Rollei IR 400 vs. Rollei INFRARED 400s

  • Hallo zusammen,


    hat von Euch schon mal jemand den "neuen" Rollei Infrared 400s angetestet?
    Bei meiner letzten Bestellung wurde nicht wie gelistet, der "Rollei IR 400" (von AGFA) geliefert, sondern
    die von MACO vertriebene "Rollei INFRARED 400s" Version.


    Habe ihn nicht zurückgeschickt, da ja die AGFA Zeiten schon länger vorbei sind und ich kaum noch Hoffnung habe,
    irgendwo das alte AGFA Material zu bekommen.
    Und alte Infrarotfilme altern ja bekanntlich etwas schneller. Wie ich selbst schon erfahren musste.
    Der Alterungs Fehler wurde bereits hier beschrieben.
    http://www.martinzimelka.com/pages/Rollei_Infrared_400.html
    Bei mir kam aber noch eine Wolkigkeit hinzu, die wie Emulsionsablösung aussah.


    Den alten habe ich mit Heliopan RG 715 meistens mit ISO12 belichtet und in Rodinal 1:50 12min entwickelt.


    Der neue 400s wird von MACO als 200-400 ISO Film beschrieben.
    Entwicklungsempfehlung gibt es nicht.
    Bin mir deshalb nicht sicher, ob das noch die gleiche Emulsion ist.
    Die spektrale Empfindlichkeit ist auch nicht vergleichbar da die Nullachsen verschoben sind.
    Vielleicht ist es auch nur ein Fehler im Datenblatt.


    Das Datenblatt von Maco sieht überhaupt recht zusammengebastelt aus.
    Da finden sich Bilder die aus einem Bericht einer Italienischen Zeitschrift stammen, die mit der alten AGFA Emulsion fotografiert wurden.
    http://www.maco-photo.de/files…ti_Fotografi_06_06_dt.pdf


    Also maximale Verwirrung!!!!



    Vielleicht hat ja jemand von Euch ein paar Tipps.
    Die Infrarot Saison geht ja erst los.


    Viele Grüße
    Kaj

  • Obwohl ich ja gerne bei Maco kaufe, kommt mir da ebenfalls so einiges zusammengebastelt vor in letzter Zeit; so z.B. die Packung des Ortho 25 in 9x12cm.
    Fürchterlich, das können Grundschüler sicher besser, ehrlich...
    Produktion angeblich in Deutschland, aber da hatte doch Impex die Finger drin (Innoviscoat) ??


    Mit dem IR Film würde ich jedenfalls ganz entspannt bleiben, der kommt ja sicherlich auch von Agfa. Belgien..


    Mit dem Alterungsprozess, also da würde ich doch vermuten, dass da was nicht stimmt.
    Der IR400 ist nämlich kein Infrarotfilm, und es gibt auch keinen mehr zu kaufen.


    Das werden wohl noch Restchargen der alten Agfafilme gewesen sein, die immer mal wieder aus irgendwelchen Lagern gekramt wurden und dann letztlich abschlafften.


    Das Filmgeschäft heute, es ist ein Dubioses :-)


    VG,
    Ritchie

  • Es gibt keine "richtigen Infrarodfilme" mehr. Als letzen tauglichen Infrarotfilm verabschiedeten wir den Efke 820.
    Alle der noch erhältlichen sogenannten Infrarotfilme sind umgelabelte Luftbild oder Verkehrsüberwachungsfilme.
    Diese haben eine, bis ins nahe, Infrarotspektrum reichenden Sensibilisierung.
    An dieser Stelle komme zur Tauglichkeit, während mit einem Film wie dem Kodak HS IR sehr sicher Aufnahmen mit dem Woodchen Effekt gelangen, muß man mit dem aktuell verfügbaren Material schon erheblich mehr herumprobieren um eine ähnliche Wirkung zu erziehlen. Man kann nur eine sehr schmales Band des IR Spektrums nutzen kann. Der Kodak HS IR war bis 900nn, Der Efke bis 820nm und die heuter erhältlichen Filme bleiben wie der Ilford SFX alle unter deutlich 800nm. Selbst bei optimalen Bedinungen muß man sehr lange belichten. Im groben vergleich zu einem normalem 100ASA Film landet man meiner Erfahrung nach bei 5-15 ASA. Den Kodak HS IR konnte man mit 25-100 Asa belichten und den Efke mit 12-50ASA. Wobei zu bedenken ist das die Nennempfindlichkeit der angesprocehnen Agfa Filme Filme bei 400ASA liegt. Auch diese Geschäft ist nicht einfacher geworden.
    Ob und welchen Infrarot Film du nutzt er ist mit deutlich unter 800nm sensibilisiert und damit für das was sich unter Infrarotfotografie vorstellt leider weniger gut geeignet.


