Gute Einsteigerkamera samt Objektiv(e) gesucht

  • Hallo zusammen,


    ich bin als kompletter Neueinsteiger auf der Suche nach einer guten 4x5 Einsteigerkombi für Landschafts- und Architekturfotografie. Ich habe mir zwar schon einiges durchgelesen aber bin immer noch ein wenig verloren. Ich würde mich daher sehr freuen, wenn ihr mir ein wenig unter die Arme greifen könntet. Verzeiht bitte auch, dass ich mit Sicherheit noch nicht alle Begriffe richtig verwende - das ist doch eine eigene Welt.


    Die Preise die man online findet schwanken für gleiche Modelle (zumindest für meine Augen) doch sehr, was mich doch etwas verunsichert hat. Auch bei den Objektiven blicke ich noch nicht richtig durch. Die Umrechnung auf KB ist logisch, aber welche Blende sinnvoll ist und wie es sich mit den Verschlüssen verhält entzieht sich mir ein wenig.

    Generell bin ich für jede Quelle dankbar in die ich mich einlesen kann um mehr zu verstehen. :)


    Was ich mir vorstelle

    - Budget 1.000€ - 1.500€ (Kamera + Objektiv)

    - Gute Qualität

    - Gern gebraucht und lieber ein wenig mehr investiert als am Ende frustriert und genervt

    - Einigermaßen transportabel (kompaktes Packmaß ist wichtiger als Gewicht - daher vermute ich, dass eine Field Kamera wie bspw. die Toyo Field 45 geeignet sein sollte)

    - Robuste und zuverlässige Technik (keine Diva)

    - Anfängergeeignet (falls es sowas gibt)

    - 1-2 Objektive (1x Weitwinkel / 1x Medium Tele oder Normal)


    Was ich verstehe noch zu brauchen

    - Auslösekabel

    - Spotmeter

    - Lupe

    - Kasetten

    - Wechseltasche


    Dinge die ich bereits habe (wenn auch nicht viel)

    - Gitzo Stativ aus der Traveller Serie mit Kugelkopf


    Kameras die ich identifiziert habe, die meines Erachtens passen dürften

    - Toyo Field 45

    - Linhof Technika (vielleicht zu teuer)

    - Horseman 45

    Aber welches "Unter-Modell" wiederum von den genannten geeignet ist, ist ein Buch mit 7 Siegeln.


    Habt vielen Dank!


    Steffen

  • Moin!

    Für meinen Wiedereinstieg habe ich mich in der Bucht umgesehen und mich an Herrn Greiner gewandt.

    Er hat mir dann [wieder] eine Toyo 45 CF vermittelt.

    Zusammen mit einem Schneider 5.6/210mm und einem Schneider Super-Angulon 8/90mm.


    forum.grossformatfotografie.de/attachment/13068/


    Drahtauslöser bekommt man hier ...


    Drahtauslöser


    Eine Mattscheibenlupe habe ich mir hier besorgt ...


    Mattscheibenlupe


    ... und als Belichtungsmesser reicht vielleicht erst einmal ein App.


    mfg hans

  • Hallo!


    Die von dir beobachteten Preisschwankungen, ich vermute mal in der Bucht, haben z.T. auch mit unrealistischen Preisvorstellungen der Verkäufer zu tun. Das merkt man, wenn man den Markt eine Zeit lang beobachtet, und die gleichen Kameras immer wieder unverkauft durchlaufen...


    Zu den Objektiven:

    Auch bei den Objektiven blicke ich noch nicht richtig durch. Die Umrechnung auf KB ist logisch, aber welche Blende sinnvoll ist und wie es sich mit den Verschlüssen verhält entzieht sich mir ein wenig.

    Die Offenblende ist im Großformat für die allermeisten Anwendungen bildmäßig absolut sekundär, da meist mehr oder weniger stark abgeblendet wird. Das Mattscheibenbild ist mit f4.5 aber natürlich heller als bei f8, wobei das für dich kein Ausschluss-Kriterium sein sollte - da kann man mit Dunkeltuch und Fresnell-linse gut gegensteuern.

