Rollstuhlfahrer sucht die richtige Kamera

  • Also eine Sinar F habe ich selber - auch die ist nicht wirklich leicht.
    Vor allem hat sie aber eben "nur" Verriegelungen für die unterschiedlichen Freiheitsgrade, da müsste der Assistent dann praktisch alle Verstellungen machen...


    Ich denke, dass hier ein gehöriges Maß an Selbstbau erforderlich ist - egal, ob man eine bestehende Kamera modifiziert, oder zumindest teilweise neu baut.


    Ich finde ja die schon genannte Hexapod-Konstruktion sehr elegant...aber das ist technisch nicht ohne. Ansonsten gibt es eine große Vielfalt an Teilen für so eine Konstruktion mi Bereich der Einzelteile für 3D-Drucker beim Chinesen - Gleitlager, Spindeltriebe, Schrittmotore...

  • Sleimy trifft sich doch mit Edgar, wenn ich das richtig verstanden habe. Dann werden doch beim Treffen mit einer Grossformatkamera die ganzen Probleme sichtbar und dann kann Sleimy entscheiden ob er den Weg gehen will oder nicht.


    Danach kann man sich über die Umsetzung Gedanken machen.


    Grüsse
    Jockel123

  • Das Treffen mit Edgar war interessant. Er hat mir ein paar Sachen gezeigt und erklärt und ein Foto haben wir auch gemacht.


    Edgar wird zu dem Thema noch was schreiben.

    Dann will ich mal.
    Ich denke erst einmal, dass es wichtig war, dass Sleimy mal Großformat "live" gesehen hat. So konnte er sich erst einmal ein Bild davon machen, wie der ganze Prozess aussieht, auch wenn es "nur" eine einfache Horseman 45HD war.
    Ich will jetzt keine große Prosa runterschreiben, aber zumindest mal die wichtigsten Punkte und Erkenntnisse zusammenfassen.

    • Wir haben offen und ehrlich über theoretische und praktische Möglichkeiten, aber auch die Grenzen geredet. Darüber, was sich konstruktiv/motorisch lösen ließe, aber auch, wo er in jedem Fall Unterstützung bräuchte. Natürlich könnte man sagen "zu aufwändig, schlag Dir GF aus dem Kopf ...", aber wir kennen das wahrscheinlich alle, dass man etwas unbedingt haben, machen oder ausprobieren muss. Sofern Sleimy für sich selbst entscheidet, dass er GF fotografieren will, dann ist das so. Challenge accepted (oder auch nicht).
    • Sleimy war recht angetan vom Grundkonzept der Horseman 45HD vor allem bzgl. Kompaktheit, Gewicht und einfachem Aufbauen/Einrichten. Kompaktheit und einigermaßen geringes Gewicht wären durchaus wichtig. Klappe auf, Frontstandarte rausziehen, Objektiv anbringen (sofern es nicht das ist, was auch in der Kamera verbleibt), grob ausrichten, ... Also kein Gefummel bis die Standarten parallel ausgerichtet sind.
    • Das Thema (motorisch getriebene) Verstellungen in allen Achsen ist vom Tisch. Zu schwer, zu aufwändig, nicht wirklich notwendig. Fokussierung und Shift wären im Prinzip die beiden Dinge, die wichtig wären. Beides hielte ich sogar für relativ einfach an einer Laufbodenkamera vom Schlage einer Horseman 45 FA machbar.
    • Eine Montage direkt am Tisch des Rollstuhls fällt raus. Der Tisch ist aus Plexiglas, Sleimy ist nahezu ständig in Bewegung, die dadurch entstehenden Schwingungen wären nur mit viel Aufwand in den Griff zu bekommen ==> Stativ.
    • Es steht grundsätzlich nicht nur eine Brennweite im Raum, sondern sowohl moderates Weitwinkel, Normal- und Portraitbrennweite
    • Ich werde mich wohl auch in absehbarer Zeit mal mit seinem Mechanik-/Elektronik-Bastler treffen und mit ihm mal offen ein paar Möglichkeiten diskutieren
    • Sein "Helfer" ist zumindest derzeit Jemand, der nicht wirklich einen Bezug zum Fotografieren hat - ich habe auch einfach mal den Vorschlag in den Raum geworfen, sich für künftige Foto-Touren Jemanden zu suchen, der sich auch für die Fotografie allgemein und am Besten sogar für GF interessiert. Für einen halbwegs erfolgreichen Einstieg in das Thema Großformatfotografie halte ich das eigentlich sogar für eine der wichtigsten Prämissen (wichtiger als alle Automatisierung!)


    Ich hoffe, ich habe das mal soweit in Sleimy's Sinn zusammengefasst ;)
    In diesem Sinn wünsche ich euch jetzt erst einmal ein schönes Wochenende...

