Vorbelichtungen mit N+1 und N+2 sowie Gelbfilter

  • was mich wundert: das hier noch keiner den alternativen (und erst einmal viel unkomplizierteren, weil leichter zu praktizierenden und auch billigeren) weg einer vorbelichtung genannt hat.

    dislikes? wenn es dir in deiner kleinen welt weiterhilft...
    likes? lieber nicht. unnötig.

  • Alternativer Weg?!

    Nichts wagen, nichts können, nichts wissen!


    „Von allen, die auf Erden ich gekannt, Ich nur zwei Arten Menschen glücklich fand: Den, der der Welt Geheimnis tief erforscht, Und den, der nicht ein Wort davon verstand.“


    Omar Khayyam

  • "torheit und stolz,

    wachsen auf einem holz."


    meine oma

    Ich habe mich über Deinen Wunsch, betreffend Herzchen drücken, hinweg gesetzt.


    Oma ist einfach unschlagbar.


    Mein Wohlgefallen bezieht sich einzig und alleine auf das Zitat und steht in keinem Zusammenhang mit irgendeiner, der oben aufgeführten Beiträge.


    Freundliche Grüsse, stephan

  • Ist das ein stark verdünnter Entwickler? Wenn das so ist, dann wirkt er wahrscheinlich ausgleichend.

    (Ich habe Versuche mit stark verdünnten Entwicklern schnell wieder eingestellt, weil mir die Fotos zu "kraftlos" waren.)

    HC110 H ist 1+63. Ich weiß nicht, ob das stark verdünnt ist. Ich las damals, man benutzt diese Verdünnung an Stelle von 1+31, wenn für 1+31 die Entwicklungszeiten zu kurz sind, um die Entwicklung noch steuern zu können. Dabei kämen "normale" Negative heraus (also nichts besonderes). Eine "normale" Entwicklung erreiche ich mit FP4+ in HC110 H in 7 Minuten, bei 32 ASA. Für B, also 1+31, wären das 3,5 Minuten, und das ist m.E. zu kurz.


    Für eine Ausgleichsentwicklung empfehlen verschiedene Quellen - von denen ich hier nur eine zum Weiterschauen zitiere, die Du vermutlich lange kennst: http://www.covingtoninnovations.com/hc110/german.html - eine weitere Verdopplung der Verdünnung, also 1+119. Da verbraucht sich der Entwickler in den Lichtern schneller, und die Schatten haben noch Zeit, sich mehr aufzubauen. Allerdings sollte man das Negativ dann auch flach liegen lassen, also Schalenentwicklung, und auch nicht zu viel bewegen, also nur alle 2 oder 3 Minuten.


    Noch ein Nachtrag: ich weiß nicht mehr wie, vielleicht mit einem Link hier im Forum, vielleicht wie anders - stieß ich auf einen interessanten Link: https://experimentelle-fotogra…sen-belichte-auf-die.html : "William T. Mortensen - 'Belichte auf die Lichter, entwickle auf die Schatten'". - Ich finde solche Alternativwege jedenfalls interessant.

  • Ich möchte hier wirklich keinen Glückscheißer spielen.


    So einfach ist das alles wie das auf den ersten Augenblick scheint auch nicht.

    Mit dem + - / - + Verfahren wird der kompletter Körper (ich nenne es mal so) in die eine oder die andere Richtung verschoben. Mit dem Ausgleich oder „aggressiver“ Agitation wird der Inhalt innerhalb des Körpers manipuliert.

  • glückscheißer


    definition "vorbelichtung"


    die v. ist ein prozess, bei dem ein leib einer positionsveränderung unterzogen wird, indem mittels feindselig motivierter krankhafter unruhe die füllung dieses leibes verändert wird.


    deutsch für fortgeschrittene.

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  • Das ist alles sehr amüsant, aber lassen Sie uns das eigentliche Problem hier nicht aus den Augen verlieren ... AK ist verloren und wir müssen ihn retten. Es gibt bestimmte grundlegende Wahrheiten in der Fotografie. Zum Beispiel "kein Druck kann schärfer sein als das entsprechende Negativ." Außerdem: (1) Plus-Entwicklung erfordert nicht immer Unterbelichtung - Sie können einer flachen Szene eine normale Belichtung oder sogar eine Überbelichtung geben und dennoch die Entwicklung erhöhen, um den Kontrast zu erhöhen; (2) In einer Szene wie dieser bewirkt ein Gelbfilter absolut nichts anderes, als die korrekte Belichtungszeit zu erhöhen, und; (3) Anstatt 12 Blatt Film zu verbrennen und auf Glück zu hoffen, können Sie hartes Papier oder einen kontrastreichen Filter auf MG-Papier verwenden, um das zu bekommen, was Sie wollen. Das Fotografieren ist schon schwierig genug. Warum es noch schwerer machen?


