C-41 Entwicklung von 4x5"-Planfilm

  • Ich möchte, nachdem ich mit der Intrepid 4x5 etwas mobiler geworden bin, ein paar Farbaufnahmen auf Ektar 100 machen. U.a. geht es dabei um Motive, die wohl später nicht mehr wiederholbar sind. Um ehrlich zu sein scheue ich das Risiko ein wenig die Filme selbst zu entwickeln, da ich noch nie Farbfilme entwickelt habe.


    Ist es zu ängstlich von mir? Kann man es evtl. doch selbst tun? Ich wäre ja auch bereit einen "Probeschuß" zu machen. Was braucht man überhaupt dazu? Einen Jobo CPE 2 hätte ich ja und die übrige Hardware von der SW-Entwicklung ja auch. Mich würde Eure Meinung interessieren. Danke!

  • Ich habe vor sehr vielen Jahren C41 und E6 selbst entwickelt. Das war kein Hexenwerk, wenn man Gelegenheit hat, die Temperatur der Chemikalien konstant nach Vorgabe einzuhalten. Du hast einen CPE2, also wird das für dich auch heute kein Hexenwerk sein.


    Nur Mut, mach' es einfach ...
    Ein Probeschuss und eine Probeentwicklung ist natürlich nicht verkehrt.


    An Haltbarkeit und effizienter Nutzung der Chemikalien habe ich keine Erinnerung, aber das kann man sicherlich auf den Herstellerseiten nachlesen.


    Viel Glück!

  • "Nicht wiederholbar" im Sinne von "kommerziell" wird's wohl nicht sein, daher geht es eher im Sentimentalitäten, ala "Ach hätte ich doch...". von daher betrachtet. Was ist der Schaden?
    Vorher einmal durchspielen ist natürlich immer eine gute Idee, habe ich aber in meinem Fall auch drauf verzichtet. Wobei ich keine Maschine habe und von deren korrekter Durchführung/Heizung/etc.

  • In diesem Fall: Nicht selbst machen, Period! ;) Das brauche ich jetzt nicht noch seitenweise zu begründen, oder?


    Danach ist alles erlaubt...

    Nein, natürlich nicht. Ich würde ja auch sonst nicht fragen X/ Aber ich hatte ja auch angedeutet, dass ich hier auch einen Vorversuch machen würde. Harald hatte das ja auch ins Feld geführt.


    Und nicht wiederholbar heißt bei mir in KEINEM Fall kommerziell. Nein ich mache alle meine Arbeiten ausschließlich für mich und zu meiner Freude :D Nicht wiederholbar meint, das Bild kann später nicht mehr gemacht werden. Es geht um ein Gebäude, dass demnächst (in gut zwei Wochen) abgerissen werden soll. Die Aufnahmen wären aber nur für mich, materieller Schaden entsteht nicht, aber für mich ideeller ...


    Im Zweifelsfall würde ich das dann doch zum Entwickeln geben. Trotzdem frage ich mich was man denn nun braucht, wie oft kann die Chemie gebraucht werden (Einmalentwickler oder doch öfters?) und was ist von der Version zu halten es bei weniger als 38 Grad zu machen. Und wie gesagt, wenigstens einmal würde ich es vorher schon ausprobieren.

  • Tetenal C41 kann problemlos be 30°C gemacht werden, mit verlängerten Zeiten, ist auch im Beiheft gut dokumentiert. Im Gegenteil, bei 38°C kann's schon etwas hektisch werden, die Zeiten beim Ein- und Ausgießen einzuhalten, was dann rasch zu Verfärbungen führt. Ich empfehle daher 30°C.
    Die jeweiligen Komponenten haben leider unterschiedliche Haltbarkeit, sobald sie mal angesetzt sind. Deshalb ist es schwierig, EINE Zeit anzugeben. Aber innerhalb dieser Zeit kann sie mehrfach verwendet werden, ebenfalls genau im Heft dokumentiert (+ verlängerte Zeiten).
    In den zwei Wochen bis zum Abriß sollte sich also jede Menge Entwicklungsarbeit ausgehen, da spielt dann auch die Haltbarkeit noch keine Rolle!

  • Das hört sich jetzt fast so an als ob ich das riskiere :thumbup: Ich mein irgendwann MUSS man anfangen. Also erstmal mit weniger sensiblen Bildern anfangen. Ich könnte ja mal einen Hektar "opfern" den ich sowieso immer für MF da habe. Wenn das klappt kann ich ja auch den Planfilm in Angriff nehmen. Im anderen Fall gebe ich den halt doch zum Entwickeln weg.

  • Nicht wiederholbar meint, das Bild kann später nicht mehr gemacht werden. Es geht um ein Gebäude, dass demnächst (in gut zwei Wochen) abgerissen werden soll. Die Aufnahmen wären aber nur für mich, materieller Schaden entsteht nicht, aber für mich ideeller .

    Dann knipps dir doch das Gebäude vorsichtshalber auf KB, MF, oder Digital weg.
    Dann hast du ein BackUp für deine Erinnerungen, oder? ;)


    Und dann gehts du, solange das Gebäude noch steht, dein Projekt im GF und in Color an.

  • Dann knipps dir doch das Gebäude vorsichtshalber auf KB, MF, oder Digital weg.Dann hast du ein BackUp für deine Erinnerungen, oder? ;)


    Und dann gehts du, solange das Gebäude noch steht, dein Projekt im GF und in Color an.

