Film eintesten ohne Duka und Densi

  • Hallo zusammen.
    Im Gegensatz zu früher steht mir heute keine Duka mit Vergrösserer und Densi zur Verfügung.
    Ich werde meine Negative ersteinmal "nur" per digitalkamera digitalisieren und per C1 und PS weiterverarbeiten.
    Ich möchte mir als Wiederanfänger trotzdem die Filme so eintesten, das sie evtl. falls mir irgendwann eine Duka zur Verfügung stände, brauchbare Prints ergäben.
    Ich habe also nur meine 4x5 kamera, 4 Doppelkasetten und meinen Minolta Spotmeter.
    Oder soll ich lieber auf 120er Film testen in der Horseman 6x9 Kasette? Sind die Emulsionen zwischen 4x5 und 120er identisch?
    Was würdet ihr in dieser Situation machen?
    Ich habe als erstes den HP5 zur Verfügung und werde mir noch FP4 und sobald wieder lieferbar den Adox CHS II besorgen.
    Als Entwickler nehme ich ABC Pyro
    Danke im Voraus für eure Anregungen
    Gruß
    Sönke

  • Oder soll ich lieber auf 120er Film testen in der Horseman 6x9 Kasette? Sind die Emulsionen zwischen 4x5 und 120er identisch?
    Was würdet ihr in dieser Situation machen?
    Ich habe als erstes den HP5 zur Verfügung und werde mir noch FP4 und sobald wieder lieferbar den Adox CHS II besorgen.
    Als Entwickler nehme ich ABC Pyro

    Bei FP4 und HP5 sind die Werte zwischen Roll- und Planfilm übertragbar. Insofern kann man zwecks Materialsparen solche Test auch auf kleinerem Format machen. Der Entwickler ist mir unbekannt.

  • Dankeschön, die Info ist Gold wert. Dann besorge ich mir erstmal Rollfilm bei den Planfilmpreisen.
    ABC Pyro ist eine altgediente Pyrogallolformel die mir in den 90ern ganz schöne Ergebnisse auf den Ilford und dem alten Agfapan Filmen ergab.
    Und da wollte ich wieder anknüpfen und mir den "Entwicklerneufindungsblues" ersparen…
    Man kann ihn recht einfach selber mixen oder man kauft den P2 "Pyrol" von Franalog.

  • Hmmm, Ein Satz in dem Artikel hört sich wiederum weniger gut an.Meinen Plan Rollfilm zum Eintesten zu nehmen um das teure Blattgold zu sparen kann ich laut der Einleitung des Artikels wohl doch vergessen…
    Zitat.…
    "Aber ganz wichtig: Diese Ergebnisse gelten nur für Planfilm; Entwicklungszeiten und Kurven für Rollfilm sehen deutlich anders aus. Der Rollfilm HP5 Plus ist für eine Push-Entwicklung geeignet und weniger für eine Entwicklung nach dem Zonensystem."


    Ärgerlich das Ilford anscheinend doch verschiedene Emulsionen braut…

  • Der Rollfilm ist auf 0,110mm Azetatfilm-Basis aufgebracht, der Planfilm dagegen auf dickerem 0,180mm Polyesterfilm-Basis. Die unterschiedlichen Filmbasen bedingen andere Schichtaufbauten, weshalb sich die Filme auch leicht unterscheiden.

  • "Aber ganz wichtig: Diese Ergebnisse gelten nur für Planfilm; Entwicklungszeiten und Kurven für Rollfilm sehen deutlich anders aus. Der Rollfilm HP5 Plus ist für eine Push-Entwicklung geeignet und weniger für eine Entwicklung nach dem Zonensystem."

    Woran liegt das? Weil Rollfilme in der Dose und Planfilme im Tank oder in der Schale entwickelt werden?

    Ich möchte mir als Wiederanfänger trotzdem die Filme so eintesten, das sie evtl. falls mir irgendwann eine Duka zur Verfügung stände, brauchbare Prints ergäben.
    Ich habe also nur meine 4x5 kamera, 4 Doppelkasetten und meinen Minolta Spotmeter.

