Sammelthema 3D-Druck (im Großformat)

  • Für den Fall, dass jemand mal eine versenkte Linhof/Wista-Platine (12mm) drucken möchte: https://www.thingiverse.com/thing:3625594


    Achtung:
    Da ich bei der Intepid-Platinen-Aufnahme keinerlei Nasen und Pins habe (einfache rechteckige Ausfräsung), arbeite ich hier mit einer etwas vereinfachten Geometrie ohne Abschrägungen und Aussparungen.
    Und da ich bei mir einen alten Drahtauslöser mit kurzem, nicht drehbaren Anschlussgewinde verwende, habe ich mir das rauslegen des Drahtauslöser-Anschlusses erspart - der Drahtauslöser verbleibt einfach am Verschluss ;)

  • Nur als kleine Erinnerung, da wir uns ja dem Sommer nähern und der eine oder andere vielleicht doch auch 3D-gedruckte Teile verwendet:
    PLA ist nicht wirklich wärmeresistent und kann durchaus mal weich werden, wenn es ein paar Minuten der prallen Sonne ausgesetzt ist.

  • ... das soll jetzt aber nicht heißen, dass PLA Teile im Sommer komplett unbrauchbar wären/werden. Unterhalb von 45°C dürfte es keinerlei Probleme geben, darüber ist es wohl auch abhängig vom Filament selbst.
    Mit diesem Wissen sollte man halt das vermeiden, was mir bei unserer Wutachschlucht-Tour passiert ist:
    Ich hatte mein (auf einer PLA-Platine montiertes) Fujinon-W 135 geschätzt eine Viertelstunde in der prallen Sonne liegen, worauf sich die Platine _etwas_ verformt hat.


    Die Konsequenzen daraus:
    # Objektivplatinen und Teile, die potenziell öfters mal mehrere Minuten direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein können, werde ich künftig nicht mehr mit meinem "Brot-und-Butter-PLA" drucken, sondern mit PETG
    # Bei Teilen wie z.B. meinem 6x12 Rückteil werde ich erst einmal nicht in Aktionismus verfallen, sondern werde es halt (wie bisher auch) bis kurz vor der Aufnahme geschützt im Rucksack lassen.

  • Schön ist anders, dafür aber wohl ultra light.

    "schön" liegt im Auge des Betrachters. Für mich gilt erst einmal "form follows function" oder auch "Funktion kommt vor hübsch". Allein das 6x12-Rollfilmformat und die Verwendung eines (wechselbaren) Großformatobjektivs diktieren schon einen Großteil dessen, was für eine saubere Funktion erforderlich ist.
    Und dann kommt natürlich auch immer noch das Thema des "fertigungsgerechten Konstruierens" dazu - speziell im 3D-Druck muss man halt manche Dinge anders konstruieren/designen, allein schon deshalb, damit es überhaupt sauber (und auch effizient) druckbar ist.
    Vor diesem Hintergrund würde ich der gezeigten Malefic 6x12 ein sauberes, funktional durchdachtes Design UND eine ordentliche Ausführung unterstellen.

  • zufällig gesehen: 6x12 auf Ebay. Schön ist anders, dafür aber wohl ultra light.

    Hallo,


    das ist eine Malefic (https://www.maleficwares.com/). Der Anbieter sitz in Italien. Ich habe eine 4x5 von ihm.


    Was ich letzten auch gesehen habe, war die Combi von Mamiya Universal Objektiv und RB 67 mit 3-D gedrucktem Body. Es gibt schon schöne....oder sollte ich schreiben praktische...Sachen.


    Gruss Sven.

  • Was ich letzten auch gesehen habe, war die Combi von Mamiya Universal Objektiv und RB 67 mit 3-D gedrucktem Body. Es gibt schon schöne....oder sollte ich schreiben praktische...Sachen.

