Acros 4x5" - in welchem Entwickler baden

  • Hallo,


    Ich habe vor Ende Oktober/Anfang November eine Kirche von innen zu fotografieren. Da dann die Lichtverhältnisse nicht optimal sind, wollte ich gern den Acros nehmen, da er ja bekanntlich keinen Schwarzschildeffekt in den ersten 2 min aufweist.
    Leider habe ich keine Erfahrung mit dem Film im GF und wollte da gerne mal fragen was ihr so empfehlen könnt.
    Ich habe Tanol, D-76, Rodinal und Caffenol C-L :shock: zur Verfügung. Entwickeln, kann ich im Paterson Tank mit GF Einsatz mittels Kippmethode, oder mit dem BTZS system. Zeit und Material (habe nur eine Packung á 20 blatt) zum Eintesten, habe ich leider nicht.


    Die Kirche ist normalerweise für Photographen mit und ohne Stativ gesperrt, ich habe aber eine Genehmigung bekommen und darf alleine ohne Zuschauer fotografieren. :mrgreen:


    Für Vorschläge bin ich offen und dankbar.


    Gruß,
    Stephan.

    • Official Post

    Hallo Stephan,


    Quote from "SGFan"


    Leider habe ich keine Erfahrung mit dem Film im GF und wollte da gerne mal fragen was ihr so empfehlen könnt.
    Ich habe Tanol, D-76, Rodinal und Caffenol C-L :shock: zur Verfügung. Entwickeln, kann ich im Paterson Tank mit GF Einsatz mittels Kippmethode, oder mit dem BTZS system. Zeit und Material (habe nur eine Packung á 20 blatt) zum Eintesten, habe ich leider nicht.


    Erfahrung mit dem Film habe ich auch keine, du könntest aber mal einen Blick ins "Massive Developer Chart" werfen, um einen ersten Eindruck zu bekommen.


    Gruss


    Christian

  • Hallo, Stephan,


    wäre es nicht sinnvoll, bei solch einmaligen Gelegenheiten mit etwas Filmkenntnis an den Start zu gehen?
    Ich würd mich grünundblau ärgern, wenn ich da was verreissen würde...
    Oder kommst Du öfter in diese Kirche hinein?


    Gruss,
    Ritchie

  • Hallo Ritchie und Christian,


    hm, in die Kirche komme ich nicht so schnell wieder rein. Also muß ich mir die Zeit nehmen zum Eintesten.
    Mein Problem ist, das ich nur 20 Blätter vom Acros habe ... da werde ich eben 2 davon opfern.
    Danke nochmal für den Hinweis.


    Viele Grüße,
    Stephan.

  • Hallo Andreas,


    welche Methode des Eintestens, mit mindestmöglich Materialaufwand, erlaubt ein hinreichend genaues Arbeiten hinterher?
    Ich weiß nicht was mich erwartet, ich habe keine Möglichkeit mir neuen Film zu besorgen, da ich extra 2000km Reiseweg habe, in einem Land mit Servicewüste lebe und eben nur 20 Blatt Acros zur Verfügung habe. Ich nehme Gradfilter mit, falls doch die Sonne durch die Fenster scheint. Mehr geht nicht.


    Viele Grüße,
    Stephan.

  • Andreas hat schon recht, etwas Material braucht man zum Testen eigentlich schon...


    Ich glaube, die sparsamste Methode dürfte dann die von Herrn Wehner in einem Forum vorgestellte sein, welche ich hier einmal wörtlich wiedergeben möchte:


    "Theoretisch ist nur eine einzige praktische Aufnahme dafür notwendig.


    1. Kamera auf eine einheitlich helle Fläche ausrichten (weiße Wand, weißes Papier...) oder noch besser: das Objektiv mit einer Milchglasscheibe, Steuscheibe... abdecken und gleichmäßig beleuchten- z.B. gegen den Himmel richten).


    2.Belichtet man das Negativ um 4 Belichtungsstufen knapper (-4 EV) als die Belichtungsmessung der Kamera vorgibt, so erhält man ein Negativ, daß die Dichte der Zone I repräsentiert.
    Dieses Zone I Negativ sollte eine Dichte von 0,1...0,15 aufweisen.


    Betrachten man sich dieses Zone I Negativ mit der Lupe, so sollte es an allen Stellen einen leichten Grauton aufweisen, der sich gerade gut sichtbar vom nicht-belichtetet Steg zwischen den Negativen abhebt.
    Gibt es keine ausreichende Trennung zwischen Steg und belichtetem Negativ, so stimmt die angenommene (und an der Kamera eingestellte) Empfindlichkeit nicht.
    In diesem Fall betrachtet man sich das Zone II Negativ. Angenommen hier gibt es eine gerade ausreichende Trennung von belichteten zu unbelichteten Bereichen: dann weiß man, daß der Film genau nur die halbe Empfindlichkeit hat.


