Erfahrungen mit Linhof Weitwinkel-Einstellgerät bzw. Helicoid von Fremdhersteller für Linhof Technika V

  • Hallo Jockel


    Dieses Thema hat mich auch längere Zeit beschäftigt. Beim Linhof Einstellgerät kannst Du Brennweiten ab 58mm verwenden - diese müssen aber auf einer 6x9 (der kleineren Technika) Platine montiert sein , damit Sie in das Einstellgerät passen.
    Die Vorder -Standarte bleibt innen am Parkschlitten - der Laufboden wird abgeklappt auf Stufe 2. Dann kannst Du fokussieren. Alles ziemlich umfänglich und aufwendig und ein Objektiv , dass Du solo nur an der Technika 6x9 verwenden kannst- oder halt wieder mit einem Adapter auf einer anderen 4x5 - für mich nicht ganz ideal. Zudem gibts anscheinend Probleme mit moderneren Objektiven bei Verwendung von Centerfiltern. Die sollen am Fokusknopf anstossen. Da die Vorderstandarten im Gehäuse sitzen wird der Balg beim Verstellen sehr gequält.


    Die Helicoid Lösung dürfte wohl sehr elegant sein - aber war für mich zu teuer (original Linhof) oder zu umständlich (Bastelei) beim Chinesen...


    Für mich und meine Ansprüche hat sich viel gelöst durch die Anschaffung eines Grandagon N 65/4,5 auf eine versenkten (ca 20mm) Linhof Platine. Dieses montierst Du so wie ein 75er (auf versenkter Platine) an die Technika - nur eben um ca 10mm nach hinten versetzt.
    Diese Kombi kannst Du ganz normal fokussieren auch wenn die vordere Standartenhalterung hinten ein bisschen auf dem Parkschlitten "aufläuft".


    Die oft besprochene Abschattung durch den Laufboden lässt sich so durch Schiften um ca 7mm bei mir vollständig beseitigen. Bei Landschaft (4x5) mach ich das sowieso meistens (DAS GILT NATÜRLICH NUR IM LANDSCHAFTSMODUS QUERFORMAT).
    Man hat damit den kompletten Technika Komfort !!!!
    Bei 6x12 übrigens kannst Du - musst aber überhaupt nicht shiften.....


    Also lange Rede kurzer Sinn - die Weitwinkeleinstellhilfen haben sich bei mir erübrigt..
    v. Gr. Hans

  • Vielen Dank Hans,


    Das hilft mir bei der Entscheidungsfindung schon einmal. Der Haupteinsatzzweck wäre nämlich die 6x12 Rollfilmkassette.
    Die von dir geschilderte Methode funktioniert, soweit ich das richtig verstanden habe, aber nur mit dem 65mm Objektiv. Bei einem 58mm dürfte die Fokusierung nicht mehr funktionieren, da zu weit hinten.


    Das 1:8 Super Angulon wäre auch nicht einsetzbar, da nur ein Bildkreis von 155mm und somit keine Reserven zum Shiften.


    Dann blieben nur das von dir erwähnte 1:4,5 65mm Grandagon N oder das 1:5,6 65mm Super Angulon.


    Grüße
    Jockel123

  • .. der weitwinkeleinstellschlitten macht sinn, wenn man ein entsprechende kamera in 6x9 mit objektiven auf kleineren platten hat und die ww objekive dieser kamera, an der großen 4x5 mitnutzen möchte.
    da kann man sich vielleicht das eine oder andere objektiv sparen.


    helicoid lohnt sich, wenn man mit der master technika aus der hand fotografieren will, bei geschätzter entfernung.
    das lässt man sich dann tatsächlich bei linhof einrichten.
    auf diese weise bekommen einen anschlag auf unendlich und verschieden tiefe platten, die dann alle die gleiche unendlicheinstellung auf dem schlitten bekommen.


    so spart man sich eine technorama, die auf fast gleiche weise funktioniert.


    wenn man "nur" einfach weitwinkelig fotografieren will, hat hans vollkommen recht!

  • Das ist der Umbausatz der aus einer Master oder V eine Technika 2000 macht. Der Parkschlitten wird nicht verlängert sondern ersetzt.
    Mit dem Entfernungsmesser (Steuerkurve etc) ist dann Schluss - die Übertragungshebel müssen dann weg. Scharfstellung nur mehr über Mattscheibe für ALLE OBJEKTIVE möglich.
    Sieht man auch auf den Fotos.....
    Würd ich nicht empfehlen
    Grüsse
    Hans

  • Hallo,


    ich empfand das WW-Einstellgerät als fummelig, besitze keines mehr. Hauptkriterium war für mich, dass kein Centerfilter benutzt werden kann.


    Allerdings besitze ich WW-Objektive zur 6x9 auf entsprechender Platine, für diese würde das WW-Einstellgerät an der M. T. wieder Sinn machen. Ansonsten würde ich immer der Einstellschnecke den Vorzug geben.