    Bei den Verschlüssen sollte gelten: Jeder Verschluss, der funktioniert, ist gut. Ob das dann ein Copal, Compur, Prontor oder sonst was ist, ist ziemlich sekundär. Die modernen Prontore sind in meinen Augen recht umständlich in der Bedienung, aber das ist letztlich auch Geschmackssache.

    - 1-2 Objektive (1x Weitwinkel / 1x Medium Tele oder Normal)

    Als Normal- bzw. leichtes Tele sind die Schneider Symmare zu empfehlen – das Gebrauchtangebot ist sehr groß und die Optiken sehr gut. Ein 135mm wäre ein eher weites Normalobjektiv, ein 150er wäre "ziemlich normal", ein 180er entspräche einem leichten Tele. Sollte dir aber z.B. ein Rodenstock Sironar über den Weg laufen, wäre das auch top geeignet, allerdings sind die etwas seltener. Auch mit einem Tessar/Xenar kann man arbeiten, allerdings kannst Du bei deinem Budget ruhig auf die oben genannten Modelle optieren, die größere Verstellungen zulassen.


    Preislich solltest Du bei den Symmaren, je nach Erhaltungszustand, Alter, Vergütung etc. so zw. 150 und 250 Euro liegen.


    Im Weitwinkelbereich bieten sich die Schneider Angulone an – entweder als 90mm Angulon (ohne "Super") – wahnsinnig kompakt, günstig, aber an 4x5 kaum Verstellreserven – oder als 90mm Super-Angulon (deutlich größer, teurer, vieeeeel größerer Bildkreis -> größere Verstellreserven). Beide Objektive werden recht häufig angeboten, das Super-Angulon bekommst Du mit Glück um 200, das "normale" Angulon deutlich günstiger.

    Alternativen im Weitwinkelbereich wären z.B. noch Rodenstocks Grandagone, die preislich allerdings deutlich höher liegen.


    Zur Kamerafrage: Die einzige Kamera deiner Favoriten, die ich bisher selbst genutzt habe, war eine Technika III. Insofern kann ich nur zu der was sagen:


    Besagte Kamera und die 2 Objektive sollten – im Zweifel mit etwas Geduld – zu bekommen sein, auch mit etwas "Puffer" für das genannte Zubehör. Dies gilt aber in meinen Augen nur für die Technika III – modernere gehen meist deutlich teurer weg. Die III bringt den konstruktiven Nachteil mit, das Du die Frontstandarte (so meine ich mich zu erinnern, ist schon ne Weile her...) nicht ohne weiteres nach vorne kippen kannst, um zu "scheimpflügen". Du kannst das allerdings umgehen, indem Du den ganzen Laufboden abklappst, und die Frontstandarte dann soweit zurückkippst, bis Du die gewünschte Position gefunden hast. Hat für mich immer sehr gut funktioniert, und an meiner großen 13x18-Technika mache ich das heute auch so.


    Ansonsten ist die Technika eine hervorragend konstruierte Kamera. Ein kleines Objektiv (z.B. 135mm Symmar / 90mm Angulon) kann in der Kamera zum Transport verbleiben. Achte darauf, dass schon ein internationales Rückteil dran ist, oder frage im Zweifel mit einem Bild hier nach.


    Zu den anderen Kameras können andere bestimmt was sagen, vielleicht noch ein genereller Hinweis: Hab nicht zu viel Angst, jetzt irgendwas zu kaufen, was sich danach für dich eventuell als unpassend erweist. Gerade die kompakten Laufbodenkameras bekommt man meiner Erfahrung nach sehr gut wieder los, ebenso funktionierende Objektive. Insofern ist das Geld nicht weg, sondern nur angelegt ;)


    Die 4x5-Wista könnte man auch in Erwägung ziehen, aber auch da kennen sich andere besser aus.


    Zum Zubehör: Abgesehen vom Spotmeter ist ja alles recht selbsterklärend: Hier nutze ich seit Jahren einen Minolta Spotmeter M und bin sehr zufrieden. Aber letztlich kannst Du auch da nehmen, was grade günstig verfügbar ist.

  • Hallo,

    ich fange mal mit ein paar Kommentaren an, da kommen sicher noch mehr Antworten.

