Frage zu alten Symmaren

  • Hallo,

    da ich Besitzer eines Symmar 1:6.8/360, 1:12/560 und 1:13/700 als Barrel-Objektiv bin - das ist eines von den 3-fach konvertiblen Objektiven, die aber schon vergütet sind - wüsste ich gerne

    1. Kann man das in einen Verschluss einbauen und falls ja welcher?
    2. Gab es die schon fertig in Verschlüssen?

    Und ich würde so eines im Verschluss mit einer Ausgangsbrennweite 180 oder 210 suchen; habe es die auch und findet man die noch?

    Danke für Infos!
    cme37

    Es wurde schon alles fotografiert – nur noch nicht von jedem.

    frei nach Karl Valentin

    'Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.'

  • Hallo von Frankreich!

    Hier können Sie die alte Broschüre von Schneider-Kreuznach in PDF finden
    http://web.archive.org/web/2010092205…chiv/archiv.htm

    Die alte Symmare sind hier zu finden:

    Fachoptik, Sammelliste (9/66)
    Professional Lenses Review,
    Objectifes Professionels Aperçu général
    XENOTAR 2,8/80 bis 2,8/150,
    XENAR 3,5/100 bis 4,5/480,
    SYMMAR 5,6/80 bis 5,6/360,
    TELE-ARTON 4/180 bis 5,5/360,
    TELE-XENAR 5,5/360 bis 8/1000,
    SUPER-ANGULON 4/53 bis 8/210 pdf (0,6 MB):
    http://web.archive.org/web/2010092205…f/fachoptik.pdf
    http://web.archive.org/web/2010092205…fachoptik_e.pdf
    http://web.archive.org/web/2010092205…fachoptik_f.pdf

    Symmar,
    Sammelprospekt SYMMAR 5,6/80 bis 5,6/360,
    auch alleinige Nutzung der hinteren Objektivhälfte pdf (2 MB):
    http://web.archive.org/web/2010092205…df/sr_5.6_a.pdf

    Symmar,
    Sammelprospekt (4/64) SYMMAR 4,5/100 bis 6,4/360,
    Hochleistungsobjektiv mit neuartigen Möglichkeiten pdf (2,4 MB):
    http://web.archive.org/web/2010092205…symmar_1964.pdf

    Schneider-Symmar 1:5,6
    Sammelprospekt SYMMAR-S 5,6/80 bis 6,8/355 pdf (0,5 MB):
    http://web.archive.org/web/2010092205…/symmar_5.6.pdf

    Symmar-S sind ein "neues" Design und unterscheiden sich von den alten Symmar.
    Wenn Ihre Symmar sehr alt ist, ist es vielleicht nicht in diesen Prospekten beschrieben.
    Das Symmar-360 verwendet einen Verschluss Größe III oder IV.

    Alternativ können Sie versuchen, die Linse vorne ein Gr. V Verschluß wie der Compur-5FS montieren??
    Sehen Sie hier die Montage von Jörg Krusche mit dem Apo-Germinar 750 mm f/9 .

  • Hallo,

    erst einmal danke für die ganzen Informationen!

    Aber es handelt sich um die etwas älteren Nachkriegs-Symmare, die bis ca. 1954 vergütet produziert wurden und einen Anfangsöffnung von 6,8 hatten (alle, auch die mit 150mm oder 210mm Brennweite) und all 3 Brennweiten auf dem Objektiv aufgedruckt hatten (Vorderlinse alleine, Hinterlinse alleine, beide zusammen, 3 Brennweitem). Bei Camera Eccentric habe ich dazu nur einen Katalog von 1939 gefunden, in dem sie erwähnt werden. Man findet ein paar Infos dazu im Netz aber keine Spezifikationen mit Verschlüssen / Verschlussgrößen.

    Viele Grüße
    cme37

    Es wurde schon alles fotografiert – nur noch nicht von jedem.

    frei nach Karl Valentin

    'Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.'

