Frage Negative, digital

  • Hallo,
    die Möglichkeit, meine Negative für Kontaktverfahren zu schonen und digitalisieren zu können, finde ich inzwischen sehr interessant, und das könnte mich der digitalen Welt erstmals wirklich näher bringen;


    - sind diese digitalen Negative " eins zu eins", oder sieht man denen an, dass sie nicht original, oder sogar digital sind??
    Gibt es Nachteile?


    - sind die empfindlich, oder eher als robust im Vergleich mit Filmmaterial einzuschätzen?


    - wer bietet solch eine Digitalisierung an, und was könnte das kosten?
    Negativgrössen 24x30 cm und 30x40 cm...


    Gruss,
    Ritchie

  • Moin


    also Negative/Dias...vor allem große über Scanner zu ziehen...
    betrachte ich mal als Rettung des GF Formats :lol:


    ich mache das in Abständen seit ca. 98....
    alles selbst mit Linotype Saphir UII...und deren Software 8)


    schon die ersten Ergebnisse, waren einwandfrei, musten praktisch nicht
    großartig nachbereitet werden...wobei es ja drauf ankommt> was man will.
    das allerdings nur bis 8x10"...denn andere Formate habe ich nicht.


    bedenke...man bekommt noch Scanner(gebraucht) bis A3...
    muss sie aber meist mit Altrechnern bedienen, weil die Software,
    meist die neuen Betriebsysteme nicht abkann(gilt für Mac+PC)


    dazu ist meist, das die Originalsoftware um Längen besser ist,
    als diese Drittverwerter...die auch noch reichlich kosten.


    und eben Trommel bei einem Dienstleister....
    muss man schauen was sowas kosten soll.
    Mfg gpo

  • Sorry, ich habe mich wohl missverständlich ausgedrückt;
    es ging mir nicht ums Einscannen und hybride Weiterarbeiten, sondern ich möchte ,für alternative Prozesse, ein digitalisiertes Negativ als Produkt in der Hand halten. Also eine Folie oder so.
    Somit könnte ich das analoge Original schonen und die digitale Kopie verhunzen ;Ansonsten läuft weiterhin alles sehr analog bei mir :)


    Selberscannen wollte ich ( mangels Gerät ) erst mal nicht, wäre aber u.U. eine Option für später.
    Selberdrucken oder ähnlich ausgeben auf keinen Fall, das würde sich für mich sicher nicht rechnen, denke ich.


    Wenn diese Dienstleistungen insgesamt zu teuer werden würden, wäre ein analoges Umkopieren oder einfach eine zweite Aufnahme vielleicht günstiger...


    Noch mal präziser gefragt - müsste die digitale Version Einbussen erleiden, weil der Scanner/ Drucker die Bildinformationen nicht zur Gänze erfasst?



    Gruss,
    Ritchie

  • Hallo Ritchie,


    ich glaube, der größte Nachteil ist, dass man beim Digitaldruck des Negatives auf Printfilm o.ä. bei nahem Betrachtungsabstand das Druckraster sieht. Das wird natürlich mitkopiert auf Dein Schlußmedium.


    Vorteil ist, dass man einfach an viel größere "Negative" kommt.


    VG


    Tobias

  • Hallo,


    In Way Beyond Monochrom zeigt Ralph Lamprecht auf, daß man einen Digitaldruck ins richtige Format ausdrucken kann und anschließend auf das Zielformat abfotografiert. Der Vorteil ist, das die Bildretusche schon erledigt ist (abwedeln/nachbelichten) und das Druckraster beim Abfotographieren verschwindet, der Nachteil ist, man braucht eine Kamera, um auf das Zielformat zu kommen. Dies bietet sich beispielsweise an, wenn ich MF oder 4x5" Bilder habe und diese auf 8x10 vergrößern will. Dann kann man 8x10" Film sparen nachdem er auf den alternativen Prozeß kalibriert wurde und man trägt sich nicht einen Wolf im Gelände. :mrgreen:


    Im Endeffekt ist es aber auch nicht das was gefragt wurde.


