FOMASPEED Variant, Kleiner Test mit gesplitteter Belichtung, Faktoren für Fomaspeed

  • Moin Zusammen,


    ich habe überlegt, ob ich das hier mitteile, weil es eine gewisse Ahnungslosigkeit offenbart, aber da es funktioniert, mache ich es trotzdem.


    Da ich zu faul war, mir die "manuelle Splitgrade"-Theorie anzulesen aber meinen Sixtolab (mit nur einem Index-Speicher) liebe, habe ich aus den aufgenommenen Hinweisen zu geteilter Belichtung mit hoher und niedriger Gradation mir diese Vorgehensweise überlegt und umgesetzt:

    Zur "Eichung" belichte ich bei gleicher Helligkeit und Dauer einen Stouffer Graukeil bei härtester (Fomafilter 2xM2) und weichster (Fomafilter 2xY) auf.

    Ich identifiziere die Graustufen mit gerade noch Zeichnung in den Lichtern und Schatten. Ich messe bei höchster Messgebauigkeit (Index = 5.000) diese Felder an und ermittel aus der tatsächlichen Zeit und der gemessenen Zeit einen Faktor, um auf die jeweilige Lichtmenge zu kommen. Bei meiner Beleuchtung mit Amaloco 6006 als Entwickler ergibt sich so für M eine Multiplikation mit 2,5 und für Y eine Division durch 7. Für andere entwickler und einen Wechsel der Lichtquelle ist das zu wiederholen (also die Faktoren neu zu bestimmen), führt dann aber sofort zu identischen Ergebnissen.

    In der praktischen Anwendung messe ich die hellste und dunkelste, noch gezeichnete Stelle. Den Dunkelwert nehme ich mal 2,5 und belichte mit der Zeit in 2M2 und den hellsten teile ich durch 7 und belichte mit 2Y.

    Im Ergebnis hat man mit hoher Sicherheit eine "brauchbare Arbeitskopie" als Grundlage für weitere Anpassungen. (... wenn man sich nicht vermessen hat...)

    (Wenn die Anleitung zum manuellen Splitgrade auch so aussieht, dann habe ich halt das Rad neu erfunden.)


    Nun, ich wollte einmal wissen, ob das alles so passt, geschrieben wurde schon vieles und das Papier (und Webseiten sind geduldig).


    1. Test: Da wurde auf einer englischen Seite behauptet, daß es einen Unterschied mache, ob man in mehreren Schritten oder einem Schritt belichte, weshalb man Probestreifen blos NIEMALS additiv belichten solle....


    Also den Graukeil mit 5s Y und 10 sek M belichtet. Einmal jeweils im Block und einmal jede Belichtung in 5 Schritten a 1 sek bzw. 2 sek. (insgesamt also 10 Belichtungen)

    Ergebnis:

    Im Original ist KEIN Unterschied zu erkennen.


    Also ist diese Aussage zumindest für kurze Zeiten nicht richtig.


    Für die Testbelichtung hatte ich so gemessen:


    Also Kontrast 1:10 (3,7 zu 37) auf den Feldern 2 bis 7


    2. Test

    Gibt es einen Unterschied in den mittleren Graustufen bei Split-Belichtung oder einmal Belichtung mit dem entsprechenden Filter?

    Foma gibt für "Ohne Filter" einen Kontrast von 1:10 und Korrekturfaktoren an:


    Benutzt man diese Faktoren um zurückzurechnen, dann sieht das so aus:

    die jeweilige Abweichung liegt bei 0,3 Blenden... (... das ist nicht viel, die Faktoren dienen für Arbeitskopien...)


    Ich bilde hier das geometrische Mittel der beiden um den Belichtungsfaktor korrigierten Zeiten.

    Hier ist mir jetzt ein Fehler unterlaufen, es hätten 2 mal 2,6 sek sein müssen.

    Da ich aber, um im Graukeil auf höhere Dichten zu kommen, die Blende um 2 Werte aufgezogen hatte, macht hier die Halbierung nichts.


    Die Idee ist, dass bei "Normalkontrast" 1:10 die Grauwertwiedergabe ohne Filter identisch sein soll zu einer kombinierten gleichen Belichtung mit den Filtern 2M2 und 2Y.

