8x10 Negativ mit fiesen Streifen - Rotationsentwicklung

  • Stimmt ihr mir zu, daß es wohl ein Fehler in der Entwicklung sein muß?
    Aber wie kann ich das vermeiden?
    Danke schon mal für eure Mühe!

    Das hier ist ein Fomapan 200 (Kontrast zur besseren Sichtbarkeit verstärkt) auf einem Comod in einer Jobo 45xx (2 Blatt an der Wand) mit 300 ml FX39II 1+9 entwickelt.
    Das sind 30 ml Entwickler für 2 Filme.
    Die breiten Streifen laufen von der langen Seite des Films in Drehrichtung der Dose.
    Die Drehrichtung wurde manuell ein paar mal während der Entwicklungszeit (10 Minunten) gewechselt.

  • diese Streifen kenne ich als Entwicklungsfehler bei Rotation.

    Treten (sporadisch)auf bei:

    - Verwendung des xx06 Filmhalters

    - Einsatz der Klemmen in der Dose


    ... und das bei Verwendung in der CPE, wo alle zwei Umdrehungen die Drehrichtung wechselt.

    Trotz Rotation hat jede Verwirbelung an jeder Kante solche Auswirkungen.

    Ich habe versucht selber einen Filmhalter zu aus Kunststoff zu bauen.... diese Erfahrung brachte mich dazu mir dann doch 2509er Spulen zu kaufen.

    Dort waren ähnliche Artefakte zu beobachten, wenn man die Flügel nicht eingesetzt hat.

    Wenn mal jemand herausfinden würde wie man das vermeidet, wäre echt schön.


    300ml sind in der Regel Ok. Bei 500 tritt der Effekt auch noch auf.

  • Nach meiner Erfahrung lässt es sich durch ordentliches vorwässern vermeiden.


    Daher scheinen diese Streifen gleich nach dem eingiessen des Entwicklers zu entstehen weil er nicht schnell genug verteilt wird um die komplette Fläche homogen zu benetzen.


    Allerdings rotiere ich nur noch von Hand, nein, nicht ich sondern die Entwicklerdose. :)


    Seit dem ich etwa 3-5 Minuten vorwässere habe ich keine Streifen mehr auf den Negativen.


    Entwicklelt wird mit der Minimalmenge von 270ml bei sechs Stück Planfilm.

  • ich hatte auch schon mal vorgewässert mit ähnlichem effekt.
    möglicher weise nicht lange genug, ich werde das noch mal probieren.

    eingießen, hm. das dauert ein paar sekunden, dann ist die dose auf der rolle.
    das könnte allerdings die horizontalen streifen am linken rand erklären.

  • eingießen, hm. das dauert ein paar sekunden, dann ist die dose auf der rolle.

    Das wird wohl die Ursache sein. Zumindest dann, wenn die Gesamtentwicklungszeit eher kurz ist.

    Vorwässern dürfte das etwas mildern, aber auch dann nimmt das Eingießen und das Platzieren der Trommel eine relevante Zeitspanne im Vergleich zur Entwicklungszeit ein. Je kürzer die Entwicklungszeit und je größer die Trommel und Chemiemenge, desto länger das Eingießen und desto stärker das Risiko von Streifenbildung. Seit ich Entwicklungszeiten zwischen 16 und 20 Minuten habe, habe ich diese Probleme nicht mehr.

  • Bei kurzen Entwicklungszeiten wässere ich grundsätzlich mindestens 5 Minuten vor, da ist es wichtig das die Gelantine angeweicht ist.

    Ansonsten wird der Entwickler sofort aggressiv und nur an der Oberfläche anfangen zu arbeiten, wenn die Emulsion schon vorgeweicht ist wird der Entwickler deutlich schneller und gleichmässiger über die Oberfläche verteilt.


    Das sind meine Erfahrungen und ich habe versucht es mir selber so zu erklären und seitdem ich jeden Film vorwässere hat es sich nicht her gezeigt.

    Übrigens habe ich ähnliche Streifen auch in KB und MF gehabt.


    Als junger Schüler hat mir der damals schon recht betagte Physiklehrer gesagt das ich die Filme immer vorwässern kann, ich würde dadurch nichts kaputt machen solange das Wasser nicht zu warm ist, die Entwicklungszeit dann aber um 30Sekunden verländern sollte. Der Vorteil ist der wie ich ihn oben beschrieben habe nämlich das der Entwickler gleich in der Tiefe ansetzen kann und nicht erst an der Oberfläche.

  • Das Problem kenne ich bei Formaten von 10x10Zoll oder grösser.

    Ordentliches Vorwässern (mache ich bis zu 3 mal 2Min. bis das Wasser farblos und klar ist) löst einen grossen Teil des Problems, aber es können immer noch Streifen entstehen, insbesondere bei hohen Dichten (Schnee etc.), welche vermutlich durch "pesistente" Strömungen am gleichen Ort auftreten. Daher habe ich versucht, mittels versetzten Erhöhungen (Klebeband) die einheitliche Rotationsströmung zu stören. Das hat nochmal was gebracht. Ich benutze übrigens einen STARK Rotationsprozesser SST4 (lang).


