Shen Hao vs Intrepid vs Chamonix (4x5) Großformatkamera

  • Ich suche zu meiner Sinar F2, welche mir für Outdoors zu groß schwer und kompliziert ist, eine Kamera für Landschaftsfotografie und ähnlichem.


    Dazu habe ich mir die drei im Titel benannten Kameras ergoogelt und diverse Reviews angesehen. Alle drei Kameras sind gebraucht selten (und wenn dann fast zum Neupreis) zu bekommen. Aber alle drei Modelle gibts Neu online zu erwerben.


    Was denkt ihr ist empfehlenswert und zu beachten? ?(

  • Hallo Jörg,
    Wenn du uns dein Anforderungsprofil für die Kamera mitteilst, könnten wir dir auch besser helfen.
    Ansonsten wird das hier ein unschönes Thema, da du das "böse Wort" Intrepid genannt hast und wahrscheinlich wieder die Emotionen hoch kochen werden.


    Grüsse

  • Hallo Jörg,


    diese Überlegungen kenne ich gut. Ich stand vor einiger Zeit vor der gleichen Situation. Bei mir ist es dann eine gebrauchte Wista 45 SP geworden. Die ist zwar nicht viel leichter als meine Sinar, aber kompakter zu transportieren. Inzwischen habe ich auch noch eine 4x5 inch Handheld.


    Gründe: 1) Die Chamonix war mein Traum (und ist es noch), wäre aber 50% teurer gewesen als die gebrauchte Wista. Und wie du schon richtig schreibst, Chamonix bekommt man nicht gebraucht angeboten. Vorteil deutscher Vertrieb (JOBO), toller Materialmix (Carbon). 2) Die Intrepid mag sehr gut sein, gefällt mir aber äußerlich nicht. 3) Eine Shen Hao wäre eine Option, ist aber auch nicht billig, kaum mal gebraucht zu finden und für mich hinter der Chamonix zweite Wahl. Ich glaube, da gibt es inzwischen auch keinen Vertrieb in Deutschland mehr.


    Übrigens habe ich beim Fotografieren mit den anderen beiden gemerkt, wie sehr ich doch Sinar-Fan bin. Die F finde ich gar nicht kompliziert. Die bediene ich ohne Hinschauen mit dem Kopf unter dem Einstelltuch und Blick auf die Mattscheibe. Das gelingt mir bei den anderen Kameras nicht. Ich habe bei der Sinar auch einiges an Packmaß eingespart durch Tausch der großen Sinar-Objektivplatten gegen eine einzige Adapterplatte. Jetzt habe ich alle Objektive auf kleinen Linhof-Platten und kann die ohne Umbauen an Sinar und Wista verwenden.

  • Ja.
    Und da überlegt man ob man das Geld dafür nicht , Augen zu und unvernünftig, einfach raushaut.
    Und für den Rest des Lebens damit zufrieden wird / ist.

    Rückblickend wäre das vielleicht besser gewesen. :|
    Bei beruflich genutzten Fotogeräten fackel ich da nicht lange rum, aber Großformat ist "nur" Hobby. Da regt sich schon mal das Gewissen (und die Finanzministerin). ;)

  • Übrigens habe ich beim Fotografieren mit den anderen beiden gemerkt...


    Welche sind denn die "beiden anderen", mir geht das aus dem Kontext nicht hervor?



    Und da überlegt man ob man das Geld dafür nicht , Augen zu und unvernünftig, einfach raushaut.Und für den Rest des Lebens damit zufrieden wird / ist.

    Wenn Du, ohne die Kamera zu kennen/benutzt zu haben, bereits jetzt weißt, daß Du damit für den Rest des Lebens zufrieden bist, wäre sie auch meine Empfehlung :)

  • Wenn Du, ohne die Kamera zu kennen/benutzt zu haben, bereits jetzt weißt, daß Du damit für den Rest des Lebens zufrieden bist, wäre sie auch meine Empfehlung

    Genau um diese Fragestellung dreht sich hier das Thema.


    Ich hoffe daher auf Tipps und Erfahrungswerte.


    Und bei Onlinebestellung könnte ich, als allerletzte Konsequenz und zudem ungerne, die Kamera mit dem Fernabsatzgesetz im Rücken in den eigenen (4) Wänden ausprobieren....und bei Nichtgefallen zurückgeben.


    Hei Sluft: es könnte durchaus auch die Shen Hao werden. :rolleyes: Warum eigentlich nicht? :saint: Oder warum? ;)

  • Das findest Du nach einer Dreisekundensuche in den Tiefen dieses Forums, wo ich u.A. auch recht ausgiebig über meine Erfahrungen mit meiner damaligen Shen Hao zum Besten gab.


