Linhof Technika V vordere Standarte

  • Guten Abend,


    mir ist vor halbem Jahr eine Technika V zugelaufen.

    Die ist in einem guten Zustand bis auf eine Tatsache, dass die vordere Standarte sehr schwergängig ist.


    Man kann die Standarte nicht mit einer Hand drehen, nur mit beiden Händen und einigem untypischen Kraftaufwand.

    Ich habe bereits nach Rücksprache mit Linhof die Führungen mit der Vaseline eingeschmiert, kein Erfolg.


    Es ist auf einem Bild die Spuren der Reibung Metall an Metall zu sehen was mich vermuten lässt, dass irgendwo unten zu viel druck existiert.

    Es ist auch beim Drehen das reiben zu hören.


    Danach habe ich mich an die Kamera rangemacht und bis auf das was auf dem Bild zu sehen ist, alles abgebaut.

    Wenn ich die 4 kleinen Schrauben reindrehe, kann die Standarte überhaupt nicht bewegt werden, weil dadurch die Platte vom Schlitten zu sehr an die Standarte angepresst wird.

    Wenn ich die Schrauben wieder rausdrehe, die Standarte dreht sich wie vorher, schwergängig.


    Nur stehe vor einem Dilemma, was passiert, wenn ich die rechte Mutter rausdrehe, komme ich da weiter?


    Hat jemand Ähnliches Problem mit der vorderen Standarte gehabt?

    Was könnte die Ursache sein?


    Vielen Dank voraus für die mögliche Hilfe und Tipps



  • also der Schlitten bei meiner Technika V 4x5 sieht von unten so aus..






    hastes schon versucht mit etwas Öl zu schmieren?

    bei meiner lief das auch etwas schwergängig, ich konnte es dann schon etwas verbessern, indem ich es vorsichtig mit Feuerzeugbenzin gereinigt habe..also die Stellen an die man rankommt.

    es sieht so aus als hätte sich schon mal jemand bei deinen kleinen Schrauben zu Schaffen gemacht..?

  • Von Laflex Camera gibt es den http://www.laflexcamera.com/linhof-technika-buyers-guide, den man sich ja mit deepl.com ganz gut übersetzen lassen kann. In diesem Artikel wird darauf verwiesen, dass die Swingmechanik "in beiden Richtungen leichtgängig sein und an den ausgerichteten roten Pfeilen mit einem Null-Rast-Klick einrasten" sollte. " Wenn eine dieser Bewegungen schwergängig ist, braucht es einen CLA. Eine fortgesetzte Verwendung mit schwergängigen Bewegungen führt zum Verschleiß der Komponenten." Das Problem ist, wenn ich das richtig verstehe, weniger die Mechanik bzw. die Schrauben, als die Schmierstoffe, die ja jetzt auch schon etwa 50-60 Jahre alt sind. Die muss man wirklich alle entfernen, bevor man neu schmiert. Die Swingverstellung läuft ja in einer gebogenen Schienenführung, siehe Bild 1. In der Außenschiene hat es oft alte, zähe, verharzte Rückstände vorangegangener Schmiervorgänge. Die muss man zuerst entfernen, z.B. mit Alkohol / Benzin und Wattestäbchen, nachdm man vorher mit einem Zahnstocher und dann mit einer Nadel das Gröbste herausgenommen hat. Dann geht es vielleicht schon besser. Ich sehe einige solcher Rückstände an Deiner Kamera. Auch auf dem Laufbodenschlitten, zwischen Frontstandarte und Infinity Stop, in Bild 1. Das sind solche braunen Residuen. In den Folgebildern sieht man die auch an anderen Stellen. Ich würde es reinigen und alles neu fetten, wie Linhof sagt, mit säurefreier Vaseline. Die Auseinanderschrauberei würde ich so gut es geht vermeiden, denn man weiß nie, ob und wie man es wieder zusammenbekommt. So eine Technika ist schnell ruiniert. In diesem Fall sagst Du mir Bescheid, ich kauf sie Dir dann für einen Trostpreis ab, denn ich suche immer Ersatzteile.


