EU-Umsatzsteuerreformen ab 1. Juli 2021

  • War ja überwiegend scherzhaft gemeint. Der Gedanke war, dass ich eine für 3.000€ gekaufte Kamera nach 3 Jahren für 1.300€ verkaufe, dass ich dann 1.700€ Verlust geltend machen kann 😁


    Aber ich denke auch, dass Privatverkäufe von selbst genutzten, gebrauchten Geräten nicht MwSt-pflichtig werden. Das Ganze darf natürlich nicht durch massenweise An- und Verkäufe in einen gewerblichen Charakter mutieren.


    Auf die 20€ Chinakäufe kann ich übrigens auch verzichten. Aber ob ich die neue Regelung gut oder schlecht finde, weiß ich noch nicht. Wenn der bürokratische Aufwand teurer wird als der finanzielle Nutzen der Maßnahme, wäre das nicht gut.

    Im richtigen Leben schreibst du die Kamera järhlich mit 25 ab und wenn dann die 1700 über dem Restwert liegen, versteuerst den ausserordentlichen Gewinn.


    Und deine Privatverkäufer sind dem Grunde nach Einkommensteuerpflichtig. Ich weiss grad nicht auswendig wie hoch der Bagatellbetrag ist


    Gruß Sven.

  • Im richtigen Leben schreibst du die Kamera järhlich mit 25 ab und wenn dann die 1700 über dem Restwert liegen, versteuerst den ausserordentlichen Gewinn.


    Und deine Privatverkäufer sind dem Grunde nach Einkommensteuerpflichtig. Ich weiss grad nicht auswendig wie hoch der Bagatellbetrag ist


    Gruß Sven.

    Na ja, ich bin eh aus dem Alter raus, wo ich dauernd was Neues haben will und Altes dafür verkaufe. Verkaufen überlasse ich dann in hoffentlich vielen Jahren meinen Erben ...


    Trotzdem bin ich mir relativ sicher, dass es steuerfrei ist, wenn man alle paar Jahre eine gebrauchte Kamera und einen Gebrauchtwagen verkauft. Wenn man diese Dinge selbst neu gekauft und privat genutzt hatte, liegt wohl keine Gewinnerzielungsabsicht dahinter.


    Ich denke, dass es jetzt schon ziemlich wenig mit dem eigentlichen Sinn dieses Threads zu tun hat und beende daher dieses unrichtige Leben hier im Thread.

  • Ich weiss nicht, aber Chinaware erhalte ich sehr oft nach langen Wochen mit einer Absenderadresse In Bremen soweit es Deutschland betrifft. Da hab ich den Eindruck, dass niemals eine Zollkontrolle involviert war, sondern irgendein Container mit vorverpackten Sendungen geliefert wird, die nur noch gelabelt und dann innerdeutsch per Post versendet werden. Spaßig ist dann auch immer das Umtauschverhalten, a la *we refund you 25%/40%/80% and you keep It*...


    Auf der anderen Seite habe ich aus Japan einen defekten Verschluss gekauft, der wurde mit 25€ behandelt plus einer saftigen Bearbeitungsgebühr von DHL, hat am Ende 70 + 50 Euro gekostet, leider ohne irgendwelche nachvollziehbaren Dokumente irgendeiner Zollbehörde. Wenigstens habe ich nichts mehr gefunden und da komme ich glatt auf den Gedanken, dass DHL schon mal kassiert und nur im Bedarfsfall einer realen Kontrolle auch abführt. Kostentransparenz ist jedenfalls anders.


    Ich bin aber jetzt auch mehr als gespannt, wie man den Verwaltungsaufwand dazu bezwingen will. Das klingt irgendwie nach einer Trackingmaschinerie mit Steuerabgleich. Und was passiert mit den Minigütern, wenn ich die Kostenübernahme ablehne?


    Ist jedenfalls spannend und irgendwie glaube ich immer noch an die Resistenz der chinesischen Container...


    Grüße

    Stefan

  • Gewinnen werden die großen Importeure, den Billig-Kram (ob Schrott oder preiswert sei mal dahingestellt) wird man immer noch bekommen, egal was passiert. Allerdings wohl mit weniger Vielfalt als bei Direktimport... Aus dem Rennen werden jedenfalls die kleinen Fische sein, wie immer. Denn auf Zoll-Streß hat kaum ein Kunde Lust. Großimporeure freut's, die kaufen containerweise das Zeugs zum Billigst-Preis ein und verkaufen es nun ganz streßfrei innerhalb der EU an die verwöhnte Kundschaft weiter. Das bisschen Umsatzsteuer juckt da niemanden, ob der Billig-Artikel nun 99 Cent kostet oder eins zwanzig... wobei ich davon ausgehe, daß es eben doch deutlich teurer wird, und die Großimporteure sich über fette Gewinnsteigerungen freuen können, da sie nun unter sich sind.


