• FP4+, N+1 ... Achtung, kein fertiges Bild, nicht ernstnehmen, es geht nur um ein technisches Problem.



    Ein Bild meines Versagens. Am besten nimmt man Berge mit nem Tele auf, da wirken sie massiver, weil die Proportionen im Verhältnis zu anderen Objektien richtiger rauskommen. Der ordinäre Berg ist ja durchaus mal 4km hoch. Dagegen werden Steine, Bäume, Kuhställe und Bildstaffage oft ziemlich überbewertet. - Mit einem anständigen Tele muss man sich aber so etwa 40km weit weg aufstellen, um die Berge ins Bild zu bekommen. Und flupp hat man ein Problem. Den sehr geringen Kontrast. Wer denkt schon daran, dass eine 25%ige Entwicklungsverlängerung für N+1 für das Leuchten von 40km entferntem Schnee nicht ausreichen könnte? So kommt man in eine eigentlich sehr merkwürdige Situation, dass man für gleißenden Schnee und angestrahlte Wolken eigentlich N+2 und höher nehmen muss, damit man das sieht, was man empfindet. Zum Glück habe ich noch eine Aufnahme, die ich absichtlich 2EV unterbelichtete, um sie nach N+3 oder N+4 zu entwickeln - soche Entwicklungen habe ich aber noch nie ausprobiert ...

    Bei vorliegendem Bild entwickelte ich, die Malaise ahnend, schon mal auf N+1, aber das reichte nicht, auch der Orangefilter nicht. Rotfilter wollte ich nicht einsetzen, um die morgendliche Atmo nicht zu zerstören. Was ich jetzt tat, sieht jeder, der das Bild auf 100% vergrößert. Die Berge sind sehr grobkörnig, trotz FP4+. Das rührt daher, dass ich in der digitalen Bearbeitung abwedelte, aber nur in den Lichtern, und nachbelichtete, aber nur in den Schatten, was den Kontrast erhöhte. Dadurch verstärkte sich das Korn. Kommt noch eine anfängliche Tonwertexpansion hinzu, was die Mittelwerte reduziert und ergo Korn verstärkt. Ich betrachte das Bild nur als Arbeitsvorlage, um diesen Bildeindruck jetzt in der Entwicklung der 2. Aufnahme zu erreichen. Ich denke, ich werde die Entwicklungszeit wirklich um 75% verlängern. Ich entwickele in HC110H, N 9 Minuten, jetzt werde ich für N+3 15 Minuten entwickeln und dabei weniger bewegen, damit die Schatten besser kommen.

  • Das mit dem Korn vermindere ich indem ich die Scanns um den Factor 3 hochrechene (Bikubisch glatt) und dann das grosse
    Bild kontrastmässig bearbeite und danach mit dem Gausschen Weichzeichner um 3Pixel weichzeiche. Jetzt wird das Bild auf die
    original Grösse (Bikubisch schärfer) runtergerechnet. Nun hat man eine gute Basis.

  • Ich will nicht unhöflich sein, aber Ihre technische Diskussion macht für mich absolut keinen Sinn. Teleobjektive auf dieser Seite des Atlantiks funktionieren nicht so, wie Sie es vorschlagen, Filter funktionieren nicht so, wie Sie es vorschlagen, und sicherlich funktioniert das Zonensystem nicht so, wie Sie es beschreiben. Ich kenne FP4 sehr gut - es ist der einzige Film, den ich benutze - und ich kenne das Zonensystem sehr gut - ich benutze es seit 40 Jahren. Das Hinzufügen von 25% zu N, um N + 1 zu erhalten, ist nicht der richtige Ansatz, und Sie können kein genaues N + 2-Ergebnis erwarten, wenn Sie die Entwicklungszeit erraten. Wenn das, was wir hier sehen, das Ergebnis eines echten N + 1 ist, wird eine Verlängerung der Entwicklung auf 15 Minuten oder sogar 15 Stunden die Schatten nicht verbessern. Das richtige Verfahren in einer solchen Situation besteht darin, die Schatten zu überbelichten und dann die Entwicklung zu reduzieren, um die hohen Werte zu kontrollieren.


