Frage an die Experten - Fehlersuche


  • Ich habe gestern die obige Aufnahme auf einen 8x10 Ilford Delta 100 gemacht. Die Belichtung war so, dass die Lichter in Zone VIII und die Schatten in Zone III lagen. Entwickelt habe ich das Negativ in einer Rodinal 1:50 Lösung. Das Rodinalkonzentrat ist ca. 3 Jahre alt. Den Film habe ich normal (14 min. bei 20 Grad) in einer Jobo 2830 mit einer Jobo CPA entwickelt Die Trommeln waren sauber und gereinigt und lichtdicht verschlossen. Ich nehme immer gut 250ml Entwickler, auch wenn auf der Trommel für Rotation nur 100ml als Menge angegeben sind. Es ist zwar schon eine Weile her, dass ich mit Rodinal entwickelt habe, aber in der Vergangenheit habe ich bei meinen 4x5 Negativen keine Probleme gehabt. Das Negativ war nach dem Fixieren und wässern leicht milchig und hatte einen rötlichen Stich. Ich kann mir die ungleiche Entwicklung nicht erklären bzw. suche meinen Fehler. Daher die Frage an die Experten:


    1) gibt es Haltbarkeitsprobleme mit Rodinal?


    2) welcher Fehler könnte zu der ungleichen Entwicklung geführt haben?


    Für sachdienliche Hinweise wäre ich Euch sehr verbunden.


    VG Torsten

    Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.


    - Henri Cartier-Bresson -

  • Wenn die TMax-Filme (ähnlich dem Delta) nicht ausreichend fixiert sind, haben sie eine rötliche Farbe. Erst bei ausreichender Fixierung geht die weg. Milchig kling nach deutlich zu wenig fixiert.
    Bei TMax Abhilfe: Nachfixieren (Schale mit Fixierer und das Negativ hinein.


    Gruß
    Dieter

  • Ich stimme Dieter zu zu, milchig klingt nach unvollständiger Fixierung. Du kannst beim Nachfixieren eigentlich nichts verlieren.


    Was meinst du mit ungleicher Entwicklung? Das Problem mit den milchigen Stellen? Oder ein zusätzliches Problem?


    Grüße
    Rudi

  • Ich würde auch nochmal fixieren und dann kann man nochmal schauen. Ein paar Sachen sind mir noch nicht ganz klar (die Berge sehen eigentlich positiv aus?!), aber das kann auch durch die nicht komplette Fixierung erklärt werden. Dann sieht man auch, ob ein paar Flecken daher kommen, oder ob es an der Entwicklung liegt.
    Lichteinfall hast Du jedenfalls auch.
    Ich habs aufgegeben Filme in Papierdosen zu entwickeln, alle Tipps befolgt, alles versucht, mal gab es Probleme, mal nicht, nicht reproduzierbar. Seitdem entwickele ich 13x18 bis 30x40 in der Schale.

  • Hallo Stefan,


    mach ich gerne. Wird aber wahrscheinlich erst morgen werden, wenn ich wieder zu Hause bin.


    VG Torsten

    Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.


    - Henri Cartier-Bresson -

  • Hier das nachfixierte Bild. 5 Minuten in frischem Fixierbad nachfixiert und anschließend 20 Minuten gewässert.



    VG Torsten

    Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.


    - Henri Cartier-Bresson -

  • Ich finde das schon vorstellbar, wenn man wärend des Fixierprozesses Licht an hat, wird das unentwickelte Silberhalogenid ja maximal wenige Minuten belichtet bevor es ausgewaschen ist. Hat also kaum Zeit direkt durch das Licht in Silber umgewandelt zu werden.
    Hier war das aber möglicherweise über viele Stunden dem Licht ausgesetzt und das auch nicht in einem sauren Medium, weil ja schon gewässert.

  • Also, ich hab hier noch nichts gelernt, und sehe nicht, dass irgendwas geholfen hat.


    Aktueller "Rodinal", 3 Jahre, käme bei mir nicht zur Anwendung, auch nicht in Verbindung mit einem T-Grain und dann in Rotation.
    Nachfixieren kann wohl mal helfen, ist aber ansonsten ziemlich sinnlos, weil sich während des Fixierens unlösliche Komplexe bilden, die beizeiten raus müssen und später gar nicht mehr gehen werden.


    Das Bild ist immer noch wolkig (milchig), die Ursache also nicht erkannt und auch nicht beseitigt.


    Der von Peter angesprochene Lichteinfall wurde totgeschwiegen, weggeschnitten, ist aber sicher nicht vom Tisch.


    Bei genauer Betrachtung zeigt sich die streifige Entwickklung auch noch im Positiv.