    Gruss Markus


  • Ich habe einen Teil"erfolg?" zu vermelden.

    Teil und Fragezeichen deswegen, weil von den beiden Filmen in der Dose einer zu 100% streifenfrei ist, der andere wieder Streifen hat.
    Deswegen ist auch nicht sicher, ob es ein Erfolg auf Grund der getroffenen Maßnahmen ist. Ich habe 2 x 3 Minuten vogewässert und auch zwei "Polster" auf die Dose geklebt.

    Für mich völlig schleierhaft warum auf einem Blatt Streifen sind, auf dem anderen nicht. Auch die Art sieht nicht so richtig nach Strömung aus.
    Beide Aufnahmen wurden am gleich Ort vom gleichen Motiv belichtet. Einmal quer und einmal hoch mit Filter.

    Ich habe jetzt auch Kamera und Kassette auf Lichteinfall untersucht, kann aber nichts finden.
    Am ehesten noch fällt Licht durch die Einfüllöffnung in die Dose, denn wenn ich mit einer Starken Taschenlampe da drauf Leuchte, kann ich das an den Austrittsöffnungen sehen. Allerdings sollten dann auch beide Filme betoffen sein und auch eher von der Schmalseite ausgehen, weil die der Öffnung am nächsten liegt.

    Wem fällt noch was ein?

    Zur Verdeutlichung die Gradationskurve voll runter gezogen, und auch nur auf den ungeputzten Scanner gelegt.
    Die Streifen sind schon mit bloßem Auge im Negativ erkennbar.

  • Gibt es eine Möglichkeit das ohne "Filmverschwendung" zu prüfen?

    Du könntest z.B. stattdessen Fotopapier laden und dann mit einer Taschenlampe die noralgischen Punkte (v.a. den Schieber-Schlitz) ableuchten... Bedenke aber, dass das Papier nur einen Bruchteil der Filmempfindlichkeit hat. Heißt, dass Du Lichteinfall nur dann detektierst, wenn Du sehr lange auf die betreffende Stelle leuchtest.

  • Ok. Also ich liege grad am Strand, aber wenn ich mir auf die Schnelle das Datenblatt zum FX-39 ansehe steht da nichts von 7ml.


    Es steht drin je nach Trommel 250 bis 300 ml pro Film.


    Ich nehme daher seit ich FX-39 benutze nur noch 4 4x5 pro Dose statt 6. Mehr würde ich dem auch nicht zutrauen. Bei 8X10" in der großen Dose brauchst du eh mehr Flüssigkeit. 300ml ist da eher im homöopathischen Bereich. Wenn die Dose ein wenig schräg steht wirds ungleichmäßig.


    Wenn du von Hand rollst solltest du mindestens eine volle Drehung pro Richtung haben. Besser ein einhalb.


    Gruß Sven.

  • Danke, verstanden.


    Bei der zweiten Entwicklung hatte ich den Entwickler von Klaus Wehner. Der ist das mit den 7 ml. Das mit dem FX39 werde ich mir gerne merken.


    Aber wenn ich zu wenig Entwickler nehme, sollte das mangelhafte Ergebnis doch an beiden Blättern zu sehen sein und nicht eins perfekt werden und eins mit festen Streifen?

  • Ist Deine Planfilmkassette undicht?

    Das sieht mit nicht mehr nach Unregelmäßigkeiten vom Entwickeln aus und würde auch erklären warum ein Blatt I.O. ist und das andere nicht.

    Habe ich selber schon gehabt das bei einer Kassette nur eine Seite undicht war, sehr ärgerlich.

    Um die Dichtheit so leidlich zu testen den Schieber herausziehen und ihn dann als Blendschutz nutzen, die Seite wo jetzt der Schieber entfernt wurde gegen eine starke Lichtquelle halten, wenn Du dann schon einen minimalen Lichtspalt entdeckst dann hat die Kassette ein Problem.

    Ggf. musst Du Dir etwas zurecht basteln damit Du es noch besser testen kannst.

    Wenn Du Fotopapier hast kannst Du auch das nehmen, es ist deutlich günstiger und zum Testen ausreichend.


    Ansonsten bei der Aufnahme darauf achten das kein direktes Licht auf den Schieberteil der Kassette fällt, bei starkem Sonnenlicht lege ich immer mein Einstelltuch über das Kamerarückteil wenn die Kassette eingesetzt ist und ziehe erst dann den Schieber heraus.


    Bei den großen 8x10" Kassetten ist die Gefahr von Undichtheiten deutlich größer als bei den kleinenen in 4x5"

    Bei den großen Kassetten sind recht starke Federn eingebaut die den Lichtschutz vorspannen. Gut daran zu sehen das die Kassetten sich leicht aufwölben. Im Laufe der Zeit kann der Lichtschutz, meistens ist es ein schwarzes Baumwollgewebe, sich abnutzen und dann kann es zu Lichteinfall kommen.

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