Vergleich Foma 100, 200 und 400 in ID11 1+1; rudimentär an-eingetestet

  • Hallo Zusammen,


    Im Belichtungsforum hatte ich ja schon geschrieben, daß ich versuche zu verstehen, warum sich die Foma-Filme teilweise merkwürdig verhalten und versucht hier einen standardisierten Testaufbau für die Belichtung von Graukeilen zu finden etc.

    (Verfahren ist dort beschrieben.)

    Nun habe ich die erste Testsereie mit je 3 Zeiten für die Fomapan 100, 200 und 400 in ID 11 durch und beschlossen die Ergebnisse hier zu posten.

    Ich fände es schön, wenn der eine oder andere - soweit er sich denn die Mühe des Eintestens macht - hier auchmal seine Ergebnisse veröffentlichen würde. Kein Prozess ist gleich, aber es gibt immer Hinweise auf Verhalten und evtl. Gesetzmäßigkeiten.

    Mein Vefahren hat mit Sicherheit Fehler und Unsicherheiten, ich bin kein Profi und habe das zum ersten Mal gemacht.

    OK.

    Grundsätzlich kommt die Methode, die Otto Beyer zum Eintesten von Planfilmen beschreibt, zum Einsatz.

    Vor-Tests: Mit Atomal und LQN, mit Tages-, Kunstlicht und Blitz, mit Kamera und Vergrösserer.

    Ergebnis: Das verwendete Licht hat einen sehr massgeblichen Einfluss auf die Kurvenverläufe.

    Daher Entschluss einen Blitz zur Belichtung einzusetzen. In voller Regelungsstärke, um nicht durch kurze Zeiten in den Kurzzeiteffekt zu laufen.

    (Meine China-Slave-Möhre ist eh nicht regelbar.)


    Aufbau zur Belichtung:

    Blitz auf Stativ neben Vergrößerer nach unten auf Grundbrett gerichtet (ca. 50 cm seitlich von Mitte Grundbrett, 70 cm Abstand Biltz zu Mitte , weisse Fläche auf Grundbrett, Vergrössererkopf mit 135er Componon-S auf die Höhe (etwa 80 cm) scharf gestellt, Mattscheibe vor Objektiv.

    Belichtungsmessung für 21 DIN mit ProfiSix-Flash (Lichtmessung) ergibt mit 5f Zugabe etwa f 5,6, die helle Fläche hat gegenüber einer Lichtmessung den Effekt etwa 2,5f heller zu sein, die Mattscheibe nimmt 0,5f. das würde bedeuten, daß die Blende um 2f zugezogen werden müsste.

    In den Vortests (Vergleich Tages und Kunstlicht) hat sich gezeigt daß dies aber 1f weniger List ist, als bei der Messung durch die Mattscheibe.

    Die Ergebnisse hatten im Bereich der Schatten zu wenig Messwerte. Daher habe ich dann nochmal eine Blende draufgelegt.


    Hier haben wir den ersten Fehler, den ich nicht bestimmen kann: Ich kenne die Lichtmenge, die am Ende auf dem Film ankommt, nicht exakt.

    Wenn ich also in der Dokumentation "belichtet wie 21 DIN" angebe, dann könnt das durchaus realistisch auch nur die Hälfte sein.

    Nun, mir ging es bei den Tests in erster Linie darum, das (Kontrast-)Verhalten des Films bei unterschiedlichen Entwicklunsgzeiten zu sehen.

    (... und zu schauen, mit welchem Entwickler sich der Foma "in den Griff kriegen" lässt.)


    Fragestellung:

    Inwieseit ist eine Kontraststeuerung mit dem gewählten Entwickler möglich und wie reagiert der Film?


    Prozess:

    Entwicklung in JOBO CPE2 in 2830 mit "Röllekes-Einsatz", verhält sich wie Planfilm mit Klammern ind er Trommel.

    Temp: 22°C +/- 0,5° während der Entwicklung schwankend, kleine Aquarienpumpe wälzt das Mantelbad um.


    Alle Mengen: 300 ml

    Zeiten:

    • 5 min Vorwässern
    • X min Entwickeln
    • 30-45 sec. Citr.-Stopbad
    • 2 min. Amaloco X55 mit Tetenal Härter
    • Notwässserung (Ilford Methode mit drei Wasserwechseln, 1,2,3 Minuten)
    • Netzmittel
    • Trocknung (teilweise den letzen Rest mit Fön...)