    Who the fuck bin ich denn, hier alles fünf mal zu schreiben :D


    Bei weiteren Unklarheiten helfe ich gern weiter nach, weil damned - so the fuck bin ich halt..




    Die anderen beiden sind die erwähnte Wista 45 SP und die 4x5 Handheld,

    Ah, danke fürs Erörtern der Unklarheiten.


    Demnach ist also für Dich die Shen Hao aus theoretischen Überlegungen die zweite Wahl gegen die Chamonix.
    Find ich insofern spannend, als daß ich die Shen Hao als genau meine bestbedienbarste Kamera in schöner Erinnerung habe, weil ich genau zu Deiner eigenen Beschreibung passend, die Rübe unterm Tuch lassen konnte, und mit den Pfoten ratzfatz mein Bild hinfummelte.
    Und im Gegensatz dazu die Chamonix-Fokussierung nach dem Philips-Prinzip, sprich in Kinn-Nähe, nicht so praktisch finde.
    Das sind natürlich auch nur subjektive und vorliebensbedingte Eindrücke, die man aber auch mal zu Papier bringen sollte, zumal ich feststellen mußte, daß Jobo kommerziell überall dieses Fokusprinzip mit einem kurzen Satz als herausragend bewirbt, aber der potentielle Kunde im Detail keine weiteren Anhaltspunkte mit auf den Weg bekommt.


    Ritchie

  • Demnach ist also für Dich die Shen Hao aus theoretischen Überlegungen die zweite Wahl gegen die Chamonix.
    Find ich insofern spannend, als daß ich die Shen Hao als genau meine bestbedienbarste Kamera in schöner Erinnerung habe, weil ich genau zu Deiner eigenen Beschreibung passend, die Rübe unterm Tuch lassen konnte, und mit den Pfoten ratzfatz mein Bild hinfummelte.
    Und im Gegensatz dazu die Fokussierung nach dem Philips-Prinzip, sprich in Kinn-Nähe, nicht so praktisch finde.
    Das sind natürlich auch nur subjektive und vorliebensbedingte Eindrücke, die man aber auch mal zu Papier bringen sollte, zumal ich feststellen mußte, daß Jobo kommerziell überall dieses Fokusprinzip als herausragend bewirbt, aber der potentielle Kunde im Detail keine weiteren Anhaltspunkte mit auf den Weg bekommt.

    Ich weiß genau, was du meinst mit dem Verweis auf die zentrale Fokussierstange, und damit hast du im Hinblick auf die Bedienbarkeit absolut recht.
    Zumindest, wenn wir von der C45F-2 sprechen. Meine Wahl wäre allerdings die C45H-1, die wird über seitliche Friktionsknöpfe fokussiert.
    Im übrigen finde ich bei der Chamonix den Materialmix richtig geil. Daher sind das mehr Emotionen als "theoretische Überlegungen". :P
    Soll heißen, beide sind toll, aber wenn ich beide zum ungefähr gleichen Preis bekommen könnte, würde ich wohl zur Chamonix tendieren.
    Aber ... das ist jetzt eigentlich eher mein persönlicher Geschmack und hilft dem Jörg dann auch nicht weiter bei seiner Entscheidungsfindung. Sorry für den Exkurs.

  • jede der Kameras macht richtig eingestellt Bilder auf 4x5"
    jede hat ihre Stärken und Schwächen, sei es der Preis, sei es das Gewicht oder vieles andere.


    Beginnend mit einer MPP (die mir zu schwer und unhandlich erschien), über eine Shen Hat (die mir zu viel Stellmechanik hatte), zu einer Chamonix F1 (die mein Favorit auf Wanderungen ist, weil super leicht) und nun noch parallel eine Wista (weil feste Mechanik und gut geschützt).


    Also eine kleine Reise durch die Welt der Hersteller....


    Sollte es die Eine sein, dann die Chamonix, die vereint alles was ich brauche, geht bis runter auf 58mm Brennweite und hoch bis über 250mm.
    Die Shen Hao war bei Weitwinkelobjektiven etwas kompliziert zum Einstellen.


    Zum Einstieg schätze ich die Wista sehr, nicht teuer aber robust. Blechkiste die auch noch gut verarbeitet ist.


    Warum keine Linhof?


    Alles in allem ist es ein Reise die viele Erfahrungen mit sich bringt.


    Am besten mal bei einem der Aktivisten zuschauen und mitmachen, ausprobieren und auswägen.


    Die Intrepid ist ein geniale Idee die vielen den Einstieg einfach macht, wenn man mit der Einfachheit klar kommt und Kompromisse mag, warum nicht.


