Fett auf Frontlinse / Reinigung

  • Ich weiß nicht, was der Vorbesitzer mit dem Objektiv angestellt hat! Jedenfalls befindet sich auf der Frontlinse eine deutliche Fettschicht. Womit bekomme ich die runter. Sind normale Brillenputztücher geeignet? Für gewöhnlich reicht mir ein Pinsel, aber dieser Fall ist hartnäckiger!


    Ciao!

  • Ich würde hier kein Ethanol nehmen, sonder i-Propanol, das etwas unpolarer ist und Fett besser löst. Wenn man Papiertaschentücher ohne Nasenweichzusätze (damit gibt's nur neue Schlieren) damit anfeuchtet (nicht quatschnaß machen (deshalb auch kein Pinsel, das tropft!) oder gar aus der Flasche auf die Linse kippen! :-) ), sollte dem Schmierfilm zuleibezurücken sein. Alternativ kann man mit hochreinem Feuerzeugbenzin vorsichtig vorreinigen. Das ganze ist mehr ein Geduldsspiel als ein wirkliches Problem. Immer wieder frische Stellen auf dem Tuch oder frische Tücher nehmen! Wenn alles Fett weg ist, die Linse anhauchen (nicht draufspucken!) und auspolieren. Danach sollte sie eigentlich wieder blitzeblank ohne Rückstände sein. Ich reinige meine Linse jetzt seit 40 Jahren so, die Flächen sind immer noch makellos.


    Ach so: Finger weg von Brillenputztüchern, das gibt nur neuen Schmier auf Grund der Imprägnierung. Es könnte sogar sein, daß der Vorbesitzer mit solchen Tüchern diesen hartnäckigen Schmierfilm verursacht hat.

    Gruß
    Wolf


    You're only as good as your last job. Today's great shot is what keeps the work coming in.
    Gary Perweiler

  • Die Brillenputztücher vom Hofer (= Aldi) gehen super ... die heissen "alles klar".
    Hab mal 5 verschiedene Brillenputztücher ausgetestet, und die waren am effektivsten und hinterließen keine Schlieren.
    Da sind hauptsächlich so Tenside drinnen, nix tragisches.


    Funktioniert auch bestens für neue/aktuelle/moderne Objektive.
    Mein antikes Heliar mit weicherer Einfachvergütung hab ich mir noch nicht getraut damit zu putzen ...


    Ansonsten schwöre ich auf die Mikrofasertücher von Rodenstock, die im kleinen Plastiktascherl.
    Hammer!


    Grüße,
    Martin

  • Ich nehme immer noch Kodak Linsen Reiniger, gibt es aber leider schon lange nicht mehr zu kaufen. Ich hatte mal ein 120 GF Nikkor im Amiland gekauft, so was habe ich noch nie vorher gesehen, beide Front und Rücklinse waren mit so einer dicken Fettschicht überzogen, das ich denke der Vorbesitzer dachte es sei ein Weichzeichnerobjektiv und deshalb hat er es weiterverkauft;--)))
    Ist mir ein Rätsel wie man mit so schmuddeligen Objektiven arbeiten kann. Ich brauchte mindestens 4-5 Durchgänge, bis alles Fett und beschmiere weg war!
    Als Putztücher nehme ich Objektivreinigungspapier auch noch von Kodak solange der Vorrat noch reicht!


    FG Armin

    " You push the button and we do the rest."
    Kodak Werbespruch!
    Today
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  • Quote from "johnars"

    Ich nehme immer noch Kodak Linsen Reiniger,...


    So ein Zeug ist auch nichts anderes als Isopropanol, nur teurer... 8)
    Kodak stellt's ja m.W. nicht mehr her, aber 59 ml Eclipse Linsenreiniger kosten 12,29 € = 208,31 €/Ltr. Ein Liter i-Propanol p.a. (also sehr rein und zertifiziert) kostet was?
    Zwischen 18 und 25 € je nach Firma...
    Und dann gibt's Isopropanol auch noch für kosmetische Zwecke: Reinheit auch deutlich über 99% (nur nicht zertifiziert), aber für 15 € für den 5 Ltr- Kanister. So was benutze ich...

    Gruß
    Wolf


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    Gary Perweiler

  • Warum benutzt eigentlich keiner mehr ein UV Filter als Linsenschutz ? Da hat man solche Probleme nicht.In den 70 er Jahren ,als ich mit dem Fotografieren anfing war es der Normalfall das auf einer Optik ein UV Filter war. Jetzt scheint das alles Teufelszeugs zu sein. Ist der Qualitätsverlust wirklich so verheerend?

  • Quote

    Ist der Qualitätsverlust wirklich so verheerend?


    Verheerend ist vielleicht zuviel gesagt, zumindest bei Spitzenfiltern von B&W, Rodenstock oder Heliopan (von China-Billigscherben, die höchstens als Bierglasuntersetzer taugen, rede ich jetzt nicht). Aber es ist und bleibt, wenn nicht die UV-Filterwirkung als solche gewünscht ist, eine unnütze Planfläche im Strahlengang, die qualitätsmindernd wirkt (zusätzliche Reflexe, Geisterbilder etc.). Ich benutze so etwas nur in sehr aggressiver Umgebung wie etwa Salzgischt, Schweiß- oder Schmelzfunkenflug o.ä. Bei normaler Arbeit, sogar bei meiner (professionellen) Hundephotographie, wo mir so manches Mal der Dreck um die Ohren fliegt, benutze ich kein Filter. Im Zweifelsfall wird eben geputzt. Meine Linsen haben das bisher alle überlebt und die haben bis zu 40 Jahre auf dem Buckel. Nur eine hat einen Katsch von einer Hundekralle, aber die macht sich optisch nicht bemerkbar.
    So oder so haben Fettflecken :roll: auf einer Linse nichts zu suchen. Das deutet auf schludrige Handhabung mit fettigen Leberwurstfingern...
    Übrigens, wenn nur die Schutzwirkung ohne jeden Filtereffekt erwünscht ist, nimmt man besser reine Schutzgläser aus hochtransparentem Borkron, z.B. B&W 007 oder vergleichbare. Multicoating ist ohnehin Voraussetzung. Bei manchen, sehr teuren Teleobjektiven sind solche Schutzgläser fest eingebaut, aber dann auch Bestandteil der optischen Rechnung (!), weil sie die optische Weglänge verändern.

    Gruß
    Wolf


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    Gary Perweiler

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