    Also, wie gesagt... wie immer: Vor allem weitere Umverteilung von unten nach oben. Die Großen gewinnen, die Kleinen verlieren.

    Den unnötigen zusätzlichen Bürokratieaufwand, der für die übrigbleibenden Kleinimporte anfällt, zahlen wir natürlich alle.


    Was mich immer erschreckt, wie viele Leute solche Regelungen gut finden. Bloß niemandem was gönnen. Da könnte ja ein Kleinhändler in China ein bisschen zuviel verdienen. Oje, das darf nicht sein! Daß die großen Haie nun üppigst gemästet werden, und jeder andere draufzahlt, scheint OK zu sein. Wer glaubt daß nun kleine Händler in Deutschland davon profitieren, der wird sich noch umgucken... für die gelten nämlich auch immer heftigere Bedingungen, wenn man exportieren will. Und die Konkurrenz durch die Großimporteure fällt ja nicht weg.


    Willkommen in der schönen neuen Welt, in der alles perfekt geregelt ist.

  • Ja, aber möchtest Du tauschen mit dem Standard eines Niedrigpreislandes? Und die Statistik geht davon aus, dass die meisten Sachen bei uns auch nicht überteuert sind:

    Selbstverständlich nicht. Aber darum ging es hier ja auch nicht.

    Zwischen Niedrig- und Hochpreisländern gibt es außerdem noch viel dazwischen.

    Und schließlich ging es um Fotoprodukte und nicht um das gesamte Spektrum von Konsumware, das in den Statistiken berücksichtigt wird.

  • Wer glaubt daß nun kleine Händler in Deutschland davon profitieren, der wird sich noch umgucken... für die gelten nämlich auch immer heftigere Bedingungen, wenn man exportieren will.

    Aha...

    Ich exportiere zu über 90% in Drittstaaten. Da ist mir noch keine "immer heftigere Bedingung" aufgefallen.


    Welche wären das denn?

    Konkret.

    Mit Vergleich bitte: Vorher - Nachher

  • Ich werde hier jetzt bestimmt keine Aufstellung aller neu aufgebauten bürokratischen Instrumente machen...
    Schon Kleinigkeiten wie die Verpackungsverordnung sind ja durchaus "witzig".

  • Ich werde hier jetzt bestimmt keine Aufstellung aller neu aufgebauten bürokratischen Instrumente machen...

    Also nicht einmal eine einzige heftige Bedingung? Würde mich gerne vorbereiten können.

    Beziehungsweise erkennen, wo sich meinerseits bereits Versäumnisse ergeben haben könnten.


    Schon Kleinigkeiten wie die Verpackungsverordnung sind ja durchaus "witzig".

    Trifft meines Wissens nach nur für innergemeinschaftliche Exporte zu, wobei die jeweilige Verordnung im Zielland entscheidend ist.

    Zumindest nach meinem Wissensstand.

    Lerne gerne dazu.

    Abgesehen davon ist eine solche Verordnung ja auch sehr sinnvoll.

  • Verordnungen sind sinnvoll, wenn sie einen Nutzen haben, und die Kosten nicht den Nutzen übersteigen.


    Das Problem ist, daß schon allein die Recherche aller relevanten Verordnungen mehr als problematisch ist. Eigentlich hat man keine Chance, ohne professionelle Hilfe alles korrekt hinzubekommen. Die meisten machen vieles nicht korrekt. Das Problem dabei: Wenn man Pech hat, bekommt man unvermutet eine dicke Strafe 'reingedrückt.

    Ich werde jetzt ganz bestimmt keine Rechtsberatung zu dem Thema machen, da ich selbst auch kein Experte dafür bin. Es ist mir nur unangenehm aufgefallen, wie groß der neu hinzugekommene Wust an Reglementierungen und Bestimmungen ist.


    Es gibt ja noch mehr als nur die Verpackungsverordnung. So muß man unter Umständen verkaufte Waren im Zielland besteuern, und wenn man einen Webshop hat, muß man die jeweiligen Gesetze des Landes, aus dem der Käufer kommt, mitberücksichtigen. Viel Spaß dabei! Und gibt es nicht eine Verordnung, die gebietet, daß man keine EU-Länder ausschließen darf? Es gab noch mehr neues Zeugs das ich kopfschmerzlastig fand, aber auswendig weiß ich das nicht mehr alles. Nur eben, daß es ein riesiger Wust ist, und daß vieles davon neu ist. Und daß wohl noch mehr hinzukommt.


    Gruß
    Wilfried

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