Stangenholz

  • Link zu Anthropozän
    Und jetzt zurück zu den klassen Bildern.

    Wir sind nicht die Konstrukteure, das einzige was die Menschen machen ist der Erde ihren Stempel aufzudrücken und alles aus ihr herauszupressen, was uns fehlt ist die Demut vor dem was und Heimat und Nahrung gibt.
    Mit den Beobachtern meinte ich uns Fotografen und ich habe "Welt" geschrieben weil ich nicht nur die Erde meinte sondern es schließt auch alles um sie herum mit ein.


    Nichts für ungut, ich hätte mich auch vorher schon klarer ausdrücken können.


    Deinen Hinweis zum Thema Athropozän kann ich schon gut verstehen aber ist das nicht auch schon wieder die für uns typische Hybris ein Erdzeitalter nach uns selbst zu benennen?
    DIe in Verhältnis zum Erdalter gesehenen 5 Sekunden, die wir uns hier tummeln, rechtfertigen das aus meiner Sicht nicht und unser Tun schon mal gar nicht.


    Und recht hast Du, zurück zu den Bildern :thumbsup:

  • die für uns typische Hybris ein Erdzeitalter nach uns selbst zu benennen?

    Der Ansatz fußt nicht nur auf Hybris. Alle Erdzeitalter korrelieren mit global auftretenden Veränderungen in Hinsicht besonders auf Geologie. Und so sehr unsere Existenz zeitlich auch einem Wimpernschlag gleichen mag, den global nachweisbaren Stempel haben wir unserem Planeten mittlerweile aufgedrückt. Was komplett irre ist.

  • Deinen Hinweis zum Thema Athropozän kann ich schon gut verstehen aber ist das nicht auch schon wieder die für uns typische Hybris ein Erdzeitalter nach uns selbst zu benennen?


    ketzerisch gefragt: wer sollte es sonst tun?


    DIe in Verhältnis zum Erdalter gesehenen 5 Sekunden, die wir uns hier tummeln, rechtfertigen das aus meiner Sicht nicht und unser Tun schon mal gar nicht.


    meinst du? ich würde sagen, dass gerade DAS - unsere extrem kurze bisherige verweildauer verglichen mit dem ausmaß der dadurch von uns ausgelösten prägung/veränderung - rechtfertigung genug ist.


    durch ausprechen werden dinge "wahr".


    du hast da auf jeden fall ein interessantes "fass" aufgemacht. und ja: leider total off-topic. und ich bin mit dran schuld... :S

    dislikes? wenn es dir in deiner kleinen welt weiterhilft...
    likes? lieber nicht. unnötig.

  • leider total off-topic. und ich bin mit dran schuld.


    Nu behalt mir mal Dein Rückgrat, ja? :D


    Hier gehts um ein Bild, daß anläßlich eines rückliegenden Kontextes ("da hier Waldbilder grad hip sind") eingestellt wurde; erklärt wurden im Anhang die Machenschaften des Menschen, und es wurde, wenn man es so lesen möchte,( "man kann darüber streiten..") zum Diskutieren geladen.



    Wald zu begründen, wo keiner ist, ist insbesondere auf trockenen Sandböden alles andere als einfach. So kam damals die trockenresistente Kiefer nach Brandenburg, Niedersachsen usw.

    Niedersachsen weiß ich nicht.
    Weite Teile Brandenburgs hingegen wurden nach dem 1000 Jahre rückliegenden Verkloppen und "Bekehren" einiger heidnischer Slawen/Wenden-Siedlungen, und diversen folgenden territorialen Gefechten dann vor ein paar hundert Jahren auf Weisung des Kurfürsten erst mal trockengelegt, weil das versumpfte Gelände erschlossen werden sollte; dazu wurden sogar Entwässerungsspezialisten aus Holland geordert, wir hatten da ja auch recht gute Beziehungen.


    Um von A nach B zu gelangen, mußte z.B. hier bei uns ein Knüppeldamm angelegt werden, Morast und Wald waren unmöglich zu durchqueren.


    Wir haben 30Km weiter noch Buchenbestände, und meines Wissens zieht sich 50 Km weiter bei Eberswalde der größte zusammenhängende Buchenbestand Europas gen Osten.
    Wo kein Feld ist, steht eigentlich überall Wald hier.


    Ob da nun überall trockener Sandboden drunter war und ist , oder die Region einer Wüste glich,denke ich eher nicht; meine These wäre eher, daß schnellwachsendes Gehölz ganz aus ökonomischerm Antrieb, z.B. Kiefer ,Fichte und Douglasie, oder auch Pappeln für die allgegenwärtigen Winschutzstreifen ( früher hieß es ja bei Wind "Mutter, mach das Fenster zu, der Acker kommt!") gesteckt wurden.