    [Jetzt im Nachhinein stelle ich fest, daß da ein Gedankenfehler drin steckt... Siehe Nachtrag]

    Also habe ich die Zeit 2,6 in 2 mal 1,3 aufgeteilt und mit den Faktoren verrechnet:



    Dann habe ich das eine Ende des Papiers mit den Filtern und obigen Zeiten belichtet.

    Das andere Ende mit 2,6 sek ohne Filter.

    Ergebnis:


    Es ist kein Unterschied zu erkennen. :-)


    Feststellung - zumindest für Werte im normalen Kontrastbereich - die Splitbeilichtung führt nicht zu Verschiebungen der mittleren Grauwerten.

    Man müsste diesen Test jetzt mit Zeiten um 1 min und in relativ weicher und harter Wiedergabe wiederholen. Mir reicht das aber erstmal so.


    Die von mir verwendete Methode mit den Faktoren basiert darauf, daß ich eben nur einen Empfindlichkeitsspeicher habe.

    Sie ist ziemlich zuverlässig, wenn es darum geht eine erste Arbeitskopie im Spiltgrade zu erzeugen. Zumeist liegt man schon sehr in der Nähe der technisch korrekten Wiedergabe (gezeichnete Lichter und Schatten). Da man aber i.d.R. nicht nur technisch korrekt wiedergeben will, sondern mit abhalten und nachbelichten oder Verschiebung der Kontraste noch den Bildeindruck verbessern will, ist das eben erst der Anfang. Aber eben ein schneller und einfacher.

    Zumal die Möglichkeiten für die Bildsteuerung mit den Filtern noch vielfältiger werden.


    Nachtrag:

    Jetzt wo ich hier sitze und das alles aufschreibe, habe ich mir die Angaben von FOMA nochmal angeschaut:

    Kontrastumfang von 2M2 soll LOG 0,5 also etwa 1:3 sein; für 2Y LOG 1,3, also etwa 1:20.

    Wenn ich jetzt 0,5 und 1,3 mittle, erhalte ich 0,9, was 1:8 und nicht 1:10 entspricht.

    Mein Stouffer ist ungefähr 0,15D genau, aber eben nur ungefähr.

    Es werden 6 bis 6,5 Felder differenziert wiedergegeben, das entspricht etwa 0,9 bis 1,0, also 1:10 oder etwas darunter.

    Aber ich denke da bewegen wir uns bereits in den Grössenordnungen, die bei der Nachbearbeitung des Bildes korrigeirt werden.

  • Uff, das ist für mich alles zu kompliziert. Warum eigentlich? Wegen der ganzen Umrechnerei. Logaritmisches Denken ist mir eh fremd. Kontrtastumfänge als Entitäten erschließen sich mir eher weniger. Dass Du den Stouffer-Keil benutzt, finde ich durchaus sinnvoll, weil er dafür gemacht wurde. Aber es ist damit auch ein sehr systemischer Ansatz, der einen Haufen Parameter ins Spiel bringt. - Ich muss schon sagen: Deine Lernkurve ist ziemlich steil, siehe auch die Negativtests, was mir erheblichen Respekt abnötigt!


    Dies vorausgeschickt, fand ich folgende Anleitung ganz gut. Ich weiß, ich antworte Dir nicht direkt, aus dem obigen Grund, aber ich finde das Verfahren bei Ilford weniger systematisch fokussiert denn intuitiv, jedenfalls intuitiver als das systematische Rechnen: https://www.ilfordphoto.com/sp…e&___from_store=ilford_uk Zumal man dort mit echten Bildern arbeitet, nicht mit abstrakten Grauwerten.


    Veranschaulicht wird das auch durch ein Video, das sich auf das Wesentliche beschränkt.


    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

  • Da wurde auf einer englischen Seite behauptet, daß es einen Unterschied mache, ob man in mehreren Schritten oder einem Schritt belichte, weshalb man Probestreifen blos NIEMALS additiv belichten solle....

    Naja, dann dürfte man nie wieder additiv Bildpartien, Ecken und Kanten nachbelichten. Man müsste eine einzige Printzeit durchchoreografieren und vorher noch schnell alle Schritte samt Zeitstempel auswendig lernen. Und entsprechend reaktionsschnell genau wissen, was zu tun ist.