    Also ganz einfach: homogen helle Fläche um 4 Belichtungsstufen knapper belichtet, muß ein Negativ ergeben, daß eine Dichte hat, die sich noch gut sichtbar (und kopierbar) von den nicht- belichteten Negativrändern trennt.
    Herbert Wehner""


    Bezieht sich natürlich auf KB;
    Ich würde einfach die Acros halbieren und zum Belichten in der Kassette ankleben, eine Seite vielleicht etwas breiter ( und lichtdicht) abkleben..
    Somit hättest Du weiteres Material gespart und gleichzeitig jeweils eine unbelichtete Stelle zum Vergleichen.
    Ich denke, mit max. 2 Blatt müsste man da ausreichend hinkommen.


    Otto Beyers Stufenkeilmethode ist auch sehr sparsam, erfordert aber halt den Durchlicht - Keil.


    Es scheint sich mir in Deinem Fall auch eine kleine (einstellbare) Digicam als "Polaroidersatz " anzubieten.
    Da kannst Du ja u.a. vorab mal schauen, was die hellen Fenster und die dunklen Mauern für einen Kontrast abgeben und ob Du ggf. Belichtung/Entwicklung anpassen musst..


    Wann können wir denn die Ergebnisse sehen?
    ( Und - wo bitte wohnst Du denn, dass Du für ne Packung Film 2000 Km fahren musst :)


    Gruss,
    Ritchie

  • Hallo Ritchie,


    Danke für die Eintestbeschreibung, das läßt sich auf alle Fälle realsieren.


    Eine digitale Kamera nehme ich auch mit. Aber ich will mir die Möglichkeit mit GF zu fotographieren nicht nehmen lassen, wenn ich schon mal diese Sondergenehmigung bekommen habe. Da die Kameraausrüstung schwer ist, werde ich mit dem Auto fahren, daher kommen die 2000km zu stande.
    Wenn ich Glück habe kann ich Ergebnisse im Dezember zeigen.
    Ach ja, das Land mit der Servicewüste ist übrigens - nicht lachen - Norwegen. Da gibt es heutzutage kaum noch Film und wenn, dann sauteuer (unabhängig von der MwSt) und äußerst selten in GF und noch seltener den Acros, da digitale Fotografie heutzutage inn ist. Die Norweger spielen gerne die technologischen Vorreiter und alles was alt ist, wandert entweder auf ebay oder in den Müll. Traurig aber war.
    Bestellen aus dem Ausland habe ich mittlerweile sein gelassen, da der Zoll unbedingt einmal meinte in die Filmschachtel reinschauen zu müssen, da man wohl sowas auch zuhause kaufen kann :shock: - definitiv ein no-go! :evil:
    Also bleibt mir nichts anderes übrig im Urlaub mal zu schauen, wie ich zusätzlich an Filmmaterial rankomme.
    Als Alternative habe ich nur noch den Rollei Tonal, den nehme ich jedoch nur für markante Portraits und da es den auch nicht mehr zu geben scheint, spare ich mir den Rest den ich habe lieber auf. Mein Efke ist alle.
    Ich beabsichtige einen Zwischenabstecher nach Berlin zu machen, um mich ein "wenig" mit Film einzudecken. Dann habe ich auch mehr Zeit zu hause den neuen Film einzutesten. 8)


    Gruß,
    Stephan.

  • ""Ich beabsichtige einen Zwischenabstecher nach Berlin zu machen, um mich ein "wenig" mit Film einzudecken. ""


    In Zeiten des w.w.w. ein erstaunlicher Aufwand, um an ein paar Blatt Film zu kommen - Deine Aufnahmen haben schon jetzt für mich einen gewissen Mehrwert :)


    Ja, schade auch, dass der Tonal mit einem Knall vom Markt war, ich konnte mich leider nicht mehr eindecken.


    Viel Spass beim Testen, Reisen, Knipsen!


    Gruss,
    Ritchie

  • . Dann habe ich auch mehr Zeit zu hause den neuen Film einzutesten. 8)


    Gruß,
    Stephan.[/quote]


    Hi,Stephan
    ich habe den Acros (4x5")mehrfach , mit Stouffergraukeil bzw.als 7-Stufenprobe belichtet,(Zone II-VIII) entwickelt in Adox 49, Verdünnung 1+1, 10 Min. Rotaton, densitometrisch eingemessen, und ein gamma von 0,7 erzielt.Ich habe ihn wie 80 ASA belichtet. Ein hervorragender sehr feinkörniger Film.


    lG
    aragon

    Wo kämen wir hin,
    wenn jeder sagte, wo kämen wir hin
    und keiner ginge, um zu sehen
    wohin wir kämen,
    wenn wir gingen.

