Großformatig Entscheidungshilfe viele Fragen

  • Hallo ich bin neu hier, hoffe das einer von Euch mir ein wenig weiter helfen kann und das ich Hier im richtigen Threat bin

    Seit 1979 fotografiere ich Analog, bis auf einen kleinen Ausflug während meiner Ausbildung zum Reprofotografen, habe ich keine Erfahrungen mit eine Großformatkamera .

    Meine Eckdaten was mir wichtig ist. 120 Rollfilm 6x9 Hoch u. Querformat. ( Planfilm 4x5 Inch später mal)

    An Objektive dachte ich um die 70, 100, 150 oder 180mm für Architektur und Produktfotografie, extreme kurze Bw für die Landschaft brauche ich nicht, noch nicht😄

    Bis jetzt ist mir die Horseman 985, Linhof Technika Classic und TOYO Super GRAPHIC aufgefallen.

    Kann ich bei der 985 vertikal zu horizontal wechseln? Die Horseman VH-r gefällt mit optisch nicht so. Über der Toyo habe ich sehr wenig gefunden.

    Die Horseman ist ja eine Rangefinder und für die Linhof gibt es einen ex. Entfernungsmesser für den Hotshoe, kann ich damit später den Fokus noch kontrollieren?

    Belichtungsmesser: wie wird den die Belichtung gemessen? Für die z.B. 985 gibt es einen externen Beli. Der wird in die Filmbühne eingeschoben und reagiert auf den Balgenauszug wie auf Filter. Kann ich den auch bei anderen Kameras verwenden?


    Das war ein langer Text und viele Fragen.

    Für Antworten, Anregungen und Kritik sowie andere KameraModelle bin ich dankbar.

    Gruß und Gesundheit aus Freiburg

    die größten Fehler machen wir von Hand für den Rest haben wir die PC´s

  • Du kannst im Grunde mit jeder 4x5" auch 6x9 fotografieren. Die echten 6x9 Kameras sind nur unwesentlich leichter. Bei der Linhof sitzt der Entfernungsmesser seitlich an der Kamera. In den Hotshoe wird nur der Sucher gesteckt. Die Horseman VH-R hat glaube ich sogar ein kombiniertes Fenster.

    Für Hoch Quer wird das Rückteil entweder gedreht oder komplett umgestesteckt, je nach Kamera.


    Freihand kann man damit machen (ok. Sieht super cool aus) aber ich ziehe nach etlichen Versuchen eine Fuji Rangefinder vor. Hgeht schneller und ist leichter.


    Kannst mal noch nach Graflex Kameras gucken.


    Und immer drauf achten wie der Entfernungsmesser gekuppelt wird. Man kann da schon auch böse Überraschungen erleben.


    Gruss Sven.

  • Vielen Dank die Fuji ist schon klasse, aber die Kamera muss Scheimpflug können. Sorry hatte ich ganz vergessen. Was meinst du wie der Entfernungsmesser gekuppelt wird? Ich dachte ich fokussiere über die Mattscheibe? Wenn ich den Rahmen zum Hochformat bei jeder Kamera drehen kann finde ich die 985 optisch sehr interessant. Leider kann die kein 4x5 inch. Vielleicht dann doch Linhof

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  • moin,

    hast du einen Fotoladen mit analogem Angebot im Umkreis? Ich würde empfehlen dir dort einiges verschiedenes zu lassen, da das konkreter ist als Internetinformationen.

    Ja Dimas in Freiburg der Laden ist absolut Spitze. Leider haben die im Moment nichts (was mir mir auch gefällt)

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  • Vielen Dank die Fuji ist schon klasse, aber die Kamera muss Scheimpflug können. Sorry hatte ich ganz vergessen. Was meinst du wie der Entfernungsmesser gekuppelt wird? Ich dachte ich fokussiere über die Mattscheibe? Wenn ich den Rahmen zum Hochformat bei jeder Kamera drehen kann finde ich die 985 optisch sehr interessant. Leider kann die kein 4x5 inch. Vielleicht dann doch Linhof

    Wenn du eine Kamera mit Messsucher hast kannst du sowohl über Mattscheibe, als auch wie bei Leica über den Messsucher/Entfernungsmesser scharfstellen. Da Objektive ist in dem Fall mit dem Messsucher über eine Kurve gekoppelt. Die Kurve muss zur Brennweite passen. Im besten Fall kannst du den Entfernungsmesser selbst justieren bspw. Graflex./Kalartsucher. Im schlimmsten Fall wie bei den Technikas müssen die Objektive vom Service eingemessen werden. Bei alten Technikas müssen dann Kamera Kurve und Objektiv exakt zusammen passen. Auf der Kurve ist dann tatsächlich die Seriennummer von Kamera und Objektiv vermerkt. Ist dann aber entsprechend genau.


