Ist die größte Blendenöffnung wirklich die größtmögliche Öffnung?

  • Hallo,


    Ich habe eine auf den ersten Blick vielleicht etwas seltsame Frage:
    Ist die größte Blendenöffnung wirklich die größtmögliche Öffnung des Objektivs?


    Ich frage mich das, weil mein 4,5er Objektiv bei Einstellung 4,5 noch ein bisschen mehr Luft zur Öffnung hat. Ich kann also die Einstellung noch über die 4,5 hinausschieben und dann öffnet sich die Blende noch ein wenig weiter.
    Ist das jetzt bloß dejustiert und muss mal eingestellt werden oder ist das so, damit die Blendenöffnung exakt den Wert 4,5 oder 5,6 etc. erreichen kann?
    Weiß das jemand?


    Grüße Schwarzweißseher

  • Die Anfangsöffnung wird vom Objektivhersteller, oder vom Objektiv selbst begrenzt, darüberhinaus geht oft nichts, oder zumindest keine gute Qualität mehr.
    Die Verschlüsse widerum sind sozusagen " einer für alle", und lediglich die Blendenskalen werden passend zum jeweiligen Objektiv angeschraubt.
    Ob die Blende über die Anfangsöffnung hinaus nun noch weiter öffnet, kann man ja leicht sehen; ob das eventuell sinnvoll nutzbar ist, muss man einfach probieren.


    VG,
    Ritchie

  • Um das genau zu wissen, müsste man die Blende frei vor sich liegen haben, also die Linsen abschrauben.


    Dann die Blende einstellen, meinetwegen auf 32 (nur ein Beispiel)
    Jetzt kannst Du die Blendenoffnung messen und sie gleichzeitig auch berechnen.


    Beispiel: Sironar 5,6/240mm
    Blende: 32
    240mm:32 = 7,5mm


    Beim Nachmessen (Schublehre) der Blende müsstest Du also auf 7,5mm kommen. Wenn nicht, dann stimmen die Skalen nicht.


    Gruß
    Winfried

  • Das Problem ist halt, dass so ja die gesamte Blendenskala verschoben sein könnte,

    Da gibts kein Problem, solange alles original ist - das, sowie die korrekten Blendenwerte, hat Dir der Hersteller bereits abgenommen.
    Einstellen und Ablesen musst Du natürlich selbst :)


    Verschieben tut sich da auch nichts, wie denn auch; Du rutschst hinter 4,5 höchstens aus dem Sollbereich und kriegst eventuell 1/3 Blende mehr Licht.


    Vergleich doch mal, wie weit Du den Hebel für einen Sprung von 4,5 zu 5.6 drehen musst, was sich dabei an der Blende tut, und wie wenig Spiel Du von 4,5 zu "weitestoffen" hast.
    Aber das (Licht) kann man ja durchaus auch mal messen, an der Mattscheibe oder direkt auf dem Film.


    VG,
    Ritchie

  • bei zb den alten f 6.8 oder f 8 Weitwinkeln ist es oft so, dass die Blende sich weiter öffnen lässt als der erste angezeichnete Blendenwert. Dürfte aber in der Praxis keinen Unterschied machen, da bei Offenblende ja das Objektiv selber sen Strahlengang begrenzt. Die offenblende nimmt man bei denen eh nur zum Einstaellen, je heller desto besser. Aufnahmen bei Offenblende ist mit diesen alten WW (Angulon, WE-Aristostigmat) eh "streng" verboten wegen der Bildfeldwölbung.


    Vorsichtig muss man natürlich sein bei Verschlusstransplantationen, ob dann die Blendenwerte noch passen zum Objektiv...

  • Hallo,


    Da das Objektiv ein sehr gutes ist, nämlich ein Apo-Grandagon, möchte ich schon auch bei 4,5 fotografieren.
    Aber genau diese Verschlusstransplantation könnte das Problem sein. Der ist nämlich nicht mehr original.


    Andererseits stimmt die kleinste Blende F=16 schon perfekt mit der Gravierung überein, so dass sich wohl nur jenseits der 4,5 eine Änderung ergeben wird und der Rest wohl passt.