    Es ist sicher nicht die schlechteste Idee sich eine vernünfte DSLR für Infrarot umrüsten zu lassen.
    Matthias

  • Das es keine richtigen Infrarotfilme mehr gibt habe ich auch schon gemerkt.
    Ich habe gelesen das der Rollei 400s ein AGFA Graevert Aviphot Pan 200 sein soll.
    http://www.agfa.com/docs/sp/ae…_pan200_2004-06-15_en.pdf
    Was mattes ja auch so sagt.
    Von der spektralen Empfindlichkeit würde es passen.


    Eigentlich wollte ich wissen, ob jemand Erfahrung mit dem Rollei 400s hat.


    Maco hat mir am Telefon gesagt, dass es die gleiche Emulsion auf einem angepassten Träger sei. :-(
    Sie das Datenblatt aber angepasst haben, weil es im alten Rollei IR 400 Datenblatt Fehler gab.


    Das Die Empfindlichkeit nicht bei 25 ISO (mit Helio 715) lag hatte ich aber auch schon gemerkt.


    Was mich nur verwirrt ist der massive Anstieg der Entwicklungszeit.


    Altenativ habe ich jetzt "SFX200", "Rollei Infrared 400s" und ein paar verbliebene "Rollei IR400" zum testen.


    Ich möchte ein Projekt mit der Linhof Technorama 617 fotografieren, deshalb ist digital nicht die Lösung für mein Problem.
    Denn Digital fotografiere ich schon parallel.
    Dabei verwende ich eine Nikon D700 mit Heliopan 715 und stitche die Aufnahmen zusammen.
    Vor allem wenn viel Weitwinkel nötig ist kommt die Nikon zum Einsatz.


    Die Ergebnisse sind dem alten "Rollei IR 400" sehr ähnlich. Wobei der Film aber noch besser abschneidet (zumindest was das Blattgrün( bzw- weiss) betrifft).
    Man muss aber dank des IR Sperrfilters aber ordentlich lange belichten.


    Viele Grüße
    Kaj

  • Ich kenne den Rollei 400s als Agfa 400 ASP bzw als Maco ts 400, als in der orginal Verkehrsüberwachungsfilm gelabelt.
    Wenn man das Glück oder Pech hat Filme wie den HSIR oder den efke 820c zu kennen, ist man entäuscht. Wie schon geschrieben habe sind diese Filme nur bis in den nahen IR Bereich sensibilisiert. Dadurch muss trotz der hohen Grundempfindlichkeit sehr lange belichten. Ich habe bei optimalen bedinungen, Sonnenschein zwischen 8 und 10 Uhr Juni klare Sicht mit 25ASA Grundeinstellung eine Belichtungsreihe gemacht. Gemessen habe ich wie bei einem normalen SW Film auf hellere Schattenpartien. Eine Aufnahme habe ich -1 die anderen mit einer Stufe + gemacht. Dabei sind zwischen 2 und 3 Stufen plus Ergebnisse mit weißen Blattgrün herausgekommen.
    Die Filme sind sehr robust, damit meine ich nicht nur den Polyesterträger sonder auch die Schicht.
    Das muss auch so sein da sie im Verkehrsüberwachungsbereich maschinell mit hohen temperaturen in kurzer Zeit verarbeitet werden. Wenn man so einen Film in einem normalem Entwickler bei den üblichen 20c° entwickelt werden die Entwicklungszeiten vergleichsweise lang.
    Dafür ist die Schicht aber auch sehr stabil, erfahrungsgemäß trocknen diese Filme Staub arm.
    Im Ebay bietet einer immer wieder mal Agfa Asp 400 17m Kleinbildfilm an (maco TS. Maco/Rollei 400s).Mit den Kleinbildfilmen kann ggf.erst mal die Empfindlichkeit und die Verabeitung eintesten.

