Sinar mix and match

  • Hallo zusammen,


    Ich habe mich entschlossen wieder verstärkt in den Großformat einzusteigen. Ich habe aktuell drei Sinar F Standarten, davon eine mit Feinfokus, alles 4x5. Jetzt wollte ich eigentlich für Kontaktprints auf 5x7 umsteigen und bin dabei Teile zu sammeln. Jetzt kam die Frage an die SInar-Wissenden: kann ich einen 5x7 Rahmen auf einen "Frontblock" auch montieren ?


    Gruß, Stefan

  • Moin,


    es gab von Sinar die F auch als 13x18 Variante. Selten, entsprechend gesucht und teuer. Letztens hat hier jemand ein 13x18 Rückteil zur Norma für einen mehr als freundlichen Preis verkauft, da standen die Käufer Schlange :) . Dann gibt es noch die Variante mit P Rückteil, also eine C. Oder halt was gebasteltes. Muss ja nicht so aussehen, wie das, was Du verlinkt hast. Ob da 3D Druck geht weiß ich nicht, oder ein Teil von jemand, der Dir das aus Metall macht.


    Gruß Peter

  • Ich habe aktuell drei Sinar F Standarten, davon eine mit Feinfokus


    Willst Du ein 5x7 Rahmen an eine Standarte montieren, brauchst Du meines Wissens eine P Standarte, also den Gelenkblock.
    So würde aus Deine SINAR F eine SINAR C = Combination. Kombination weil aus "F" und "P" Teilen, so die offizielle Bezeichnung von SINAR.
    EIn Investition von P Teilen ist nicht ohne! Ein vernünftiger Gelenkblock, mit 5x7 Rahmen, Mattscheibe und Balgen, vielleicht noch
    ein Weitwinkelbalgen dazu . . . hast Du Objektive? . . . da können schon mal 1,5 - 2,0 Kilo (1.500 - 2.000€) über den Tisch rollen.
    P Kameras wurden nicht selten "richtig" hergenommen, waren Sie doch die Studiokamera der 80er Jahre.
    Bei den Gelenkblöcken sind demzufolge nicht selten die Zahnstangen verschlissen, haben Spiel, oder der Höhenshift kann Macken haben.
    Reparaturen des Blockes sind mitunter sehr kostspielig! Ich hatte mal ein 8x10 Rückteil, da war eine Wasserwaage eingetrocknet.
    Eine Werkstatt schickte mir für die Reparatur einen Kostenvoranschlag von 350€ . . . Hust.

    2 Tipps hätte ich dennoch:
    Willst Du im SINAR System bleiben . . . lass Dir Zeit mit dem Kauf, mit kommt vor, dass 5x7 grad wieder teurer wird.
    Oder aber, Du holst Dir für keines Geld z.B. eine Plaubel. Die geht auch schon mal für 600€ weg.

    Die zwei schönsten Geräusche der Welt sind: Ein Verschluss der sich öffnet und wieder schließt.


  • P Kameras wurden nicht selten "richtig" hergenommen, waren Sie doch die Studiokamera der 80er Jahre.

    Auf welche Studiokameras trifft das nicht zu?

    Nur zur Erinnerung: Ein Privatmann hatte früher nahezu keine Möglichkeit, eine Fachkamera zu kaufen. Linhof wurde von vielen Profifotografen gedisst, da sie Profikameras auch an andere Gewerbetreibende als Fotografen verkaufte, sprich Architekten usw. Von Privatiers war damals nicht die Rede. Gottschalt hat in den 80-ern eine verbesserte Sinar Handy rausgebracht. Er war Architekt und wollte eine einfach zu bedienende WW-Kamera mit Shift haben.



    Bei den Gelenkblöcken sind demzufolge nicht selten die Zahnstangen verschlissen, haben Spiel, oder der Höhenshift kann Macken haben.

    It's not a bug, it's a feature ;)

    Bei den Ps gibt es Zahnstangen aus Kunststoff. Ich hab mich (unabhängig voneinander) darüber mit einem Ingenieur und einem Lehrer für Werkstoffe unterhalten. Beide meinten, dass das die richtige Variante für selbsthemmende Feintriebe, die bei unterschiedlichsten Temperaturen funktionieren sollen, sei. Natürlich waren die Ps früher regelmäßig zur Revision "zu Hause", da wurden die Kunsttoffzahnstangen getauscht. Reparaturhandbücher gibt es online. Ersatzzahnstangen? Keine Ahnung, ob das Standartware ist. Sollte aber heutzutage mit 3D-Druck kein Thema sein, oder? Ich hab eine P2 ohne jegliche Probleme. Vorher hatte ich eine P, bei der war an der Frontstandarte in der Drehung ein Haker, sprich ein Zahn abgebrochen. Hat über mehrere Jahre funktioniert (wenn man weiter wollte, musste man etwas schubsen), ob es schlimmer wurde weiß ich nicht, ich hab sie mit entsprechender Beschreibung verkauft, die Drehung vorne brauche ich halt fast nie....


    Plaubels wiederum hab ich schon sehr oft ausgenudelt gesehen. Da funktionieren die meisten Einstellungen über Klemmung. Und sehr viele Fotografen wissen nicht, dass nach "fest" "los" kommt. Und da ist eine Reparatur schwer bis gar nicht möglich.