  • Wenn ich eine Probestreifen belichte, erwarte ich als Ergebnis nur eine grobe Orientierung. Danach werden von mir nur noch größere Probestücke benutzt, die ich in einem Rutsch belichte. Die Probestreifen sind mir zu klein, um die Bildwirkung einer Belichtung zu bewerten.

    Wenn ich Partien nach belichte, wird vorher ebenfalls eine Probe gemacht und da geht dann automatisch die notwendige Verlängerung der Belichtungszeit mit ein. Meine Belichtungsuhr kann die Zeit in 1/12 oder 1/16 Blendenstufen einstellen und das ist für feine Korrekturen ganz hilfreich. Wichtig ist nur, dass man bei den Proben und beim endgültigen Bild immer die gleiche Choreografie abspult. Dann wird das endgültige Bild genauso, wie die Probe aussieht.


    Das Ausarbeiten eines Ausstellungsbildes dauert viele Stunden und es gibt keine Abkürzung dafür.


    Viele Grüße

    Renate

  • Uff, das ist für mich alles zu kompliziert.

    Sehe ich ähnlich.


    Dies vorausgeschickt, fand ich folgende Anleitung ganz gut.

    Das sehe ich entschieden anders, beginnend damit, daß dies gar keine Anleitung ist.

    Welche der Mann, immerhin ehem. Masterprinter von Ilford , in der Kürze Seines Beitrages auch gar nicht bieten konnte..


    Das ist ein erster, sozusagen einleitender Wink, daß man Schatten und Lichter getrennt aufbelichten kann; die Vorgehensweise ist eher schematisch darstellend, im Prinzip aber ein schätzendes Gemurkse, zumindest für Leute wie uns, die die reichliche Erfahrung dieses Mannes nicht haben.


    Schon die stufenweise Aufbelichtung ohne Filterung ist ein absolut unnötiger Schritt; sowohl mit dem Belichten unterschiedlicher Motivbereiche als auch mit dem filterlosen Aufbelichten selbst ist man zudem schon jetzt weitestmöglich vom Splitgraden entfernt, und schafft sich keine vernünftige Arbeitsgrundlage.



    Selbstverständlich ist nun aber das Splitgradeverfahren auch ein Systematisches.

    Intuitiv wird es dann beim klassischen Abwedeln, Nachbelichten, und dies eben separat für jede Eck-Gradation.


    Beginnen sollte man zunächst mal damit, Sein Papier kennenzulernen, also einzutesten.

    Dauert nicht lange, erspart aber jegliches weitere, zeitraubende Rumgewürge.

    Wann wirds max. schwarz, wann kommen die Lichter..


    Um zielsicher den gewünschten Ton im Bild zurechtzuschieben, machen selbstgebastelte Graukeile Sinn, dies dann natürlich separat für jede favorisierte Gradation; dauert etwas länger, ist aber nach meiner Erfahrung unerläßlich, will man schnell ans Ziel kommen.

    Und das schnelle ans - Ziel - kommen, ist, neben den zartesten Lichtern und den sattesten Schwärzen im Bild, nach meiner Meinung das heere Ziel beim Splitgraden.

    Wenig Gepröbel, viel Spaß am Vorankommen, alles dank etwas systematischer Vorarbeit; irgendwelche Faktoren brauche ich nur beim Verändern des Auszuges meines Vergrößerers, also fast nie.


    Fürs bereits gut ins Detail gehende Grobe hatte mir der Thomas mit Seinen informativen Seiten, früher "Silberbild-Info", zum ersten Verständnis geholfen; würde ich wirklich mal zum Lesen anempfehlen, Leon.

  • Sehe ich auch so. Du fährst mit der Meßsonde über dein Papier, drückst dann den Knopf deines Splitgradecontrollers und wenige Minuten später hast du das fertige Bild in der Hand.


    Gruss Sven.