    Mit deinem Budget sollte man hinkommen, ggfls. braucht man etwas Geduld. Robust und zuverlässig sind die Kameras eigentlich alle, die ich kennengelernt habe, anfängergeeignet, nunja, sagen wir, die Lernkurve ist mitunter steil. Objektivmässig würde ich wahrscheinlich mal ein 90er empfehlen, das ist ein moderates Weitwinkel, das es häufig gebraucht relativ günstig gibt, für die längere Brennweite irgendwas zwischen 150 (Normalbrennweite bei 4x5"), 180 und 210mm (leichtes Tele), auch die gibt es häufig gebraucht.

    Ich würde da auf jeden Fall noch einen Wechselsack bzw. ein Wechselzelt ergänzen, da es sonst etwas kompliziert wird, die Kassetten zu laden. Wenn du selber entwickeln willst, auch noch entsprechend Entwicklungsdosen/Chemie.

    Kameras die ich identifiziert habe, die meines Erachtens passen dürften

    - Toyo Field 45

    - Linhof Technika (vielleicht zu teuer)

    - Horseman 45

    Aber welches "Unter-Modell" wiederum von den genannten geeignet ist, ist ein Buch mit 7 Siegeln.

    Technikas werden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dein Budget sprengen. Ich würde da auf jeden Fall noch Wista ergänzen, da gibt es verschiedene Modelle wie die 45SP oder die 45D, die auch sehr gut für Weitwinkelobjektive geeignet sind. Gerade ältere Technikas haben da ihre Limitationen. Sehr schöne Laufbodenkameras. Möglich sind auch Kameras aus chinesischer Herstellung wie von Shen Hao oder Chamonix, wobei letztere vermutlich auch gebraucht eher teuer sind.


    Gruß,


    Christian

  • Moin,

    geh doch mal in ein gut sortiertes Fotogeschäft in der Nähe und lass dir ein paar Kameras zeigen, so siehst du gleich was dir zB gewichts- und handlingmässig taugt.

    is wie beim dating, erst beim ersten Kaffee weiss man woran man wirklich is.. :mrgreen:

  • Moin,

    geh doch mal in ein gut sortiertes Fotogeschäft in der Nähe und lass dir ein paar Kameras zeigen, so siehst du gleich was dir zB gewichts- und handlingmässig taugt.

    is wie beim dating, erst beim ersten Kaffee weiss man woran man wirklich is.. :mrgreen:

    Moin!

    Bei guten Fachgeschäften ist es wie mit guten analogen Kameras - man muss u.U. lang danach suchen.

    Welcher Fachhändler hält heute noch ein größeres Kontingent an gebrauchten GF-Kamera vor.


    Wie gesagt ich wende mich an Herrn Greiner, oder an ...


    ihn hier


    Ich würde auf jeden Fall eine Kamera mit einem

    Graflok-kompatiblem Back einer ostasiatischen Kirschbaumholz-Lösung vorziehen.


    Preise:

    Seit einiger Zeit formiert sich die analoge Szene neu.

    Die Preise für hochwertige Kameras, in gutem Zustand, ziehen an.

    Die 500er Hasselblads und die Twins von Rollei werden immer teurer.

    Hat eine Rollei 2.8f 1968 neu ~ 800 DM gekostet, so kostet sie heute, gebraucht, um bis zu 2000 €.


    mfg hans

  • Hallo Steffen,


    wie bei vielen Dingen musst du dir vor Anschaffung erst mal klar werden, was die Kamera überhaupt können soll.

    z.B. Willst du Objektive nutzen die kürzer als 90mm ( ca. 28mm KB ) sind?

    Willst du neben Planfilm auch 120er Filme nutzen können?

    Hast du dir schon diesen Thread Vor- und Nachteile der verschiedenen Kameras durchgelesen?

    Nur dann können wird dir auch zielgerichtet helfen, sonst schreibt nur jeder, daß seine Kamera die beste ist.


    Grüße

  • Das Dumme beim Großformat ist, dass man immer alles ausprobieren muss. Solange es nichts kostet, geht's ja noch. Aber die Gefahr, sich Trödel einzuhandeln, ist groß.


