Noch was historisches...

  • Vor einiger Zeit habe ich per Zufall auf einem Flohmarkt hier in Köln einige Glasplatten-Negative gefunden. Sie zeigen Portraits von Soldaten aus der Zeit der 1. Weltkrieges, der Verkäufer wollte 5 Euro für 8 Stück, da habe ich nicht lange überlegt. Aus Neugier habe ich die Dinger mitgenommen und dann mal auf den Scanner gelegt. Das Ergebnis hat mich wirklich fasziniert:


    [Blocked Image: http://www.dan-hummel.de/images/xtra/glasplatte_9x12cm.jpg]


    Zunächst hat mich die Qualität dieser Aufnahmen begeistert. Ist doch irre, wie scharf und detailreich diese Glasplatte ist, oder? Und außerdem ziehe ich vor dem Fotografen respektvoll meinen (nicht vorhandenen) Hut: Der Typ konnte mit Licht umgehen und wusste genau, was er macht. So eine Lichtführung muss man - selbst mit einer modernen Bltzanlage - erst mal hinbekommen!
    Die Aufnahme ist etwa doppelt so alt wie ich - und vielleicht gefällt und inspiriert sie Euch ja auch.

  • Feines Bild, keine Frage.


    In der Regel waren zu der Zeit Tageslichtstudios angesagt, meist Nordlage. Blitzanlagen ind der notwendigen Stärke gab es eben nicht. Und so hatten die Studioaufnahmen diesen extrem weichen Lokk.


    Ich liebe diesen Look einfach.


    Ein Bekannter hatte sich in den 90ern extra ein Tageslichtstudio gebaut. Es steht heute noch und wird auch genutzt...

    Grüße aus dem schönen Ruhrtal
    Ralf



    Warum ich wieder häufiger mit Celluloid arbeite? Weil ich mir keine Gedanken machen muss, ob ich die Bilder in 20 Jahren noch sehen kann. Denn die vor 40 Jahren passen immer noch vor mein Lesegerät .

  • Hallo,


    Die Lichtreflexe auf der Holzbanklehne finde ich interessant:
    Käme das Licht für die Reflexe direkt von oben, müsste die Oberseite des linken Unterarms des Soldaten heller sein und auch sein linkes Ohr oben.
    Käme es von rechts, dann passt der Schatten schlecht zu seinem linken Oberarm.
    Käme es von links/links hinten, dann würde es nicht auf die Bank fallen, da der Körper die Lehne abdeckt.
    Spannend.


    Übrigens gibt es im Freilichtmuseum Detmold noch ein schönes altes Fotostudio mit einem schönen Oberlicht zu bestaunen.


    Grüße Schwarzweißseher

  • Hallo,


    ich hatte ja vor einiger Zeit die Glasplattenaufnahmen meines Schwiegervaters gezeigt. Alle im Format 13/18 und selbst gegossen.
    Da wir auch noch die Kamera und die beiden Optiken dazu haben, war ich fast entsetzt, welche Schärfe die beiden Optiken hatten, die nicht einmal beschriftet waren und nur über Steckblenden verfügten.
    Da kann ich mich über die heutigen Fotozeitschriften und deren gnadenlosen Objektivtests nur noch amüsieren.


    Zur Aufnahme: ich denke auch, daß das in einem Nordlichtstudio aufgenommen wurde. Die alte Jupiter-Rundlichtwanne (80cm Durchmesser und 500 Watt) kam erst später heraus und in meiner Lehre (um 1970) hatten wir eine der ersten richtigen Blitzanlagen (Paffrat&Kempe aus Köln). Davor gab es nur die Tageslicht- Blitzbirnen, deren System wir heute noch besitzten. Zur Zeit der gezeigten Aufnahme gab es aber noch nichts von alledem.


    Gruß
    Winfried

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