    Nachtrag: eagleEye72 hat recht. da fehlt was und es ist anscheinend auch irgendwie defekt. Ich habe die Sachen gelb eingekringelt. Links oben am Haltezahn gibt es vielleicht einen Riss. Oder ist das nur ein Schatten von der Beleuchtung? Bin mir nicht ganz sicher, aber es scheint auch was ausgebrochen zu sein, was vielleicht auch die Mechanik blockiert. Das könnte z.B. passieren, wenn man die Standarte auf den Ruhebock zieht oder umgekehrt auf den Laufboden, dabei aber den oberen Laufbodenschlitten nicht zurückstellt, sondern eine Kluft lässt. Laflex: "Wenn Sie eine Technika öffnen, schieben Sie zunächst die Verlängerungsschiene nach hinten zur vorderen Standartenauflageschiene im Inneren des Kameragehäuses. Die Schienen sollten sich treffen und den Spalt dazwischen beseitigen. Erst dann sollten Sie die Frontstandarte loslassen und auf die Verlängerungsschiene ziehen. Sobald Sie die vordere Standarte auf die Schiene gezogen haben, stellen Sie die Verlängerungsschiene in die normale "Null"-Raststellung zurück. Der Grund für dieses Vorgehen? Durch das "Springen" der Lücke und das einfache Herausziehen der vorderen Standarte brechen oft die Ecken der Grundplatte der vorderen Standarte ab, die auf der Schiene geführt wird. Auch der Spannmechanismus wird auf diese Weise meist beschädigt. Dies ist eine kostspielige Reparatur und eine der häufigsten. Wenn Sie eine Kamera in Erwägung ziehen, schauen Sie sich diese vordere Standartengrundplatte an und stellen Sie sicher, dass keine "abgebrochenen" Ecken fehlen. Normalerweise ist eine Ecke gebrochen, die Kamera wird weiter benutzt, eine andere Ecke ist gebrochen und dann rastet die Frontstandarte nicht mehr ein, es ist sehr leicht, Objektive zu beschädigen, wenn die Front aus der Schiene fällt." Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version) Wenn es ein Riss ist, ist das Ding dann kaputt, ruiniert, Reparatur nur für richtig viel Geld, was mir sehr leid tut. Und in der Mitte fehlt die Justageschraube, die die Spannung der Standartenhalterung auf dem Laufbodenschlitten definiert.


    .

  • Danke an alle für die Hinweise.



    Guadarmar


    Ja, ich kenne die Zeichnung auch )

    Werde diese noch mal studieren


    eagleEye72


    Der Schlitten meine Technika sieht genauso wie bei deiner) An den Bildern die ich hochgeladen habe ist der aber schon zum Teil auseinander gebaut.


    Ich hatte mit dem Feuerzeug Benzin soweit es ging gereinigt. Werde heute die Prozedur wiederholen um die Reste auszuwaschen.


    Und du hats wahrscheinlich recht mit deiner Vermutung, jemand hat schon versucht irgendwas zu reparieren.



    @AK


    Danke für die ausführliche Antwort.


    Ich sehe schon, du hast auf meine Linhof als Ersatzteil Spender abgesehen ))


    Muss dich Enttäuschen, du bekommst die nicht. ))


    Es ist alles da wo es sein soll, auch die Justageschraube, war nur nicht abgebildet. Wie auf dem Bild von eagleEye72.


    Es gibt keinen Riss am Haltezahn, wahrscheinlich Foto unscharf.


    Hast du schon mal eine Linhof auseinander Gebaut?

  • also du hast die untere Platte ja schon ausgebaut, ich möchte das jetzt nicht unbedingt bei meiner machen, es is bei den Technikas Vieles innerhalb minimaler, geanuer Toleranzen zusammengebaut worden, da ruckelt nix..der Standartenschlitten sitzt stramm auf den Schienen wenn man ihn vom Ruheschlitten zieht, und das is gut so, da kommt es auf jede Schraube an. Aber da es ja schon auseinander gebaut ist würde ich es reinigen und wieder zusammensetzen, aber nicht weiter auseinanderbauen. Pass auf, dass du die richtigen Schraubenzieher benutzt, die Schraubenköpfe dürfen auf keinen Fall ausreissen. Sonst muss du es reparieren lassen, das wird teuer.

    Ich denke, dass der Vorbesitzer schon mal versucht hat genau diese zwei kleinen schwarzen Schrauben links zu lockern oder so..

    aksak hat ja schon was über die Verharzungen nach 40 jahren gesagt..


    edit: falls du nen Laden suchst der recht günstig GF repariert, kann ich foto presto in München empfehlen.

  • @AK Es ist alles da wo es sein soll, auch die Justageschraube, war nur nicht abgebildet. Wie auf dem Bild von eagleEye72. Es gibt keinen Riss am Haltezahn, wahrscheinlich Foto unscharf. Hast du schon mal eine Linhof auseinander Gebaut?

    Uff, das erleichtert einen. Kein Riss, alles noch vorhanden. Keine Angst, ich spekuliere nicht auf Deine Kamera. Ich habe schon einiges gesehen, und ich habe auch schon sowas auseinandergebaut. Aber: einmal und nie wieder. Bestenfalls kriegt man es irgendwie wieder zusammen, schlimmstenfalls spart man am falschen Ende, bezahlt dann doch noch Lehrgeld. - Na, dann steht jetzt wohl Reinigen auf dem Programm oder CLA in München? - PS: beim Selberreinigen würde ich noch den Balgen von innen abschrauben, damit der nicht versaut wird.