    Filme und Entwickler:

    Foma 100, 200, 400 in ID11, Verdünnung 1+1


    Zeitenplanung

    Aus den üblichen Quellen die Zeiten entnommen, mit den Beyerschen Faktoren für die Rotataion umgerechnet.

    Tabelle gemacht und überlegt wie man die Entwicklungen für Normal und +/- 25% mit maximal 10% Abweichung zusammenlegen kann.

    Also geplant je Film eine Normalentwicklung, eine Über- und eine Unter-Entwicklung.

    Sind 9 Streifen und am Ende 5 Entwicklungsdurchgänge.

    Nachdem ich bei den ersten Ergebnissen für eine Überentwicklung (N1) auf N0 und für eine N-1 auf N rauskam, habe ich für den 4 und 5 Durchgang die Zeiten nochmal angepasst.


    Durchführung: wie geplant

    Mir ist nicht klar, ob das einen Einfluss haben könnte: ID11 Stock im Mittag angesetzt, Abends abgefüllt und um 21:00h die ersten drei Durchgänge gestartet, am nächsten Tag (heute) die letzten zwei. Es gab mal Behauptungen, dass der ID11/D76 nach Ansatz einen Tag braucht, um sich zu normalisieren. Ich weiss nicht was dran ist. Wenn das hier jemand stützt, kann ich eine Messung vom ersten Tag reproduzieren.


    Auswertung:

    Übertragung der Messwerte in das Auswerteblatt von Otto Beyer, Version 2.1


    Ergebnisse:

    FOMA 100




    Wie oben beschrieben: Eher eine Blende weniger!

    Die Kurven sind aufgabeucht, durchhängend und S-förmig, ich hänge im nächsten Teil die XLS an.



    Foma 200




    Auffallend waren hier die absolut linearen Schwärzungsverläufe bis in die hohen Dichten hinein, richtig gerade!


    So, 10 Anhänge voll, es geht imnächsten Beitrag weiter.

  • Foma 400



    Soweit die Messungen und Auswertung.

    Ich hänge die Daten als ZIP an.


    Interpretationen:

    3 Messwerte reichen nicht für zuverlässige Aussagen.

    Trotzdem lassen sich ein paar Aussagen zu ID11 1+1 mit den FOMA-Filmen machen, die natürlich "in the field" zu verifizieren sind.


    1. FOMAPAN 100 - ist immer recht kontrastreich, 5 bis 5,5 Zonen, verändert Kontrast über die Zeit kaum.

    (Sehe gerade in der Auswertetabelle habe ich die Ablesungen wegen Unsinnigkeit nicht gefüllt,
    man möge es mir nachsehen...)

    Die Unterschiede über die Zeit fallen nicht besonders deutlich aus.
    Die Empfindlichkeit dürfte bei 17-19 DIN liegen.

    2. FOMAPAN 200

    Hier schient nur die Empfindlichkeit aber kaumd er Kontrast über die Zeit zu variieren.
    Dafür ist die Grauwertwidergabe schön gleichmässig.

    Der Objektkontrast findet sich also ziemlich unabhängig von der Entwicklung auf dem Film wieder.

    Solange das Paier das packt, ist es also ein Film mit enormen Belichtungsreserven in beide Richtungen.

    (Habe aber keinen Vergleich...) Könnte mit dem Entwickler ein Universal-Film sein.

    Beispiel Dichte zu Zonen für 7:25 min:


    3. Fomapan 400

    Er verhält sich in ID11 nicht so merkwürdig wie in LQN oder Atomal.
    (Da dachte ich erst ich spinne...können aber auchnoch Methodenfehler von meiner Seite gewesen sein.)

    Aber auch hier gibt es ab einer gewissen Zeit keine Kontrastzunahme mehr.

    Trotzdem könnte man hier plus minus 1 Zone kontrollieren:

    Hinweis: Hier liegt auch ein Ausreisser-Wert zu Grunde , man müsste also nichmal nachtesten.

    ... und wieder: Die Angaben zur Empfindlichkeit sind fehlerbehaftet.


    Zusammenfassung zu FOMAPAN in ID11 1+1, bei 22° rotiert:
    Wenn man mit der Entwicklung EInfluss auf den Kontrast nehmen will, geht das bei dem 100er und dem 200 so gut wie nicht und beim 400er in gewissen Grenzen.