    Du holst Dir für keines Geld z.B. eine Plaubel. Die geht auch schon mal für 600€ weg.

    Kosten die wieder soviel mitlerweile? Ich hab noch irgendwo in einer nicht ausgeräumten Umzugskiste ne 13x18, ohne das "fest-los-Problem", sollte ich mal zu Geld machen :)

  • Ich hab mich (unabhängig voneinander) darüber mit einem Ingenieur und einem Lehrer für Werkstoffe unterhalten. Beide meinten, dass das die richtige Variante für selbsthemmende Feintriebe, die bei unterschiedlichsten Temperaturen funktionieren sollen, sei.

    Das ist eine interessante Aussage ...


    Materialabhängige Selbsthemmung hängt von der Reibung ab. Wenn sie bei Kunststoff höher ist als z.B. bei Metall, hat man eben mehr Reibung im System und damit auch mehr Verschleiß. Darüber kann man diskutieren.


    Unterschiedlichste Temperaturen kommt mir auch fragwürdig vor. Es gibt Kunststoffe, die einen breiteren Temperaturbereich abdecken. Ingesamt ist es aber ein Zusammenspiel von Festigkeit, Temperaturstabilität und Reibung. Bei Zahntrieben gibt es die Flankenfestigkeit (das ist Reibung) und Bruchsicherheit (das ist das, was man üblicherweise unter Festigkeit versteht). Hängt von der Wahl des Kunststoffs ab, ebenso wie die Frage der rechnerischen Lebensdauer. Kann man in Maschinenbaulehrbüchern nachlesen ...


    Ob der gerne erwähnte 3d-Druck als Ersatz taugt, hängt von der Fertigungsgenauigkeit ab. Die ist stark abhängig von Material und Fertigungsverfahren; die einfachen Hobbygeräte sind da eher mäßig (Disclaimer: Ds ist jetzt kein 3d-Druck-Bashing! Ich finde diese Technologie super!!).


    Eine einfache Materialsubstitution genügt nicht. Warum hat Sinar denn die Kunststofffeintriebe "versteckt"? Die sind ja nie so explizit kommuniziert worden. Ich bin wahrhaftig kein Metallfreak, trotzdem erscheinen mir an Kameras Metallverzahnungen sinnvoller. Beispiel: Gewindestangen zum Fokussieren. Warum sind die üblicherweise aus Metall? Die Kriterien Temperaturstabilität/Selbsthemmung gelten da auch.


    Ok. Ende Klugsch...modus.


    Kunststoff geht in Ordnung, muss aber sinnvoll eingesetzt werden. Konstruktiv oder materialbedingter Verschleiß ist auch nicht schlimm, sofern die Teile während der geplanten Lebensdauer ersetzbar sind.


    Heitere Grüße von hp

  • Stefan, welche Teile - abgesehen von den Standarten - hast du denn schon?

    Und welche Standarten sind das genau?

    Nur so kann man dir bei der Beantwortung deiner Frage behilflich sein.

    Ich habe eine Sinar F, sprich Bank mit Halter und zwei Verlängerungen 1x"Hinterstandarte" mit Feinfokus und Grundglas 4x5 und zwei Hilfsstandarten, dazu normalen Balgen und WW-Balgen, sprich funktionierende 4x5 ( ohne Feinfokus auf Front ). Jetzt war die Idee dazu noch einen P-Block zu holen und eben eine 5x7 P-Rahmen samt GG u. Balgen. Meine Frage war ob es egal ist welchen P-Block ich nehme oder ob es der "hintere" sein muss oder ob ich rein mechanisch den Adapter auf beide montieren kann.


    Gruß, Stefan

  • Keine Ahnung, was mit Bastelei alles möglich wäre, aber du brauchst eine dezidierte Rückstandarte bzw. Gelenkblock, zumindest bei der P.

    Der Grund ist ganz einfach: Der 5x7-Rahmen wird auf den Gelenkblock aufgesetzt und festgeschraubt. Beim vorderen Gelenkblock könntest du den Rahmen zwar aufsetzen, aber nicht festschrauben, da die Öffnung des Stiftes um 90° versetzt verläuft.

    Ich stelle gleich ein paar Fotos ein, dann siehst du das ganz deutlich.

  • Links die Rückstandarte, rechts die Objektivstandarte.


    Der Aufnahmestift der Objektivstandarte. Um einen Formatrahmen festzuschrauben, müsste die Öffnung um 90° gedreht sein (sieht man auf dem oberen Bild ganz gut, wenn man weiß, wohin man genau schauen muss :) )

  • Aha, jetzt ist mir klar was Sachen ist : die Feststellschraube kommt mal von vorne und mal seitlich d.h. wenn ich die Teile verwenden will wie gedacht komme ich mit dem Frontblock eben nicht durch. Vielen Dank für die Bilder - besser als 1000 Worte ;). Da ich keine P vor mir habe war das eine Idee die mir durch den Kopf ging, besonders weil ich etwas günstiger an eine P-Front-Block kommen könnte. Aber daraus wird wohl nichts - dann geht die Suche weiter, so ganz eilig ist es nicht, ich hab' ja womit mich beschäftigen ;)


    Gruß, Stefan

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