    Dein erstes Bild allerdings vermittelt einen Charme von der Forstwirtschaft, der eigentlich nicht gegeben ist.


  • gefällt mir, auch das farblich leicht getönte..das Hintergrundlicht, und der Blickwinkel von leicht unten den Hügel rauf, dadurch kommt die Bewegung des Stammes gut raus.


    deine Seneca, ist das so eine? schickes Teil.. :D


  • deine Seneca, ist das so eine?

    Genau. Meine hat nur einen neuen Balgen bekommen. Bildqualität bitte entschuldigen, bin digital schlecht aufgestellt...




    Nu behalt mir mal Dein Rückgrat, ja?

    Gesunde Einstellung :P



    Wo kein Feld ist, steht eigentlich überall Wald hier.

    Wenn man "Feld" etwas weiter als "landwirtschaftliche Fläche" fasst und vielleicht noch Siedlungs- und Wasserflächen einbezieht, gilt das so ja für (fast) ganz D – der Wald steht heute im großen und ganzen da, wo keiner Landwirtschaft betreiben wollte/konnte. Also in Gebirgen oder auf Standorten, die früher eben keine Siedlung ernähren konnten.



    meine These wäre eher, daß schnellwachsendes Gehölz ganz aus ökonomischerm Antrieb,

    Ohne Frage. Nur muss dieser "ökonomische Antrieb" eben nicht immer großkapitalistische Geldgier sein. Sondern z.B. auch die Fragen, "Wie versorgen wir die großen Holzabnehmer?", "Wie bringen wir schnell und zu geringen Kosten wieder Wald auf diese Fläche?" etc. Und das eben nicht erst heute oder gestern, sondern auch vor 100, 200 oder 300 Jahren.


    Mit Forstwirtschaft (im Sinne der Bewirtschaftung des eigenen Waldes) wird heute keiner mehr reich. Die Renditen sind im Mittel deutlich unter denen landwirtschaftlicher Flächen.



    Dein erstes Bild allerdings vermittelt einen Charme von der Forstwirtschaft, der eigentlich nicht gegeben ist.

    Schön, wenn es Charme vermittelt... Ich persönlich sehe da nur ein monotones Stangenholz, dass geometrisch zwar ganz nett ausschaut, mich als "Waldbild" im forstlichen Sinne aber nicht sonderlich anspricht. Darüber, dass sowas nicht die forstliche Zukunft ist, besteht unter uns glaube ich weitgehende Einigkeit.

  • Also mal ehrlich - das ist Erbsenzählerei. Ich finde das Bild klasse! Beim ersten Betrachten war ich sofort gefangen von der außergewöhnlichen Form das Baumes und der absolut perfekten Belichtung des Bildes! Welch Perfektion darin steckt den extrem dunklen Stamm vor einem sehr hellen Hintergrund richtig zu belichten zeugt von herausragender Professionalität! Wenn da links etwas die Bäume stürzen ... so what?? Passiert. Dann hat halt die Verstellung nicht ausgereicht - und? Das ist das Grausame was die digitale Fotografie mit sich bringt. Immer alles ausquetschen bis über das Unglaubliche hinweg. Muss das sein? Ich finde gerade die analoge Fotographie hat ihren Charmen im nicht Perfekten. Bitte einfach mal inne halten und drüber nachdenken.


    Ich weiß, dass ich neu bin, aber ich möchte deswegen nicht hinterm Berg halten. Kritik kann negativ aber auch positiv sein. Nur so lernt man. Alle. Nicht nur ich. Jeder. Immer und lebenslänglich. So, jetzt darf man mich prügeln. Ich warte darauf.

  • Ich finde gerade die analoge Fotographie hat ihren Charmen im nicht Perfekten.


    Dann ist das Thema Film, und insbesondere GF in meinen Augen nicht verstanden.
    Die Filme der letzten 10, 20 Jahre sind nach nunmehr 120 Jahren auf einem Entwicklungsstand, der als kaum zu toppendes High End zu bezeichnen wäre.


    Großformatfotografie war und ist, oder könnte noch sein, ein professionelles Medium.
    Stürzende Linien können eigentlich nur Pfusch am Bau, oder wahre Intention sein,
    sind also dem Fotografen und nicht dem Medium anzulasten.


    In diesem Fall hier wird m.M.n. die Bildwirkung gesteigert.



    Welch Perfektion darin steckt den extrem dunklen Stamm vor einem sehr hellen Hintergrund richtig zu belichten zeugt von herausragender Professionalität!


