Emil Busch Nicola Perscheid- Objektiv F=42 cm / F:4,5

  • Ja ich sage es dir dann, wenn meine Hände so Zittern das es ein Risiko wäre das Objektiv noch selber zu wechseln

    ;) Das klingt in etwa wie die Vorstufe von »You can take it from my cold dead hands!«. Ich glaube ich habe auf flickr mal Fotos davon gesehen. Ein schönes Biest. Ein 360er würde mir im Prinzip schon reichen. Das 300er ist schon recht kurz auf 8×10". Leider sind die langen, alten Xenare (nicht Tele-) dann doch recht selten auf dem Markt. Nunja, Schluss mit off-topic!


  • vor zeiten habe ich ein rodenstock ysar gekauft, dass deutlich über den rand der bildstandarte der sinar hinausgeht.
    der vorbesitzer hat eine holzkonstruktion aus zwei unterschiedlich breiten holzbrettern zusammen gefügt.
    das untere so groß, dass sie noch auf die sinarplatte passt -
    das obere, dass der objektivring gut aufgeschraubt werden konnte ..

    .. dann verklebt und von unten gut angeschraubt und gestrichten. - ist bombenfest!

  • eine holzkonstruktion aus zwei unterschiedlich breiten holzbrettern zusammen gefügt.
    das untere so groß, dass sie noch auf die sinarplatte passt -

    Sitzt bombenfest und sieht gut aus.


    Ich habe auch Überlegungen angestellt, mit Holzbrettern eine Adaption von Objektiven auf die Sinarplatinen zu machen. Das wäre dann in genau der Art zu bewerkstelligen.

  • Ich habe auch Überlegungen angestellt, mit Holzbrettern eine Adaption von Objektiven auf die Sinarplatinen zu machen. Das wäre dann in genau der Art zu bewerkstelligen.

    .. nachdem ich es gesehen habe, kam es selbst für mich machbar vor - und das will schon was heißen!! : )

    "phantasie ist etwas, was sich manche leute nicht vorstellen können!"


  • Auf Deine Frage kann ich Dir zwar keine konkrete Antwort geben, aber ich habe bereits schon für ca. 2 Dutzend Objektive Adapter für Sinarplatinen machen lassen. Wenn der Schlosser, oder vielleicht besser der Mechaniker um die Ecke ein guter Handwerker ist und Verständnis für eine spezielle, nicht alltägliche Arbeit hat und dazu noch Willens ist diese auszuführen, ist er sicher auch eine gute Adresse. "Meinen" Mechaniker habe ich mit meinem Wunsch konfrontiert und er war bereit, sich dem anzunehmen. Es ist halt eine aufwändige Arbeit und demzufolge recht teuer.Falls ein Interesse besteht kann ich, vielleicht in einem anderen Thread, zeigen wie ich die Objektive auf die Sinarplatinen adaptiere.


    Hallo Stephan,


    danke für die Antwort. Leider geht das bei mir aus mehreren Gründen nicht.


    Ich müsste in der Lage sein, das Objektiv einzuschicken.


    Ich würde mich freuen, wenn Du mal schreibst, wie Du Deine Adaptionen ausgeführt hast!


    Viele Grüße


    Tobias

  • Ich würde mich freuen, wenn Du mal schreibst, wie Du Deine Adaptionen ausgeführt hast!

    Endlich habe ich das gemacht, siehe hier:


  • Hallo Stephan,


    vielen Dank für Deine ausführliche Vorstellung! Das Thema ist immer noch brandheiß bei mir. ;)


    Das ganze müsste jetzt nur noch in Serie gefertigt werden, zum einfachen bestellen (mit Dropdown-Auswahl des benötigten Objektivs). Zugegeben, der Markt dafür wäre mikroskopisch klein. Aber wünschen darf man es sich ja mal...


    VG

    Tobias

  • Es ist ein alter Thread aber ich würde gerne eine Schnittzeichnung des Perscheid Objektives sehen.

    Angeblich ist es ein Dreilinser aber wie ist er aufgebaut?

    Es ist mir bisher nicht gelungen etwas über das tatsächliche optische Design zu finden.

    Interessant wäre für mich ob es Ähnlichkeiten zu dem Rodenstock Eurygon hat das in den späten 1920ern erstmals angeboten wurde, auch dies ist ein Portraitobjektiv mit drei Linsen, allerdings unterscheidet sich der Aufbau vom klassischen bekannten Dreilinser wie z.B. dem Trioplan, Triplar, Triotar etc.