    Was das Ausbelichten betrifft, dürfte das Selberausdrucken sparsamer sein als das Ausbelichten, zumal es immer weniger Druckereien gibt, die noch auf Folie ausbelichten. Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit sprechen also durchaus für den Tintenspritzer, zumal das Druckraster heutzutage sehr fein ist im Vergleich zu den Ausbelichtern, welche eine etwas antiquierte Technologie darstellen.


    Gruß,
    Stephan.

  • Danke für Eure Antworten;


    ""ich glaube, der größte Nachteil ist, dass man beim Digitaldruck des Negatives auf Printfilm o.ä. bei nahem Betrachtungsabstand das Druckraster sieht.""


    Tobias, das hört sich ja nicht so gut an, aber ich denke, das müsste ich mal selber sehen, um es für mich beurteilen zu können.


    ""Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit sprechen also durchaus für den Tintenspritzer, zumal das Druckraster heutzutage sehr fein ist im Vergleich zu den Ausbelichtern""


    Also ist das Raster dann nicht zu sehen?
    Hört sich schon etwas besser an.
    Ich vermute aber, dass ein akzeptabler Drucker mit mind. 30 cm Breite auch gebraucht sehr teuer sein dürfte?


    Ich weiss wirklich noch nicht, ob solch ein Gerät Zukunft bei mir hätte, nur weil ich momentan Interesse an alternativen Prozessen habe, sprich, ob sich das lohnt.
    Und irgendwie müsste zuvor mein Negativ ja noch in den PC gebracht werden - ich befürchte fast, "preiswerter" Film und doppelte Aufnahmen wären womöglich doch sinnvoller.


    Ok, preiswerter Film ( ATO, Röntgenfilm) ist aber auch recht zart und zerkratzt gerne, da wäre eine digitale "Reparatur" natürlich eine feine Sache...
    Wir haben im Ort ein Geschäft, welches wohl alles Digitale auf Folie bannen kann, den Besitzer werd ich mal interviewen, womit er das macht, ob man Raster sieht, was das kostet..
    Ggf, könnte ich dann überlegen, wie ich ein Negativ gescannt bekomme.
    Sollte sich also ein Plan kristallisieren, frage ich noch mal gezielter nach :)


    Vielen Dank für Eure Hilfe,
    Ritchie

  • Moin


    also Ritschi....so richtig verstehe ich dich nicht :roll:


    was soll denn das für ein Verfahren sein....
    ein großes Negativ> digital auszugeben...


    wenn es nicht gescannt wird :lol::oops::shock:


    ich kann auch deine Ausführungen zu nachfolgendem Drucken(Tintenpissen)
    nicht nachvollziehen....OK der Preis alles anzuschaffen, ist die eine Sache,


    nur man hat dann jegliche Manipulationsmöglichkeit 8) zu jeder Zeit :mrgreen:
    Mfg gpo

  • Da fällt mir noch ein Ralph Lamprecht hat auf FotoTV auch mal einen Beitrag zum digitalen Negativ gemacht. Er hat es zwar letzten Endes das normale Silberverfahren angewendet, aber das spielt dann keine Rolle, da man die Kurven eh für das alternative Verfahren kalibrieren muß.
    Als weitere Ergänzung findet sich noch: PDN - Precision Digital Negatives und andere die sich relativ leicht ergoogeln lassen.


    Gruß,
    Stephan.

  • Moinmoin,


    ""also Ritschi....so richtig verstehe ich dich nicht :roll:""


    Hach, das kann ich verstehen:-)
    Und die digitale Welt verstehe ich ohnehin noch nicht, weil ich mich damit noch nicht befasste.


    Ums "Manipulieren" geht es mir eigentlich überhaupt nicht, meine Bilder mal vernünftig scannen ( und zeigen) zu können, hat aber schon länger einen gewissen Reiz.
    Negative zu schonen und digital zu duplizieren, seit Neuem eben auch.
    Dabei dann einen Fussel oder Kratzer zu entfernen, finde ich aber durchaus praktisch.