  • Ein Symmar oder Sironar 360 - f/5,6 braucht einen Verschluß Gr. IV oder V.
    Aber ein 360 - f/6,8 ist etwas kleiner und kann am einen Verschluß Gr. III montiert werden.
    Moderne 360/6,8 Apo Symmare und Apo Sironare sind mit Gr. III montiert.

    Die Datei für Montage am einen Compur, Prontor oder Copal Gr. III sind:
    Verschluß Gr. III
    Schraubgewinde / vorne = M58x0,75
    Schraubgewinde / hintern = M58x0,75
    Dicke = 31,5 mm

  • Hallo,

    erst einmal danke für die ganzen Informationen!

    Aber es handelt sich um die etwas älteren Nachkriegs-Symmare, die bis ca. 1954 vergütet produziert wurden und einen Anfangsöffnung von 6,8 hatten (alle, auch die mit 150mm oder 210mm Brennweite) und all 3 Brennweiten auf dem Objektiv aufgedruckt hatten (Vorderlinse alleine, Hinterlinse alleine, beide zusammen, 3 Brennweitem). Bei Camera Eccentric habe ich dazu nur einen Katalog von 1939 gefunden, in dem sie erwähnt werden. Man findet ein paar Infos dazu im Netz aber keine Spezifikationen mit Verschlüssen / Verschlussgrößen.

    Viele Grüße
    cme37

    Die Symmare f/6,8 waren die Antwort von Schneider auf das Goerz Dagor, so alt sind diese Rechnungen nämlich schon, sie sind also aus sechs Linsen in zwei Gruppen aufgebaut. Sie wurden nach 1945 noch ein paar Jahre gebaut und waren dann schon vergütet, sie wurden dann durch die Symmare f/5,6 abgelöst die bekannter Weise die Luftlinse hatten, also ein Plasmat Design.
    Ich bin mir sicher das Dein Symmar in einen Verschluss passt, entweder ein Compur II oder ein Compound III. Wenn ich den Gewinde Ø der Linsen weiß könnte ich es Dir genau sagen.

  • Hallo,

    ja, habe ich mittlerweile auch herausgefunden Und auch ja, es passt in einen Verschluss, den Compound IV (wie beispielsweise für ein Xenar 1:4,5/240). Es ist ziemlich gut und als triple convertible auch besser nutzbar als die späteren Symmare 1:5,6 (double convertible).

    Viele Grüße
    Christian

    Es wurde schon alles fotografiert – nur noch nicht von jedem.

    frei nach Karl Valentin

    'Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.'

  • Interessant, kannte ich als Nachkriegsoptik noch gar nicht. Wie groß ist der Bildkreis?
    Ich habe mir extra ein 6,8 355mm im 3-er Verschluß gekauft. Das 5,6 360 war mir echt zu groß und schwer, ich wollte aber den großen Bildkreis des alten 360-er für meine ULF-Kameras. Die Neuen 6,8 360 haben einen kleineren Bildkreis. Zumindest nach Schneideraussagen. Die sind aber immer konservativer geworden. Also keine Ahnung ob die Neueren auch gingen, ich mag das 355-er!

    Zeit ist nicht Geld.
    Zeit ist Zeit.

  • Wenn ich mich recht erinnere wurden die Symmare f/6,8 in den 30er Jahren mit 85° bei f/22 angegeben, ich schätze nach 1945 dann nur noch mit 65°. Denke das wird so ähnlich gewesen sein wie bei den Angulonen, die wurden von 1945 noch mit 100° Bildwinkel beworben, danach hatten sie nur noch 85°. Vermutlich hatte das mit den besseren Filmen zu tun die es dann gab und die Auflösung reichte vielleicht nicht mehr ganz. Wer weiß das schon so genau.
    Was ich aber weiß ist das Du bei den alten f/6,8 Symaren von mindestens 80° ausgehen kannst, das haben eigentlich alle diese Objektivtypen geschafft, und wenn an mal schaut was was ein Herr Adams aus einem 120 Dagor an einer 5x7inch herausgeholt hat denke ich das ein vergütetes Symmar nicht schlechten sein wird.
    Das 300mm Goerz Berlin Dagor ist bei den 8x10inch Fotografen imer noch sehr beliebt und das ist jetzt mindesten 90 Jahre alt. Es hat nach Goerz Angaben 600mm Bildkreis, also 90° bei f/22.
    Vermutlich wird dass das Symmar auch schaffen nur wird die Qualität dann auch mit zunehmenden Bildkreis abnehmen.
    Leider sind diese vollverkitteten Symmare sehr selten, egal ob vergütet oder nicht.