  • Hallo Norma,


    Informationen zu den Perscheid- Objektiven sind rar. Eine Schnittzeichnung habe ich noch gar nie gesehen. Im amerikanischen Grossformatforum gibt es einige Beiträge zu den Perscheid- Objektiven. Ich weiss jetzt nicht mehr in welchem "Thread" dort über den optischen Aufbau diskutiert wird, aber beim durchforsten der Beiträge solltest Du das finden. Jedenfalls wird dort erwähnt, dass es zwei verschiedene Versionen geben soll. Dreilinsig und auch vierlinsig (2+2). Mir war das aber alles zu spekulativ und ich möchte dazu keine weiteren Mutmassungen in die Welt setzen.

    Auseinandergeschraubt habe ich mein Objektiv noch nicht, weil die Linsen innen schön sauber sind. So besteht dazu keine Notwendigkeit. Einen Längsschnitt machen will ich nicht. Ich könnte das Objektiv dann nicht mehr zum fotografieren benutzen.


    Die Weichzeichnung des Perscheid- Objektivs soll durch sphärische Unterkorrektion entstehen. Diese Wirkung ist aber nur bei offener Blende bemerkbar. Ab Blende 8 zeichnet das Objektiv scharf, aber mit weichem Kontrast. Die feinen Überstrahlungen an Lichtsäumen sind aber nicht mehr sichtbar.


    Wenn Du bei Deinen Nachforschungen zu interessanten Ergebnissen kommst, freut es mich, wenn Du diese mitteilen magst.


    Freundliche Grüsse, stephan

  • Ich konnte nichts finden, gar nichts, es kann auch sein das die Fa. Busch auch nie etwas dazu veröffentlicht hat, vermutlich gibt es kein Patent auf das Objektiv dann ist es besser die Infos dazu gering zu halten um einen Nachbau nicht zu einfach zu machen.

    Mein 300mm Eurygon ist ebenfalls sphärisch deutlich unterkorrigiert, es wird daher beim Abblenden in der Schärfe besser werden allerdings dadurch auch einen Fokus Shift aufweisen, geht nicht anders wenn eine Optik sphärisch unter aber auch über korrigiert ist.

    Jetzt muss ich mir einen Anschlussring für das Objektiv machen und dann wollte ich es an der 8x10" probieren obwohl es nur für 13x18cm empfohlen wurde, der Bildkreis war aber mit 300mm angegeben bei oo. In Potraitstellung ist er dann schon etwa 10-15% größer.


    Denke dass das Perscheid Objektiv und auch das Eurygon ein Nachbau des Taylor&Hobson Portrait Objektives sind, das war ebenfalls ein Dreilinser der nicht voll durch korrigiert wurde.


    Interessant finde ich dass das Eurygon aus der Frühzeit mit "Anastigmat" graviert war, das kann ich nicht wirklich glauben aber vielleicht gab es davon auch mehrere Ausführungen.

  • Ist natürlich gut möglich das es ein simpler Aplanat ist, die haben bei voller Öffnung in der Bildmitte eine recht gute Bildqualität die aber rasch abfällt zum Rand.

    Da Busch das Objektiv für diese Konstruktion sehr lichtstark gemacht hat verstärkt sich der Effekt natürlich.

    Dann wäre es die gleiche Konstruktion die Emil Suter in Basel für deren "Stella" verwendet hat, ebenfalls ein "über" lichtstarkes Aplanat.

    Es sollte dann am Objektiv auch zu erkennen sein, die Linsenhälften müssten dann zwei helle und eine schwache Reflexion aufweisen.


    Ob das aber so stimmt ist nicht wirklich sicher. Wenn ich mir die Objektive ansehe ist auffällig das die Rücklinse kleiner ist als die Frontlinse was auf ein eher unsymmetrisches Objektiv hinweist.

  • Wie aus dem Link aus #33 zum Largeformat-Forum hervorgeht, gab es wohl eine Triplet- und Aplanatvariante unter gleichem Namen.