  • Man könnte sich mit den Messsssssonden und den Krau-Keilen auch noch selbstleuchtende Hirschgeweihe für die Dunkelkammer zulegen, um sich am Laborator dann einen Zacken aus der Krone zu brechen. - Ich würde mich nicht verrückt machen lassen. Natürlich ist Dave Butchers Anleitung eine "Anleitung", was soll es sonst sein: eine "full detailed description ... I’d suggest watching the video through, whilst having the instructions in front of you." - Ich setze mal voraus, dass Du Englisch kannst.

    Hach, ich freue mich immer, wie einfach und ermutigend englische Autoren schreiben. Ich kann das nicht. Eine Gabe!


    Machs einfach mit einem halben Dutzend Negative nach, und Dir wird ein Licht aufgehen. (Und wir sehen schöne BIlder hier!) Sicher hat der Mann Nachwuchs geschult, denn er erklärt das so, dass man die Lust am eigenen Experimentieren nicht verliert. Wenn Du dem folgst, wirst Du ganz bestimmt am meisten Erfahrung sammeln. Und wenn Du es mit diesem Vorgehen nicht schaffst, dann brauchst Du auch keine Automatisierung.


    Was Renate sagt, dass sie Probestreifen macht, und dass das alles wirklich Zeit braucht: das kann ich nur unterschreiben. Jeder, der KunstfotografInnen kennt, weiß, dass solche Leute sehr penibel sind und ihre Mitmenschen mit Probestreifen in den Wahnsinn treiben.


    Wenn wir gerade bei den Begriffen sind: "split grade" sagt ja eigentlich, dass man eine mittlere Gradation aufteilt. Und zwar in Teilbelichtungen mit unterschiedlichem Licht. Daher sehe ich das Vorgehen von Dave Butcher, zuerst mal einen 2.5-Probestreifen zu machen und dann die gefundene Belichtungszeit aufzusteilen aufzuteilen, als genau den richtigen Weg an. Intuitiver geht es vermutlich gar nicht.


    Bei Fomapapier hast Du dann nachher vielleicht Probleme mit unterschiedlich empfindlichem Papier. Aber das ist ein Fomaproblem. Ich habe Dich glaube ich beim Filmtesten schon darauf verwiesen, dass Fomaprodukte zwar billig, aber nicht reliabel sind. Bei fettem Fomabrom Variant lasse ich mir das gefallen, Fomaspeed hingegen würde ich mir nicht anschaffen.

  • noch selbstleuchtende Hirschgeweihe für die Dunkelkammer

    :-) Gute Idee, aber in Rot, bitte!

    Renate sagt, dass sie Probestreifen macht, und dass das alles wirklich Zeit braucht: das kann ich nur unterschreiben.

    Unterschreibe ich auch, die beschriebene Methode ist halt für die "erste Arbeitskopie", um zu sehen, was im Negativ steckt. Dann beginnt die eigentliche Arbeit.

    Ich persönlich arbeite dabei mit etwa 3-6 cm breiten 24 cm langen Probestreifen, aber so, dass ich nach der "Arbeitskopie" mir Anpassungen überlege (Weniger / Mehr Licht auf die Lichter bzw. Schatten), einen solchen Streifen so ins Bild lege, daß ich die mir wichtigen Teile drauf habe und dann belichte.

    Wenn der gewünschte Effekt eingetreten ist, dann geht es i.d.R. mit Abwedeln etc. weiter, wobei ich hier aber auch größere Stücke verwende.

    Ich übe aber noch.

    Bei den Anpassungen versuche ich "in Blenden zu denken". Habe da so eine alte Rechenscheibe einer damaligen Zeitschrift, die da sehr hilfreich ist.

    Probleme mit unterschiedlich empfindlichem Papier

    Ja, aber das kennt man ja, genau wie der entwickler irgendwann "schwächelt".
    Beim Papierwechsel sind dann eben bei vermuteter Abweichung wieder 2 Graukeile angesagt.


    Bei fettem Fomabrom Variant lasse ich mir das gefallen, Fomaspeed hingegen würde ich mir nicht anschaffen.

    Habe beides liegen. Nach meiner bisherigen Erfahrung (2 Packungen Speed, eine Packung Brom) ist die Empfindlichkeit und auch der Kontrastumfang gleich bzw. sehr ähnlich.

  • Ich setze mal voraus, dass Du Englisch kannst.


    Geht grad noch so durch.