    Dein Spotmeter ist Dein Densi. Eine Veränderung um 1/3 EV entspricht einem Dichteunterschied von 0,1.


    Aber mit einer Packung von dem Fotopapier, das Du später zum Vergrößern nimmst, kannst Du auch ohne Densi die effektive Empfindlichkeit und die dazu passende N-Entwicklung herausfinden.

  • Ok, mit leicht könnte ich leben.
    Aber der zitierte Satz aus dem Artikel (Entwicklungszeiten und Kurven für Rollfilm sehen deutlich anders aus…) hört sich so an als wenn das zwei ganz verschiedene Filme wären.
    Zumindest werde ich mal den Rollfilm zuerst eintesten und zum Schluss mal schauen wie weit der Planfilm variiert.
    Ich habe eh keinen Densi zur Verfügung, sondern muss mit meinem Minolta Spotmeter eher grob messen…

  • Woran liegt das? Weil Rollfilme in der Dose und Planfilme im Tank oder in der Schale entwickelt werden?

    Dein Spotmeter ist Dein Densi. Eine Veränderung um 1/3 EV entspricht einem Dichteunterschied von 0,1.


    Aber mit einer Packung von dem Fotopapier, das Du später zum Vergrößern nimmst, kannst Du auch ohne Densi die effektive Empfindlichkeit und die dazu passende N-Entwicklung herausfinden.

    Danke für den Hinweis, dann ist der Unterschied bei mir evtl. nicht sooo groß.
    Ich werde Rollfilme und 4x5 Planfilme beide in meiner Patersondose auf Kipp entwickeln.

    Auf Fotopapier muss ich die nächste Zeit verzichten, da ich erst einmal auf absehbare Zeit keine Duka zur Verfügung haben werde.
    Trotzdem möchte ich die Filme die ich digitalisieren und auch digital weiterverarbeiten werde, später ohne größere Probleme Nass verarbeiten können…

  • Bei FP4 und HP5 sind die Werte zwischen Roll- und Planfilm übertragbar. Insofern kann man zwecks Materialsparen solche Test auch auf kleinerem Format machen.

    Kennst du von Otto Beyer dieser Artikel:


    https://www.fotografie-in-schw…m-auf-dem-pruefstand.html

    Hmh, den Artikel kannte ich bisher nicht. Wenn ich das richtig lese, beziehen sich die Abweichungen in der Entwicklungszeit auf den Entwickler Xtol.


    Meines Wissens gilt das für die hauseigenen Ilford-Entwickler nicht. Egal in welcher Verdünnung. Hier sind die Herstellerangaben eindeutig, dass für Roll- und Planfilme des Typs FP4 ebenso wie für die des Typs HP5 die gleichen Verarbeitungszeiten empfohlen werden. Für Perceptol und Microphen, die ich seit mittlerweile 40Jahren einsetze, entspricht das so auch meinen persönlichen Erfahrungen.

  • Ich habe eh keinen Densi zur Verfügung, sondern muss mit meinem Minolta Spotmeter eher grob messen…

    Ich sag's jetzt einfach noch mal, ganz frech: "Dein Spotmeter ist ein Densi. Eine Veränderung um 1/3 EV entspricht einem Dichteunterschied von 0,1."


    https://www.largeformatphotogr…onversion-to-Densitometer, https://www.photrio.com/forum/…-densitometer-how.174906/, https://www.cameramanuals.org/…ers/gossen_profi-flex.pdf Seite 14,


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    Hmmm, soll ich das jetzt schreiben?


    Es käme bei der Ermittlung der effektiven Empfindlichkeit darauf an, einen Teil des Negativs so zu belichten, dass Du eine leichte Schwärzung des Negativs hast, der einer Dichte von 0,1 bis 0,15 entspricht. Bei Belichtungsmesser wären das 1/3-1/2 EV mehr als durch die transparente Negativhälfte. Ich würde eine Filmkassette nehmen. Da würde ich den Kassettenschieber halb drin stecken lassen, so dass nur die Hälfte belichtet wird. Damit die belichtete Hälfte homogen geriete, würde ich ein Transparentpapier oder ein Milchglas vor die Kamera montieren. Die Belichtung würde ich durch dieses Papier messen und um 4 EV reduzieren. Ich würde am Belichtungsmesser die Hälfte der PackungsISO einstellen. Natürlich müsste das Licht homogen sein, am besten Tageslicht vom wolkenlosen Nordhimmel. Entwickeln würde ich nach Herstellerangaben. Wär das ein Ansatz?