    Gruss Sven.

  • Vielen Dank

    Linhof ist nicht gerade günstig, kann das Einmessen nur Linhof machen oder auch Dimas? Ich werde morgen nachfragen.
    Kann jemand zu den Objektiven von Horseman etwas sagen hinsichtlich Abbildungsleistung? Ich kenne nur die alten Olympus-Zuiko, Mamiya-Sekor, Zeiss und Enna.

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  • Wenn du das objektiv verstellen möchtest, z.B. zum "Scheimpflügen" musst du über die Mattscheibe scharfstellen.

    Ein gekoppelter Entfernungsmesser bringt da gar nichts.

    Ich würde dir eine 4x5 Kamera empfehlen, weil dort die Bildgestaltung aufgrund der größeren Mattscheibe einfacher ist und auch das scharfstellen beim "scheimpflügen" besser möglich ist.

    Grösse und Gewicht bei all dem Zubehör das du mitnehmen musst macht dann auch keinen großen Unterschied.


    Youtube


    Grüsse

  • Servus,


    die Horseman 985 hatte ich mal in der Hand:

    + klein (trifft wohl auf die meisten 6x9 zu)

    + leicht

    + durch Sucher auch aus der Hand nutzbar

    + brutal stabil gebaut


    - Horseman-spezifisches lens board (glaube ich, kleiner als Linhof. Copal #3 Verschlüsse wohl schon nicht mehr nutzbar)

    - Verstellung der hinteren "Standarte" erfolgt die jede Ecke einzeln über Drehknöpfe. War mir bisschen zu nervig. Besser finde ich Modelle, bei denen Swing bzw. Shift klarer voneinander getrennt sind.

    - wenn der Sucher verwendet wird, brauchst du unbedingt die Steuerkurve bzw. die lens cams.

    Da musst du dann für jedes Objektiv die passenden haben. Gibt's bei eBay meistens auch als Paket (3 Stk. für 3 Objektive). Musst dann halt nur die richtige Zusammenstellung finden.

    - beim Rückteil weiß ich gerade nicht, ob es drehbar ist. Ich meine aber, dass das nicht möglich ist.


    Persönlich würde ich aus folgenden Gründen keine 6x9 Kamera nehmen:

    - Auf der kleinen Mattscheibe macht das nicht wirklich Spaß den Ausschnitt festzulegen.

    - Ohne Steuerkurve kein Sucher und daher geht dir der Vorteil der Kamera bzgl. Freihandnutzung verloren.

    - sehr geringe Verstellungen.

    - limitiertes Format (bei 45 gehen auch Rollfilmkassetten)


    Auch gibt's bei 4x5 ja Modelle mit Sucher, falls der unbedingt sein muss.

    Die Belichtungskassette gibt's in zwei Größen: 69 (wohl auch mit 45 Adapter) und in 45. Die ist ganz nett, hat aber nur die Möglichkeit die komplette Szene zu messen. Also nicht wie bei der Sinar-Kassette mit der Messesonde. Besser wäre hier eher ein Spotbelichtungsmesser.

    Auch ist die Kassette, wenn man die Kamera aus der Hand nutzt, eher ungeeignet.

    Also falls keine Streetfotografie (Sonne lacht, Blende acht) ansteht oder du nur statische Motive mit geringem Kontrast fotografierst, kann die eher Sinn machen.

    Ich glaube aber, dass die auch Batterien verwendet, die es höchstens noch im Antiquariat gibt oder wohl auch die Luxus-Batterien von Weincell.


    Gruß

    Mario

  • Ganz ehrlich, ich glaube Du suchst keine Großformatkamera, sondern eine verstellbare Mittelformatkamera (Fuji GX680 war hier grade an anderer Stelle ein Thema) bzw. eine Kamera mit Tilt/Shift Optik: Kleines Format, Sucher, integrierter Belichtungsmesser...


