Was das wohl für ein Objektiv ist?

  • Sieht in der Tat nach 10x15-Kamera (damals für Postkarten üblich) bei ca. 165-180 mm Brennweite und einem Plasmaten oder einem (echten) Heliar aus. ggf ev 150 mm, müsste man durch Vergleich ermitteln. 10x15 (Weltpostkarte ergab nach Maskierung der oft beschädigten Randbereiche die Normalpostkarte 9x14 cm.Die oben genannten extremen Weitwinkel waren unter Garantie hierbei nicht beteiligt! Für den Bromsilberdruck z.B. wurden die Glasplatten unter Beilage von Wollfäden mit einem mittels Benzin-Zusatz dauerweich gemachten Knochenleim zu biegbaren Tableaus verbunden und die dann rotierend auf einer Trommel kopiert. Die hier vorliegende Postkarte ist offensichtlich eine Autotypie oder ein Lichtdruck (afugrund der schlechten Bildqualität nicht genau festzulegen). Professionelle Postkartenfirmen haben nur höchst ungern vergrößert, eher noch lieber verkleinert. Im Fotoarchiv eines ortsansässigen Postkartenverlages liegen fast ausschließlich Platten und Planfilme in 10x15!


    VG Thomas

  • Bin heute an der Feldherrnhalle vorbei: Wird gerade neues Pflaster gelegt und steht auch ein Kleinbus im Weg...

    Wenn ich beide Fahnenstangen exakt wie auf dem Bild ins Verhältnis setze bin ich bei einer Brennweite von 57mm auf 24x36 KB,

    aber habe dabei noch etwas seitlichen Beschnitt. Damit wären wir bei 10x15 eher am oberen Ende bei 180mm?


    @Thomas Kreil bin noch am schwanken, in München gab es super viele Kameras https://blende-und-zeit.siruto…p?type=file&id=1512730189


    Würde zu gerne wissen welches Objektiv so hohen Kontrast im Vordergrund zeichnet - bei einer Kontaktkopie ist es ja wirklich das Objektiv...

  • Würde zu gerne wissen welches Objektiv so hohen Kontrast im Vordergrund zeichnet - bei einer Kontaktkopie ist es ja wirklich das Objektiv...

    Ich wüsste nicht, dass es ein Objektiv gibt, was sich dadurch hervorhebt einen besonders kontraststarken Vordergrund zu zeichnen. Ich sehe da jetzt auch nichts besonderes in der Beziehung in dem Bild.


    Grundsätzlich waren da halt Profis am Werke, die wussten wie man mit dem Material umzugehen hatte, was das richtige Licht zum Fotografieren war und um welcher Uhrzeit man vor Ort sein musste. Abgesehen davon war die Negativretusche damals recht weit verbreitet.

  • arothaus - würdest Du zustimmen, dass der Lichteinfall doch eher streifig ist? War jedenfalls gestern auch so,

    der Platz vor der Halle ist eingezwängt zwischen Theatiner und Residenz.

    An Negativretusche kann ich mich auch noch erinnern, aber nur bei Kratzern, nicht zur Kontrastverstärkung...

    Natürlich wurden Negative auch damals schon direkt bearbeitet, z.B. zur (partiellen oder vollständigen) Anpassung des Kontrastes. Gängiges Mittel dazu war beispielsweise Farmerscher Abschwächer:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Farmerscher_Abschwächer

    Grüsse
    Andreas

  • würdest Du zustimmen, dass der Lichteinfall doch eher streifig ist?

    Da ich nicht weiß was Du konkret meinst, würde ich nicht zustimmen. Ich könnte mich zu der Behauptung hinreissen lassen, dass das Innere der Halle etwas flauer ist als der Vorplatz. Das ist aber bei den Objektkontrasten und der anderen Beleuchtungssituation nicht verwunderlich.


    Zur Retusche: Das war gängige Praxis, Retuscheur war ein Beruf. Negativretusche wurde gerne an großformatigen Negativen, die für Kontaktkopien herhalten mussten, durchgeführt. Dabei wurde nicht mechanisch oder chemisch abgeschwächt oder verstärkt sondern auch Teile des Motivs weg- oder hinzuretuschiert.


    Zum Einstieg:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Retusche

    http://www.fotovogel-mg.de/Negativretusche.htm

    https://www.cameramuseum.ch/de…dios/die-negativretusche/

    http://www.fotogeschichte.info…t-118/forschung-keultjes/

  • Zur Retusche: Das war gängige Praxis, Retuscheur war ein Beruf. Negativretusche wurde gerne an großformatigen Negativen, die für Kontaktkopien herhalten mussten, durchgeführt. Dabei wurde nicht mechanisch oder chemisch abgeschwächt oder verstärkt sondern auch Teile des Motivs weg- oder hinzuretuschiert.

    danke für die Links, wusste nicht dass Negativretusche so sehr verbreitet war...

  • So ein Bild aus mehreren Bildern zusammen zu setzen mußte für einen Könner auch in der damaligen Zeit auch keine große Herausforderung gewesen. Ich kenne die Zeit noch zu gut als wir auch ohne PCs die komplette Retusche… nur mit dem Pinsel, Skalpell, Wachs, Bleistift, Rapidograf….. gemacht haben. Auf jeden Fall das war eine sehr anspruchsvolle und gut behalte Tätigkeit.

  • Von der fehlenden Schärfe im Hintergrund gehe ich auch eher von 150-210mm aus und nicht zu stark abgeblendet, sonst wären ja die Personen alle unscharf durch Bewegung. Ein Heliar gibt sehr gut diesen 3D Effekt plus das Licht!

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