KIRCHENFOTOGRAFIE ITALIEN ERSTATTUNG KAUTION

  • hallo in die runde,


    eine frage? hat jemand von euch erfahrung im umgang mit kirchenbehörden in italien?


    ich werde demnächst wieder richtung italien aufbrechen. habe von deutschland aus ein motiv recherchiert und beim örtlichen bischöf um eine foto-erlaubnis gebeten. von der diözesan-verwaltung kam jetzt ein formular, das man ausfüllen muss (zweck der fotos etc.) und eine kontoverbindung, mittels derer man 200 euro kaution überweisen soll.


    nach abschluss des shootings solle man innerhalb von 6 monaten drei kopien der "werke" + digitaler kopien an die verwaltung überweisen, dann bekommt man seine 200 euro zurück erstattet. ich gebe zu, dass liest sich jetzt zwar ein bisschen nach "prinz-aus-nigeria-trifft-auf-enkeltrickmafia", aber der kontakt ist echt, es handelt sich tatsächlich um die diözesanverwaltung, die kontaktaufnahme ging ja von mir aus.


    hat von euch schon mal jemand erfahrung mit diesem procedere gesammelt? oder kennt da jemanden, der erfahrungen hat? sind die brüder (ist ja die katholische kirche :D ) verlässlich was die (rück-)zahlungsmoral angeht? üblicherweise hat diese institution ja eher ein...nun ja..."einnehmendes" wesen. wenn von denen mal was zurückkommt, sind´s in der regel warme worte.

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  • Ich würde sagen, wer nicht fragt, bekommt auch keine dummen Antworten.
    Ich habe das jedenfalls so gemacht, obwohl ich natürlich immer Bammel hatte, dass mich jemand zurechtweist, zumal ich zweimal drin war, 1. fürs Pola und 2. fürs 4x5" Dia, http://clausrottenbacher.de/prostratio.html.
    Ist aber niemals passiert.
    Die Serie ist 2009-2011 in Rom entstanden. Die Kirchen waren alle rappelvoll, die minutenlange Belichtungszeit hat alle bewegten Menschen eliminiert.
    Viele Grüße
    Claus

  • Sind dir die Bilder 200,-€ wert, dann würde ich überweisen und den Betrag gedanklich abschreiben. Sollte dann nochmal was zurückkommen, freut man sich doppelt.


    Falls dir die Bilder keine 200,-€ wert sind würde ich es lassen oder den Tipp von Claus befolgen.


    Grüße
    Jockel123


  • wenn ich deine antwort so interpretieren darf: ich soll einfach knipsen? ohne zu fragen? geht leider nicht, da ich für mein bild oben unter die kuppel muss. da kommt man als normaler besucher gar nicht hin.

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  • Sind dir die Bilder 200,-€ wert, dann würde ich überweisen und den Betrag gedanklich abschreiben. Sollte dann nochmal was zurückkommen, freut man sich doppelt.


    Falls dir die Bilder keine 200,-€ wert sind würde ich es lassen oder den Tipp von Claus befolgen.


    Grüße
    Jockel123


    ja, darüber habe ich auch schon nachgedacht. zumal es dieses foto in der form noch nie gegeben hat. jedenfalls nicht in den zahlreichen büchern die ich dazu gesehen habe.

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  • Das ist Italien, d.h. es ist eine Gebühr (ist nicht böse gemeint, aber einfach so, lern damit zu leben) ... mach viele Bilder, dann ist der Betrag pro Bild nicht so hoch :D


    Grüße
    Rudi


    wenn´s mal so wäre. aber die höhe der gebühren richtet sich nach der anzahl der bilder, die man später verwerten will.


    und man muss beim ersten mal angeben, wofür die fotos benutzt werden sollen. will man die bilder später nochmal verwerten, muss man noch mal einen neuen antrag stellen.