    N. Riley

    http://normanrileyphotography.com

  • Ich will nicht unhöflich sein, aber Ihre technische Diskussion macht für mich absolut keinen Sinn. Teleobjektive auf dieser Seite des Atlantiks funktionieren nicht so, wie Sie es vorschlagen, Filter funktionieren nicht so, wie Sie es vorschlagen, und sicherlich funktioniert das Zonensystem nicht so, wie Sie es beschreiben. Ich kenne FP4 sehr gut - es ist der einzige Film, den ich benutze - und ich kenne das Zonensystem sehr gut - ich benutze es seit 40 Jahren. Das Hinzufügen von 25% zu N, um N + 1 zu erhalten, ist nicht der richtige Ansatz, und Sie können kein genaues N + 2-Ergebnis erwarten, wenn Sie die Entwicklungszeit erraten. Wenn das, was wir hier sehen, das Ergebnis eines echten N + 1 ist, wird eine Verlängerung der Entwicklung auf 15 Minuten oder sogar 15 Stunden die Schatten nicht verbessern. Das richtige Verfahren in einer solchen Situation besteht darin, die Schatten zu überbelichten und dann die Entwicklung zu reduzieren, um die hohen Werte zu kontrollieren.

    Das ist genau richtig. Kontrastreiche Szenen werden durch Kontraktion (minus Entwicklung) und kontrastarme Szenen durch Expansion (plus Entwicklung) verwaltet.

    Natürlich. Die reine Lehre, das Dogma. Steht alles im Buch. - Aber: selbst Ansel Adams hatte genau dieses Problem in "Moonrise": dort geriet ihm die Landschaft zwischen ihm und Hernandez zu dunkel, und er musste das Negativ nachbearbeiten.


    Das Problem ist eigentlich, dass - in diesem Bild - die Berge in der Ferne sehr kontrastarm sind. Der Spotmeter brachte 2EV Unterschied zwischen dem fernen Eis und dem fernen Fels.


    Wenn ich jetzt die Schatten überbelichte und die Entwicklung reduziere, dann werden die Berge in der Ferne noch flauer. Deshalb überlegte ich, ob ich die Entwicklung forcieren sollte, um die Lichter zu stärken, während ich die (in gewissen Grenzen) Schatten schwarz werden lasse. Ich frage mich generell, ob das Diktum der Kompression kontrastreicher Szenen mich in diesem Fall weiterbringt. Ich will mehr Kontrast in den Bergen und frage mich, was aus den Schatten im unteren Bildteil wird.


    Was die Entwickulungszeiten für N-1 bis N+2 angeht, so habe ich die für meinen Prozess getestet. In HC110H habe ich N-2: 5 Min, N-1: 6 Min, N: 7 Min, N+1: 9 Min, N+2: 12 Min. Mit diesen Werten arbeite ich schon lange. Die Ergebnisse sind für mich ok.


    Es geht darum, einen Versuch in Richtung N+3 zu starten, wofür ich bisher noch gar keine Anhaltspunkte besitze. Bevor ich aber experimentiere, wollte ich mal Meinungen hören - vielleicht gibt es ja andere Ketzer, die ebenfalls vom Dogma der bildübergreifenden Integralmessungsindizierten Kompression abrücken. Man darf übrigens experimentieren. ich habe noch kein diesbezügliches Verbot gesehen.


    Anders gefragt: was ist für mich das Bild? Das Bildwichtige? Was messe ich? Die Berge? Akzeptiere ich dann, dass die restliche Landschaft schwarz wird? Wie kann ich gegensteuern?