    Nö, klar. Das mach bzw. hab ich schon ohnehin gemacht. Die Rolleiflex 6008 kann das ganz gut :D

  • Ich möchte, nachdem ich mit der Intrepid 4x5 etwas mobiler geworden bin, ein paar Farbaufnahmen auf Ektar 100 machen. U.a. geht es dabei um Motive, die wohl später nicht mehr wiederholbar sind. Um ehrlich zu sein scheue ich das Risiko ein wenig die Filme selbst zu entwickeln, da ich noch nie Farbfilme entwickelt habe.


    Ist es zu ängstlich von mir? Kann man es evtl. doch selbst tun? Ich wäre ja auch bereit einen "Probeschuß" zu machen. Was braucht man überhaupt dazu? Einen Jobo CPE 2 hätte ich ja und die übrige Hardware von der SW-Entwicklung ja auch. Mich würde Eure Meinung interessieren. Danke!

    Auf jeden Fall mit einem Stück belichteteten CN-KB-Film einen Probelauf machen um die Handgriffe vertraut zu machen. Was zu tun ist, ist nicht viel und steht kurz und klar im C41-Anleitungheftchen
    Wenn dir 38° mit 3,5 Min. zu hektisch sind kannst du auch bei 30° und längeren Zeiten nach der Tabelle entwickeln. Wenn die Schrift auf dem KB-Film klar und dunkel erscheint hast du alles richtig gemacht. Teilansatz ist gut machbar: z.B.a lle Mengenangaben für 1 liter durch 3 teilen


    Das ganze ist ein schlichter Dreibad-Prozeß: Entwickl.,Stopbad, Blix+ Wässern (mit Jobokaskade ca 3 Min oder von Hand ) zuletzt Stabi-bad (mit dest. Wasser). Film nicht abstreifen, gleich aufhängen
    oder bei Planfilm in ein Gitter oder so stellen.
    EinfacheSache, klappt immer, mache ich schon sehr lange.
    Geht auch ohne CPE 2 dann muß die Dose in ein Warm-Wasserbad und gekippt werden ca 4x/Min.
    Die Planfimdose Jobo braucht dann aber 1 lit. Chemie o.so. CPE 2 ist da mit 270 ml wsentlich einfacher


    argon

    Wo kämen wir hin,
    wenn jeder sagte, wo kämen wir hin
    und keiner ginge, um zu sehen
    wohin wir kämen,
    wenn wir gingen.

  • Servus,


    also wenn es um das selber machen geht bin ich immer dafür.
    Mein Grund war hier (neben den geringen Kosten) primär, dass ich die Negative bzw. Dias innerhalb von 2 Stunden fertig in der Hand habe, wo das Labor bei mir ca. 2 Wochen brauchen würde (vorausgesetzt der Service wird überhaupt angeboten...*Spoiler* wird er nicht).


    Also hab ich mich einfach mal mit kindlicher Naivität daran versucht und es lief spontan so gut, dass das jetzt quasi so einfach wie S/W von der Hand geht.


    Mein Workflow beim Entwickeln richtet sich stark an einem Sous Vide Stab der in einem Wasserbad die Chemie warm hält. Die Dose wird per Hand rotiert. Da muss man auch streng dranbleiben und alle 15 sek. drehen. Klar, da ist Disziplin gefordert und das war auch die ersten Male bisschen stressig. Aber du hast ja auch eine CPE... Von daher nimmt die dir ja schon zwei wichtige Aufgaben ab: Temperatur und Rotation. Also warum nicht mal versuchen?


    Bei den wichtigen Motiven hatte ich anfangs auch Angst, aber die wurde dann relativ schnell überwunden. Daher ist bei mir KB eher zum schnellen wegballern. MF nehme ich bei wichtigen Motiven und bei richtig Wichtigen nehme ich dann auch GF und mache mir da auch keine Sorgen.


    Gruß
    Mario

  • ich mache im Moment immer zwei Aufnahmen von Dingen, die ich nicht einfach so wiederholen kann.
    Und ein sous Vide Stab ist wirklich eine ganz feine Sache, da hält man die 30 grad ganz gut ein. Es ist am Anfang etwas hektisch, aber nur weil man glaubt, es klappt nicht. Aber es funktioniert wirklich einfach, es ist objektiv nicht schwieriger als ein sw Film.

  • Auch nochmal dankeschön für die aufmunternden Worte! Ich freu mich schon wenn mein C41-Entwicklerset da ist. Nach den letzten Entäuschungen beim Drogeriemarktlabor werde ich mich mit dem Thema ganz sicher befassen! X/

  • Nein, definitiv nicht 8| Ich hätte dazu schreiben müssen, dass ich da den entwickelten MF-Film (Kodak Ektar 100) zum Entwickeln hatte. Die Entwicklung an sich war zwar in Ordnung, aber der Film wurde sehr achtlos behandelt. Einfach in die Transporttüte gestopft, ein Pappstreifen dahinter, irgendwelche Papierbrösel dran, telweise verkratzt ... X/ Also alles andere als schonend.


    Die Digitalisierung funktioniert ohnehin nicht. Solch übergrelle Farben! Unscharf <X Nein, das kann man wirklich vergessen.

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