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  • Oh! Eine Kirche in Italien zu fotografieren scheint administrativ und finanziell recht aufwändig zu sein. Da bin ich mit meinen Modellen ja noch gut bedient, obschon das auch ganz schön ins Geld geht.


    das betrifft in italien leider nicht nur kirchen. denn unsere - selbstverständlich und logisch erscheinende - "panoramafreiheit" kennen die gar nicht.

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  • Wenn es kein Auftrag ist


    würde ich die Finger davon lassen. Warum denen die Fotos machen, die zuvor noch keiner gemacht hat. Auch wenn Du das Geld zurückbekommst, was in Italien eher die Ausnahme ist, können sie Deine Aufnahme verwenden. - Für alles, und das noch umsonst.


    Kommt mir vor wie der Status von Profifotografen in Deutschland. Keine Meisterprüfung mehr, jeder kann sich als "Fotograf" selbstständig machen und diese Amateure machen dann mit ihren Preisen den Markt kaputt.


    Das geht jetzt auf jeden Fall nicht gegen Dich, aber gerade in Mannheim hat jemand eine Ausstellung für Washington gemacht, natürlich 2 Meter große (o815) Portraits von Juden, die den Holocaust überlebt haben. Einfaches Thema in den USA. Der "Fotograf" war Fensterputzer und Türsteher, so sehen seine Aufnahmen auch aus...


    Naja, da geht bei mir gerade mal wieder der Gaul durch. Aber ich hasse es, wenn Amateure (auch sehr gute) ihre Aufnahmen dann an den Besitzer des Anwesens abgeben (müssen) und damit nur der Besitzer ses Anwesens seinen Nutzen daraus schlagen kann.


    Summa Summarum: ich würd`s nicht machen.


    Gruß
    Winfried

  • jeder kann sich als "Fotograf" selbstständig machen und diese Amateure machen dann mit ihren Preisen den Markt kaputt.

    Aus meiner Sicht haben sich die Profis mit ihrer ursprünglichen Digitalbegeisterung selbst das Wasser abgegraben - da hat es ein bissel an Weitsicht gehapert.
    Heute hätte der altgediente Profi die Gelegenheit, Seine Qualitäten hervorzustellen, aber nee, bei nahezu jeder professionellen Webseite kommt mir die Galle hoch - diogitaler Ramsch wie vom miesen Amateur.
    Sicher kein Thema für diesen thread...


  • ich kann deinen rochus auf die amateure jetzt nicht ganz nachvollziehen (zumal ich persönlich von diesem argument auch nicht betroffen bin).


    aber ich will wenigstens inhaltlich auf das eingehen, was du geschrieben hast. änderungen bei den berufsbildern/inhalten hat´s wohl immer gegeben (außer vielleicht bei prostituierten), insofern ist es müßig, sich über so etwas aufzuregen. erst waren´s die passbilder, dann die bildchen für die lokalzeitung, später dann die hochzeitsfotografen. und wenn´s ins künstlerische schwappte, war sowieso alles erlaubt. womit ich bei deiner mannheim-ausstellung wäre: da kann ich dir zustimmen, in diesem bereich regt mich auch vieles auf. aber nur aus ästhetischen gründen. was der "fotograf" früher mal gemacht hat, ist mir völlig schnuppe. schließlich kann man "fotografie erlernen, auch in späteren jahren noch.


    zu deinem letzten punkt: ja, da gebe ich dir teilweise recht, das ist echt eine unsitte. irgendeinen tod muss man immer sterben. aber warum soll man dem besitzer eines objekts, das ICH fotografieren und dessen abbildung ICH für meine zwecke vermarkten möchte, von der nutzung der fotos ausschließen? ist das nicht eigentlich eine win-win-situation? wenn sich die vermarktungsziele nicht überschneiden natürlich; was in meinem fall so wäre. im übrigen:


    wären veranstalter von fotowettbewerben (ich erinnere da einen, der eben hier im forum auch heftig diskutietrt wurde) in diesem sinne nicht eigentlich die viel schlimmeren trittbrettfahrer und aasgeier?


    wenn du noch inhaltlich etwas zu dem beizuträgen hättest, was ich in meinem anfangsbeitrag gefragt hätte, wäre ich dir dankbar. bist du nicht der hier im forum mit den kirchenfotos? keine erfahrung diesbezüglich im ausland gesammelt? AMATEUR! (BITTE BEACHTEN: DAS WAR IRONISCH)


    ansonsten wird´s hier im forum sicher threads geben, in den du deinen unmut über die amateure eimerweise loswerden kannst.