    Im Lehrbuch der Photographie von Ludwig David, hier in der fünften Auflage von 1924 findet sich nur die Beschreibung der Aplanatvariante:


  • Laut Wikipedia: "In Zusammenarbeit mit der „Emil Busch A. G. Optische Industrie“ entwickelte Nicola Perscheid ein spezielles Portraitobjektiv, Busch-Nicola-Perscheid-Objektiv oder auch kürzer Busch-Perscheid-Objektiv genannt. Dieses ist als Aplanat aus zwei identischen und symmetrisch angeordneten Achromaten mit zwischen diesen mittig angeordneter Blende aufgebaut.[10] Über die Blendeneinstellung kann beim Busch-Perscheid-Objektiv der Grad der Weichzeichnung kontrolliert werden. Es kam 1921 auf den Markt und wurde in den folgenden Jahren häufig für Porträtaufnahmen genutzt, obwohl seit Ende des Ersten Weltkrieges der pictorialistische Fotografiestil aus der Mode kam und an seine Stelle der Realismus in Form der Straight photography bzw. der Neuen Sachlichkeit trat.

  • ?

    Genau der Thread, den ich meinte.



    Dann wäre es die gleiche Konstruktion die Emil Suter in Basel für deren "Stella" verwendet hat, ebenfalls ein "über" lichtstarkes Aplanat.

    Das "Stella" von E. Suter hat insgesamt 8 Linsen. Die äusseren zwei Paare sind verkittet. Die anderen Linsen weiss ich jetzt nicht mehr.

    Die Konstruktion ist im Stile von Goerz Dagor oder Zeiss Protar. Also ein Anastigmat. Das "Stella" zeichnet ab Blende 8 und kleiner scharf und kontrastreich und unterscheidet sich nicht mehr von einem anderen, zeitgenössischen Anastigmaten.

  • Clickma: von dem "Stella" scheint es unterschiedliche Varianten zu geben, meines ist lediglich ein vier Linsen Aplanat und mit einem Bekannten in den USA bekam ich die gleiche Aussage zu seinem Objektiv.

    Ebenso wird es im US Großformatforum als Aplanat bezeichnet.

    Es gibt Stella Objektive die mit "Anastigmat" graviert sind, das müssen dann andere Konstruktionen sein, wahrscheinlich Sechs - oder Achtlinser.

  • Es scheint unübersichtlich und kompliziert zu sein, mit den Objektiven.


    Aber egal - Hauptsache man kann damit fotografieren. :)

    Wirklich wichtig ist es nicht aber aus historischen Gründen dann doch interessant.

    Jetzt habe ich mir vorgenommen einen Aplanaten aus achromatischen Nahlinsen selber zusammen zu bauen, zunächst für meine KB Kameras und dann vielleicht auch noch fürs GF.


  • Da hat sich Jim aber etwas unpräzise ausgedrückt.

    Zuvor und an anderer Stelle schrieb Er :


    ""The Nicola Perscheid was made by Busch Rathenow to Mr. Perscheid's specifications for portraiture. It is the same formula, modified Rapid Rectilinear, as The Pinkham Smith Series IV and the Hermagis Eidoscop. "


    "Modified".

    Denn im direkten Vergleich zeigen sich zwar die Ähnlichkeiten, aber auch die Unterschiede der Zweigrüppler:


    Das Nicola Perscheid ist ein Periscoptyp (nach Kinslake ein "Symmetrical Doublet, sperically corrected" ), also ein doppelter Meniscus der Form nach , somit bestehend aus 2x2 Linsen.


    Das Rectilinear ist zwar auch ein Doublet, aber ein "schneller" Aplanat (Rapid Rectilinear).

    Neben der konkav/konvexen Form der Gruppen spielte auch die Glaswahl eine entscheidende Rolle.


    Das Pinkham & Smith Series IV ist ans Veritar bzw Verito von Wollensak angelehnt, also tendentiell ein Periskop.

    Serie I, II und III wurden als Semiachromat verkauft und vom einlinsigen "Snthetic Series V" und vom "Visual Quality" Portrait Doublet, Series IV, ersetzt.


    Das Eidoskop wiederum zählt wie die Rectilineare zu den Aplanaten.



    Aber manchmal ist es wichtiger zu wissen, wie man solch einen alten Heuler bedient, anstatt das Design und die Herkunft zu eruieren.

    Wobei ein Verständnis der zugrunde liegenden Physik natürlich hilft, die Eigenschaften der Scherbe zu verstehen.


    Hier jedenfalls mal noch ein Beweis, wie mißratene Bilder nicht der miesen Qualität der Optik, sondern dem vorgeblich inkompetenten Knipser angelastet wurden eine kleine Hilfestellung aus dem Hause P&S :)


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