    Hat aber gereicht, mich von Steve Sherman weiterbilden zu lassen, und mich durch die für mich interessanten Kapitel im "Way Beyond Monochrome" durchzuackern.



    Daher sehe ich das Vorgehen von Dave Butcher, zuerst mal einen 2.5-Probestreifen zu machen und dann die gefundene Belichtungszeit aufzusteilen aufzuteilen, als genau den richtigen Weg an. Intuitiver geht es vermutlich gar nicht.


    Viele Wege führen nach Rom, Jeder sucht sich den Seinen, kein Problem.

    Das Gezeigte geht mir jedoch zu sehr in richtung "klassisches" Vergrößern - ohne Erfahrung satt ist das für mich ein elendes Gemurkse.

    Nicht, daß man mit Splitgrade - welches Du aus meiner Sicht komplett falsch verstehst - per se bessere Bilder macht; aber das, was Du Dir zu wünschen scheinst, unkompliziertes Arbeiten, erreiche ich am Ehesten mit dem gesplitteten Aufbelichten der weichesten, sowie der härtesten Gradation.


    Jeder, der KunstfotografInnen kennt, weiß, dass solche Leute sehr penibel sind und ihre Mitmenschen mit Probestreifen in den Wahnsinn treiben.


    Also ich kenne jetzt Niemanden, dessen Augen so geschult sind, daß er auf Anhieb und ohne Proben den richtigen Ton ins Bild setzt.

    Das kommt einem wohl häufig so vor, ja; aber eine etwas weichere oder härtere Gegenprobe zeigt doch gelegentlich noch verborgenes/verkanntes Potential auf.

  • "in Blenden ... denken"

    Genau das verstehe ich wiederum nicht so richtig, da stehe ich auf dem Schlauch, und deswegen hätte ich da doch noch ein paar Fragen (auch wenn ich ansonsten sooo oberkühl bin, dass ich meine Schalen auf 4°C temperiere und beim Vergrößern die Sonnenbrille anziehen darf, wegen der Brillianz. Mein häuslicher Rotlichtbezirk a.k.a. "darkroom" wird nicht von Hama, sondern einem dedizierten Kronleuchter ausgeleuchtet, und zwar in allen ! emulsionssicheren Farbtönen gleichzeitig. Und um Streulicht zu vermeiden, kommt mir nur 'ne Schwarze Madonna ins Flöz.)


    Die Blende stellst Du doch ein, und dann lässt Du doch bestimmt das Objektiv in Ruhe, oder, wegen der Schärfe usw.? Ich meine, was man dann verändert, ist doch für gewöhnlich die Belichtungszeit, und die erst mal in Prozent, damit man die Berechnungen auch auf andere Vergrößerungsmaßstäbe anwenden kann, oder ist das nachteilig? Oder meinst Du, dass Dein Probestreifen jeweils Verdopplungen der Belichtung zeigt, also 0-1-2-4-8-16-32 Sek statt 0-2-4-6-8-10-12 Sek?


    Wie wäre es mit einer Standardprintzeit? Das wäre die Zeit, die Zone 0 (z.B. der Negativrand) allerhöchstens braucht, um genau so schwarz zu werden wie ein drei Minuten belichtetes und drei Minuten entwickeltes Papier? Du hast doch alles so zonensystemmäßig ausgemessen mit dem Fomapan, da müssten Deine Negativ-Tonwerte bei einer solchen Standardprintzeit zum Papierspielraum passen, oder? Nimm doch mal die ideale Negativkopie Deiner Stouffercard, in der alle Dichten so stimmen, wie Du sie wolltest. Dann leg sie doch mal auf und ermittele die Standardprintzeit für einen gegebenen Vergrößerungsmaßstab. Fini mit Probestreifen für die Belichtung, wie Shen Hao schrieb. Alle weiteren Proben ermitteln dann die feinere Zeitstückelung für die Kontrastteilung, aber am besten prozentual, damit man es auf andere Vergrößerungsmaßstäbe anwenden kann.