    Aus meinen Beobachtungen und Erfahrungen mit konkreten Modellen sage ich dies, ohne dass die Leute mir hier unbedingt Recht geben werden, denn jeder liebt sein eigenes Geraffel am meisten: wenn es aus Metall sein muss wegen der Stabilität und Präzision, wenn es kompakt und gut zusammenlegbar sein soll mit einem 300er Apo-Ronar oder einem 150er Sironar N oder einem 75er Super Angulon drin, wenn es viel Zubehör haben soll, wenn es einen sehr hohen Wiederverkaufswert haben soll, wenn es teletauglich bis 360/420 Millimeter sein soll, wenn die Rückwand zentralverstellbar sein soll, wenn der Balgen sowieso mal gewechselt werden soll, dann nimm die Linhof Technika 4x5, wahlweise Technika IV, V oder Master, wobei ich für normale Anwendungen die IV empfehle wegen des Frontrise, und für Weitwinkel die Master wegen der Deckenklappe. Technikas haben fast keine Limitationen, außer man vergleicht sie mit einer Cambo SC2, also einer Studiokamera. Ich kam jedenfalls bisher noch an keine Grenze. Ein Surplus ist der Messsucher.


    Anders die Horseman. Die Horseman 45 ist auch sehr gut, v.a die FA: eine konsequent rationalisierte Technika. Aber: da musst Du fast immer den Balgen wechseln, der hinten eingeklebt ist. Und Du bist limitiert auf Linsen mit 46mm Filtergewinde, alles was größer ist, kann nicht zum Transport im Gehäuse bleiben. Aber da gibt es sehr gute Fujinone. Will man mit der Horseman lange Brennweiten haben, behilft man sich mit Teleobjektiven (Fujinon T bis 600mm, Nikkor T ED 360-500-720), die in Extended Lensboards eingesetzt werden müssen. Ohne dieses geht die Kamera so bis 210/240. Dafür kann man mit ihr ein 65er fokussieren, ohne Recessed Lenasboard. Die Kamera ist recht zierlich und leicht. Daher ist der Balgen eng und es kommt gerne mal zu Vignettierungen. Wofür man wie bei der Linhof Master eine Klappe oben hat. Die muss man fast immer benutzen. Auch sind die Verstellwege etwas eingeschränkter als bei der Linhof. Dafür ist alles zierlicher, japanischer halt - es ist Auffassungssache. Der gemeine Japaner findet die Technika sicher klobig.


    Beide Kameras sind aus Ganzmetall. Sie halten die Objektivplatine sicher und verstellen sich auch nicht von selbst. Ich habe noch eine Sinar. Die lässt sich zwar ein wenig mehr verstellen, wofür sie selbst bei 210mm einen Extraweitwinkelbalgen braucht, dafür sind sie viel sperriger, schwerer, brauchen ein Einstelltuch, eine größere Sonnenblende, größere Filter, größere Lensboards, mehr Stativ. Am schlimmsten ist die Wackelei. Ausgelutschte Kameras sind eine PITA.


    Ich nehme die Horseman 45FA fürs Wandern, auf Reisen, in der Stadt und im Regen und mit kürzeren Brennweiten, und die Linhof IV oder V in der Natur, bei gutem Wetter oder wenn ich maximal 5km zu Fuß zurücklege, und dabei ein 360er mit Linhof 6x7-Rückteil verwende. Da gibt es nichts stabileres und nichts präziseres.


    Mit einem 1000er-Schein bist Du bei beiden Modellen dabei. Rechne 800 Euro für eine gute saubere, leichtgängige, bemesssucherte Linhof Technika IV im Koffer, für die Du noch einen guten Balgen für 150-200 Euro bestellst. Musst halt Geduld haben. Vielleicht gibt es dann noch ein altes Symmar 150 oder 180 gratis dazu und eine passende Steuerkurve, oder eine Balgensonnenblende. - Rechne 700 Euro für eine 45FA aus Japan, für die Du dann noch einen Balgen für 120 Euro in Hongkong orderst und ein paar Top Hat Lensboards. für 180, 210, 240, 300mm.


