Worin seht Ihr den Sinn des Vorwässerns?

  • Hallo zusammen, jetzt stelle ich auch mal eine ganz "dumme" Frage:


    Worin seht Ihr den Sinn des Vorwässerns?


    Ich habe so allerlei Filme vorgewässert und nicht vorgewässert verarbeitet,
    habe aber keinen Nachteil entdeckt, wenn ich das Vorwässern sein lasse.
    Genaugenommen habe ich keinen Unterschied entdeckt.


    Ein denkbares Argument wäre da vielleicht,
    daß man nicht Entwickler für mehrmaligen Einsatz mit der aufgelösten Lichthofschutzschicht verunreinigt und ein anderer ist,
    daß vorgewässerte Planfilme bei Stapelverarbeitung in der Schale weniger zusammenpappen.


    Ich würde gerne mehr darüber wissen was da im Dunkeln wirklich passiert
    und frage darum die studierten Fotografen nach den wissenschaftlichen Hintergründen.
    Ich habe jedenfalls im Einmalentwickler keinen Unterschied bemerkt,
    ausser, daß es angenehmer ist einen Gang kürzer im Dunkeln zu stehen.


    Gruß, Horst.

  • Thilo


    wenn ich mich nicht irre habe ich auch von Filmen gelesen, die eine Vorwässerung explizit NICHT empfehlen, wie das?


    Ciao


    Marco

    Wenn du weißt, was du tust, kannst du tun, was du willst.
    Beweglichkeit startet im Gehirn. (Moshe Feldenkrais)

  • Hallo Thilo,
    für Gigabitfilm wird, entgegen Deiner Ansicht, Vorwässern ausdrücklich nicht empfohlen (allerdings ohne Angabe von Gründen)!
    Verstehe das bitte nicht als Besserwisserei, aber so steht es nun mal in der entsprechenden Anleitung zum Gigabitfilmentwickler. Ich habe dies einmal nicht beachtet und der Kontrast wurde trotz ansonsten gleichen Bedingungen stark erhöht!
    Gruß
    Hugo


    PS.: Ich kenne allerdings den Gigabitfilm nur in der KB-Version.

    "Mehr Licht!" (angeblich die letzten Worte des berühmten hessischen Dichters J.W.Goethe)

  • Hallo,


    Gleiches gilt generell für den E-6 Prozess. Vorwässern beeinflusst natürlich die Erstentwicklungszeiten, hat dafür aber wohl den Vorteil, noch möglicherweise präzisere Ergebnisse liefern zu können, wenn alles kalibriert ist. Des weiteren ist natürlich die Film schon mal auf Temperatur, was einem möglicherweise 5 Minuten vorwärmen einspart. I Zusammenhang mit kritischem Wasser (PH-Wert) habe ich dies gelesen. Wir reden da aber um absolut feine Nuancen im 1/10-tel Blendenbereich, die sich bei E-6 nur mit einer vollautomatischen Entwicklungsmaschine reproduzieren lassen.


    Generell wird aber auch hier eher davon abgeraten, weil es objektiv keine Vorteile bringt.


    Gigabit kann ich nur bestätigen. Es steht dort ausdrücklich (sinngemäss): keinesfalls Vorwässern! Der Entwickler muss auf den Film in einem Fluss aus einer grossen Mensur gekippt werden und dann nach Vorschrift bewegt werden. Offensichtlich sind die ersten 0,2 Sekunden beim Gigabit entscheident für die korrekte Entwicklung der Spitzlichter. Ob das so ist, habe ich nicht ausprobiert. Ich entwickle nach Vorschrift.


    Gruss,
    Ralf

  • Hallo.


    Ich bin im Sommer dazu übergegangen immer 2..3 mal vorzuwässern. Denn bei einer Raumtemperatur von z.B. 28 Grad bringt es nix den Entwickler penibel auf 20 Grad zu trimmen, wenn er durch die warme Dose wenige Sekunden nach dem Einkippen auf 22 Grad erwärmt wird. Seit dem kommt die Dose in den Ruhephasen auch in ein 20 Grad Mantelbad.


    Ja, ich habe die Temperatur des Entwicklers in der Dose gemessen. Die 20 Grad laufen zumindest im Sommer schnell weg. Der Prozesskonstanz zu Liebe wird daher zu jeder Jahreszeit Vorgewässert.

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