  • Shen Hao : ich meinte ja auch Leon, als ich davon ausging, dass er Englisch kann. - Also, ich gehe mal davon aus, dass ich ein armer Trottel auf dem Holzweg bin. Erklär' mir doch jetzt einfach mal Splitgrade, detailliert und von Anfang an, so wie Du das siehst. Aber bitte so, als ob Du neben mir am Vergrößerer stehst. Sagen wir einem Laborator 138 mit Hirsch-Zeitschaltuhr, normgerechter Opallampe Original Atlas, Kondensorbeleuchtung und Filtern von 00 bis 5 unter dem Objektiv. - Das wird sicher eine sehr gute Ressource für Leute, die damit anfangen, und wer weiß, ich lerne gerne was dazu.

  • Standardprintzeit..Fini mit Probestreifen für die Belichtung, wie Shen Hao schrieb.

    Ach nee - ich denke, Eintesten liegt Dir nicht so?

    Die Grundbelichtungszeit, so hieß es wohl früher, dafür brauchts ein paar Pröbchen.


    Und wenn ich dann das perfekt gammarisierte Negativ in die Bühne schiebe, dann belichte ich meine Sekündchen und lande bei dem von Dir eben Gesagten. Also eher selten..


    Wenn Du hier nur testen willst - so kommt es mir nach Lesen Deines "hach, ich verstehe nicht"-Beitrages vor - wer welche Grundkenntnisse hat, dann würde ich sagen:


    Morgen, 12 Uhr, auf dem Marktplatz !


    Interessieren würde mich aber zuvor noch, mit welcher Blende oder Kerze Du 3min aufbelichtest; an Deinen blanken Negativen kann es jedenfalls nicht liegen :mrgreen:

  • Nee, jetzt, das ist ja jetzt nicht Dein Ernst. ich fragte Dich wirklich mit seriösem Interesse, ob Du mir Deinen Ansatz erklären kannst. Stattdessen exaltierst Du Dich und vervielfachst Fremdwörter. Erklärst Du es mir nun oder nicht? - Was das perfekt gammarisierte Negativ angeht: wozu hat Leon eigentlich Stoufferkeile auf 4x5-Film aufbelichtet, entwickelt und dichtespezifisch ausgemessen, wenn nicht, um genau so ein Ding herzustellen? Ist das hier eine Schießbudenveranstaltung oder der Flughafen BER?

  • Wenn ich darf!

    Von den Vario Papieren habe ich mich verabschiedet. Viel zu viel Aufwand, zu viele Probe Probestreifen, zu schmale Toleranz bei der Belichtung und nicht zu Letzt die Arbeit im fast dunklen Raum. Die Papier Gradation auch bei dem fest graduierten Papier lässt sich mit den anderen Mitteln auch steuern. So bin ich auch sicher, dass der Grundschleier mir nicht die ganze Arbeit kaputt macht, weil ich für ein Paar Sekunden meine Aufmerksamkeit verloren habe. Auch bevor ich in das Labor abtauche und den Ganze Aufwand treibe mache ich mir einen Kontakt Abzug a la Reprokamera und Photoshop, so kann ich die Bildwirkung, den Kontrast, Beschnitt, das Abwedeln, Nachbelichten und die sonstigen Sachen schon von vorne rein bestimmen (auch ausmessen ohne unzählige Probestreifen).

  • Ah, ein Mißverständnis, wie auch ein zeitliches Problem der Überschneidung unserer posts.

    So eintstand mir ein gelinder Eindruck der Verarschung.

    Was solls, kann vorkommen, bzw durch Zitate vereinfacht werden.


    ich fragte Dich wirklich mit seriösem Interesse, ob Du mir Deinen Ansatz erklären kannst.


    Das stand da noch nicht, als ich postete.

    Klar kann ich mein Vorgehen erörtern.

    Muß ich aber aus der Erinnerung abrufen, weil ich seit einiger Zeit nicht in die Duka komme.




    Daß ich die Grundbelichtungszeit von meinem Papier und bei meinem jeweiligen Prozeß (warmer, kalter Entwickler, feste Zeiten dazu) mit meinem Gerät kenne, hatte ich angedeutet.

    2 Varianten stehen mir nun zur Verfügung:


    1) Ich belichte mit der Grundbelichtungszeit und G5 die Schatten auf, und fülle anschließend meine Lichter mit G0 .

    2) Ich senge erst die Lichter aufs Papier, da muß ich dann etwas mehr pröbeln, und bringe anschließend den gewünschten Knack in ein paar Ecken.