    Matthias

  • Hallo, Mathias,


    also mein Filter drückt ja die angeblichen 400 Asa schon locker auf 12 Asa, 200 auf 6 Asa, das allein gibt natürlich lange Zeiten.


    Unklar ist mir jetzt, welchen Film in welcher Konfektion Du da hast, das ist ja mit Rollei gerne verwirrend.
    Der Rollei IR 400, 4x5",die genaue Bezeichnung habe ich jetzt nicht im Kopf, ist jedenfalls das Labbrigste, was mir neben dem FO5 je unterkam.
    So dünne, dass ich den Film ankleben musste, weil er sich bog und mir während der Aufnahme aus der Kassette fiel.
    Fand ich jetzt nicht so robust :-)


    VG,
    Ritchie

  • So.


    Mein Projekt ist mitlerweile schon weit voran geschritten und ich habe den Wechsel von Rollei IR 400 zu dem Rollei (Maco) Infrared 400s vollzogen.


    Deshalb möchte ich meine Erfahrungen kurz zusammenfassen, vielleicht wird es ja von jemandem mit einem ähnlichen Problem gelesen.


    Es lässt sich zusammenfassend sagen, dass der 400s sehr ähnlich der alten IR400 Emulsion ist!


    Die von Maco empfohlenen 200 ISO sind nicht zwingend erforderlich.
    Ich habe ihn durchgehend als 400 ISO Film belichtet.
    Als Empfindlichkeit habe ich auf den Belichtungsmesser 12 ISO eingestellt (Infrarotfilter Heliopan 715 = 5 Blendenstufen) und mit dem 5° Spot auf mittleres Grau gemessen.
    Zwecks besserer Schattendurchzeichnung bei kritischen Motiven habe manchmal bis zu einer Blende dazu gegeben - oder anders gesagt mit 6 ISO belichtet.


    Die empfohlene Entwicklungszeit mit Rodinal (1:50 bei 20°C) von 22min ist - wie schon vermutet -viel zu lang.
    Der alte IR400 kam mit 12min zurecht.
    Ich habe mich deshalb beim "Neuen" auf 15min eingepegelt.


    Der Infraroteffekt (Wood-Effekt) auf den Bildern ist eher moderat.
    Obwohl ich aufs Frühjahr gewartet habe, ist der Unterschied zum Spätsommer nicht so gewaltig.
    Einen größeren Enfluss scheint mir hier die tatsächliche Sonneneinstrahlung (Wärme-) zu haben.
    Diese schwankt aber im Tagesverlauf erheblich.
    Das gewünschte Ergebnis schwarzer Himmel und weisse Blätter gab es zwar, bisher konnte ich aber nur schwer vorhersagen, ob sich dieser Effekt auch einstellt,


    Jetzt könnte man sagen - eigentlich logisch, dass das Ergebnis an sonnenreichen heißen Tagen eher eintritt.
    Verblüfft war ich aber doch, als der Woodeffekt sich auch unter vermeindlich schlechten Bedingungen einstellte.


    Es ist manchmal doch ein Experiment! :-)


    Gegenlichtaufnahmen sind mir auch gelungen, obwohl viele davon abraten.
    Man sollte aber konsequent die Sonne aus dem Bild halten und die Linse abschatten.
    Der Himmel wird wie bei jeder SW Aufnahme dann aber auch überbelichtet. Leider!


    Viele Grüße
    Kaj

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