  • Von Hans1963 aus einem anderen Thread:

    • Hallo Steffen
      Grandagon N MC 4,5 / 65 aus den Neunziger Jahren und das Grandagon N MC 4,5 75 (beide noch nicht mit grünem Ring) - sind aber baugleich mit der letzten vertriebenen Version.....
      Für das 75er hab ich auch die nummerngleiche Steuerkurve ,- die Frontstandarte (beim 75er) sitzt hier wie bei Dir bündig hinten am Ende des Vorderschlittens.
      Die Frontstandarte (beim 65er) sitzt auf unendlich einige Millimeter auf dem Innen-Schlitten der Master auf - lässt sich aber problemlos mit dem Vorderschlitten fokussieren....
      Keine Laufbodenvignettierung bei 6x12 und 6x9.....bei 4x5 keine Laufbodenvignettierung bei ca 7mm Shift (beim 65er).

    Das Auflagemaß vom 65er und 75er Grandagon N unterscheidet sich nach meiner Liste hier um 12mm
    Wenn ich meine Frontstandarte 12mm (oder auch nur 10mm) weiter zurück schiebe als die Position vom 75er bleibt sie beim fokussieren am Innen-Schlitten hängen.

  • Also bei mir ist das kein Problem
    probier mal die Innenschienen (in der Kamera) ein Bisserl zu fetten (Vaseline)
    (Ich möchte aber hier keine Eulen nach Athen tragen....)
    Bei mir "beisst sich" die Frontstandarte an den Vorderschienen auch in 65er Stellung (ca 10mm rückversetzt) fest wie ein Bit Bull.
    (die Kamera hab ich allerdings letztes Jahr bei Linhof komplett überholen lassen).


    Für Jockel:
    Du hast ja auch ein 75er ?
    Ob die Fokussierung klappt kannst ja auch ohne Objektiv oder mit dem 75er ausprobieren.
    Vordere Schienen zurück bis Sie die "Parkschienen berühren
    Da wo Dein 75er jetzt bei unendlich Stellung ist , die Frontstandarte 12mm nach innen schieben , fokussieren und schauen was passiert.
    v. gr. Hans

  • Hallo Hans,


    Nach der von dir dargestellten Methode kann ich bei mir noch fokussieren. Aber, wie ich Steffen per Konversation schon mitgeteilt habe, ist ein Grandagon 65 mm auf dem Weg zu mir.


    Wenn es dann mal bei mir eingetroffen ist, werde ich die rückversetzte Platine meines 75mm für das 65mm probehalber montieren und die Erkenntnisse dann hier posten.


    Ich gehe aber davon aus, dass deine Ausführungen zutreffend sind.


    Euch allen nochmals Danke und einen guten Rutsch ins neue Jahr.


    Jockel123

  • So, das hat mir jetzt natürlich keine Ruhe gelassen...
    Ich habe an meiner Technika den Klemmmechanismus gereinigt, und den Excenter etwas verstellt, damit er etwas stärker klemmt.
    Hatte mir den Mechanismus noch nie angeschaut. Normalerweise bekommt man den ja nicht zu sehen.


    Jetzt funktioniert das wie von Hans beschrieben!


    Im normalen Betrieb war mir bisher nicht aufgefallen, dass der Mechanismus nicht fest genug halten würde.


    Mit meinem Fuji 65er würde ich nach dem Mattscheibenbild sagen, dass ich schon bei 9x12 etwas shiften muss um den Schlitten nicht im Bild zu haben. Muss mir das bei Tageslicht nochmal genau anschauen...
    Bei 6x12 ist das natürlich kein Problem.


    Der Pflichtshift (bei 4x5) und Hochformat nur mit einer Drehung der kompletten Kamera ist natürlich schon eine gewisse Einschränkung die man mit Helicoid oder Weitwinkelgerät so nicht hätte.


  • Die von dir geschilderte Methode funktioniert, soweit ich das richtig verstanden habe, aber nur mit dem 65mm Objektiv. Bei einem 58mm dürfte die Fokusierung nicht mehr funktionieren, da zu weit hinten.


    Das 58er SA XL hat fast die identische Flange Focal Distance (69,3mm) wie das 65er Grandagon N (70mm) das fokussieren sollte also auch mit dem genau so funktionieren, natürlich mit noch mehr Laufboden im Bild, also vermutlich nur noch für 6x12 zu verwenden.

  • So, das hat mir jetzt natürlich keine Ruhe gelassen...
    Ich habe an meiner Technika den Klemmmechanismus gereinigt, und den Excenter etwas verstellt, damit er etwas stärker klemmt.
    Hatte mir den Mechanismus noch nie angeschaut. Normalerweise bekommt man den ja nicht zu sehen.

    wie stellt man den Excenter ein, dass er etwas stärker klemmt? Kannst du das mal beschreiben? Gibt da Scrauben und Federn aber so unbedarft will ich da nicht ran.


    Grüße

  • Das freut mich Steffen !