    Variante 1) ist wegen der grundbelichtungszeitabhängigen Schlichtheit noch mein Favorit, wohingegen 2) zu "helleren" und akzentuierteren Bildern führt. Eine Motivsache auch.

    Jedenfalls ergeben diese beiden Verfahren nach ca. 2 x2 Probestreifen, wobei ich für die Lichter eine alte Belichtungsschablone benutze, und schlimmstenfalls einem Zweitversuch bei der Kopie, weil ich die Kompensation der Gesamtbelichtungszeit nicht richtig traf, eine solide Arbeitsgrundlage, an der es nix mehr zu rütteln gibt.

    Die Probestreifen dienen neben der reinen Findung eben auch dem Direktvergleich, da würde ich nicht drauf verzichten wollen.


    Die Arbeitskopie sagt mir, wo/wie ich meine Bildvorstellung nun verfeinern muß; dafür, also fürs Abwedeln, Nachbelichten, oder für partielle Gradationsänderung, mache ich mir eine entsprechende Skizze ( sollte man auffällig viel korrigieren müssen, dann liegt man im Globalkontrast bereits deutlich daneben, und kann es sich mit einem Neustart vereinfachen :-) ).


    Am Folgetag schaue ich mir meine durchgetrocknete Baryt-Kopie noch mal in Ruhe bei Tageslicht an, gleiche mit meiner Skizze ab, und dann wird in den zu verändernden Bereichen probegestreift, und letztlich ein Abzug gemacht.

    Den schau ich mir wieder am Folgetag an, und ggf. gibts doch noch eine Kleinigkeit zu verbessern.

  • Vielen Dank, Shen Hao , und guten Morgen allerseits,


    wenn ich jetzt mal rekapitulieren darf: ich sehe jetzt keinen wesentlichen Unterschied zur Vorgehensweise Dave Butchers. Und so daneben liege ich selber dann auch nicht, denn ich hätte das eben auch so gemacht.


    Klar, Du hast eine Grundbelichtungszeit, aber die wird vermutlich jeweils eine andere sein, abhängig vom Prozess, vom Vergrößerungsmaßstab, vom Papier, vom Film, von der Filmentwicklung. Insofern ist Dave Butcher da ein wenig radikaler, indem er das alles ungetestet lässt und einfach einen Probestreifen mit Grad 2.5 macht. Dann hat er die für das jeweilige Negativ/Papier/Prozess sinnvollste Ausgangszeit. - Es gibt ja Leute, die einfach loslegen und nicht vorher Filme und Prozesse testen möchten.


    Dann machst Du dasselbe wie Dave Butcher, indem Du getrennt nach Kontrastfiltern aufbelichtest. Wenn Du sagst, Du nimmst die Grundbelichtungszeit für Grad 5, gehe ich davon aus, dass bei Deinem Papier die Grad-5-Emulsionsanteile weniger empfindlich sind als die Grad-0-Anteile.


    Weswegen Du bei Grad 0 mehr pröbeln mußt, wie Du sagst. Ich vermute, die erarbeiteten Belichtungszeiten liegen unterhalb der gesetzten Grundbelichtungszeit, die Du für Grad 5 verwendest. Auch das könnte man mit Dave Butcher vergleichen, der die Grundbelichtungszeit für Grad 2.5 einfach teilt.


    Ja, und dann die Ecken und Kanten pauschal um 100% nachbelichten mit Grad 5, so entstehen kontrastreichere Formen, die den Blick ins Bild leiten.


    Mich würde interessieren, ob jemand hier die Ecken und Kanten mit Grad 0 nachbelichtet, während das Kontrastgeschehen im Bildzentrum stattfindet. Muss eine seltsame Anmutung ergeben. Ich glaube, das probiere ich mal aus.


    Was Leons Messthematik angeht, frage ich mich generell immer mehr, auch hinsichtlich der Stouffercard im Zonensystem, welchen Nutzen das Arbeiten mit abstrakten Werten haben kann.