  • Den vollen Bildkreis brauch ich ja nur bei ULF, da Kontakte ich, über 100Linien/mm brauch ich da nicht.
    Bei den Angulonen hab ich mal die Theorie gehört, dass sie auf 85° grad runtergeschrieben wurden um die Super-Angulone zu verkaufen. Wobei für mich außer dem Gewicht alles für die SAs spricht.

    Zeit ist nicht Geld.
    Zeit ist Zeit.

  • Die neueren Symmaren f/5,6 und auch die Super Angulone waren zu ihrer Zeit echte Offenbahrungen für die Fotografen, Schneider verwendete hier die neu entwickelten Schott Gläser und so war es möglich die Objektive auch bei voller Öffnung zu nutzen bei bisher nicht gekannter Qualität, zudem lies die Leistung nicht so stark zu Rand hin ab.
    Vom Preis Leistungs Verhältnis her, gerade für B&W, sind dieser Symmare und Super Angulone genial. Leider sind sie z.T. echt sehr schwer weil Schneider konsequent nur Messing für die Fassungen verwendete, die riesen Gläser tun noch ihr Übriges dazu.
    Zudem mag ich die Bildwiedergabe der alten Lanthangläser, ist vielleicht auch Einbildung aber gerade die unscharfen Bereiche sehen schöner aus als bei den neuen Linsen. Das sage allerdings nicht nur ich, auch bei Mittel - und Kleinformaten gibt es einige die nur mit einem steinalten Summicron oder einem 53m Biogon arbeiten und nichts anderes wollen. Ebenfalls ist die dezentere Farbwiedergabe dieser Gläser sehr schön. Ich verwende z.B. auch gerne ein Zeiss Jena Pancolar 1,8/50mm welches auch aus Lanthanglas gefertigt wurde und bin immer wieder begeistert von der Zeichnung.
    Ist sicher auch sehr subjektiv aber ich für meinen Teil bevorzuge die Symmare ab den 1950er Jahren aus den genannten Gründen. Geliebt habe ich das sehr kleine Symmar 5,6/105 welches ich an einer 9x12 Linhof genutzt habe, die Ergebnisse waren wirklich sehr gut, dieses Miniobjektiv wurde aber dann gegen das 5,6/100 abgelöst, warum weiss ich bis heute nicht.
    Wir sind mittlerweile in einer recht glücklichen Position, wenn ich bedenke was wir noch von 20-25 Jahren für GF Objektive zahlen mussten und wie bescheiden das Angebot war! Heute kann man alles zu jeder Zeit zum günstigsten Preis bekommen, ein Symmar 5,6/150 im Verschluss für 49 Euros ist keine Seltenheit in der Bucht mehr.

  • Hallo,

    ja, habe ich mittlerweile auch herausgefunden Und auch ja, es passt in einen Verschluss, den Compound IV (wie beispielsweise für ein Xenar 1:4,5/240). Es ist ziemlich gut und als triple convertible auch besser nutzbar als die späteren Symmare 1:5,6 (double convertible).

