Empfehlung für Kunstlicht zur S/W Bildbeurteilung gesucht

  • Moin,

    S/W Bilder wirken je nach Oberfläche und Beleuchtung unterschiedlich.


    Nun ist man als nicht Profi oft Abends in der Duka und muss die Bildwirkung bei Kunstlicht beurteilen.


    Gibt es hier Tips zur Beleuchtung?


    Gruss

    Leo

  • Benutze das Licht und idealerweise die Lichtstärke, welche Du auch später beim Betrachten des fertigen Bildes verwendest. Hast Du in Deiner Galerie Halogenlicht, nimm das. Hängen die Bilder mickrig beleuchtet im Neonlicht, verwende Neonlampen.

    Grüße
    Andreas

  • Ja, das Problem habe ich aktuell zuhause auch.

    Da rennt man mit einem Print oft durchs ganze Haus und sucht nach einer Stelle mit halbwegs realistischem Licht, um zu prüfen, ob die Tonwerte ok sind.

    In der Firma haben wir große Farbabstimmtische von White Screen und von Just Normlicht. Das ist natürlich die Königslösung, durchaus nicht nur für Farbdrucke. Die sind aber kostspielig und groß wie ein Kleiderschrank. Die gibts auch als kleinere Tischgeräte, mitunter preiswert gebraucht zu bekommen, sind aber dann nicht besonders lichtstark und eignen sich nur für Formate bis A4, weil das Licht zu den Rändern stark abfällt und in glänzenden Oberflächen reflektiert.

    In einer Druckerei habe ich mal gesehen, dass die große Normlicht-Leuchtpulte umgekehrt an Ketten an die Decke gehängt haben, um auf dem Tisch liegende Prints beurteilen zu können.

    Also irgendetwas in dieser Richtung sollte es (bei mir) sein.

  • Ja, das Problem habe ich aktuell zuhause auch.

    Da rennt man mit einem Print oft durchs ganze Haus und sucht nach einer Stelle mit halbwegs realistischem Licht, um zu prüfen, ob die Tonwerte ok sind.

    In der Firma haben wir große Farbabstimmtische von White Screen und von Just Normlicht. Das ist natürlich die Königslösung, durchaus nicht nur für Farbdrucke. Die sind aber kostspielig und groß wie ein Kleiderschrank. Die gibts auch als kleinere Tischgeräte, mitunter preiswert gebraucht zu bekommen, sind aber dann nicht besonders lichtstark und eignen sich nur für Formate bis A4, weil das Licht zu den Rändern stark abfällt und in glänzenden Oberflächen reflektiert.

    In einer Druckerei habe ich mal gesehen, dass die große Normlicht-Leuchtpulte umgekehrt an Ketten an die Decke gehängt haben, um auf dem Tisch liegende Prints beurteilen zu können.

    Also irgendetwas in dieser Richtung sollte es (bei mir) sein.

    Sorry Klaus wenn ich da zwischen pfusche.

    Die genormten Leuchten in den Druckereien, Reprostudios, …. auch die Leuchttische waren alle mit den Neonröhren bestückt. Im Haus oder Wohnung ist es in der Regel das Nord Fenster.

  • Sorry Klaus wenn ich da zwischen pfusche.

    Die genormten Leuchten in den Druckereien, Reprostudios, …. auch die Leuchttische waren alle mit den Neonröhren bestückt. Im Haus oder Wohnung ist es in der Regel das Nord Fenster.

    Ja, stimmt, meistens ist es das Nord-Fenster :)

    Die gibts auch mit LED-Technik, aber die Gebrauchten werden mit 5000K-Neonröhren betrieben.

    Meistens T8. Nach wie vor erhältlich. Spricht was dagegen?

  • Nimm doch eine Smart LED Platte/Birne wo man Helligkeit/Farbtemperatur einstellen kannst.

    Beleuchtungsstärke kannst du mit einen Belichtungsmesser angleichen, die Farbtemperatur
    mit ner Handy App. Geht mit einer Schreibtischlampe. Nur nicht an der Leistung sparen.

  • Das Normlicht (Just und andere) macht Sinn, wenn eine ganz bestimmte Lichtsituation gefordert ist, die standortunabhängig ist und auf die man sich in einer bestimmten Industrie (z.B. Druckgewerbe, Fotografen, Designer, Farbenhersteller,...) geeinigt hat. Dieses Normlicht ist weder das "perfekte" noch das für Dich in jedem Fall richtige. Es hilft aber dabei, dass Druckereien, Grafiker, Designer etc. immer über denselben (subjektiven) Farbeindruck reden, wenn sie Bilder (gedruckt, am Monitor) oder Vorlagen beurteilen sollen.


    Werden Deine Bilder aber immer in derselben Galerie oder bei Dir zu Hause aufgehängt, wo Du die Lichtverhältnisse (Beleuchtung, Lichtstärke) kennst, kann das Normlicht D50 oder D65 das völlig falsche Licht sein. D50 ist für die grafische Industrie (Druk) gedacht und hat eine Farbtemperatur von 5000K, D65 wird eher bei Produkten eingesetzt, da es mit der Farbtemperatur von 6500K eher dem natürlichen Tageslicht entspricht.


