Seltsames Einbaumaß Compur #1

  • Hallo zusammen,


    ich brauche mal eure Hilfe. Stehe gerade etwas auf dem Schlauch.


    Ich habe heute einen sehr schön funktionierenden alten Compur-Verschluss mit Voigtländer-Branding bekommen.

    Ich vermute, dass der aus einer geschlachteten Bergheil 9x12 stammt. Da steckte ein 4,5/150 mm Objektiv drin.


    Ich hielt den Verschluss für einen Compur 1, zumindest bis vorhin. Das Montagegewinde bereitet mir aber Kopfzerbrechen. Wenn ich mit meinen bescheidenen Hilfsmitteln richtig gemessen habe, hat das Gewinde einen Durchmesser von 43,5 mm. Ist damit 2 mm größer als ich bei Compur #1 erwartet hatte. Meine separat bereits georderte Linhof-Platte samt #1er Haltering sind damit hinfällig. Die Plattenbohrung kann ich vergrößern. Der Ring könnte zum Problem werden.


    Ist euch dieses Einbaumaß schon mal untergekommen und hat jemand einen Tipp, wo ich einen passenden Retaining Ring oder Flanschring bekomme?

  • Hab nochmal nachgemessen.

    Das ist kein 44mm-Gewinde, der Durchmesser beträgt höchstens 43,5 mm.

    Etwas zu viel Unsicherheit für eine 60 USD-Bestellung aus der Ferne.


    Du hast den Außendurchmesser des Verschlußgewindes gemessen?

    SK Grimes bietet die "Mutter" dazu?

    Jetzt mal ein bißchen nachdenken, und dann ggf. in der Ferne zu einem wirklich fairen Preis kaufen :)

  • Du hast den Außendurchmesser des Verschlußgewindes gemessen?

    SK Grimes bietet die "Mutter" dazu?

    Jetzt mal ein bißchen nachdenken, und dann ggf. in der Ferne zu einem wirklich fairen Preis kaufen :)

    Natürlich, ich weiß was du meinst ;)

    Mir fehlt wohl die einheitliche Gewindebezeichnung.

    Wenn du hier eine M8-Schraube kaufst, holst du dir auch keine M8,2 Mutter dazu.

    Und tatsächlich bin ich zwischenzeitlich im Netz auch auf die Gewindebezeichnung M43,5 gestoßen.

    Es bleibt also eine gewisse Restunsicherheit. :/


    Der Preis ist ok für ein frisch gefrästes Teil. Will wohl noch nicht so richtig wahrhaben, dass es da angesichts der vielen gebauten Bergheils kein passendes Gebrauchtteil auf unserem Kontinent geben soll.

  • Ich habe da auch echte zweifel das jemand ein Gewinde mit dem Komma Wert gedreht hat. Ein 135 Tessar bei mir zeigt auch mit der Leere 43,5mm ist aber nicht. In Wirklichkeit sind es 44 mm.

  • Der Preis ist ok für ein frisch gefrästes Teil.


    Das wäre dort mind. doppelt so teuer; sowas fertigt der Mann in Serie, und das macht den guten Preis.

    Schreib den doch einfach mal an, den Durchmesser hast Du doch.

    Am besten noch den Flankenwinkel und die Steigung bestimmen, und dann wirst Du sicher erfahren, ob Du einen "Spezial"-Verschluß hast, bzw welches Maß der Flansch haben sollte.

  • Danke euch allen für den Input. Ich sehe jetzt etwas klarer und fasse die zwischenzeitlich gewonnenen Erkenntnisse mal wie folgt zusammen:


    Alte Compur-Verschlüsse aus den 1920er Jahren folgen nicht zwingend den heute bekannten Copal/Compur-Einbaumaßen, sondern haben mitunter Zwischenmaße, für die Halteringe und Objektivplatten heutzutage nicht mehr so einfach zu bekommen sind, wenn man – konservatorisch und ethisch m.E. zumeist unzulässig – keine Bergheil & Co. schlachten will.


    Der mir vorliegende Verschluss hat eine gemessene Außengewindegröße von knapp 43,5mm, fällt aber in die Kategorie 44mm, die bei lichtstarken 15cm Optiken damals offenbar gängig war.


    Im Archiv unseres Forums stoße ich auf den folgenden thread von 2010:

    https://forum.grossformatfotografie.de/forum/thread/6888-compur-welche-grösse-ist-meiner-1/?pageNo=1

    Der gute Peter K schrieb dort in #2 zu einem ähnlichen Fall:

    "... dem Durchmesser des Anschraubgewindes nach ist es ein Compurverschluß alter Bauart der Größe "2". Dieser Verschluß müßte ein vorderes und hinteres Einschraubgewinde - für die Objektivzellen - von 40,8mm haben.

    Deckel hat in den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts eine zeitlang sowohl die älteren als auch die neueren Verschlußgrößen gleichzeitig produziert, die einen mit der Stellscheibeneinstellung und die neueren mit der koaxialen Ringeinstellung die heute noch bei Copalverschlüssen verwendet wird..."


    In der internationalen Bucht, meist UK und USA, werden unter den Bezeichnungen "Retaining Ring" oder "Lens Flange" Halteringe angeboten in den angeblichen Größen 43mm und 44mm (wie exakt oder schludrig das vom Anbieter jeweils gemessen wurde, weiß man nicht). Über die exakte Gewindegröße und die Steigung sagt das nur wenig aus, so dass das mehr ein Glücksspiel ist, dass das am Ende passt. Zumal die Engländer (nicht nur) bei Gewindegrößen gern schon mal eigene Wege gehen.


    Erfolgversprechend scheint dagegen das o.e. Angebot von SK Grimes mit einem auf Maß gefrästen 44er 0.9 Ring. Alternativ bietet sich die Lösung einer Eigenfertigung mit dem 3D-Drucker an.

  • Der mir vorliegende Verschluss hat eine gemessene Außengewindegröße von knapp 43,5mm, fällt aber in die Kategorie 44mm...


    Erfolgversprechend scheint dagegen das o.e. Angebot von SK Grimes mit einem auf Maß gefrästen 44er 0.9 Ring.


    Das gemessene 43,5(knapp! - was heißt das?) dann 44 mm sein sollen, sehe ich erst mal gar nicht.

    Daraus dann zu folgern, daß der SK-Ring 44mm passen wird, wäre mir in der Tat viel zu vage.



    Laß doch das Ding erst mal ordentlich vermessen, dann findet sich sicher auch der passende Ring.

  • Das gemessene 43,5(knapp! - was heißt das?) dann 44 mm sein sollen, sehe ich erst mal gar nicht.

    Daraus dann zu folgern, daß der SK-Ring 44mm passen wird, wäre mir in der Tat viel zu vage.

    Hattest du nicht in #11 noch das Gegenteil angedeutet, nachdem ich zuvor "höchstens 43,5 mm" geschrieben hatte? ;)

    Morgen bekomme ich eine vernünftige Schieblehre, dann kann ich die provisorische Messung überprüfen.

    Nach dem, was EagleEye und Geo oben geschrieben haben, scheint einiges für 44mm zu sprechen und auch die Angaben von Peter K passen ja dazu.

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