    Ach ja, als Anfangsobjektiv empfehle ich Dir eines mit 180 oder 210mm Brennweite, z.B. G-Claron 9/210, Symmar-S 5,5/180 oder 210, Sironar N 5,6/180 oder 210, ein Fujinon A 9/180 (vermutlich eines der schärfsten Linsen überhaupt). Aber das ist nur eine persönliche Präferenz. Für mich ist Fotografieren vor allem "Weglassen".


    Viel Erfolg!!!

  • Ach ja, als Anfangsobjektiv empfehle ich Dir eines mit 180 oder 210mm Brennweite


    Könnte für gewünscht "Architektur" etwas lang werden :-)



    Das Dumme beim Großformat ist, dass man immer alles ausprobieren muss


    Ich finde dass toll :thumbup:

    Deswegen ist meine generelle Empfehlung, ruhig erst mal mit dem preiswerten "Gerödel" anzufangen.


    "Ich kann KB-Objektive auf GF umrechnen" nützt nämlich nüscht, das muß man einfach mal probiert haben - Gewicht, Größe, welche Anforderungen an die Verstellmöglichkeiten, plötzliche Komfortwünsche usw..

    Und schon entstehen echte Ideen für den tatsächlichen Bedarf, also konkrete Kaufentscheidungen.

    Behalten was gefällt, den Rest kann man ohne nennenswerte Verluste wieder weiterreichen.


    Ich bin übrigens auf dem Weg von meiner Ersten, eine ostdeutsche "Linhof" (Mentor 13x18 ) über Plaubel Universal 13x18, dann Plaubel Profia13x18 und 4x5", weiter zu Shen Hao HZX 45, zu meiner langersehnten germanischen Reisekamera 30x40cm gekommen, und für kleinere Outdoorangelegenheiten letztlich bei einer russischen 50 Euro -Reisekamera in 13x18cm angekommen.

    Zuhause ist nur noch zulässig, was auf Rädern daherkommt, also Studiokameras.


    Sowas kann man doch vorher unmöglich ahnen :-)

  • VIelen Dank erstmal für diese Druckbetankung... :huh: Das muss man wirklich erstmal verarbeiten.


    Für meinen Wiedereinstieg habe ich mich in der Bucht umgesehen und mich an Herrn Greiner gewandt.

    Vielen Dank - gerade bei älteren Gerätschaften deren Zustand ich auf Bildern nicht abschätzen kann, gehe ich doch lieber den Weg über eine vertrauenswürdige Quelle - auch wenn damit der Preis ein wenig steigt.

    Danke auch für die übrigen Bezugsquellen.


    Die von dir beobachteten Preisschwankungen, ich vermute mal in der Bucht, haben z.T. auch mit unrealistischen Preisvorstellungen der Verkäufer zu tun.

    Das Gefühl hat mich ebenso beschlichen. Wobei ich lieber auf ein Objektiv verzichte und das freigewordene Budget dann lieber in die Kamera stecke - sofern es sich lohnt. Danke auch für die ausführliche Beschreibung zu Objektiven und der Linhof Technika. Man weiß ja wirklich nie ob man am Ende dabei bleibt. Allein daher will ich lieber in eine Ausrüstung investieren, die ich im schlimmsten Fall auch wieder vernünftig los werde. Ich habe mich eine Zeit lang im Vintage HiFi Bereich bewegt und bis auf die Versandkosten kam man eigentlich immer Null auf Null raus.


    Mit deinem Budget sollte man hinkommen, ggfls. braucht man etwas Geduld. Robust und zuverlässig sind die Kameras eigentlich alle, die ich kennengelernt habe, anfängergeeignet, nunja, sagen wir, die Lernkurve ist mitunter steil. Objektivmässig würde ich wahrscheinlich mal ein 90er empfehlen, das ist ein moderates Weitwinkel, das es häufig gebraucht relativ günstig gibt, für die längere Brennweite irgendwas zwischen 150 (Normalbrennweite bei 4x5"), 180 und 210mm (leichtes Tele), auch die gibt es häufig gebraucht.