    Hier http://www.edeldruck.org/Edeldruck/Salzdruck.html
    habe ich Infos entdeckt, aber ich weiss nicht ob die beschriebene Vorgehensweise noch aktuell ist??
    Ist es das, was Du hier meintest, Stephan?
    ("da man die Kurven eh für das alternative Verfahren kalibrieren muß.")


    Danke für die vorgestellten links, da lese ich mich mal durch.



    Gruss,
    Ritchie

  • Danke, Matthias, so in etwa hatte ich meinen o.g. link auch interpretiert.
    Dort steht ja, das die ideale Einstellung für die Kopie ein hässliches Monitorpositiv ergeben wird...
    Das hört sich für den Unbedarften alles ganz schön wild an.
    Leuchtet mir somit ein, dass ein Dienstleister entsprechend entlohnt werden will.
    Meine anfängliche Euphorie sinkt langsam wieder , ich hab mir das in meiner Ahnungslosigkeit etwas einfacher vorgestellt..
    Es hört sich mir inzwischen doch so an, als das eine Zweitbelichtung zur Reserve für mich doch unkomplizierter und dazu einiges preiswerter wäre, das mit dem Scannen ( und ggf. Drucken) will noch mal gut überschlafen werden.
    Es muss sich lohnen, und da weiss ich nicht, ob das bei mir zutrifft.
    Die Zeit und Erfahrung wird es sicher aufklären, ob mein Bedarf gross genug für Aufwand und Investition werden wird.


    Wie sind denn Deine Erfahrungen mit den Röntgenfilmen und der Anfälligkeit gegen Zerkratzen?
    Und zerschiesst Du öfter Negative beim alternativen "Rummachen" ?


    Gruss,
    Ritchie

  • ""Ein ruhiges Wochenende sollte dann reichen, zumindest ein Verfahren einzutesten
    Man braucht ein Negativ mit bekannten Dichten (idealerweise einen ausgemessenen Graukeil), und zumindest leihweise ein Auflichtdensitometer""


    Na, dann gehts ja ;
    Nur noch schnell den A3-Scanner, Drucker, ne Saturnrakete...
    Vielleicht mach ich doch besser Daguerrotypien :)


    Ich denke, ich habe jetzt einigermassen den Durchblick bekommen, worauf ich mich einlassen müsste, Preise kann ich gemütlich recherchieren, den Bedarf noch mal überdenken und gegen den Aufwand abwägen.


    Vielen Dank allen,
    Ritchie

  • Hallo Ritchie,


    hier noch was zum einlesen: http://www.alternativephotography.com/wp/


    da gibt es ein oder zwei Artikel über digitale Negative.


    Je nach Prozess und Papier braucht die Druckauflösung nicht so hoch zu sein. Es hängt aber auch von der verwendeten Folie ab. Für Cyanos auf dickem Kupferdruckkarton reicht auch Overheadfolie. Für Platinprints brauchst schon Backlightfilm. Klar, Konstrast musst du natürlich anpassen, dass hat Matthias ja schon erwähnt. Es gibt da dann so Glaubensfragen ob man das Digitale Negativ rot oder eher blaugrün einfärben soll.


    Haltbarkeit sollte so hoch sein bei einem normalen Pigmentprint. Vielleicht bekommst du bei dem großen Flatschen eher mal Kratzer rein. Aber da du nicht Vergrößerst sonders kontaktest fallen die auch nicht so auf.


    HP hat für den professionell Bereich für seine Grossformatdrucker spezielle Medien für den Platindruck.


    Gruss Sven.

  • Hallo, Sven,



    ""Für Platinprints brauchst schon Backlightfilm.
    HP hat für den professionell Bereich für seine Grossformatdrucker spezielle Medien für den Platindruck.""


    Ui, was es alles gibt! Wahnsinn.
    Aber - was ist denn nun wieder Backlichtfilm?
    (schöner Tippfehler, den lass ich :)


    Ja, Palladium, Carbon, oder zuerst mal Bromöl - irgendwo dorthin wird es mich wohl schlagen, hab mich noch nicht festgelegt.
    Schon komisch, die Mühen dort nehme ich in Kauf, beim digitalen Aufwand kräuselts sich mir.