  • also du hast die untere Platte ja schon ausgebaut, ich möchte das jetzt nicht unbedingt bei meiner machen, es is bei den Technikas Vieles innerhalb minimaler, geanuer Toleranzen zusammengebaut worden, da ruckelt nix..der Standartenschlitten sitzt stramm auf den Schienen wenn man ihn vom Ruheschlitten zieht, und das is gut so, da kommt es auf jede Schraube an. Aber da es ja schon auseinander gebaut ist würde ich es reinigen und wieder zusammensetzen, aber nicht weiter auseinanderbauen. Pass auf, dass du die richtigen Schraubenzieher benutzt, die Schraubenköpfe dürfen auf keinen Fall ausreissen. Sonst muss du es reparieren lassen, das wird teuer.

    Ich denke, dass der Vorbesitzer schon mal versucht hat genau diese zwei kleinen schwarzen Schrauben links zu lockern oder so..

    aksak hat ja schon was über die Verharzungen nach 40 jahren gesagt..


    edit: falls du nen Laden suchst der recht günstig GF repariert, kann ich foto presto in München empfehlen.

    Danke Andreas,


    sollte ich hier nicht weiter kommen, geht die Schöne zur Linhof.

    Allerdings habe ich bis jetzt alle meine mechanischen selbst repariert, bis auf eine Leica M und hoffe die Linhof auch in Ordnung zu bringen. )

    Schliesslich wurde die Linhof auch nur von Menschen gebaut .

    Gruss

  • Uff, das erleichtert einen. Kein Riss, alles noch vorhanden. Keine Angst, ich spekuliere nicht auf Deine Kamera. Ich habe schon einiges gesehen, und ich habe auch schon sowas auseinandergebaut. Aber: einmal und nie wieder. Bestenfalls kriegt man es irgendwie wieder zusammen, schlimmstenfalls spart man am falschen Ende, bezahlt dann doch noch Lehrgeld. - Na, dann steht jetzt wohl Reinigen auf dem Programm oder CLA in München? - PS: beim Selberreinigen würde ich noch den Balgen von innen abschrauben, damit der nicht versaut wird.

    Danke! )

    Es gibt tatsächlich einige Bastler die nicht wissen was sie tun.

    So ging es mir mit einer wunderbaren Ikoflex die ich dann samt Verschluss wieder in Gang setzten dürfte.


    Ja, ich werde heute den Balgen abnehmen und wahrscheinlich schritt für schritt alles auseinander bauen und reinigen.

    Ein Liter Reinigungsbezin steht parat )

    Habe zur Zeit viel Zeit und Interesse am Reparieren war immer vorhanden.

    Die Springzeichnung hat schon weitergeholfen.


    Sollte jemand das schon mal gemacht haben wäre ich für nützliche Hinweise Dankbar!


    Gruss und schönen Tag

  • Tust Du uns allen einen sehr großen Gefallen und fotografierst systematisch die Teilegruppen und Einzelteile? Das wäre ein toller Thread!


    - Natürlich haben Menschen das zusammengebaut, aber die haben auch Spezialwerkzeug. Ich machte mal einen tollen Fehler. Ich schraubte den Stiftkontakt an einem Compur Electronic 1 ab. Drinnen war der aber mit einer sehr kleinen Vierkant(!)mutter befestigt ... Die flog dann im Innern des Verschlusses herum, während der Stiftkontaktstecker an zwei etwa 0,5mm dünnen Klingeldrähtchen baumelte, die nur darauf warteten, abzufallen. Ich schraubte also den ganzen Verschluss auf. Beim Abheben des Verschlussdeckels sprang eine dünne Feder raus, auf der ein etwa 1mm dickes Kügelchen saß. Leider habe ich Teppich im Büro ... Die Feder und das Kügelchen waren für das Einrasten der Verschlusszeiten verantwortlich. Als ich dann die Elektronik herausschraubte, um an die Vierkantmutter zu kommen, brach die dünne Folie ab, die den Kontaktschluss zwischen stromdurchflossenem Auslösehebel und der Elektronik vesorgte. Jetzt wartet der Verschluss auf eine Reparatur. Allein: das ist so diffizil, dass ich mich erst dazu aufraffen und erst auch noch die genannten Kleinstteile bestellen muss ...