    Danke Dir - Ich glaube fast, dass ich mit einem 90er anfangen werde um dann zu sehen in welche Richtung es mich zieht. Es ist eben doch ein komplett anderes Fotografieren. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass sich viele Frustphasen mit wenigen Euphoriephasen abwechseln werden. Es ist nun mal kein Point-and-Shoot - aber das suche ich ja gerade.


    Technikas werden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dein Budget sprengen. Ich würde da auf jeden Fall noch Wista ergänzen, da gibt es verschiedene Modelle wie die 45SP oder die 45D, die auch sehr gut für Weitwinkelobjektive geeignet sind.

    Die werde ich mir definitiv anschauen. Die Technikas sind wirklich recht teuer aber es gibt immer Ausreißer nach unten, bei denen ich dann wiederum misstrauisch werde. Man will ja nicht 300€ sparen um am Ende 500€ wieder in Service zu stecken.


    Einen Wechselsack oder ein Zelt ist wirklich Pflicht - ich wüsste sonst garnicht wie ich das machen sollte.



    geh doch mal in ein gut sortiertes Fotogeschäft in der Nähe und lass dir ein paar Kameras zeigen

    Das würde ich wirklich gerne machen - aber den aktuellen Umständen entsprechend wird das schwierig. Wobei bspw. Christoph Greiner wirklich fahrbar wäre.


    Seit einiger Zeit formiert sich die analoge Szene neu.

    Die Preise für hochwertige Kameras, in gutem Zustand, ziehen an

    Das ist mehr als merklich - ich gehöre ja in gewisser Weise auch zu dieser Bewegung. Man muss sich ja nur mal die Preisentwicklung bei Leica M6 Kameras ansehen.


    z.B. Willst du Objektive nutzen die kürzer als 90mm ( ca. 28mm KB ) sind?

    Willst du neben Planfilm auch 120er Filme nutzen können?

    Hast du dir schon diesen Thread Vor- und Nachteile der verschiedenen Kameras durchgelesen?

    Kürzer als 28mm? Das würde ich nicht aussschließen - auch wenn mein Lieblingsobjektiv 50mm KB hat. Das würde sich wahrscheinlich aber erst mit der Zeit ergeben.

    120er Film - Ich denke mal, dass dies durchaus eine Option sein kann. Ich denke aber eher nicht.

    Den Thread habe ich noch nicht vollständig durch - Danke aber, dass Du ihn erwähnst.

    Aus meinen Beobachtungen und Erfahrungen mit konkreten Modellen sage ich dies, ohne dass die Leute mir hier unbedingt Recht geben werden, denn jeder liebt sein eigenes Geraffel am meisten: wenn es aus Metall sein muss wegen der Stabilität und Präzision, wenn es kompakt und gut zusammenlegbar sein soll mit einem 300er Apo-Ronar oder einem 150er Sironar N oder einem 75er Super Angulon drin, wenn es viel Zubehör haben soll, wenn es einen sehr hohen Wiederverkaufswert haben soll, wenn es teletauglich bis 360/420 Millimeter sein soll, wenn die Rückwand zentralverstellbar sein soll, wenn der Balgen sowieso mal gewechselt werden soll, dann nimm die Linhof Technika 4x5, wahlweise Technika IV, V oder Master, wobei ich für normale Anwendungen die IV empfehle wegen des Frontrise, und für Weitwinkel die Master wegen der Deckenklappe. Technikas haben fast keine Limitationen, außer man vergleicht sie mit einer Cambo SC2, also einer Studiokamera. Ich kam jedenfalls bisher noch an keine Grenze. Ein Surplus ist der Messsucher.

    Danke auch Dir für deine ausführliche Hilfe. Nachdem was ich heute auf Basis all der Beiträge noch gelesen habe ist die Linhof Technika wohl die erste Wahl - wenn auch am oder im schlimmsten Fall über dem Limit. Ich möchte es eben vermeiden den von Dir so schön beschriebenen Trödel zu kaufen.

    Ich muss jetzt aber mal dumm fragen: Lässt Du die Linhof bei schlechtem Wetter zu Hause um sie zu schonen oder hat das noch andere Gründe? Und gibt es spezielle Gründe weshalb Du die Horseman in der Stadt der Linhof vorziehst?


    Vielen Dank euch allen nochmal!