  • Gruess dich Stephan:


    Noch was beim Ihren Across eintesten.


    Vorsicht mit allerei von farbenden Entwickler die bestehen im Prinzip aus Pyrogaellicsauere, so moeglichst Pyrocat order PMK. Denn bei solchen Entwicklern werden Ihre Negativen gefarbt, und anders als bei der Verwendung von D-76, D-23, order HC-110, werden Ihre Messwerte imfolge der Entweicklerfaerbung der Negativen ziemlich verzerrt und von nur relativ Bedeutung.


    Also am besten, machen Sie sich drei Negativen des gleichen Motives, und mit der gleichen Lichbetstrahlung mit je 80, 100, und 125 Filmempfendlichkeiten Einstelllungen. Danach entwicken sie alle drei Negativen gleich. Bei Abgleichung der Negativen suchen Sie sich dann - Ihrer Meinung nach - das markantesten Negativ mit der hoechsten Empfindlichkeits einstellung. Dieses einfachen System kann man bei jedem Film und dessen Filmtest angewendet werden.


    Basta! Denn so kommen Sie endlich ohne weiters am Ihren erstrebten Ziel an.


    Uebrigens durch die Verwendung von Vari-Kontrast Papieren beim Abdruecken Ihrer Negativen werden kleine Abweichungen von der idealen ASA/ISO Einstellung fuer Ihr Acrosfilmen ausgewetz.


    Flauvius
    Drexel Hill, PA
    U.S.A.

  • Bei http://www.macodirect.de/ ist der Acros als Planfilm zu bekommen. Mir wurde gesagt, dass er hier so schwierig zu bekommen ist, da Fuji den Acros in Europa als Planfilm nicht verkauft.


    Meine letzten Acros-Filme habe ich in Xtol entwickelt im combi-Plan Tank. Entwickelt habe ich 11 Min. in der Verdünnung 1+3 bei 24 Grad; Kipp 15 Sek. ankippen, dann alle 30 Sek. 3x kräftig kippen. Belichtet mit 80 ASA. Mit den Ergebnissen war ich zufrieden. Einige meiner Bekannten entwickeln den Acros auch in Xtol mit prima Ergebnissen aber möglicherweise mit anderen Verdünnungen. Mit verschiedenen Verdünnungen habe ich nicht experimentiert.


    Vielleicht könnte man über die Möglichkeit nachdenken, den TMAX400 zu nehmen. Flachkristaller haben generell deutlich geringere Schwarzschildkorrekturen als klassische Filme.


    Vielleicht habe ich damit ein wenig weiterhelfen können.
    Beste Grüße,
    Otto!

  • Hallo noch mal.


    Ich habe ihn letztendlich in Rodinal gebadet, da ich durch die Kontrastverhältnisse eine ausgleichende Entwicklung gewählt habe.
    Was meinen Fototermin anbelangt, so war es sowohl ein Erfolg, als auch ein Mißerfolg.
    Von dem geplanten Tag für die Kirche, wahren nur eine halbe Stunde übriggeblieben, da eine Beerdigungsfeier eingeschoben werden mußte. Also blieb nicht viel Zeit fürs Umsehen und die Motivwahl. Und letztendlich habe ich nur zwei Bilder im 4x5 Format, eins mit der Sinar und dem 210er Heliar und eins mit meiner 4x5 Lochkamera. Beide Bilder sind etwas geworden!


    Und, mir wurde versprochen das ich nochmal wiederkommen darf. :mrgreen:


    Die Kirche hat es verdient photographiert zu werden, sie hat unheimlich viel Potential. Es gibt eine Unmenge an Details und Perspektien, Architektur, Kunstschätze und Historisches. Man kann einen ganzen Bildband draus machen.


    Nun muß ich nur Zeit finden einen ordentlichen Abzug zu machen. Die Kontrastverhältnisse waren ja nicht ideal, aber es ist alles auf dem Negativ, der Scanner schafft es nur nicht die rüberzubringen. Ein kurzer Test auf alten Papier (das grade bei meinem Kumpel in der Duka vorhanden war) zeigte jedoch schon ein ungemein zufriedenstellendes Potential. :mrgreen:


    Gruß,
    Stephan.

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