    Die "normalen" Neonröhren sind allerdings zur Simulation von D65 oder D50 ungeeignet, da die spektrale Verteilung hier extrem ungleichmässig ist (ein paar wenige Peaks). Idealerweise nimmt man die speziellen Röhren für Normlichtgeräte, die mit anderen Gasfüllungen eine ausgeglichene Spektralverteilung erreichen.

    Also: wenn Du ein durchschnittliches Tageslicht im Schatten als häufigste Betrachtungsweise annimmst, such nach einer D65 Normlicht-Leuchte oder -Abmusterkabine. Wenn Du zu Hause LED-Spot an der Wand einsetzt, nimm die. Wenn Deine Galerie SoLux- oder Philips- Halogenlampen verwendet, kauf Dir die.


    BTW: Wenn Du ausschliesslich SW in Deinem Labor erstellst, kommt es mehr auf die Beleuchtungsstärke an. Dann kannst Du jeden Halogen- oder LED-Spot einsetzen, da es auf die Farbverbindlichkeit nicht ankommt. Nur die Helligkeit soltte dem entsprechen, was Du hinterher auch an der Wand hast.


    Grüsse
    Andreas

  • Der Vorteil an den Neonröhren liegt an der riesigen Leuchtfläche und von Haus aus das Streulicht. In den Leuchtgeräten wird in der Regel noch ein zusätzlicher Diffusor vorgesetzt.

    „Normlicht“ ist letztendlich auch nicht anderes als ein Referenzmittel.

  • Werden Deine Bilder aber immer in derselben Galerie oder bei Dir zu Hause aufgehängt, wo Du die Lichtverhältnisse (Beleuchtung, Lichtstärke) kennst, kann das Normlicht D50 oder D65 das völlig falsche Licht sein.

    Ja, wie Andreas oben schreibt: wenn du die späteren Beleuchtungsbedingungen des Prints kennst, ist es völlig richtig, bereits die Beleuchtung bei der Begutachtung darauf abzustimmen. Bei mir persönlich ist das eher selten der Fall.

    Falls du die Prints primär verschenkst, verkaufst, weitergibst, unter vorher unbekannten Lichtbedingungen präsentierst oder fürs eigene Archiv produzierst und noch nicht so recht klar ist, wie die irgendwann betrachtet oder präsentiert werden, bietet Normlicht wahrscheinlich die besten Voraussetzungen, dass die Betrachter die Tonwerte so vermittelt bekommen, wie du sie mal angedacht hast.

    Und selbstverständlich müssen in so ein Gerät auch die vom Hersteller vorgesehenen Röhren rein.

  • Ich habe ein grooooßes (ca. 40x120 cm) Just-Normlicht-Pult über meinem Arbeitsplatz drehbar aufgehängt. In der einen Position kann ich es als Leuchtpult nutzen, drehe ich es nach unten, beleuchtet es meine Arbeitsbereich. So schlage ich da 2 Fliegen mit einer Klappe.

    BTW: Wenn Du ausschliesslich SW in Deinem Labor erstellst, kommt es mehr auf die Beleuchtungsstärke an. Dann kannst Du jeden Halogen- oder LED-Spot einsetzen, da es auf die Farbverbindlichkeit nicht ankommt.

    Zumindest, bis man tont oder Lith-printet ;)

  • Nun ist man als nicht Profi oft Abends in der Duka und muss die Bildwirkung bei Kunstlicht beurteilen.

    Moin Leo,


    ich mache momentan nur s/w und habe mir eine kaltweiße LED (5000k) in die Schildkröten-Lampe meiner DuKa geschraubt. Fürs erste Begutachten reicht das. Im Hinterkopf habe ich immer das, was mein Namensvetter schon gesagt hat: Wenn der Print an einen bestimmten Ort soll, versuche ich die dortige Beleuchtung in der Ausarbeitung (heller/dunkler) mit einzubeziehen.

    Ein Problem in der DuKa ist ja v.a. bei Baryt das Nachdunkeln (dry-down Effekt) und die Tatsache, dass wie auch schon erwähnt evtl. noch getont wird. Man muss da eh mit viel Erfahrung arbeiten. Ich hatte mal eine temporäte DuKa in der nur ein funzeliges Weißlicht war. Irgendwann wusste ich, dass die Prints gut sind, wenn sie leicht zu dunkel aussehen.


    Gruß!

  • Zumindest, bis man tont oder Lith-printet ;)

    Fürs tonen noch am ehesten. Aber das kann man auch bei Tageslicht machen. Für Lith ist es unerheblich, da ziehen die Prints beim trocknen noch dermaßen in der Farbe nach, dass man die tatsächlich erst richtig trocknen lassen sollte.


    Ansonsten bin ich auch der Meinung, das bei sw das Licht in der Duka vor allem hell genug sein muss. Die Farbtemperatur hat wenig Einfluss auf die Tonwerte. Wenn man jedoch öfter zwischen Warm- und Kaltton wechselt machen 5500K natürlich Sinn.


    Gruss Sven?

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