    Ich denke, das ist die Basis der Fotografie, welche auch ein Hobbyist beherrschen dürfte, so er das Thema mit etwas Ernst angeht.
    Sowas wie rückwärts einparken beim Autofahren vielleicht - ohne gehts kaum..


    Insgesamt gefällt mir die Ausarbeitung aber auch sehr gut.

  • Ich finde gerade die analoge Fotographie hat ihren Charmen im nicht Perfekten.

    Diesem Satz kann ich so nicht zustimmen. Denn unter Berufung darauf kommen immer wieder wirklich unsägliche Bilder zustande. Gute Beherrschung des Handwerks ist unabhängig vom Medium immer Vorraussetzung für gute Bilder. Auch wenn es Gegenbeispiele geben mag, und auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.

  • Da hier zwei so fleissige Schreiber und geübte GF-Fotografen (Das unterstelle ich einfach mal) ähnliche Kritik üben, habe ich nochmal darüber nachgedacht. Ja, ich gebe zu - gerade die GF-Fotografie lebt ja genau von der perfekten Einstellung. Deswegen geht man ja mitunter wegen nur einem Bild in den Wald, auf die Wiese, in die Berge ... Man sollte also tatsächlich darauf achten stürzende Linien zu eliminieren und die Kamera so exakt als möglich auszurichten. Die Aussage mit dem Imperfekten trifft hier also nicht zu.


    Trotz allem bleibe ich bei der Aussage, dass mir das Bild ausgesprochen gut gefällt! Und besser das Bild gemacht als nicht! Auch wenn Details besser ausgearbeitet werden können. Vielleicht war es aber auch nicht möglich? Gerade wenn ich an Bergwald denke, habe ich Zweifel ob die Verstellmöglichkeiten das wirklich ausgleichen können. Sollte es eine Field-Kamera gewesen sein eventuell wirklich nicht. Ich muss das ja alles erstmal selbst ausprobieren. Schließlich habe ich noch nie mit einer GF-Kamera im Feld bzw. Wald gestanden. Ich halte mich also - erstmal - zurück.

  • Das Problem hier im Forum ist, dass hier jeder erst Mal krampfhaft suchen muss wo er ein Motiv findet, wo er GF sinnvoll einsetzen kann. Umgekehrt such dann natürlich jeder nach potentiellen Bildfehlern. Wohlgemerkt wir sind hier ein elitärer Club, weil ca. 99,3 % der Weltbevölkerung hat andere Probleme und interessiert sich nicht für GF, geschweige den dass sie wissen was es ist. Wenn du nun dem Rest ein Bild wie Nr. 2 zeigst werden wiederum rund 95% das ist Bild ist gut, während der Rest anfängt über mögliche technische Fehler zu diskutieren, da sie der Bildinhalt nicht wirklich interessiert.


    Was nun die stürzenden Linien in Bild 2 angeht, könntest du das Bild ohne diese in Tonne treten. Die ganze Dynamik in dem Bild spiegelt sich in der Beziehung der schräg verlaufenden zum Himmel strebenden Linien, die den den Blick zur "Tänzerin" (guck dir die Position des Baumes genau an) und dann weiter in den Himmel führen.


    Und ja! Ich hätte für das Bild weder GF noch Stativ genutzt, da reicht eine 645er. Und Nein! Es bleibt auch mit GF immer noch ein super Bild.


    Gruss Sven.

  • Trotz allem bleibe ich bei der Aussage, dass mir das Bild ausgesprochen gut gefällt!

    Spannend wäre, was genau Dir an dem Bild gefällt.



    Und besser das Bild gemacht als nicht!


    In der Dunkelkammer heißt es nach langen, vergeblichen Mühen eher:
    Hätt ich das Bild mal besser nicht gemacht.


    Ich rede ausdrücklich nicht vom vorliegenden Bild, was mir auch nach wiederholter Betrachtung noch immer zusagt.

  • Was mir an dem Bild gefällt? Zunächst natürlich der ungewöhnliche Baum - gut, denn gibt's so, hätte man auch anders ablichten können. Was mich auch sehr fasziniert ist der starke hell/dunkel Kontrast und natürlich der - GF typische - Detailreichtum. Schön ist auch der "Rahmen" des Bildes aus dem Blätterdach oben, dem dichten Laub rechts und dem Waldboden unten. Perfekt wäre es gewesen wenn das Bild links eine ausgewogenere "Begrenzung" hätte. Das wird etwas ausbalanciert durch die Helligkeit in der Bildmitte und den Blickfang geschwungener Stamm.


    Ja, das Bild ist nicht perfekt, aber es gefällt mir eben. Das mag auch an meiner Vorliebe für Holz und Wald liegen ...

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