    Mein Traum wäre eine Gandolfi, einfach weil sie eine wunderbarer Handwerksfamilie entstammt.
    Wohl aber eher wegen dem haben wollen...


    Die Chamonix hat mich bis dato nie enttäuscht und das anschrauben der Frontstandarte ist nicht wesentlich aufwendiger wie das aufklappen bei der Shen Hat.
    Sie ist flacher im Rucksack und leichter.


    Was manchmal nervt sind die fehlenden Raster für Zero Einstellung, aber das ist ja eh immer vor der Aufnahme genauestens zu kontrollieren.

    insta....


    Getting photographs is not the most important thing. For me it’s the act of photographing. It’s enlightening, therapeutic and satisfying, because the very process forces me to connect with the world…

    (Michael Kenna)

    Edited 2 times, last by martinf5 ().

  • Eine neue Chamonix kostet 1500€. Sagen wir, sie kostet um 700€ mehr als eine andere Gebrauchte. Wenn man sie 20 Jahre hat, sind das Mehrkosten von 9 Cent pro Tag. Ist das die Freude wert?
    Zur Intrepid: Sicher kann und wird man mit ihr gute Fotos machen. Ob man mit dem "Charme des Einfachen" leben kann, muss man selbst abschätzen. Wenn man sie kauft, weil sie billiger ist, rufe ich einen Ausspruch meiner Großmutter in Erinnerung: "Wer billig kauft, kauft zweimal!" (Kann ich für mich bestätigen: Im Kleinbild: Yashica Electro, Canonet GIII, Voigtländer Bessa R, R2, Leica M6. Im MF: Yashica Mat 124, Bronica SQ, Hasselblad 501 CM. Im Großformat: Eigenbau, Shen Hao G 45, Sinar F2)

  • Eine Kamera für unterwegs sollte sicher transportiert werden können. Da bieten sich Kameras an, die man zusammenfalten kann. Darüber hinaus sollte die Kamera auch mal einen Schubs wegstecken. Will man häufiger fotografieren, sollte mit der Kamera schnell und ohne großen Aufwand die gewünschte Kameraeinstellung nebst aller Verstellungen erreichbar sein.
    Deshalb meine Wahl: Linhof Technika oder Wista SP (Metallkameras, zusammengeklappt schützen sie sich selbst, weitreichend und präzis verstellbar, ca. 2,5 kg)
    Eine Holzkamera ist eventuell leichter, die meisten haben aber wacklige Mechanik, teilweise sehr primitiv ausgeführt. Kann sie nicht zusammengeklappt werden, ist sie sehr empfindlich und braucht eigentlich einen Transportbehälter. Sehr gute Holzkameras gab es von der Firma Ebony.
    Für gelegentlich mal ein Foto mag ein großer Aufwand zum Aufbauen und Einstellen nicht stören.
    Bei stundenlangen Wanderungen ist jedes Kilogramm Gepäck mehr zu viel.
    Ein gutes Werkzeug hält ewig und darf auch seinen Preis haben.
    Mit jeder sorgfältig aufgebauten Großformatkamera (mit manchen geht das sehr schnell und unkompliziert, mit anderen kämpft man schon um die Parallelität) kann man gute Fotos machen, denn die technische Qualität hängt vom Objektiv ab und von der Planlage des Filmblattes in der Kassette.

  • Ich habe mir kürzlich die Chamonix 45H1 geleistet. Grund war der, daß ich aus verständlichen Grünjden meine Sinar P nicht ständig rumtragen kann, aber trotzdem eine präzise handhabbare Kamera wollte. Wo es zumindest zum Teil so etwas wie Null-Rasterung gibt :) und die Fokussierung gefällt mir auch.
    Diese Erwartung wurde nicht enttäuscht. Wenn ich sie vergleiche mit der intrepid eines Freundes, ist sie in jeder Hinsicht eine völlig andere Klasse.


    Die H1 läßt sich nicht zusammenklappen, dafür hat sie bessere Verstellmöglichkeiten als die F. Sie kommt allerdings in einer sehr handlichen Tasche, in der auch Lupe, Auslöser, Einstelltuch und Belichtungsmesser Platz finden. Das relativiert diesen Umstand für mich völlig.

  • Eine Kamera für unterwegs sollte sicher transportiert werden können. Da bieten sich Kameras an, die man zusammenfalten kann. Darüber hinaus sollte die Kamera auch mal einen Schubs wegstecken. Will man häufiger fotografieren, sollte mit der Kamera schnell und ohne großen Aufwand die gewünschte Kameraeinstellung nebst aller Verstellungen erreichbar sein.

    Du beschreibst meine Wista 45 SP. ;)

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