Maskieren statt Centerfilter

  • Hallo,


    zum Hintergrund:

    auf dem online Versteigerungportal ging heute ein CenterFilter (für das alte Schneider SA 5.6/65) für über 200€ raus. Das ist mir allerdings viel zu viel. Nun dachte ich mir, dass eine Alternative für die klassischen Center Filter her muss. Eine günstigere.


    Wie wäre es also mit einer Vignetten-maske?

    Man bräuchte wie bei Masken üblich für jedes Bild eine neue Maske. Nun habe ich bisher nie eine Film-Maske erstellt.

    Habt ihr Vorschläge wie ich so eine Maske zum Ausgleich der Vignettierung machen könnte?

    Die Maske müsste

    - vollständig diffus sein

    - einen geringen Kontrast haben


    Gruß,

    Jan

  • Ja, Centerfilter sind gesucht und teuer.


    Du denkst vermutlich an eine zweite Belichtung, die umkopiert später helligkeitsausgleichend wirken soll. Oder?


    Da die Vignettierung eines Objektivs bei jedem Motiv prinzipiell gleich sein dürfte, erscheint es mir unnötig, für jedes Bild eine neue Maske zu fertigen.

    Ich würde daher ein unscharf eingestelltes Bild einer gleichmäßig beleuchteten weißen Fläche machen und das Negativ dann umkopieren (2x Negativ = Positiv). Damit hast du das Gegenstück zum Vignettierungseffekt. Dieses Positiv dann auf deine zu vergrößernden Negative als Sandwich in die Filmbühne legen.


    Da es beim Centerfilter ja darum geht, den Belichtungsunterschied zwischen Center und Rand bei der Aufnahme auszugleichen, um das Tonwertspektrum des Aufnahmefilms optimal auszunutzen, ist das natürlich kein gleichwertiger Ersatz. Es ist aber vielleicht ein wenig präziser als ein ringförmiger Abwedler, um die zu starke Belichtung des Randes beim Vergrößern auszugleichen. Das erhöhte Staubrisiko eines Film-Sandwichs müsste man allerdings in den Griff bekommen.

  • Hallo bonnescape,

    Danke für die Ausführung.

    Ich dachte anfangs auch, dass man nur eine Maske bräuchte. Dann hab ich mir über Objektiv Verschiebung Gedanken gemacht. Das rückt den Helligkeitsabfall an eine andere Position…

    Staub, ja. Ist wie bei allen Masken nehme ich an. Ich verwerfe ich dann den Vorteil eines gleichmäßig belichteten Films.

    Ich muss wohl noch philosophieren darüber.

  • Ja, das Verschieben ist ein Argument.

    Eventuell könnte man nach dem genannten Verfahren auf größerem Format eine Maske erstellen, die den Bildkreis annähernd ausfüllt. Also z.B. bei einem für 4x5" verwendeten Objektiv eine Maske auf 13x18 Film und diese dann in der Filmbühne passend verschieben. Das wird aber dann vermutlich schon ähnlich ungenau wie das Abwedeln von Hand und damit stellt sich die Frage nach dem Sinn des Aufwands.

  • Wenn ich an die Astrophotographie denke, dann braucht man eine Flat-Aufnahme (entspricht der Maske) für jede Aufnahmeserie. Neben Rotation, welche wir bei der GF-Kamera ja so nicht finden, ist der Objektivauszug mit verantwortlich, so dass selbst ohne Nutzung jeglicher Verstellung, allein die Fokuslage/Balgenauszug einen Einfluss auf die Vignettierung haben dürfte...


    Oder liege ich hier falsch?


    LG Chris

  • ... so dass selbst ohne Nutzung jeglicher Verstellung, allein die Fokuslage/Balgenauszug einen Einfluss auf die Vignettierung haben dürfte...

    Ebenso wie die Blende.

    Bekanntermaßen ist ja auch bei geschlossener Blende die Vignettierung eines Objektivs anders als bei offener.

    Ich überlege gerade, ob ein Centerfilter vor dem Objektiv das präziser ausgleichen kann. Eine veränderte Tiefenschärfe durch langen Balgenauszug oder geschlossene Blende wird ja wie bei einem Grauverlaufsfilter auch den Hell/Dunkel-Verlauf des Centerfilters anders wiedergeben. Andererseits kann der Centerfilter auch nur annähernd ausgleichen, da er vor dem Objektiv anderen Bedingungen ausgesetzt ist als die tatsächliche Vignettierungsursache, die ja im wesentlichen hinter dem Objektiv durch einen verlängerten Weg der Randlichtstrahlen bis zum Film entsteht.