    Bei der Ermittlung der normalen Entwicklung würde ich dasselbe machen, aber zuerst die effektive Empfindlichkeit am Belichtungsesser einstellen und dann den durch das Transparentpapier gemessenen Wert erhöhen, also überbelichten um 3 EV. Das Transparentpapier also in Zone VIII platzieren. Wenn der belichtete Teil des Negativs nach der Entwicklung dann eine Dichte von 1,25 bis 1,3 gegenüber dem unbelichteten hätte, was grob einem EV-Unterschied von 8 EV entspricht, wärst Du fein raus und könntest Deine effektive ISO und Deine gefundene Normalentwicklung an allen möglichen Motiven ausprobieren.


    Wenn Du Glück hast, kommst Du mit zwei Blättern Planfilm aus. Dann meint der Fotogott es gut mit Dir. Dem Glück kann man nachhelfen, indem man auf die Werte anderer schielt. Hier z.B.: https://web.archive.org/web/20…ographer.com/charts.shtml Andere Entwickler, andere Temperaturen, andere Bewegung, andere Verdünnung, anderes Wasser, andere Lust und Laune: alles das macht Deinen Prozess aus und führt zu Deinen Ergebnisse. Deshalb würde ich das wirklich auch für Planfilm und Rollfilm getrennt machen. Wäre ja schön, wenn gleiche Zeiten rauskämen. Ist aber nicht garantiert.

  • Hmh, den Artikel kannte ich bisher nicht. Wenn ich das richtig lese, beziehen sich die Abweichungen in der Entwicklungszeit auf den Entwickler Xtol.


    Meines Wissens gilt das für die hauseigenen Ilford-Entwickler nicht. Egal in welcher Verdünnung. Hier sind die Herstellerangaben eindeutig, dass für Roll- und Planfilme des Typs FP4 ebenso wie für die des Typs HP5 die gleichen Verarbeitungszeiten empfohlen werden. Für Perceptol und Microphen, die ich seit mittlerweile 40Jahren einsetze, entspricht das so auch meinen persönlichen Erfahrungen.

    Ich hoffe auch das die Unterschiede nicht so krass sind. Ich werde den Gleichen Entwickler, Dose und Kipprythmus nehmen und wenn ich den Rollfilm halbwegs eingetestet habe, dann mal ein zwei Planfilme auf Zone I und VII belichten und schauen ob die Dichten halbwegs übereinstimmen.
    Ilford würde sich ja die Kundschaft vergraulen, wenn die Emulsionen so sehr unterschiedlich wären.

  • Ich sag's jetzt einfach noch mal, ganz frech: "Dein Spotmeter ist ein Densi. Eine Veränderung um 1/3 EV entspricht einem Dichteunterschied von 0,1."


    https://www.largeformatphotogr…onversion-to-Densitometer, https://www.photrio.com/forum/…-densitometer-how.174906/, https://www.cameramanuals.org/…ers/gossen_profi-flex.pdf Seite 14,


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    Danke für das Video und die Links. Das mit der Lochmaske für die Streulichtvermeidung habe ich mir auch schon so gedacht.
    Jetzt weiss ich auch endlich was ich mit dem Stativgewinde an meinem Spotmeter anstelle ;)

  • So ähnlich werde ich es machen.
    Ich werde die Kamera auf unendlich fokussieren und einen Grauen Karton an meine Hauswand pinnen. Dann die Messungen auf dem Karton und die entsprechenden Belichtungen tätigen. Wenn der Rollfilm stimmt, dann werde ich mit der ermittelten Empfindlichkeit den Planfilm belichten. Vielleicht ist der Fotogott mir hold und ich komme mit 2-4 Blättern aus.
    Der Rest dann in der Praxis am lebenden Objekt…
    Ich bin keiner dem die Testerei wirklich Spaß macht und der sich an Exceltabellen ergötzt…

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