    Der 200er scheint mit den linearen Schwärzungsverlauf- ziemlich unabhängig von der Entwicklungszeit - enorme Reserven zu haben.


    Jetzt mache ich mal an den nächsten Abenden wieder Fotos, vielleicht ist ja ein Bild dabei. :)

    ---
    ... denn nichts ist so, wie es scheint!

    Edited once, last by Leon ().

  • Hallo Leon,


    ich habe vor kurzen auch den Foma 400 in ID11 1+1 20°C Rotation für mich als Rollfilm eingetestet. Hierbei habe ich mit einer Studioblitzanlage ein eine weiße Fläche gespottet und wie folgt belichtet:


    Zeit immer 1/125 / ISO400


    Blitz f22 -> Blende 5.6

    Blitz f16 -> Blende 5.6

    Blitz f11 -> Blende 5.6

    Blitz f8 -> Blende 5.6

    Blitz f5,6 -> Blende 5.6

    Blitz f5,6 -> Blende 8

    Blitz f5,6 -> Blende 11

    Blitz f5,6 -> Blende 16

    Blitz f5,6 -> Blende 22


    Nun wollte ich dir meine gemessenen Dichtewerte präsentieren und stelle fest das ich diese nicht gespeichert hatte. Schade. Die Kurve sah tatsächlich in Ordnung aus, aber die -4 EV Belichtung war nicht vom Trägermaterial zu unterscheiden, was für mich den Film gedanklich wie du eher in der ISO200 Kategorie verorten lässt.


    Da ich mich aber (erstmal) gegen den Film entschieden habe ist das Negativ auch weg. Anbei ein Testprint mit dem (Handy digitalisiert), wo man wie ich finde auch gut sieht das einfach zu wenig Licht auf das Negativ gekommen ist. Das Leder auf der von uns aus linken Seite hat keine Zeichnung. Der Rest sieht supi aus.

  • So, ich habe mal ein wenig nachgetestet.

    Alles für den 400er.


    Zuerst einen Test mit 6:45 weil das ja nach meiner Grafik trotz des Ausreissers ein N0 sein sollte.

    Dann heute Abend nochmal den 9 min-Test wiederholt.

    Bei diesen Tests habe ich mir ein "Testbild" gebaut: Schwarzes T-Shirt, verwaschenes schwarzes T-Shirt, WEisses T-Shirt, verknuddelt zusammen mit einer Graustufenkarte und einem Auflösungsblatt.

    Belichtet mit Blitz und LED-Beleuchtung aus demselben Wickel und Abstand.


    Dann mir nochmal die Auswertetabellen nach Beyer beguckt.


    Folgerungen vorab:

    - der 7:25 min Wert muss ein Prozessproblem gehabt haben (vermute den oben schonmal erwähnten Kontaminationsfehler), da die Ergebnisse des 6:45 min deutlich andere, aber auch schlüssigere (oder dem Wunschdenken entsprechende) Ergebnisse liefern.

    - im ersten Versuch waren die Ergebnisse reproduzierbar

    - man sollte Daten sorgfältig eintragen und auswerten!



    Zuerst etwas zur Reproduzierbarkeit, ermittelt beim 2. 9min Test.



    Die Das Mittel der Differenzen beträgt -0,01 D bei einer Standardabweichung von 0,024 D.


    Da mir die Erfahrung fehlt:

    Bei einem Prozess, bei dem die Entwicklungstemperatur im Mittel durchaus um 0,3° bis 0,5° abweichen kann, finde ich das erstmal OK.

    Zur Reproduktion finde ich das aber nur begrenzt ausreichend, da die maximalen Abweichungen bei 0,05 D liegen, was 1/3 Zone entspricht. Ist also schon nicht sooo genau.

    Weiterhin habe ich immer noch im Hinterkopf, daß der Entwickler isch inerhalb der ersten Stunden nach dem Ansatz evtl. etwas anders verhalten haben könnte.

    Also: Eine gewisse - erstmal hinreichende - Reproduzierbarkeit könnte gegeben sein.

    Schaut man sich die Kurven unten an, wird das aber zweifelhaft.

    OK, das war ja auch nur EIN Test.


    Ergebnisse der 1. und zweiten 9 min Entwicklung:

    DIe Erste:


    die Zweite:


    Hie rmal die Grafik Dichte zu Zone mit beiden Kurven:


    Grüne Kurve: Erste Entwicklung

    Violette Kurve: Zweite Entwicklung.


    Die grüne "eiert rum".