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  • wenn du noch inhaltlich etwas zu dem beizuträgen hättest, was ich in meinem anfangsbeitrag gefragt hätte, wäre ich dir dankbar

    Habe ich doch getan.
    Das ist nun mal meine Meinung. Man sollte bedenken, daß die Kirche bei der Vermarktung einer solchen Aufnahme, wird sie ihnen geschenkt, einen längeren Arm hat als der Fotograf, der die Aufnahme gemacht hat. Solch eine, wohl seltene Aufnahme, wird dann gerne als Pressefoto verwendet und der Urheber hat außer der Namensnennung nichts davon (wenn der Name überhaupt genannt wird). Erging uns schon oft so, da heißt es bei der Unterschrift oft nur noch Foto credit: Diözese xy... Das nervt mich übrigens bei Presseaufnahmen sehr oft, wenn da steht Foro: dpa und kein Fotograf genannt wird. Die "DPA" ist ja kein Fotograf, sondern eine Agentur, und die kann bekanntlich nicht fotografieren, da steht immer ein Mensch dahinter. Auch so wird das Urheberrecht ausgehebelt. Im Moment klagen wir gegen Getty images, die haben eingfach Aufnahmen von uns von Postkarten reproduziert und vermarkten sie nun. - Siehe Foto von EVA (Tilman Riemenschneider. Bildschirmfoto)


    Gruß
    Winfried


  • Habe ich doch getan.Das ist nun mal meine Meinung. Man sollte bedenken, daß die Kirche bei der Vermarktung einer solchen Aufnahme, wird sie ihnen geschenkt, einen längeren Arm hat als der Fotograf, der die Aufnahme gemacht hat. Solch eine, wohl seltene Aufnahme, wird dann gerne als Pressefoto verwendet und der Urheber hat außer der Namensnennung nichts davon (wenn der Name überhaupt genannt wird). Erging uns schon oft so, da heißt es bei der Unterschrift oft nur noch Foto credit: Diözese xy... Das nervt mich übrigens bei Presseaufnahmen sehr oft, wenn da steht Foro: dpa und kein Fotograf genannt wird. Die "DPA" ist ja kein Fotograf, sondern eine Agentur, und die kann bekanntlich nicht fotografieren, da steht immer ein Mensch dahinter. Auch so wird das Urheberrecht ausgehebelt. Im Moment klagen wir gegen Getty images, die haben eingfach Aufnahmen von uns von Postkarten reproduziert und vermarkten sie nun. - Siehe Foto von EVA (Tilman Riemenschneider. Bildschirmfoto)


    Gruß
    Winfried




    mit "inhaltlich" meinte ich eigentlich meine ureigenste fragestellung: hat schon mal jemand erfahrungen mit diesem "kautionsmosdell" gesammelt.


    und wie gesagt: so lange sich die vermarktungsmodelle nicht überschneiden (und das tun sie definitiv nicht, da ICH das negativ besitze) ist das meiner meinung nach kein problem: einen fine-art-baryt-abzug werden sie NIE liefern können. und auch für einen fotoband wird´s nicht reichen: die kirche bekäme einen geradeso akzeptabel aufgelösten rohscan. den müssten sie dann erst einmal in photoshop ordentlich bearbeiten/lassen. schwarzweiß wäre er auch noch. ich glaube die gefahr, das sie mir damit konkurrenz machen, wäre vernachlässigbar.


    alles andere ist hinlänglich bekannt. wenn ich meine bilder googele könnte ich jeden monat mindestens eine mahnung+rechnung raushauen. aber das ist - wie gesagt - eine andere baustelle und nix für diesen thread.