    Das dürfte dann wohl eine "Goodman Zone" (ursprünglich von Dora Goodman designed) gewesen sein.
    Ich kenne noch den Vor-Vorgänger, die "Goodman One". Diese war zwar hübsch anzuschauen, hatte aber lediglich ein nicht funktionierendes "Mockup-Rückteil" und diverse Merkmale, die ich als "nicht fertigungs- bzw. 3D-Druck-gerecht" bezeichnet hätte. Dementsprechend war/ist die "Goodman Zone" auch eher nach dem Prinzip "Function follows form" entstanden...

  • Liebe Kollegen,


    so ganz heimlich liebäugle ich mit einer weitwinkligen 4x5" Kamera. Deshalb lese ich hier immer mit. Die Malefic könnte durchaus eine Option sein. hppruefer hat ja so eine Kamera und seine Berichte sind recht verheissungsvoll. Ich besitze ein Rodenstock 75 mm Grandagon N, für das ich im Studio keine Verwendung habe. Aber an einer Malefic oder so, könnte das für unterwegs interessant sein.
    Eine Frage, die sich mir bei 3D- Druck Teilen immer stellt: wie sieht es eigentlich mit der Langzeitstabilität von 3D gedruckten Teilen aus? Speziell jetzt mit den Kameras. Sind die Dinger auf lange Zeit formstabil? Wie ist es mit der Abnutzung am Rahmen beispielsweise beim Ein- und Ausschieben der Filmkassette? Dass die Plastikteile ab ca. 40 Grad Temperatur weich werden können, wurde ja schon beschrieben.
    Weiss jemand konkretes?


    Vielleicht ist folgendes, was ich auf Instagram entdeckt habe, für Euch auch interessant:


    http://www.mr-alvandi.com/


    Diese Kameras finde ich recht beeindruckend. Schaut Euch das doch mal an und beschreibt Euren Eindruck.


    Freundliche Grüsse, stephan

  • wie sieht es eigentlich mit der Langzeitstabilität von 3D gedruckten Teilen aus?

    Das ist eine nicht ganz einfache Frage


    Weiss jemand konkretes?


    Vielleicht ist folgendes, was ich auf Instagram entdeckt habe, für Euch auch interessant:


    mr-alvandi.com/


    Diese Kameras finde ich recht beeindruckend. Schaut Euch das doch mal an und beschreibt Euren Eindruck.

    Sieht in der Tat sehr interessant und ordentlich gemacht aus. Ich habe jetzt nur mal kurz über dessen Seiten drüber geschaut - es scheint, als würde Mr. Alvandi seine Teile überwiegend bzw. nahezu komplett aus Alu machen.

  • die genannte kamera sieht ziemlich gut aus.


    was braucht man eigentlich für eine solche kamera? ein rückteil, zb von der graflex. wird mit den passenden holzschrauben geliefert. einen holzrahmen. eine aluplatte mit 65mm loch für den 30chf-helicoid aus china und eine 65mm platte mit copal0 von raf-camera für das ww. kosten? rund 100 chf ohne optik? selbst shift wäre möglich, wenn man die frontplatte in einer nut laufen lässt.


    man könnte auch den weg über eine sinar-standarte gehen, aber dann bräuchte man einen konus.

  • hppruefer hat ja so eine Kamera und seine Berichte sind recht verheissungsvoll.

    Da mich Stephan quasi direkt angesprochen hat, noch ein paar ergänzende Hinweise. Ich benutze das Teil nach wie vor (obwohl das im Moment wg eher mäßiger Lichtverhältnisse sehr eingeschränkt ist).


    Die Langzeitstabilität halte ich für kein allzugroßes Probem. Ich habe schließlich vor mehr als fünf Jahren einen selbst konstruierten Tubus für meine Plaubeleien gedruckt, d.h. von den Kollegen drucken lassen, um das 35er an der Profia auf unendlich fokussieren und Blende/Verschluss erreichen zu können. Das Teil ist nach wie vor stabil und zeigt keine Veränderungen.


    Die Wärmeempfindlichkeit von PLA ist bekannt. Wenn man nicht gerade in die Tropen fährt, passiert bei achtsamer Behandlung überhaupt nichts.