    Warum soll es denn eine GF-Kamera sein?


    Bis auf wenige Spezialfälle würde ich mal behaupten, dass Großformatkameras am sinnvollsten über die Mattscheibe fokussiert werden. Wenn die Kamera eh auf dem Stativ steht, bedeutet das keinen großen Mehraufwand und wie schon gesagt lassen sich auch nur so komplexere Verstellungen kontrollieren. Ich würde auch den Vorrednern beipflichten, dass die 6x9 Mattscheiben keine Freude machen.


    Zum Thema Belichtungsmesser: Es gibt Lösungen eines Belis bzw. einer Messsonde (Sinar Booster z.B.), die direkt auf der Mattscheibe (also quasi in der Kamera) sitzt. Ansonsten ist die Nutzung eines externen Belis die Regel.

  • diodato: Hi, die Beispiele, die von Dir genannt wurden, gehen in Richtung Mattscheibe PLUS Messsucher. Außerdem willst Du Rollfilm verwenden. Wichtig sind verschiedene Objektive, die natürlich auf den Messsucher abgestimmt sein müssen, von Landschaft zu Architektur zur Produktfotografie.


    Die Horseman 985 erfüllt alle diese Bedürfnisse in idealer Weise. Das einzige, was sich nicht hat, ist ein Drehrückreil. Aber man kann ja die Kamera drehen, so what? Im Unterschied zur genannten Riesenfuji wiegt die Horseman nur 1,7kg, also gerade mal soviel wie eine Fuji GW690, und ist so kompakt wie ein schönes Steak, während die Fuji wie ein Schweinskopf in Sülze daherkommt. Dafür ist die Horseman aber auch sehr kompakt und schützt durch das Gehäuse die komplette Inneneinrichtung. Während bei anderen Kameras alles irgendwie hervorsteht. Vergleichbar in den übrigen Werten wäre prinzipiell eine Mamiya Super 23 - aber die streckt sich in alle Richtungen aus und wird dadurch extrem sperrig.


    Die Horseman ist eine Kamera für unterwegs. Du brauchst die Horseman Topkore mit der "Super"-Bezeichnung, wegen des Bildkreises - Du willst ja verstellen. Außerdem solltest Du der Gebrauchsanweisung entnehmen, welche Linsen zum Transport im Gehäuse bleiben können. Das erleichtert vieles. Die Linsen sind hervorragend. Sehr vertrauenswürdig und auch durch die Bank eher günstig.


    Wenn Du ein Set mit Entfernungsmesserkurven erwirbst, das auf Deine Objektive passt, dann kannst Du die einfach einsetzen in die Kamera. Allerdings braucht die Kamera auch noch die Infinity Stops auf der Schiene. Aber bei den meisten 98ern sind die drin. Am E-Messer würde ich nicht schrauben. Die Dinger sind meistens sehr gut justiert.


    Ein Plus ist, dass der Horseman-Sucher auch Brillenträger zufriedenstellt, Formatmasken bereits eingezeichnet hat und im Falle der 985 auch nicht so stark aufträgt. Wirklich ein schönes Ding, da macht Fotografieren Spaß. Schnappschüsse in 6x9, und wenn man Muße hat, stellt man über Mattscheibe ein, bei Horseman durchgängig mit Fresnel, es sei denn, irgendein Idiot hat daran oder an den Infinity Stops herum"justiert".


    Es gibt gutes Zubehör, z.B. Drehrückteil, aber auch die 4x5-Rückteil-Option, für Panoramen in 6x12. Vielleicht kaufst Du Dir ja später noch eine 45FA dazu. Bei der 985 passen nur Horseman-Kassetten. Bei der VH-R, der Weiterentwicklung mit Drehrückteil, passen auch die gewöhnlichen Mamiya RB67-Kassetten. Die VH-R ist noch perfekter als die 985, aber klobiger im Sucheraufsatz. Im Rest handelt es sich exakt um die selbe Kamera. Am besten erwirbst Du die 985/VHR im Set. Sets sind billiger als Einzelteile, und es ist meistens alles aufeinander abgestimmt.