    Moersch nutzt für nach hohen Dichten schreiende Verfahren den Wephota FO5 als umkopiertes Negativ, oder beschreibt zumindest, wie das geht.
    Aber den FO 5 hab ich seit einiger Zeit hier, der zerkratzt m.E. schon beim Auspacken oder spätestens an der Luft , der braucht Samthandschuhe.
    Immerhin, eine weitere Option...


    Deinen link nutze ich auch, sehr informativ.
    Mein persönlicher Eindruck ist aber, dass es die Hälfte der dort vorgestellten Verfahren nicht wirklich braucht :)



    Mal eine andere Frage :


    wer macht denn hier den einen o. anderen von mir genannten Prozess?



    Gruss,
    Ritchie

  • Quote from "bequalm"


    Mal eine andere Frage :


    wer macht denn hier den einen o. anderen von mir genannten Prozess?



    Ja, nun, also . . .


    In einem Anfall von Kreativwahn und angesichts der Feiertagspause (öhem, letztes Jahr Weihnachten) habe ich mir einen A3-Drucker, A3-Folien, A3-Papier, einen UV-Gesichtsbräuner, einen entsprechend großen Bilderrahmen (als Kopierrahmen) und die notwendigen Chemikalien für Cyanotypie gekauft. Bis auf den Drucker bin ich aber noch nicht zum Auspacken gekommen.


    Neben der Cyanotypie bin ich von Albumindrucken sehr angetan.


    Beides steht für dieses Jahr für die Weihnachtspause wieder auf dem Plan. Ausgangsbasis sind Nassplatten im Format 13x18 und 18x24. Diese dann Scannen, Gradation anpassen, auf A3-Folie mittels Tintenstrahldrucker und dann Kontaktprint im "alten" Prozess.

  • Der Backlichtfilm ist opake Folie. Guck mal nach Pictorico Pro OHP Transparency Film. Das mit dem Backlicht kommt daher, dass man den Ursprünglich dazu genutzt hat um so große Dia-Leucht-Kästen zu bestücken.


    Das mit den Negativen ist so eine sache, man kann da auch ziemlich viel Voodoo drum machen. Ich würde für den Anfang einfach einen Graukeil mit drucken und schauen wie er auf das Papier rüber kommt.


    Ich mach Cyanos und gelegenlich Kallies. Und ich hab seit einem halben Jahr einen Pack Overheadfolie in A3 rumliegen, bin aber noch nicht zum ausprobieren gekommen. Ich hab aber auch schon kleinere Formate aus dem Laserjet geprintet (ohne Voodoo)


    Gruss Sven.

  • ""Bis auf den Drucker bin ich aber noch nicht zum Auspacken gekommen.""


    ich habe selbst schon bemerkt, dass solche Sachen eine gewisse Warmlaufphase brauchen :)
    Meine 24x30 cm Kamera z.B. ist wunderbar zerlegt und liegt so rum...
    Aber das wird schon.


    Cyano ist nicht so meine Welt, obwohl mir z.B.die tanningetonten sehr gut gefallen.
    Albumin und Salzprints finde ich noch sehr reizvoll.
    Aber da jeder Prozess eine intensivere Lernphase braucht und für sich auch recht aufwendig ist, muss ich mich natürlich einschränken, und Bromöl sowie Carbontransfer reizen mich am Meisten.


    ""Guck mal nach Pictorico Pro OHP Transparency Film.""


    Hab ich gemacht, danke.
    Voodoo mach ich dann erst mal gar nicht und starte einfach mit doppelten oder dreifachen filmbasierten Belichtungen auf Röntgenfilm, denke ich inzwischen.
    Dann kann ich aasen und habe noch Reserven, kann mit versch. Dichten experimentieren.
    Einfach zu handhaben und bezahlbar.
    24x30 cm muss auch nicht unbedingt vergrössert werden,das geht schon für den Anfang -wobei ich auch eher die Kamera noch auf 30x40 cm umbauen werde.
    Mal sehen, was dann vielleicht noch benötigt wird...


    Macht hier auch jemand in Carbon?


    Gruss,
    Ritchie

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