    Alles in allem ist für mich eine so präparierte "Panorama- Technika" jeder Technorama(6x12) haushoch überlegen. Mit dieser hab ich auch einmal geliebäugelt. Kein Herumgepröble beim Festlegen der Schärfenebene - exakte Bildkontrolle - und fast alle 4x5 Optiken verwendbar.
    Die Krone ist dann noch der Entfernungsmesser mit dem 75er und dem Universalsucher und hinten eine Techno Rollex 6x12 dran wenn es einmal schnell gehen soll..
    Klasse ist beim Rodenstock 4,5 65er versenkt natürlich auch , dass Du das Objektiv beim Schliessen der Technika in der Kamera lassen kannst. Einfach genial und kompakt.
    Mit einem 58er hab ichs noch nicht probiert - aber mir reichen die 65 völlig .


    Beim 65mm 5,6 ? / 75 5,6 mm Superangulon ist ein Schliessen der Kamera meines Wissens nicht möglich. Beim Fuji ?


    Die Technorama 6x12 hat übrigens einen eingebauten Zwangsshift von 8mm (gut und auch schlecht). Bei der Technika kannste -musste aber nicht shiften. Und man kann auch fast alle Fachkameraverstellungen fürs Panoramaformat nützen.
    Nun genug der Schwärmerei - aber Sie heisst nicht umsonst Master Technika.


    Auch von mir an alle einen guten Rutsch !
    L. Grüsse Hans

  • Ich habe auch eine 6x12 (keine Linhof) und der Grössen und Gewichtsunterschied zu einer Technika mit 6x12 Magazin und Objektiv ist schon enorm. (Faktor 3 würde ich schätzen)
    Bei der habe ich keinen Shift weder gezwungen noch freiwillig...
    Bei der aktuellen 6x12 Technorama kann man den Shift auch einstellen, oder?
    Nix ist umsonst... ;)
    Mit dem 4,5/65 lässt sich die Kamera schließen? Mit dem Fuji auf keinen Fall das ist größer als das 4,5/75 Grandagon.

  • wie stellt man den Excenter ein, dass er etwas stärker klemmt? Kannst du das mal beschreiben? Gibt da Scrauben und Federn aber so unbedarft will ich da nicht ran.
    Grüße

    Mittig unter der Klemmung ist eine Scheibe mit einer Schraube in der Mitte. Wenn man die Schraube löst kann man die verdrehen, und da sie exzentrisch ist kann man über die Position die Kraft einstellen mit der der von der Feder gespannte Hebel die Backe auf die Schiene drückt.

  • Danke Steffen ! Die technischen Tips werden Technika Freaks sehr helfen!


    Nochwas zum Gewicht- sofern die Daten die ich gefunden hab stimmen und ich keinen Eile- bedingten Schnitzer gemacht habe. Gilt natürlich nur für die Technorama - ich weiss dass z.B. eine Kunststoff Pano gewichtsmässig alles in den Schatten stellt. Also ich vergleiche heavy metal Produkte.


    Technorama 6x12 mit Sucher und 120er Symmar ca 2220g (übrigens Zwangsshift 8mm)
    Technika mit Horsemann 6x12 65mm Grandagon ca 3520g
    also der Komfort kostet ca 1,3 kg.
    damit kann ich gut leben.


    Das 120er l Apo Symmar ist auch noch leichter (210g zu 330g Grandagon). Ich vergleiche hier Äpfel mit Birnen weil ich da schnell Daten gefunden hab.


    Das heisst wenn man Äpfel mit Äpfeln vergleicht verliert die Technika im Vergleich noch 120 gr.(beim 120er statt 65er)


    2200 zu 3400:
    Gewichtsverhältnis 1: 1,54x


    Wenn ich mit Entf. Messer arbeite und den Sucher auf die Technika draufstecke kommen noch 220 gr zur Technika
    also
    2200 zu 3620
    Gewichtsverhältnis 1:1,64

  • Ist die Technorama doch so schwer...
    Ich habe seit kurzem eine Fotoman 612, die ist aus China, und komplett aus massivem Alu.
    Die kam mir schon schwerer vor als notwendig wäre.
    Sie wiegt komplett mit Sucher, Arca Schnellwechselplatte und Objektiv (ein relativ kleines und 280g leichtes 7/65 Horseman Super Topcor) 1900g


    Meine Technika wiegt mit der selben Wechselplatte 2800g
    Fuji 65er mit Platine 450g
    Sinar Zoom 6x12 Magazin 1000g
    In Summe also 4250g (Ist das Horseman Magazin so leicht, dass Du auf 700g weniger kommst?)


    Ok das ist nicht Faktor 3 aber immerhin gut 2,2


    Und für die Technika brauche ich dann noch ein Einstelltuch oder Lupen-Balgen, weil der Entfernungsmesser für das 65er nicht gekuppelt ist.
    Und die 612 stelle ich auch auf mein kleines Reisestativ, was ich mit der Technika nie machen würde.

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