    Es kommt ja darauf an, die Tonwerte in der bildmäßigen Fotografie zu verstehen, weniger im densitometrischen Zusammenhang. Nehmen wir das Beispiel mit der Nachbelichtung der Ecken und Kanten: hier geht es ja um Partialkontraste, also z.B. im die Formprägnanz eines dunklen Geästes vor hellerem Wiesenhintergrund, in der rechten unteren Bildcke. Oder um die Konturierung einer Gewitterwolke am oberen Bildrand, oder um das Glitzern eines Schneekristalls im Sonnenlicht, um bei Butchers Bild in der Anleitung zu bleiben.


    Dunkelheit und Helligkeit ergeben sich in solchen Bildpartien aus dem Verhältnis zueinander. Graukeile und Densitometer kennen diese Relationierungen nicht. Also wären sie meiner Meinung nach bildmäßig zu beurteilen, nicht messtechnisch.

  • Dann machst Du dasselbe wie Dave Butcher, i

    Den Eindruck hatte ich nicht, aber ich guck mir das noch mal an.



    Es gibt ja Leute, die einfach loslegen und nicht vorher Filme und Prozesse testen möchten.

    Ich möchte nicht testen, halte aber das Verständnis von meinem Material für eine Arbeitserleichterung, die zudem Treffsicherheit beinhaltet.

    Außerdem hält sich das Testen in sehr kleinen Grenzen, da verstehe ich die permanente Kritik auch nicht.

    Ist aber auch nicht weiter diskussionswürdig, denke ich.


    Auch das könnte man mit Dave Butcher vergleichen, der die Grundbelichtungszeit für Grad 2.5 einfach teilt.


    Vielleicht ist das tatsächlich ein interessanter Ansatz, es kam mir spontan nur nicht so vor.

    Wie Deinem Beitrag zwischen den Zeilen zu entnehmen, reagieren versch. Papiere unterschiedlich; daher kann der Ansatz jedenfalls nicht allgemeingültig sein.



    Ich vermute, die erarbeiteten Belichtungszeiten liegen unterhalb der gesetzten Grundbelichtungszeit, die Du für Grad 5 verwendest.


    Das liegt zum Einen in der Natur der Dinge, nämlich der Sensibilisierung der Papiere, und den Dichtewerten der Filter.

    Zum Anderen ist Yellow nicht dafür bekannt, eine kontrastige Stimmung zu zaubern, also ist mir dessen verhältnismäßig geringerer Einsatz nur genehm.


    Was Leons Messthematik angeht, frage ich mich generell immer mehr, auch hinsichtlich der Stouffercard im Zonensystem, welchen Nutzen das Arbeiten mit abstrakten Werten haben kann.


    Es gibt ja Leute, die einfach drauflostesten und nicht vorher Film und Papier intuitiv erfassen :-)


    A

    n dieser Stelle im Positivprozeß sehe ich auch keinerlei Nutzen; keinesfalls aber ist der Stouffer ein Übermittler abstrakter Werte, denn die Werte sind klar definiert.


    Auch der selbstgestrickte Graukeil ist irgendwie ( auf die eigene Arbeitsweise bezogen ) ein definierter Datenträger, denn er verrät die resultierenden Tonwerte der gewünschten Gradationsfilter bei diversen Belichtungszeiten, womit ein Tonändern im Bild schneller möglich ist, als dies ein Probieren hergäbe.



    Jetzt sollte ich aber auch einmal konkret nach Deinem intentionsgesteuerten Ansatz fragen, den Du wiederholt als vorteilhaft erachtest; immerhin bin ich ich kein reiner Anhänger der "technischen Lehre" und als ewiger Lehrling immer bestrebt dazuzulernen.

  • Jungs.

    Mal ne blöde Frage in die Runde.

    Wiederspricht das alles nicht der Theorie von dem „Zonen Erfinder“ bei der man nur ein Papier, und nur mit einer Gradation braucht?

    Mann.

    Die Papiere ändern sich, das Aufnahmematerial auch, die Chemikalien, und man will auch mal was ausprobieren. Das tat selbst der Zonenerfinder, der nicht immer nur ein Papier und eine Gradation nutze, im Gegenteil. Die Theorie zeigt den Weg, nicht das Ziel. Ich finde es schon interessant, sein Material systematisch kennenzulernen und dann Unterschiede zu erfahren.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!