    N. Riley

    http://normanrileyphotography.com

  • Wenn der obere Bildteil richtig ist, ist der untere Bildteil zu dunkel und zu kontrastarm. Um ein Foto zu bekommen, das den Eindruck der Szene wiedergibt, wäre also eine Nachbehandlung des unteren Bildteils nötig: zurückhalten, Kontraststeigern durch Splitgrade bei Multigrade-Papier oder Doku-Entwickler bei fest gradiertem Papier. In jedem Fall muss der obere und der untere Bildteil in der Belichtung etwas näher zueinander gebracht werden. Das ist ein typischer Einsatz für einen Verlaufsfilter. Da passiert die Helligkeitsannäherung schon während der Aufnahme, so dass als freundlicher Nebeneffekt die Belichtung vollständig im linearen Bereich der Schwärzungskurve erfolgt.

  • Das ist alles sehr amüsant, aber lassen Sie uns das eigentliche Problem hier nicht aus den Augen verlieren ... AK ist verloren und wir müssen ihn retten. [ ... blubber blubber, blabla ... ] Das Fotografieren ist schon schwierig genug. Warum es noch schwerer machen?

    Ganz einfach, lieber Norman Riley: weil es Spaß macht!


    Weil es Spaß macht, mit einer Großformatkamera und einer Analogtechnologie aus den 1950ern durch die Gegend zu ziehen und Vorbelichtungen und Kontraststeigerungen auszuprobieren. Weil ich niemandem etwas zu leide tue, keine Frauen vergewaltige oder Farbige abknalle oder misanthrope Politiker*innen wähle. Weil ich niemandem schade. Weil mir der Kaffee aus der Thermoskanne und das Schinkensandwich mit Cheminéeschinken und dick Butter drauf so gut schmeckt, das ich in mich rein stopfe, während ich auf das Licht warte.


    Weil ich in diesem Moment denke: die Leute da unten schlafen noch, während da oben im Eis der Tag anbricht, während mir irgendeiner einen Strich durch die Rechnung macht, indem er oben eine Wolkenschicht einzieht, die alles einfach abschneidet. Weil ich mir dann überlegen kann, wie ich verschlafene Dunkelheit bei den Menschen, brutale, monumentale Natur in der Ferne und das Wirken des Wettergottes auf ein Blatt Film bringen kann, bevor ich dann im Positivprozess weiterschaue.


    Weil es einfach genauso geil ist, genau sowas auszuprobieren, wie irgendwelche verstrahlen Landschaften im Staate Washington zu fotografieren.


    Ja, ich bin verloren! An das Ausprobieren. - Mann, zum Glück bin ich kein vertrockneter Puritaner, der irgendeine Lehre herunterbetet und andere damit schikaniert, ohne selbst dabei gewesen zu sein. Ich bin so foh, dass ich 12 Blatt Film verballern kann! Wenn es mehr nicht ist, was man zu Glück braucht? Ich könnte auch jeden Abend eine Flasche Monasterio kippen oder ein Päckchen Zigaretten qualmen oder meine Kinder verprügeln. Oder mir ein paar Frauen kaufen? Statt dessen belichte ich 12 Blatt Film, freue ich, dass der Kontrast in den Bergen schön kommt, und die Landschaft verschlafen wirkt und der Wettergott in einem Weltentwurf die Gipfel köpfen darf.


    Du / Sie kennst / kennen Ansel Adams? Der schaut sich schon seit lange die Radieschen von unten an. Ob er die in I oder II platziert? - Jedenfalls kann er uns seine Freude über die Welt, wie er sie empfand, heute nicht mehr mitteilen. - Ich kann es! Und zwar mit genau solchen Versuchsreihen, die mich im Übrigen in höchsten Maße zufrieden stellten. Während andere vereinsamen, indem sie nicht mehr schaffen, mit anderen zu kommunizieren, ohne zu belehren.

  • Wenn der obere Bildteil richtig ist, ist der untere Bildteil zu dunkel und zu kontrastarm. Um ein Foto zu bekommen, das den Eindruck der Szene wiedergibt, wäre also eine Nachbehandlung des unteren Bildteils nötig ...

    Ich will eine Sache festhalten, weil hier wirklich Missverständnisse aufgekommen sind.


