwinkel, sind oft beim Ansehen kein Vergnügen.


  • Hier möchte ich widersprechen:
    Für mich ist Architekturfotografie mehr als die bloße Dokumentation von Neubauten und nicht nur die Auftragsarbeit für Architekten.
    Portraitfotografie ist schliesslich auch mehr als nur Passbildfotografie.


    Aber um nicht vollends vom Thema abzukommen:
    Um alle Anforderungen der einer kommerziellen Architekturfotografie erfüllen zu können, ist auch aus meiner Sicht die Optische Bank oder eine Silvestri besser geeignet.
    Hier muss ich klausesser auch recht geben.

  • Nur eine Silvestri würde ich wegen einem früheren Artikel eines Users in diesem Forum nicht wirklich promoten!


    Aber um wieder zum Thema zu kommen ich habe den grossen Bruder der Horseman VH und bin sehr zufrieden damit für Landschaft, für Architektur nehme ich lieber meine Sinar F1 mit Weitwinkelbalgen oder dann wenn ich Farbe will und das ist sehr oft, dann die Nikon D800 dazu habe ich das 24mm Shift/Tilt und dann habe ich noch dazu das Zeiss 15mm Distagon und wenn das nicht reicht dann würde ich stittchen, aber dann eher mit einer längeren Brennweite!
    Seit mein Fachlabor Konkurs gegangen ist und ich bei Studio 13 in Zürich 20.- für ein 8x10inch Farbnegativ Entwicklung bezahlen muss, habe ich mich entschieden alles in Farbe wird Digital gemacht, in Zukunft!


    Mein erster grösserer Häuserkatalog ging kürzlich in Druck und ist abgesehen von der nicht sehr gelungenen grafischen Gestaltung sehr schön geworden!


    Danke noch an Klaus Esser für seinen Tip!


    FG Armin

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  • Wenn es dir eigentlich nur um mehr Verstellmöglichkeiten geht, du aber mit dem 120er Rollfilm sonst dein Auslangen findest, warum dann nicht eine Plaubel Peco Junior 6x9 oder eine kleine Sinar.
    Es muss nicht immer ganz groß sein - auch wenn es Spass macht und die Ergebnisse einen immer wieder staunen lassen und oft ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern (spricht einer der vom KB auf 9x12cm Laufbodenkamera gekommen ist)

  • Quote from "MichaelRelguag"

    Wenn es dir eigentlich nur um mehr Verstellmöglichkeiten geht, du aber mit dem 120er Rollfilm sonst dein Auslangen findest, warum dann nicht eine Plaubel Peco Junior 6x9 oder eine kleine Sinar.
    Es muss nicht immer ganz groß sein - auch wenn es Spass macht und die Ergebnisse einen immer wieder staunen lassen und oft ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern (spricht einer der vom KB auf 9x12cm Laufbodenkamera gekommen ist)



    Stimmt im Prinzip. Leider aber sind - abgesehen von der kleinen Plaubel - guten ud präzise Fachkameras in 6x9 im Verhaeltnis recht teuer!

    herzlichen Gruss, Klaus
    -----------
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  • Quote

    ""... 20.- für ein 8x10inch Farbnegativ Entwicklung bezahlen muss!!


    entwickelst Du nicht mehr selbst ?


    Gruss,
    Ritchie


    Farbe habe ich noch nie selbst entwickelt, das ging alles viel einfacher über das Fachlabor welches nicht unweit von mir war, nur ist es nun Konkurs gegangen, leider!!!

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  • Nur mal der Vollständigkeit halber: Es ist eine Toyo Field geworden (4x5) und ich liebe sie schon jetzt. Es macht unglaublich viel Spaß damit zu arbeiten, die Möglichkeiten werden mich noch lange beschäftigen und auch die Ergebnisse machen mich jetzt schon sehr zufrieden. Danke für die ausführliche Beratung, ich werde sicherlich noch viele Fragen haben, die ich gerne hier stellen werde.

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