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  • Mit SW und einem Rohscan hast Du natürlich recht, SW will heute kaum noch eine Agentur oder Pressestelle.


    Erfahrung habe ich bei solchen Sachen wenig.
    Ein Beispiel kann ich Dir aber nennen:


    Vor einem Jahr habe ich in München in der Staatsgalerie Aufnahmen zum Thema Riemenschneider gemacht. München ist da die wohl kritischste Stelle und die sind knallhart. Ich musste einen Vertrag unterschreiben mit sinngemäß folgendem Inhalt:


    Ich darf alle Riemenschneider Objekte fotografieren, aber vorab nicht veröffentlichen. Bei einer Veröffentlichung (geplant sind 3 Bände über t.riemenschneider) muß ich eine "Gebühr" an die Staatsgalerie entrichten, deren Höhe aber im Vertrag nicht genannt wurde. Die Aufnahmen bleiben bei mir, ich muß keine Aufnahmen abgeben (das habe ich als Voraussetzung vorgegeben, ansonsten hätte ich die Aufnahmen nicht gemacht).
    Ergo muß ich für jede Aufnahme bezahlen, die ich in meinem eigenen Buch veröffentliche. Eine Weiterverwertung an Dritte hat man in München ausgeschlossen. Ich darf die Aufnahmen also nur einmal und nur in meinem eigenen Buch verwenden.


    So schaut das in der Regel in Deutschland aus. Im Ausland habe ich bislang (auch in Italien, Rom, Florenz, Pisa und Mailand) nur im Auftrag fotogrfiert, da blieben alle Rechte bei mir.
    Die Rechtevergabe ist aber recht unterschiedlich. In Würzburg z.B. bekommt man im Mainfränkischen Museum (heute Museum für Franken) die Aufnahmegenehmigung umsonst. Bei der Veröffentlichung muß im Abbildungsnachweis nur das Museum mit aufgeführt sein. Bilder abgeben MUSS man nicht. Wir machen es aber zu deren internen Verwendung. Fragt jemand nach diesen Aufnahmen nach, so gibt das Museum die Anfrage an uns weiter. Diese Vereinbarung besteht zwischen uns und dem Museum schon seit gut 50 Jahren (unser Betrieb ist ja schon am Ende der 2. Generation)


    Gruß
    Winfried

  • Erging uns schon oft so, da heißt es bei der Unterschrift oft nur noch Foto credit: Diözese xy... Das nervt mich übrigens bei Presseaufnahmen sehr oft, wenn da steht Foro: dpa und kein Fotograf genannt wird. Die "DPA" ist ja kein Fotograf, sondern eine Agentur, und die kann bekanntlich nicht fotografieren, da steht immer ein Mensch dahinter.

    Was soll ich denn da sagen, mein Name wurde unter tausenden Bildern auch nie genannt. Da wurde auch immer nur der Name meines Arbeitgebers genannt, so ist leider das Los eines Werksfotografen (a.D.). Aber auch die von uns beauftragen Fotografen wurden namentlich nie genannt, so "unüblich" ist das nicht.


    @ renros: In den meisten südlichen Ländern sind solche Lizenzen, Kautionen und Gebühren üblich. Immer wenn wir in einigen südlichen Ländern, wo wir sogar viele Fabriken haben (!) ein Stativ aufstellten. Kam nach kurzer Zeit immer ein Polizeiwagen vorbei und fragte nach "Dokumenta". Die wir natürlich immer dabei hatten, wenn uns einer Kontrolliert hatte, hatten wir aber auch den ganzen Tag Ruhe.


    Ich finde, dass für ganz besondere Aufnahmen, 200 € verschmerzbar sind.

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