    Bei der Technika, meine erste damals, war das so, dass eben der erwähnte Zacken abbrach, ob durch mich oder den Vorbesitzer, ist mir nicht ganz klar, denn der Vorbesitzer behandelte die echt rauh, und ich fand keinen Zacken, aber das mit dem Teppich erwähnte ich ja bereits. Muss mal staubsaugen, vielleicht finde ich ja noch was interessantes. Für den Vorbesitzer war die Kamera ein Drecksack zum Draufhaun, den er nackig machte und mit allerlei wüsten Aufklebern beklebte, damit die Kamera wilder und gefährlicher aussah. Geschmiert hat er sie irgendwie mit Teflonmasse, die entsetztlich nach Schweröl stank. An der Frontstandarte machte ich dann auch herum. Ich schaffte es, den den Swing wieder in Gang zu bringen und den Spannmechanismus zu justieren. Allerdings war es schon ein Effort, das alles wieder mit Spannung anzumontieren - eagleEye72 sagte es ja bereits: man muss aufpassen, die Schrauben nicht zu ruinieren. Irgendwie scheint mir das Metall dort unten recht weich zu sein, und dass wesentliche Teile aus Aluspritzguss gefertigt sind, ist auch nicht vertrauenswürdiger als das Beiwerk auf der Zuckerbäckertorte. - Immerhin: selbst mit diesen Werkstoffen schafft die Technika es noch, ihre Arbeit zu verrichten. Das ist jedenfalls eine Ansage! Ein andres Thema waren die Halterungen für die Objektivplatine, die man je nach Platinendicke auch verschieden feststellen kann. Und in die andere Richtung gibt es noch Justagen für die Rise-Verstellung mit dem Rätschenhebel. Heikel sind die Justagen für die seitlichen Klappbügel, die sich seitlich im Gehäuse befinden. Wenn man da Fehler macht, stimmt die Parallelität nicht mehr. Das habe ich alles an dem Eisenschwein gelernt. Am Ende belederte ich sie neu, machte einen neuen Balgen rein, setzte stellte sie auf Ebay, mitsamt einer unauffälligen Abbildung aller Fehler, so dass niemand sich beschweren kann, und verkaufte sie nach Art und Gepflogenheit des privaten Gebrauchtwagenhandels.

    • Official Post

    Am Ende belederte ich sie neu, machte einen neuen Balgen rein, setzte stellte sie auf Ebay, mitsamt einer unauffälligen Abbildung aller Fehler, so dass niemand sich beschweren kann, und verkaufte sie nach Art und Gepflogenheit des privaten Gebrauchtwagenhandels.

    Das war ja ein ganz feiner Zug.

  • Das war ja ein ganz feiner Zug.

    Ja. Die Kamera kostete aber nur rund 500 Euro, mit neuer Belederung und neuem Balgen, und funktioniert wahrscheinlich immer noch klaglos. Muss mal beim Käufer nachfragen. Mir sind solche Dinger sogar noch lieber als makellose Ausstellungsstücke, denn die traue ich mich gar nicht, im Regen oder bei Pollenflug (Fichten! Eklig!) mitzunehmen. - Wer für 450 -550 Euro eine feine Technika V mit schwarzer Rätsche erwartet, dem ist eh nicht zu helfen. Seither halte ich mich an den genannten Laflex Camera Guide.

  • Bin ein Stück weiter )


    Das Problem identifiziert.


    Die obere Platte sitzt auf der unteren. Die Wurde so zu sagen „drauf gesteckt“, vermute ich sehr stark. An dieser Verbindungsstelle ist eine sehr starke Reibung. Diese Reibung führt zu einem hohen Kraftaufwand um die obere Platte zu bewegen. (Auf dieser Platte wir die vordere Standarte befestigt)


    Ich heb versucht die Platten auseinander zu ziehen, ohne Erfolg. Irgendwie muss die Verbindungsstelle geschmiert werden. Oilzufuhr von außen funktioniert nicht, dringt nicht hinein. Silikon Spray auch nicht.

    Irgendwelche Ideen?


    P.S.

    Eine detaillierte Beschreibung kommt nach der Erfolgsmeldung, mit Bildern und Hinweisen. )


    Ich

  • So,

    die Platten habe ich nicht auseinander bekommen, vermutlich werden die an einander bei der Produktion gepresst mit minimalen Toleranzen damit die sich drehen können.


    Vielleicht liege ich mit meiner Vermutung auch falsch. )

    Auf jeden Fall wollte ich keine Gewalt anwenden.


    Danach habe ich Satandartenunterteil für ca. 1 Stunde in Benzin gelegt und Parallel die Standarte gereinigt und neu geschmiert.


    Benzin Bad hat dazu geführt dass die beiden Platten einfachen gegeneinander bewegt werden können.


    Jetzt ist die Technika zusammengebaut, die vordere Standarte lässt sich mit einer Hand drehen, bin fast zufrieden. (wie kriegt man denn die Platten auseinander )))


    Vielen Dank allen die Mitgemacht haben.

    Gruß und schönen Abend!

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