    Aber genau das finde ich seltsam:
    Welcher Objektivhersteller zeichnet denn ein Objektiv mit 4,5 aus, wenn es doch in Wahrheit ein 4er ist?
    Ich werde mal versuchen, den Blendendurchmesser bei 4,5 und bei 4 zu messen.


    Grüße Schwarzweißseher

  • der Blendendurchmesser wird dir wenig helfen, weil evtl ja das Objektiv selber die 4.5 begrenzt...


    Nimm doch einfach vorne eine konstante Lichtfläche und messe hinten an der Mattscheibe die Belichtung, ob sich da was tut von 4,5 auf "4"
    Oder evtl mit konstanter Lichtquelle an der Mattscheibe eine Vergleichsmessung mit anderem Objektiv bei mittleren Blenden machen...


    Ansonsten sollten ja Schwarzweissehern eine halbe Blende egal sein. Wenn du auf f4,5 belichtest und es ist in Wirklichkeit f4, wird das dem Ergebnis kaum schaden.


    Das Apo wird Offenblende ja gut abliefern, nur das Fokussieren ist ggf sportlich, je nach Format. Daist man schnell mal bei Schärfentiefen, die umgrechnet bei KB so um die 1:1,0 wären...

  • Das Grandagon


    ist schon eine tolle Optik. Aber erwarte Dir nicht viel von der Verwendung der Offenblende.
    Wie weiter oben schon geschrieben, das ist lediglich eine recht hohe Blende, um die Kamera besser einstellen zu können und mehr Licht auf der Mattscheibe zu haben.
    Nicht umsonst gibt es z.B. das Super Angulon 75 und 90mm in den Blenden 5,6 und 8.
    Bei allen Fachoptiken kannst Du davon ausgehen, daß sie für Blende 16 und weiter geschlossen berechnet wurden. Offenblende kann man damit vergessen.


    Gruß
    Winfried

  • würd ich nicht so pauschalieren, finde meine Symmar-S liefern auch bei 5.6 schon hervorragend ab. Ob man es oft benutzen sollte, ist eine andere Frage (ausser zum Eintesten der Mattscheibenlage)


    Wenn sie schlecht abliefern, könnte es ja auch schon an kleinen Differenzen zwischen Mattscheibenlage und Filmlage im Magazin sein, das kann man aber mit einem gestaffelten Testmotiv ermitteln.

  • Das Apo wird Offenblende ja gut abliefern,

    Da bin ich mir nicht so sicher. Gut, habe ich nie probiert, aber auch das ist nur eine "Einstellblende".
    Diese verschlußlosen APOs sind ja Reproobjektive, die eigentlich an eine Reprokamera gehören und ab einem Maßstab von etwa 2:1 eingesetzt wurden.
    Auch erst da haben sie die entsprechende Ausleuchtung und den hier natürlich größer werdenden Bildkreis. Bei unendlich wirst Du feststellen, daß man ein 240mm APO Ronar an der 4x5" Kamera nur marginal und nur im Querformat verstellen kann. Erst ab 1:1 wird das besser.
    Schaut man sich die eingravierten Blendenwerte an, dann weiß man wohl, warum. Unser 360mm Apo Ronar reicht hier bis Blende 256 (!)



    Gruß
    Winfried

  • würd ich nicht so pauschalieren, finde meine Symmar-S liefern auch bei 5.6 schon hervorragend ab.

    Das ist aber schon eine andere Optik als das Grandagon. Das ist ansich ein Super-WW an der 13/18cm Fachkamera (das 90mm) und bildet anders ab als ein Symmar, noch dazu ein Symmar-S. Bei letzterem denke ich schon, daß man es auch mal bei Offenblende verwenden kann, beim 90er WW denke ich, Du wirst dabei weder den Rand scharf bekommen noch eine sonst schöne Zeichnung haben.


    Gruß
    Winfried (der Schärfentiefenfanatiker....)