  • Ein Griff ins Bücherregal, ein Treffer:

    Z.B. bei Feininger, Große Fotolehre, Econ-Verlag 1978, S. 63


    Ich behaupte mal, dass ich bei etwas Zeiteinsatz noch mindestens 10 weitere Quellen in meinem Bücherbestand finde, die das erläutern.

  • Wenn ich einen Laser nehme, dessen Lichtstrahl auch in großer Entferung noch annähernd den selben Durchmesser hat wie beim Austritt, ist in großer Entfernung auch die Helligkeit unvermindert.

    Ich würde eher argumentieren, dass durch die Schrägprojektion mit steigendem Winkel die Energie auf auf eine immer größere Fläche verteilt wird. Dadurch nimmt die Energiedichte ab.

  • Ich bin kein Physiker, vermute aber mal, dass ein Laser durch seine höhere Reichweite und extreme Bündelung andere Bedingungen einbringt, als dass das in dem kleinen Raum zwischen Objektivrücklinse und Filmebene irgendeine meßbare Rolle spielen würde.


    Noch ne Quelle: SinarEdition Bd. 1, kreatives Grossformat, Urs Tillmanns, S.29. Feiinger erklärt es aber besser.

  • ... und noch eine (danach hör ich aber auf): Schöttle beschreibt das auch ganz gut:


    "Die natürliche Vignettierung ist darauf zurückzuführen, dass für schräg durch das Objektiv fallende Strahlenbündel, verglichen mit achsenparallelen Lichtstrahlen, einerseits der effektive Querschnitt der Eintrittspupille verringert und andererseits die Weglänge bis zur Bildebene vergrößert ist.... Diese natürliche Vignettierung ist begreiflicherweise bei Weitwinkelobjektiven stärker ausgeprägt als bei Objektiven eines kleineren Bildwinkels."


    Hugo Schöttle, Lexikon der Fotografie, DuMont 1978, S. 300

  • Hallo,


    das Problem mit den Center-Filtern ist nicht nur, dass sie extrem teuer sind, sondern auch jedes Objektiv eine eigene Ausführung benötigt. Daher wäre eine Lösung bei der Vergrößerung ganz sinnvoll. Spontan fallen mir 2 Lösungsansätze ein, die ich aber beide noch nicht ausprobiert habe. Einmal könnte man es mit einer unscharfen Maske probieren. Das ist ein Verfahren, dass auch andere bildverbessernde Vorteile hat, aber etwas Erfahrung benötigt und langwierig ist.


    Eine andere Möglichkeit wäre, als Beleuchtung für den Vergrößerer ein Array von LEDs zu benutzen. LEDs, die WS2812 kompatibel sind, kann man alle getrennt in der Helligkeit regulieren. Man könnte also die Beleuchtung immer so einstellen, dass man wieder ein flaches Feld bekommt. Für 4x5 inch benötige ich mindestens 256 RGB-LEDs. Da kann man das Feld schon recht gut aufgelöst einstellen.


    Ich experimentiere gerade mit solchen RGB-LEDs. Leider werden ich immer wieder aufgehalten, mich konzentriert damit zu beschäftigen. Im Augenblick habe ich eine Beleuchtung für ein 6x6 cm Feld für Tests bereit stehen. Sobald meine Verdunklung für das Fotolabor wieder funktioniert (defekter Rollladen), kann ich meine Tests weiterführen. Ein Array für 4x5 inch liegt bereit, muss aber noch in den Laborator 1200 eingebaut werden.


    Sobald ich etwas vorzeigbares habe, werde ich es in einem neuen Thread genauer beschreiben.


    Viele Grüße

    Renate

  • Ich denke bei Negativfilm ist das ganze zu vernachlässigen, da beim Vergrößern die Vignetierung des Vergrößerungsobjektivs wieder entgegenwirkt und beim scannen von Negativfilm das ganze Per EBV korrigiert werden kann aufgrund des großen Belichtungsspielraums.


    Bei Diafilm sieht das ganze aufgrund des geringeren Belichtungsspielraums anders aus und kann m.E. Nur mit einem Centerfilter korrigiert werden.


    Grüße

  • Bei den Preisen für die Centerfilter könnte man schon fast überlegen, etwas wie beim Hypergon zu basteln ... Ein rotierender Propeller, der für einen Teil der Belichtung vor das Objektiv geklappt wird.

    Wäre doch ein schönes Projekt für den 3 D Drucker.

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