  • Hört sich kompliziert an. Mit solchen Sachen habe ich gar keine Erfahrung. Ist das das Rot, das man auch im regulären Rotfilter benutzt? Dann käme unten mal 3 EV mehr Licht auf den Wald.


    Neulich hatte doch jemand mal Neu-Coccin vorgeschlagen für mehr Zeichnung ...


    Oder eine Zweibad-Entwicklung?

  • Die Rotverlaufs Filter gibt es in verschiedenen Stärken (1-3) genau wie die normalen Filter, mit hartem und softem Verlauf.
    Ich habe einen Grad2 soft von Hitech. Macht halt schönen Himmel ohne den Rest zu beeinflussen. Beim Tele würde ich wohl
    eher einen harten Verlauf bevorzugen.

  • Auch eine Vorbelichtung ist da auch nicht so abwägend.

    SUPER!!! Und DANKE!!! Genau das muss es sein! Dann bekämen die Schatten im Vergleich zu den Lichtern überproportional viel Licht ab, während die Lichter nicht ausschießen! Wie blöd, dass ich da nicht selber drauf gekommen bin - das habe ich allerdings selbst auch noch nie ausprobiert! Wie macht man das im Felde?

  • SUPER!!! Und DANKE!!! Genau das muss es sein! Dann bekämen die Schatten im Vergleich zu den Lichtern überproportional viel Licht ab, während die Lichter nicht ausschießen! Wie blöd, dass ich da nicht selber drauf gekommen bin - das habe ich allerdings selbst auch noch nie ausprobiert! Wie macht man das im Felde?

    Ich verwende so was.

  • Da habe ich jetzt ganz schön Hausaufgaben für morgen früh um 6 Uhr ...


    Das Vorgehen wäre also dies, wenn ich Adams und Wollstein (super!) richtig verstehe:


    1. Bevor man das eigentliche Bild belichtet, nimmt man am selben Ort, unter gleichen Lichtverhältnissen, ein Blatt Transparentpapier im Kompendium und mißt hier die Belichtung durch, was es bräuchte, damit da einheitliches Grau in V aufs Bild käme.


    2. Sodann reduziert man diesen gemessenen Wert um -3 EV und belichtet damit den Film, wodurch dieser einheitlich mit Grau in Zone II belichtet wird


    3. Anschließend macht man das Bild von der eigentlichen Szenerie, im gelassenen Bewusstsein, dass einem die Schatten nicht absaufen werden - bei dieser Aufnahme sollte man sinnvollerweise die noch durchzuzeichnenden Lichter in VII positionieren und vielleicht einen Gelbfilter für die Wolken benutzen - eine zu starke Filterung zerstörte aber die Atmo, oder?


    4. Um sicherzugehen und den Effekt kennenzulernen, macht man 3 Aufnahmen: eine ohne, eine mit -3 EV und eine mit -4 EV Vorbelichtung, zumal es zur Schleierbildung kommen könnte


    5. Weil der Kontrast zwischen Stein und Schnee am Berg wegen der Entfernung zum Aufnahmestandpunkt und dem zwischenliegenden Dunst gering ist, müsste man für den oberen Grautonbereich die Töne spreizen und damit ja dann doch noch die Entwicklung verlängern, weshalb ich Punkt 4 für N+1- und N+2-Entwicklungen wiederhole


    6. Am Ende hätte ich für einmal 9 Aufnahmen vom selben Bild gemacht, drei in N, drei N+1, drei N+2, auf jeder Stufe je ein Bild ohne Vorbelichtung, eines mit -3 EV, eine mit -4 EV durch Transparentpapier


    Kann man das so stehenlassen bzw. sinnvoll abarbeiten?

  • Du brauchst ein diffuses und gleichmässiges Licht!!!!


    Deshalb habe ich die Expodisc verlinkt. Gehen wird es auch mit einer Matt oder Opal Scheibe. Nur die Expodisc habe ich schon und für disen Zweck ist die bestens geeignet.

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