    Auch wenn Diesch recht hat, ging es mir nicht primär darum, eine Szenerie "korrekt" in einen definierten Tonwertumfgang zu kriegen. Im Übrigen weiß ich auch, was Expansion oder Kompression bedeutet, und, NER, natürlich erfordert N+ nicht immer Unterbelichtung. Hier werden Probleme konstruiert, die mich in dieser Weise gar nicht umtreiben.


    Es ging mir primär darum, Vorbelichtungen auszuprobieren, nachdem geo dieses Verfahren ins Spiel gebracht hat. Die Ergebnisse habe ich hier eingestellt, mitsamt den Fehlern, die ich gemacht habe. Was ich für mich aus der Sache rauszog, scheint mir nützlich zu sein. Ich werde das in der Folge weiter ausprobieren, aber jetzt nicht mehr zum Selbstzweck, sondern als Teil einer fotografischen Problemlösung, das heißt, wenn es dann mal notwendig sein sollte.

  • Mann, zum Glück bin ich kein vertrockneter Puritaner, der irgendeine Lehre herunterbetet und andere damit schikaniert


    Du / Sie kennst / kennen Ansel Adams? Der schaut sich schon seit lange die Radieschen von unten an. Ob er die in I oder II platziert?



    Werter Norman Riley,


    ich möchte mich ausdrücklich von solchen respektlosen Äußerungen Dir/Ihnen gegenüber distanzieren.


    Sollten Sie/solltest Du eines Tages im Brandenburger Umfeld agieren und Lust auf einen Espresso oder ein kühles Bier verspüren, lade ich hiermit herzlich ein und zeige dann gerne auf, daß hierzulande durchaus ein dankbares Zuhören möglich ist, wenn ein Erfahrener Wissenswertes zu sagen hat.


    Herzlichen Dank für Ihr/Dein bereicherndes Mitwirken hier,

    best regards


    Ritchie

  • Gibt es dieses Schreiben als Vorlagenbrief für Microsoft Office? Muss ich mir runterladen.


    Im Übrigen habe ich mit dem "vertrockneten Puritaner" nicht Norman Riley gemeint, den ich, wie andere auch, schon des Öfteren explizit zu guten Bildern beglückwünscht habe.


    Aus Erfahrenheit Wissenswertes zu sagen zu haben, reicht nicht ganz. Es sollte sich auf die Sache beziehen, es muss auf einem Verständnis des Gegenübers fußen, und es sollte überdies auch nicht herablassend wirken, Shen Hao .

  • Ein paar Worte, um meinen Teil zu dieser Angelegenheit zu vervollständigen ...


    Deisch - da stimme ich dir zu 100 Prozent zu.


    AK - Ich genieße deine Beiträge und stimme natürlich zu, dass du mit deinem Film machen kannst, was du willst. Ich bin nicht einsam. Ich komme nicht hierher, um zu predigen und ich bin nicht hier, um das Forum zu terrorisieren. Mein wichtigster Punkt für Sie ist, dass eine disziplinierte Herangehensweise an jedes Problem in der Fotografie zu schnelleren Belohnungen führt - ich habe während meiner Zeit in der Fotografie genug gelernt, um vorzuschlagen, wie ein anderer Ansatz für Sie besser funktionieren könnte. Es ist okay für mich, wenn du deinen eigenen Weg gehst. Ich habe nicht gesagt, dass ich Adams kenne. Ich sagte, ich habe ihn getroffen, was wahr ist. Wir haben uns eine Weile unterhalten und das ist alles. Der einzige Grund, warum ich diesen Vorfall erwähnt habe, ist, dass Sie seinen Namen erwähnt haben.


    Shen Hao - Vielen Dank. Ich bin nicht beleidigt. Tatsächlich habe ich viel gelacht. AK schreibt mit Humor. Ich kenne Deutschland. Ich bin in München geboren und habe 13 Jahre in Deutschland gelebt, bevor ich schließlich in die USA gezogen bin. Es schmerzt mich zu sagen, dass ich viel über die Sprache vergessen habe. Wenn diese schreckliche und peinliche Wahrheit nicht wäre, wäre ich öfter hier. Das tut mir sehr leid.


    Wenn diese Pandemie vorbei ist, werde ich mit einer Kamera nach Deutschland zurückkehren. Vielleicht treffen wir uns.


    N. Riley

    http://normanrileyphotography.com

  • Hier freue ich mich - sonst ein Freund der förmlichen Umgangsformen - über ein lockeres, vielleicht auch kollegiales "Du", wir es auch sonst in Interessengemeinschaften und im Internet üblich ist.

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