  • Toyo Field

    Servus,


    da mische ich mich doch auch mal ein:


    Ja, die Toyo Field ist ein feines Modell. Damit kannst du schon ziemlich viel ausführen (vorne alle Verschwenkungen, hinten Tilt und Swing + Balgenverlängerung).
    Allerdings wirst du damit eher wenig Freude haben, da
    1. Die Nullrastungen ziemlich grob sind und du daher erstmal den Widerstand bei Swing und Shift überwinden musst, bevor irgendwas geht.
    2. Um die Front nach hinten zu tilten/kippen befinden sich an den Seiten des Laufbodens Entriegelungshebel. Die müssen gleichzeitig gedrückt werden um Verstellungen vorzunehmen.
    Ich tue mir da auch schon schwer (eine Hand an die Hebel, die Andere an der Standarte oder mit einem freien Finger die Standarte dann bewegen...dann muss man die Lupe auch nicht nur mit dem Auge/Kopf an die
    Mattscheibe klemmen). Das ist, wenn du das nutzt, ziemlich unpraktisch. Vor allem bei Schwenks im +/- 0°-Bereich.
    3. Die Toyo hat einen Basistilt (heißt das so?)...Es wird also nicht um die Achse geschwungen. Das erfordert mehr Nachfokussierung als Achsentilt.


    Ein besseres Modell wäre wohl eine Wista 45. Da kannst du auch alles machen bis auf Swing. Die ist aber von den Bewegungen her besser, da vieles über Drehrädchen läuft. Feststellen kann man
    dort auch alles über kleine Rädchen, was aber auch nicht unbedingt sein muss, da es auch so ganz gut hält.


    Zu @ekech und der Horseman wäre noch zu sagen, dass es auch ein leichteres Modell aus Carbon (oder teilweise Carbon) gibt. Die müsste 45CF oder so heißen.


    Gruß
    Mario

  • Ich habe mir gestern die Chamonix F2 angesehen und ehrlich gesagt gefällt sie mir. Bin aber am schwanken zwischen der F2 und der H1.


    Bei den Einstellungen muss mir jemand helfen, dass ist mir schon klar, aber das müsste bei jeder Kamera gemacht werden. Fokussieren mit einem Motor sollte möglich sein. Das ist mir am wichtigsten.


    Einsatzgebiete wären:


    Landschaft, Architektur, Stillleben und Portrait.


    Nehmen wir an, ich kaufe eine von den beiden, welche Objektive oder welches könnte ich für den Anfang kaufen?

  • Ich würde die H1 empfehlen, da bei dir wahrscheinlich nicht der Platz sondern eher der Aufbau der Kamera, auch wenn er von Hilfspersonen durchgeführt wird, das Problem ist.
    Bei Der F2 muss ggf. Bei Objektivwechsel auch die Frontstandarte versetzt werden, was bei der H1 nicht der Fall ist.


    Als Objektiv würde ich dir zum Anfang ein 150mm oder 135mm empfehlen, da dies die Normalbrennweite darstellt.


    Dann siehst du was dir fehlt und kannst dann entsprechend erweitern, Weitwinkel, Tele, Makro.....


    Grüße
    Jockel123

  • Ob jetzt Rodenstock Sinaron oder Schneider Symmar-S, o.ä. ist eigentlich egal. Sollten neueren Baujahrs , also nicht vor 1970 und in gutem Zustand sein und mit funktionierendem Verschluss.


    Einfach mal hier eine Suchanfrage im Marktplatz starten. Sollte für unter 200,-€ zu haben sein.


    Grüße
    Jockel123

  • Ich hätte ein Symmar 150/5.6 in prima funktionierendem Synchro-Compur Verschluss (Technika, also Linhof-ausgewählt). Linsen sauber, kratzerfrei und klar.


    #5801750 also Baujahr 1959, was ich jetzt allerdings nicht als Problem sehen würde.


    Optional mit Sinar-Platine, aber Sinar wird es eher nicht werden, oder?


    Ohne Platine würde ich es für VB 130€ inkl. Versand verkaufen.



    Viele Grüße,


    Alexander

  • Zu @ekech und der Horseman wäre noch zu sagen, dass es auch ein leichteres Modell aus Carbon (oder teilweise Carbon) gibt. Die müsste 45CF oder so heißen.

    Die leichte Horseman heisst Horseman 45HF für handy field, die habe ich ist aber nicht aus Carbon, sie hat einfach kein dreh Rückteil, deshalb ist sie nur 1,7 kg leicht!
    Es hat aber von Toyo eine CF gegeben, die aus Kunstoff oder Carbon war: https://www.bhphotovideo.com/c…x5_45CF_Field_Camera.html

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