    Die Bedingungen sind mir im Einzelnen nicht bekannt, aber ich sehe hier keinen Delta 100 - das könnte ein x-beliebiger Uraltfilm sein.


    Ich würde dem Ganzen mal von vorne auf den Grund gehen und halte den gezeigten Vorher/Nachhervergleich für unzulässig :-)

  • Moin,


    ich schliesse mich zumindest teilweise Ritchie an.

    Aktueller "Rodinal", 3 Jahre, käme bei mir nicht zur Anwendung, auch nicht in Verbindung mit einem T-Grain und dann in Rotation.

    Ist etwas OT, aber Rodinal -- der klassische Kanteneffektentwickler -- und Flachkristall-filme funktionieren zwar, aber in so ziemlich jeder Hinsicht bessere Ergebnisse bekommt man mit moderneren Entwicklern hin. Und die Rotationsentwicklung wuerde ich mit Rodinal auch nicht empfehlen, da dort jeglicher Kanteneffekt unterbunden wird. Uebrig bleibt also eine etwas verminderte Filmempfindlichkeit, die mit einer leichten Neigung zu verstaerkter Koernung und einer fehlenden Schaerfesteigerung kombiniert wird. Bitte nicht falsch verstehen, Bilder kommen auf jeden Fall heraus. Aber wenn man sich schon die Muehe macht eine 8x10" fuer eine Landschaftsaufnahme zu benutzen, einen so guten (und teuren) Film wie den Delta 100 nimmt -- dann wuerde ich einen modernen Entwickler nehmen, der insbesondere eine gutmuetigere Steuerung der Belichtungsstufen erlaubt.


    Ansonsten ist 3 Jahre alter Rodinal noch quasi neu. Es gibt die unterschiedlichsten Rekordmeldungen, wie lange Rodinal-Konzentrat noch nutzbar ist. Ob das an sich gut ist oder nicht, ist eine komplett andere Frage.



    Um endlich ein wenig on-topic zu kommen, schliesse ich mich Ritchie noch weiter an; allerdings ohne weiteres Zitat. Der Positivscan sieht rein technisch immer noch nicht ueberzeugend aus. Milch ist immer noch reichlich vorhanden. Ferndiagnose ist immer schwierig, dennoch gehe ich erstmal von der urspruenglichen Schilderung aus (alles sauber, etc.). Was mir auffaellt ist, dass die Eintruebung die Raender auslaesst und relativ gleichmaessig ohne scharfe Abgrenzung oder scharfe Konturen gut zwei Drittel des Bildes einnimmt.


    Wenn Du im streifenden Licht auf das Negativ guckst, siehst Du irgendeine zusaetzliche Eigenschaft? Etwa eine Art Spiegelschicht, d.h. ein unterschiedliches Reflexionsverhalten im streifenden Lichteinfall auf der Emulsionsseite? Fuehlt sich der Bereich "stumpfer" oder glatter an, als der Rest der Oberflaeche?


    Selbst wenn es immer noch "nur" ein Fixierfehler/unfall ist, wuerde ich unbedingt mal die Rotation, bzw. das Stroemungsverhalten der Fluessigkeiten bei der Prozessierung ueberpruefen. Ich entwickle 8x10" auch in der Dose, ein derartig lokales und nicht scharf umrandetes Gebiet kenne ich nur, wenn ich (a) den Film bloederweise mit der falschen Seite einlege, so dass die Emulsion an der Wand anliegen kann, (b) die Stroemungs- und Abstandsdinger nicht komplett eingesetzt habe und deshalb (c) der Film wenigstens zeitweise an der Aussenwand pappt und deswegen die ein oder andere Chemikalie nicht so stroemt, wie sie sollte. Das ist besonders aergerlich bei den Deltas, da sie diese bescheuerte Lichthofschutzschicht zum Ausspuelen besitzen, die unbedingt beim Entwickeln komplett abgespuelt werden sollte. Diese bloede Schicht ist der einzige (!) Grund, warum ich mich von den Deltas abgewandt habe.


    Gruesse,
    Christoph

    When you change the way you look at things, the things you look at change. — Max Planck

  • Die ANtwort ist doch ganz einfach:


    Nach dem unvollständigen Fixieren wurde das Negativ bei Licht betrachtet.
    Dadurch sind die unvollständig fixierten Bereiche nachbelichtet worden.
    Das Fixieren hat dann das "Milchige" entfernt. Nachbelichtet ist es trotzdem worden, daher die dunklen Stellen im Gras.


    Ist es so gelaufen, @Jerudi? Dann müssen wir hier nicht mehr über irgendwelchen Lichteinfall nachdenken, der die völlig falsche Fährte ist... ;-)

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