    Etwas problematischer ist das viskoelastische Verhalten des Materials. Lässt man für längere Zeit eine dickere Kassette eingeschoben, so verformen sich die Halte"federn" - und sie behalten die neue Form zunächst bei. Ist zwar reversibel, aber da dürfte die Temperatur eine signifikante Rolle spielen.


    Spaß machen tut das Teil. Mit einem 75er ist es sicher etwas normaler zu nutzen als mit meinem 65er. Mein Haupteinsatzgebiet sind "Beinahelandschaften", also Totalen in Parks, botanischen Gärten oder weiträumigen bebauten Bereichen. Dafür ist das Ding als "schnelle" und vor allem leichte Handkamera unschlagbar. Für die Zukunft plane ich noch eine 6x12er Rollfilmkassette. Die üblichen Modelle gehen nicht, weil sie dank Drehknöpfen etc mit den Haltefedern kollidieren. Damit hätte ich dann als Windfallprofit eine sehr leichte Panoramakamera, jedenfalls leichter als zusätzliche ggf bildmäßig teilbare Doppelkassetten.


    Soweit mal wieder, zufriedene Grüße von hp


    ps: @lohi - Selberbasteln geht natürlich auch. Ist eine Zeit- und Prioritätsfrage.

  • wie sieht es eigentlich mit der Langzeitstabilität von 3D gedruckten Teilen aus?

    Eigentlich war ich vorhin schon an der Bearbeitung dieser Frage dran, wurde dann aber leider unterbrochen (nein, nicht von den anderen Beiträgen hier, sondern von einem Kunden ;) )


    Die kurze Antwort auf die Frage lautet aus meiner ganz persönlichen Sicht:
    Sofern ein Bauteil ordentlich gemäß seiner zu erwartenden Belastung konstruiert, gemäß der Eigenheiten beim 3D-Druck (Material wird schichtweise aufgeschmolzen) mit der passenden Orientierung, den passenden Parametern und dem zum Einsatzzweck passenden Material gedruckt wird, sollte sich die Haltbarkeit und Stabilität kaum von einem spritzgegossenen Bauteil unterscheiden.


    Wenn wir dann einmal an das genannte Beispiel mit der Kassette denken, die nun öfters eingeschoben und wieder herausgezogen wird:
    Da würde ich mir in etwa so viel Gedanken machen wie bei einem Kassettensitz aus Holz.

  • Vielen Dank für Eure Antworten.


    Den Bauteilen aus dem 3D Drucker stehe ich skeptisch gegenüber. Das ist ein Vorurteil, weil ich ja keine Ahnung davon habe. So sind mir Eure Ausführungen doch sehr hilfreich.


    Eine Cambo Wide, oder für mich - Sinar ist bereits umfangreich bei mir vorhanden - eine Sinar Handy, sind sicher robuste und bewährte Kameras. Doch die haben ihren Preis. Der ist mir für meine Bedürfnisse zu hoch. Deshalb habe ich auch mit zunehmenden Interesse diesen Thread hier verfolgt.


    Verwenden möchte ich eine solche Kamera in ähnlicher Weise wie hp. Sozusagen als eine "point and shoot" Kamera im Grossformat. Oder auch für Tanzfotografie aus sehr kurzer Distanz, mitten im Geschehen. Dazu sollte die Kamera nicht zu schwer und sperrig sein. Da bietet sich die Malefic 4x5 geradezu an.


    Die oben verlinkte Alvandi Kameras sind tatsächlich grösstenteils aus Aluminium gefertigt. So passen sie nicht eigentlich in diesen Thread hier.


    Freundliche Grüsse, stephan

  • Inspiriert durch diesem Thread - und der Tatsache, dass ich eine Maske 6x7 (Femomask 67N) für meinen Durst Laborator 1200 brauchte - habe ich mal ein wenig designed.
    Das Ergebnis überzeugt mich sehr,ist passgenau und hat 18 EUR inkl Versand bei einem Druckdienstleister gekostet :)

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