    Es gäbe drei Alternativen zur Horseman, die die selben von Dir gesetzten Leistungskriterien erfüllen. Einerseits ist das die Graflex Century Graphic. Sehr gut, noch leichter, weil aus Kunststoff, aber mit dem Messsucher auf ein Objektiv limitiert, kein Drehrückteil, geringe Verstellmöglichkeiten. Andererseits wäre da noch die genannte Mamiya Super 23, mit Mattscheibe, aber ohne Drehteil, dafür Verstellungen, sehr guten Objektiven, sehr guten Magazinen. Drittens die Linhof Technika 70. Sehr gut, sehr stabil, sehr vielseitig im Zubehör, sehr viel Literatur, sicherlich ein Traum, der aber das Doppelte und Dreifache eines vergleichbaren Horseman-Systems kostet und auch weniger transportabel ist. Die Horseman ist aber nicht weniger präzis, nicht weniger stabil, nicht weniger wertig. Dafür ist sie dann auch immer dabei.

  • @aksak_maboul das hört sich gut an. Für die ProduktFotografie wäre hochkant schon schön.Die Objekte sind relativ groß. Passt irgendwie das Drehrückteil der Mamiya dran;) Wenn mir nur die VH-r gefallen würde. Für intensives Body pimpen fehlt mir die Zeit. Deutschsprachige Literatur wird es eher nicht geben, oder? Ich habe bis jetzt nur englische gefunden ist auch nicht weiter schlimm. Gruß

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  • Das klingt nun überhaupt nicht nach einer Laufbodenkamera.

    Man könnte das durchaus noch spezifizieren. Sieht man Architektur und Produkte vor allem im Hinblick auf Auftraggeber und Kunden, also verbunden mit einer Gewinnerzielungsabsicht und einem effektiven Mitteleinsatz, dann wäre bestimmt nicht Analog angeraten, mit Entwicklung, Scannen, Bearbeiten. - Sondern Digital, ohne Staubpumpe (Balgen), mit aktuellen Objektiven (65 für 6x9 ist moderat) und versierteren Kameras mit mehr Verstellung, möglichst wenig Nachbearbeitung am PC. Mit einer Laufbodenkamera tut man sich da erst recht keinen Gefallen, mit einer https://linhof.com/linhof-m-679cs/ geht alles bequemer, aber auch mit einer aktuellen Fuji oder Canon usw.


    Bewegt sich das Denken aber innerhalb dieser digitalen Parameter, wirft man bestimmt kein Auge auf eine analoge Balgenkamera aus den 1970er Jahren.

    - Ehrlich gesagt, nahm ich das mit der Produkt- und Architekturfotografie jetzt gar nicht so ernst, sondern nur als Option für jemanden, der mit einem bestimmten Modell liebäugelt. Auch wenn man hier im Forum ab und zu Objekte und auch Architekturbilder sieht, ist die verwendete Technik eine von gestern. Ich gehe davon aus, dass die Option halt ausprobiert - und je nach Bedürfnis entweder verworfen oder mit einer sachgemäßen aktuelleren Kamera bedient wird.


    Anders, wenn die unmittelbare Gewinnerzielungsabsicht fehlt, z.B. im Kunstbereich. Da bietet die 985 durchaus Potentiale für künstlerische Prozesse.

    Passt irgendwie das Drehrückteil der Mamiya dran;)

    Nein. An die 985 passt überhaupt gar nichts von der Mamiya. Kein Drehrückteil, keine Rollfilmkassetten. Die Mamiya-RB67-Rollfilmkassetten passen allenfalls an die VHR, die bereits ein eigenes Drehrückteil aufweist.

  • Hallo vielen Dank an Euch. Ihr habt sehr weiter geholfen. Es ist eine Horseman VH-R geworden. Ein Freund war so nett und hat sie mir in einem Tokio Kamera Geschäft gekauft mit ziemlich viel Zubehör. Ich habe ja nur Bilder gesehen und telefoniert :). Das Gehäuse sieht neu aus. Objektiv 105 f3.5 (muss überholt werden. Staub und Verschlusszeiten. Das bekommt meine Kamera Fachwerkstatt wieder hin). Lieferumfang: VH-R, LederGurt, Beli, Blitzlichtgriff, Winkelsucher, 2x 6x9 und 1x 6x7Magazine alles in einem richtig guten Zustand, für den kleinen Remowa Koffer gibt es 2+. Jetzt muss nur noch FedEx liefen :). Alles zusammen für knapp unter 600.- Ohne FedEx und Zoll. Beste Grüße

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