der Pfad

  • Ich hätte es übrigens sinnvoller gefunden, die Kamera weiter schräg nach oben schauen zu lassen, damit der Bildkreis nicht überschritten wird. Dann stürzen die Linien noch etwas mehr, was man im Labor durch eine Schrägprojektion ausgleichen kann (oder in der EBV). Dann hätten keine Himmelsteile und Baumteile ergänzt werden müssen. Den Verlust an Treppe unten sehe ich als das kleinere Übel.

  • Ich rede von der gegebenen Situation: die Kamera und das Objektiv im Gepäck. Die Lösung über den Bildkreis hinaus erscheint mir als die schlechtere, vor allem, wenn hinterher sowieso noch korrigiert werden muss (egal ob analog oder digital - darum ging es mir nicht).

  • In welcher Abteilung sollen Sie denn dann stehen? Malerei? Bildhauerei? in der Technik-Abteilung des Deutschen Museums?


    Grüsse
    Andreas

    Klar, das man keine neue Abteilung eröffnen wird. Aber im Museum Ludwig/Köln hängt ein Gurski seit Jahrzehnten einfach mitten unter "neuer Kunst". Gefiel mir übrigens sehr schon vor vielen Jahren, noch bevor Gurski gehypt wurde.


    Gruesse
    Rainer

  • Ich hätte es übrigens sinnvoller gefunden, die Kamera weiter schräg nach oben schauen zu lassen, damit der Bildkreis nicht überschritten wird. Dann stürzen die Linien noch etwas mehr, was man im Labor durch eine Schrägprojektion ausgleichen kann (oder in der EBV). Dann hätten keine Himmelsteile und Baumteile ergänzt werden müssen. Den Verlust an Treppe unten sehe ich als das kleinere Übel.l

    Könnte man diese Vorgehensweise nicht auch als ein Plaidoyer für die Benutzung einer starren Kamera verstehen? Auch einem Doyen des GF ist ein gelegentlicher Ausflug in niedere Gefilde erlaubt.

  • Das Bild gefällt mir.


    Ich werde den Genuss, den ich selbst beim Arbeiten mit der analogen Großformatkamera und dem darauf folgenden, mehr oder weniger puristischen Verarbeitungsprozess empfinde, nicht zur Kritik anderer Herangehensweisen werden lassen. Auch wenn ich selbst einen anderen Weg genommen hätte (vor allem das Abfotografieren mit der Nikon für die Weiterverarbeitung, brrrr). Die Auswahl der Technik und der Verarbeitungsschritte ist Sache des Künstlers. Der eine nimmt für so ein Motiv eine verstellbare Großformatkamera, der andere eine hochauflösende Digitalkamera, noch ein Anderer arbeitet hybrid. Alles rechtens. Jeder nach seiner Vorliebe und persönlichen Arbeitsweise. Zu kritisieren wäre das nur, wenn das Ergebnis mangelhaft wäre, was es hier – wie ich finde – nicht ist.


    Letztendlich ist nur das Endprodukt entscheidend. Auf welchem Wege und mit welcher Technik es entstanden ist und wieweit der Künstler eingegriffen hat um sein beabsichtigtes Ergebnis zu erreichen, ist so lange egal, wie wir uns im Bereich Kunst bewegen und mit dem Bild kein dokumentarischer Anspruch erhoben wird oder Rechte Anderer verletzt werden. Künstlerische Arbeit ist immer auch Manipulation. Die Wahl des Ausschnitts bzw. die Entscheidung für das Weglassen, auch die Entscheidung für das Weglassen der Farbe, die Perspektivkorrektur bei der Aufnahme oder danach, kontraststeigernde oder -senkende Entwicklung, Filterverwendung um den Himmel zu betonen oder Reflexe zu verringern, digitales Wegstempeln eines weggeworfenen Stücks Papier oder wie hier Ergänzen des Himmels, das ist letztendlich alles Manipulation. Wer will sich da zum Richter aufschwingen, was erlaubt und ausstellungswürdig ist und was nicht.

  • Das Bild gefällt mir.


    [...]


    Letztendlich ist nur das Endprodukt entscheidend. Auf welchem Wege und mit welcher Technik es entstanden ist und wieweit der Künstler eingegriffen hat um sein beabsichtigtes Ergebnis zu erreichen, ist so lange egal, wie wir uns im Bereich Kunst bewegen und mit dem Bild kein dokumentarischer Anspruch erhoben wird oder Rechte Anderer verletzt werden. ---

    Ja, mir gefällt das Bild auch sehr, auch der fehlende *völlige* Ausgleich der stürzenden Linien.


    Allerdings würde ich nicht so weit gehen wie im letzten zitierten Satz. Wenn ich schon bei der Aufnahme (Filter, IR-Film, Brennweite) und in der Duka überlege, wie ich etwas mache, um etwas Bestimmtes zu erreichen, dann ist das ein überlegter Schaffensprozess und nicht zu vergleichen mit dem stumpfen Anwenden eines Filters in GIMP o.ä.


    Just my 2 cent.


    VG Andreas

  • Schöner Vergleich. Aber Dir wird egal sein, ob das (Bio)Ei im Topf auf dem Herd, im Eierkocher oder über einem Campingkocher gekocht wurde.
    Wichtig ist:
    Qualität (Bio?)
    Geschmack (Hart oder weich?)
    Präsentation (wo und mit wem esse ich mein Ei?)

    Ich bevorzuge das gekochte (egal wo und wie gekocht) Bio-Ei, 4 Minuten, verzehrt mit Hilfe eines Perlmuttlöffels. Snob, ich weiß … :D


    Was die Fotobetrachtung betrifft: Am liebsten ein Original-Abzug in meinen Händen aber auch in einem guten Buch (was SW betrifft natürlich im Duplex- oder Triplex-Druck) oder meinetwegen auch hier im Forum in digitaler Form. Aber Bio muss sein.


    Sharif

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