  • hier gehts aber eher ums Grandagon, also einem WW. Das würde ich prinzipbedingt bei Offenblende nicht so gut halten wie ein Symmar. Denn die Symmar-Rwchnung ist Nah/fern und offen/abgeblendet schon eine ziemliche eierlegende Wollmilchsau.


    So ist zb bei 1:1 mein Symmar-S dem Rodagon gleicher Brennweite und Baujahr deutlich überlegen.

  • Bei den Ww düfte es Offenblende aber eher an der Bildfeldwölbung scheitern, so dass ein Offenblendeneinsatz bei Motiven ohne scharfen Rand durchaus denkbar sein sollte.
    Das Symmar ist natürlich viel besser in der Bildfeldebnung und Verzeichnung.

  • Er sprach aber vom Apo-Grandagon, nicht vom Apo-Ronar.
    Ich verwende verschiedene Optiken bei Offenblende wenn ich eine entsprechende Schärfentiefe haben möchte. Je nach Otpik erreicht man die beste Abbildungsleistung zwischen 11 und 22, wenn ich die Priorität aber auf eine geringe Schärfentiefe lege dann ist mir das egal. Gerade modernere Objektive sind da schon sehr gut.
    Ich habe gerade bei meinem Sinaron-W 4,5 90 (ist bekanntlich ein Apo-Grandagon) nachgeschaut: In der Druckblende sind die Lamellen schon ein klein wenig geschlossen auch wenn es ganz geöffnet ist. In einem anderen Verschluß könnte es also noch weiter öffnen. Manchmal gibt es auch bei zu weiten Öffnungen eine Blendendifferenz, das sollte man natürlich prüfen bevor man die 4 zum Scharfstellen nutzt.

  • Aber genau diese Verschlusstransplantation könnte das Problem sein. Der ist nämlich nicht mehr original.

    Schön, dass Du jetzt damit rausrückst.


    Der Verschluss ist doch original.

    Ach..


    das ist lediglich eine recht hohe Blende, um die Kamera besser einstellen zu können und mehr Licht auf der Mattscheibe zu haben.
    Nicht umsonst gibt es z.B. das Super Angulon 75 und 90mm in den Blenden 5,6 und 8.

    Also bei f4,5 liessen sich beide besser einstellen :)


    Offenblende kann man damit vergessen.

    Och, Leute...


    Gut, habe ich nie probiert, aber auch das ist nur eine "Einstellblende".
    Bei unendlich wirst Du feststellen, daß man ein 240mm APO Ronar...
    Diese verschlußlosen APOs sind ja Reproobjektive...

    Hier gehts um ein Grandagon, nicht um ein Ronar.
    Ronar ist nebenan.

  • Hallo,


    Ich habe mich vielleicht etwas unklar ausgedrückt. Aaalso:


    Das Objektiv ist ein 4,5er Rodenstock Apo-Grandagon mit 35 mm Brennweite, das ich mitsamt Kamera gebraucht gekauft habe.
    Im Internet habe ich zuerst keine Abbildungen mit Selbstspannverschluss gefunden und so dachte ich zuerst, der Verschluss sei nicht original. Dann habe ich aber doch noch ein paar Bilder mit Selbstspannverschluss entdeckt und das ist genau meiner.


    Wenn die Blende auf 4,5 steht, kann man sehen, dass sie noch etwas in das "Objektivloch" hineinragt, also die größtmögliche Öffnung des Objektivs noch etwas weiter verkleinert.


    Die Abbildungsqualität bei 4,5 ist für meine Begriffe excellent. Selbst mit einer 30fach Lupe habe ich nichts zu meckern. Das ist das schärfste Objektiv, das ich je hatte, und ich kenne zum Vergleich auch Super-Angulon, Ysarex und Technikon. (Womit ich nicht sagen will, dass Letztere schlecht sind, ganz im Gegenteil.) Ich bin allerdings weder Berufsfotograf, noch habe ich je die Linienpaare unter einem Mikroskop ausgezählt. Also von daher muss ich meine Aussagen natürlich relativieren. Was ich eigentlich damit sagen will: Unterm Strich reicht mir zumindest die Qualität bei 4,5 dreimal.


    Grüße Schwarzweißseher

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