    Ich habe daraufhin den Teststreifen nochmal durchgemessen. Und nochmal.

    Die Messungen unterscheiden sich streuend in über der Hälfte um 0,01 D, bei jeweils ungefährt 5 Messungen um 0,02 D.

    Soviel zu Reproduzierbarkeiten und gebrauchtem Equipment.

    Mittle ich alle drie Auswertungen für die erste Entwicklung:


    Gibt es keine WESENTLICHEN Unterschiede:

    "Eiert" nicht mehr ganz so... aber die unerklärliche fehelnde Dichtezunahme in Zone 9-10 bleibt.


    Bevor wir zu den Testbildern und der wahrscheinlichen Empfindlichkeit kommen...


    Ergebnis der 6:45 min Entwicklung:


    das passt zur Grafik:


    und sieht erstmal recht gut aus.

    Nur... die Kurve hätte nach den ersten Messungen deutlich steilder sein sollen, so ist sie fast N-2.


    Also vernute ich, daß meine Tests und Messungen ein paar Fehlerquellen haben:


    1. Entwicklung: Entweder habe ich das Kontaminationsproblem mit den nicht dichten Oberflächen meines Entwicklungseinsatzes nicht im Griff oder der ID11 verhält sich tatsächlich erst nach einer kurzen Weile nach dem Ansatz ordentlich. Vermute ganz stark das erste und zweite höchstens rudimentär.


    2. Messfehler... in der Größenordnung von 0,02 D sind nicht wirklich ganz zu vernachlässigen.


    Bevor ich jetzt die Testaufnahmen zeige, mache ich eine neue Antwort auf, da ich heir schon wieder die zulässige Anhangzahl überschreite.

  • Bei den Testbildern sind die Ergebnisse erfreulicher:


    1. Oben links: 22 DIN, Blitz, gemessen mit Gossen Profiflash, 6:45 min

    2. Oben rechts: 22 DIN LED-Beleuchtung, Lichtmessung mit Gossen Profisix, 6:45 min

    3. Unten links: 24 DIN, Blitz wie oben, 9:00 min


    Die Dichte des unteren linken Testfeldes der Graustufenkarte:

    1. 0,36 D

    2. 0,29 D

    3. 0,38 D

    Sieht schön aus, aber:

    - ich weiss nicht mehr, ob ich bei der Blitzmessung für 1 das Raumlicht ausgemacht habe, hat Einfluss

    - ich habe den Verschluss nicht durchgemessen und mir die Zeit für 2. natürlich nicht notiert, so daß hier aufgrund des alten Verschlusses duchaus eine Abweichung drin sein kann

    - Sonst wäre das 0,7 D also etwa 0,5 f Differenz für mein LED-Kunstlicht

    - Kontrast kann man bei Blitz nicht mit dem Spotmeter messen....


    Der gemessene Dichteunterschied von Zeichnung im weissen T-Shirt bis dunkelste Stelle im schwarzen beträgt 0,08D zu 0,83 D = 0,75D sollte so wie ich das verstanden habe, dann einem Kontrast von 1:5,6 entsprechen.

    Im Vergrösserer gemessen ergibt sich dann aber je nach Messpunkt auf den T-Shirts ein Kontrast von 1:8 bis 1:15, mein Ziel ist 1:10. Also passt an der Stelle richtig gut!


    Daher halte ich die Zeiten 6:45 min und 09:00 min mit 22 und 24 DIN bei noch eventueller Kunstlichtzugabe von 1/3 f für N-2 und N0 für schlüssig.


    Problem: Da offensichtlich sowohl die alte 7:15 min als auch die 09:00 min Entwicklung irgendwelche Fehler hatten, ist ALLES was ich oben in den ersten beiden Beiträgen geschrieben habe, mit großen Vorbhelaten zu behandeln und mit Vorsicht zu geniessen.

    Ich werde weiter testen.

  • Hi Leon!

    Also Messgeräte ohne Fehler gibt es ja bekanntlich nicht, evtl wäre da etwas Statistik angebracht. Mehrfachmessung + mittelwert+Fehlerbalken oä. Die Standardabweichung lässt sich ja leicht berechnen.

    Bei dem vielen Tests gerät sicher schnell mal was durcheinander. Einfach mal sacken lassen und Ruhe reinbringen, dann bekommt man da den roten Faden zurück. Vielleicht kann man dann ja die testnegative doch noch gebrauchen :)

    MfG

    Michi

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