    Ich werde mich dann mal genau mit den von euch genannten Kameras auseinandersetzen und erstmal nur ein Objektiv mit 90mm anpeilen. Dann sehen welche Brennweite ich mal was ich noch brauche.

  • Könnte für gewünscht "Architektur" etwas lang werden :-)

    Sagt wer? Andreas Feininger?


    Nur zu, immer weiter mit großen Baukuben vor verkleinerten Landschaften und leeren Vordergrund- und Himmelsansichten mit großem Bildwinkel, die Welt wartet drauf ... Da kriegt man sogar noch die künstlerische Intervention im Notausgang rein ... "Habt Ihr das Konsolgesims da oben in der linken oberen Bildecke gesehen, wo die Sonnenblende vignettiert?" - "Ach so, eigentlich ging es um die Feuerwanze an Deinen Füßen - jetzt wo Du's sagst, und wie feinteilig das alles auflöst! Das sollte man fünf Meter groß vergrößern ..."


    Aber zum Glück geht der Trend zum Zweitobjektiv.

  • Ich werde mich dann mal genau mit den von euch genannten Kameras auseinandersetzen und erstmal nur ein Objektiv mit 90mm anpeilen. Dann sehen welche Brennweite ich mal was ich noch brauche.

    Das ist eine gute Strategie.

    Bei den von dir genannten Motivbereichen macht ein 90er zum Start absolut Sinn.

    Denk an die Fresnellinse (ich glaube es wurde oben schon genannt).

    Die steigert die Mattscheibenhelligkeit und den Spaßfaktor bei Weitwinkelobjektiven deutlich.

    Wenn eine Technika in ordentlichem Zustand (!) das Budget an seine Grenzen bringen sollte, schau dir mal eine Wista 45 an.

    Die ist konstruktiv nah an der Linhof und hat nicht die oben beschriebenen Nachteile der Horseman.

    Es gibt verschiedene Modelle. Die SP z.B. ist in gutem Zustand so um die 700-800 € zu bekommen.

  • Linhof Technika. Man weiß ja wirklich nie ob man am Ende dabei bleibt. Allein daher will ich lieber in eine Ausrüstung investieren, die ich im schlimmsten Fall auch wieder vernünftig los werde. Ich habe mich eine Zeit lang im Vintage HiFi Bereich bewegt und bis auf die Versandkosten kam man eigentlich immer Null auf Null raus.

    Genau das ist das eigentliche Argument. Die Linhof wirst Du wieder los. Und Freude hast Du auch daran. Natürlich hast Du auch an einer FKD Freude, odr an einer Graflex. Aber High End, das ist dann eher Linhof.

    Ich glaube fast, dass ich mit einem 90er

    Welches Objektiv benutzt Du an anderen Kameras? Das 28er?

    auch wenn mein Lieblingsobjektiv 50mm KB

    Also wäre ein 135-180 sinnvoller.

    Lässt Du die Linhof bei schlechtem Wetter zu Hause um sie zu schonen oder hat das noch andere Gründe? Und gibt es spezielle Gründe weshalb Du die Horseman in der Stadt der Linhof vorziehst?

    Die Horseman wiegt ein Kilo weniger als die Linhof. Bei schlechtem Wetter führe ich noch eine Stativklemme mit einem großen Schirm mit, und beides wiegt zusätzlich. Am Ende komme ich aufs gleiche Gewicht. Ich benutze die Horseman auch bei gutem Wetter, und die Linhof habe ich manchmal auch im Regen draußen, dann komplett eingewickelt in das Dunkeltuch, das ich unter dem Objektiv befestige und das oben über das Objektiv hinausragt. Ein Regenschutz ist aber Pflicht, meiner Meinung nach, weil ich keine nassen Linsen, Verschlüsse oder Balgen oder Wasser in den Planfilmkassetten haben will. - Was die Stadt angeht, ziehe ich Horseman vor, weil sie günstiger ist als die Technika.

  • Zitat von Shen Hao

    Könnte für gewünscht "Architektur" etwas lang werden



    Sagt wer? Andreas Feininger?


    Nur zu, immer weiter mit großen Baukuben vor verkleinerten Landschaften und leeren Vordergrund- und Himmelsansichten mit großem Bildwinkel, die Welt wartet drauf ...