    Viele Grüße
    Christian

    Die Symmare der f/5,6 Reihe sind übrigens auch triple comvertible, nur hat Schneider das so nie beworben, warum soll denn nur die Hinterlinse alleine verwendet werden können, macht doch gar keinen Sinn! Den Spaß habe ich mir mal gegönnt und das mit einem 135mm Symmar durchprobiert, die Rücklinse hat 12/235m und die Frontlinse 10/160mm Üngefähr, lässt sich so genau nicht feststellen. Beide Einzelbaugruppen habe ich bei 9x12 verwendet und es gab nicht den Hauch eines Unterschiedes in der Bildqualität.
    Man darf Schneider da aber auch keinen Vorwurf machen, die Zeiten waren in den 50ern anders, diese Objektiv wurden nur von Leuten gekauft die damit Geld verdienen mussten und die verlangten bedingungslose Qualität. Die Hinterlinse wurde auch nur zweitrangig beworben, als Notlösung oder für Portraits. Bessere Qualtät gab es wenn man das entsprechende längere Vollobjektiv kaufte. Interessanterweise hat Schneider diese Symmare auch nie als Satz Objektiv angeboten, die wollten einfach nicht das sich durch das ein - und rausschrauben etwas dezentriert und die Quali darunter leidet.
    Ich hatte in den 80er und 90er Jahren ganz gute Kontakte zu jemanden von Schneider und der sagte mir das die Zeiten der Objektivsätze mit den neuen Symmare vorbei war, nur wenn ein Objektiv komplett mit Verschluss eingemessen war hatte es auch die optimale Leistung, das hin - und hergeschraube in andere Verschlüsse, was heute so üblich ist, war ihm ein Grauss. Wer weiss denn schon wie empfindlich die Verschlüsse wirklich sind, wie genau justiert die das Compurwerk verlassen haben, die Rundlaufgenauigkeit der beiden Anschlussgewinde liegt in einer Toleranz von 0,002-0,005mm!! Erst in dieser Zeit haben die Anschlussgewinde auch die Zentriereindrehung bekomen, eben um die Linsenhälften besser in die Zentrierung zu bringen, die alten Vorkriegsverschlüsse hatten das nicht, die Linsenhälften saßen nur in den Gewinden und wurden darüber zentriert, nicht so pralle.

  • Es gibt z.B. das Symmar XL 80mm, bei dem Schneider sagt, man solle es nicht selbst auf die Platine monierten, da es absolut exakt eingebaut werden muß.
    Auf der anderen Seite gab es von Staeble das Polyplast, bei dem nur die Vorderlinse gewechselt wird - über Bajonett. Keine Ahnung wie gut das ist, aber es gäbe schon Möglichkeiten.
    Ich denke es war nicht gewollt. Die Objektive wurden eh nur von Profis gekauft und bis in die 80-er, frühen 90-er saß das Geld sehr locker bei der Werbung....

    Zeit ist nicht Geld.
    Zeit ist Zeit.

  • Die neueren Symmaren f/5,6 und auch die Super Angulone waren zu ihrer Zeit echte Offenbahrungen für die Fotografen, Schneider verwendete hier die neu entwickelten Schott Gläser und so war es möglich die Objektive auch bei voller Öffnung zu nutzen bei bisher nicht gekannter Qualität

    Hallo, Norma,
    von welchem Zeitraum ist hier die Rede?
    Schottgläser mit offenbahrenden Werten für die Objektivkonstruktion gab es doch schon Jahrzehnte vor dem Erscheinen von Symmar und SA; wurden die Schottgläser später nochmals neu entwickelt?


    VG,
    Ritchie

    ...

  • Bei dem Symaren wurden die neuen Lanthan haltigen Gläser verwendet, wie auch bei Leitz, Zeiss usw. Natürlich hat Schott immer sehr innovativ neue Glassorten entwicklet und macht das auch heute noch aber die Gläser mit den seltenen Erden waren wirklich ein Meilenstein. Das hat selbst Schneider damals gesagt das erst mit diesen Gläsern solche Objektive möglich waren. Diese Lathan Gläser wurde um 1948 auf den Markt gebracht, kann aber auch etwas später gewesen sein. 100% genau weiss ich das leider nicht.

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