    Sage ich.

    Das Tele kommt mir natürlich nur drauf, wenn ich die sich entkleidende Dame im 28. Stock ablichten möchte.



    Da kriegt man sogar noch die künstlerische Intervention im Notausgang rein ... "Habt Ihr das Konsolgesims da oben in der linken oberen Bildecke gesehen, wo die Sonnenblende vignettiert?" - "Ach so, eigentlich ging es um die Feuerwanze an Deinen Füßen - jetzt wo Du's sagst, und wie feinteilig das alles auflöst! Das sollte man fünf Meter groß vergrößern ..."

    ...

  • Die Wista werde ich auf alle Fälle anschauen.

    Kann man denn guten Gewissens eine aus Japan importieren? Mit Steuer etc. muss es sich halt noch rechnen, aber man kauft am Ende ja doch die Katze im Sack. (Auch wenn die Anbieter gerne von Rücknahmen sprechen)


    Also wäre ein 135-180 sinnvoller.

    Vermute ich langsam ebenso - aber dann eher am unteren Rand, da ich häufiger das 50mm minimal zu lang finde.

    Danke auch für die Erläuterung deiner Wahl.



    Ich habe das auch gemacht, um zu schauen, ob es auch was für mich ist. Guck mal hier

    http://www.dieter-r-wolf.com/kurse1.html

    Wo wohnst Du denn? Vielleicht könntest Du Dich ja mit einem von uns mal treffen, die Kamera ausprobieren usw....

    Oder an einem Treffen teilnehmen...

    Ich komme aus dem Biebertal bei Gießen. Klar am liebsten würde ich mir das alles genau in Persona ansehen, aber derzeit ist es ja beinahe unmöglich.



    Nach all dem was ich bisher gelesen habe tendiere ich entweder zu einer Linhof Technika IV oder einer Wista 45 SP. Allerdings basiert dies zugegebenermaßen mehrheitlich auf euren Ratschlägen. (Was ja nicht negativ ist ;-) )


    Was mich natürlich auch interessieren würde ist wo ihr suchen würdet (jenseits der genannten Kontakten)? In der Bucht?


    Danke nochmals! :)

  • Hallo,

    Die Wista werde ich auf alle Fälle anschauen.

    Kann man denn guten Gewissens eine aus Japan importieren? Mit Steuer etc. muss es sich halt noch rechnen, aber man kauft am Ende ja doch die Katze im Sack. (Auch wenn die Anbieter gerne von Rücknahmen sprechen)

    ich kann natürlich nicht für alle Händler sprechen, aber aus Japan habe ich bisher noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Ich habe da meine Wista, Objektive und Kleinkram eingekauft. Da stimmen die Beschreibungen eigentlich mit dem Zustand des Geräts überein. Für Steuern mußt du halt mit 19% Einfuhrumsatzsteuer rechnen, inwieweit für fotografische Artikel mit dem Freihandelsabkommen noch Zoll gezahlt werden muß, weiß ich nicht.


    Was mich natürlich auch interessieren würde ist wo ihr suchen würdet (jenseits der genannten Kontakten)? In der Bucht?

    Für Japan habe ich exklusiv bei Ebay geschaut. Das hat auch den Vorteil, das man sich die Anbieter über die Bewertungen anschauen kann und sieht, ob das jemand ist, der sowas häufiger anbietet und man so professionelle Händler von komischen Einzelpersonen trennen kann.

  • Die Wista werde ich auf alle Fälle anschauen.

    Kann man denn guten Gewissens eine aus Japan importieren? Mit Steuer etc. muss es sich halt noch rechnen, aber man kauft am Ende ja doch die Katze im Sack. (Auch wenn die Anbieter gerne von Rücknahmen sprechen)

    Mit ebay-Käufen in Japan habe ich persönlich noch keine Erfahrungen.

    Wistas werden dort natürlich viele angeboten, so das das reizvoll ist, von dort zu importieren.

    Aber auch in der deutschen Bucht tauchen immer mal wieder Wistas auf und sogar hier im Forum werden mitunter welche angeboten.

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