Entwickler wechseln?

  • Hallo Crowd,


    ich würde gerne einen anderen als meinen täglichen SW-Entwickler testen. Bislang nehme ich ausschließlich HC110, mal abgesehen von einem Ausflug ins Caffeenol-Lager.

    Feinkornentwickler wären schön, oder auch empfindlichkeitssteigernde.

    Danke für die Info, die sicher gleich sprudelt...

  • Hi Michael,

    mit welchen Filmen arbeitest du denn?


    Falls du mit FP4 und HP5 arbeitest, kann ich dir Perceptol empfehlen. Ich arbeite seit rund 40 Jahren mit diesen Filmtypen und verarbeite die meist in Perceptol, den ich in 1+3 Verdünnung als Einmalentwickler verwende. Richtempfindlichkeit beim FP4 ist dann ISO 100, beim HP5 ISO 200. Perceptol arbeitet feinkörnig mit guter Kantenschärfe, die durch die Verdünnung lange Entwicklungszeit von 16-20 Minuten ist stressfrei, wirkt Schlieren entgegen und sorgt für ausgeglichene Negative. Eine leichte Kontraststeuerung ist durch die Entwicklungszeit mit +-5 Minuten sehr fein möglich, mit nur geringem Einfluss auf die Filmempfindlichkeit (ca. 1 DIN). Bin sehr zufrieden mit dieser Kombi und nach etlichen Fremdgängen immer wieder dahin zurückgekehrt. Falls ich mal mehr ISO brauche – was bei meinen Großformataufnahmen fast nie vorkommt –, nehme ich Microphen, die Verarbeitung ist sehr ähnlich.

  • ich würde gerne einen anderen als meinen täglichen SW-Entwickler testen. Bislang nehme ich ausschließlich HC110

    Wie gut kennst Du HC110?


    Wie wäre es mit einer anderen Verdünnung? Vielleicht 1+119? http://www.covingtoninnovations.com/hc110/german.html


    Oder HC110 im Zweibadverfahren? Entwickler eindringen lassen, dann den Film in sauberes Wasser legen, dann den Film wieder in den Entwickler, dann wieder Wasser usw., vgl. Adams, Negativ, S. 238. Würde mich mal interessieren, was da rauskommt.


    Wenn es unbedingt was anderes als HC110 sein soll: warum nicht "from scratch", aus Rohstoffen, z.B. https://www.digitaltruth.com/data.php?doc=filmdevsabc ?

  • Wenn ich das lese, bekomme ich Lust den Perceptol mit den Fomas auch nochmal zu testen.

    Für die Fomas als "Brot und Butter" - Filme verwende ich mit Erfolg den "Brot und Butter" - Entwickler ID11/D76, rotiert.

    Nach meinem Empfinden keine besonderen Eigenschaften, aber eben auch keine schlechten.

    Empfindlichkeiten etwa 3 DIN unter Werksangabe.

  • bei mir ist es so, bis 100 ASA (auch der FP4) Rodinal 1+50

    400 ASA dann HC 110, den beim TriX dann auch mal 1+63 verdünnt.


    John Blakemore antwortete auf ein ähnliche Frage so:


    Es gibt keine Wundermittel, alle Entwickler die sich bewähren, besteht auf dem Markt.

    Am besten man nimmt eine, testet sein Prozedere darauf ein und bleibt solange dabei, bis es die Chemie nicht mehr gibt.

    Sein Entwickler war der ID11, einfach weil bei aus und in England sind, Rodinal kannte in England kaum jemand, einfach weil es aus D kommt.


    Ich finde an Rodinal und HC 110 es einfach schön, dass die Stammlösung so lange haltbar ist und somit für einen Gelegnheitsentwickler wie mich perfekt passt.

    insta....


    Getting photographs is not the most important thing. For me it’s the act of photographing. It’s enlightening, therapeutic and satisfying, because the very process forces me to connect with the world…

    (Michael Kenna)

  • Und, ist die Erklärung Verschlußsache?


    Nein, das war Blödsinn, weil im aphogschen thread hat er das Eintesten nach Zone ja kräftig bejubelt, mir jedoch erzählt, "Gf-Fotografen entwickeln ja gern auf den Punkt und nach Zone, da sei der Entwickler nicht geeignet" - er wollte schlichtweg nicht, daß ich unabhängig teste, was dann in einem plötzlichen "logistischen Problem" und keinem Versand in meine Richtung (in Richtung aphog schon -) gipfelte.

    Tolle Nummer :thumbup:

  • Wenn es unbedingt was anderes als HC110 sein soll: warum nicht "from scratch", aus Rohstoffen, z.B. https://www.digitaltruth.com/data.php?doc=filmdevsabc ?

    Dazu fehlt mir aktuell Muse und Zeit. Ich habe zum Abitur vor 35 Jahren ein halbes Jahr im Labor verbracht (freiwillig) und eine Chemiefacharbeit über "chemische Verfahren mit Silberhalogeniden" geschrieben. Hatte damals eine SW-Umkehrentwicklung neu entwickelt, aus alten russischen Büchern, ohne Zwischenbelichtung und ungiftiger als seinerzeit üblich, wo man noch mit Kaliumdichromat herumfuhrwerkte...

  • Wenn Du

    damals eine SW-Umkehrentwicklung neu entwickelt, aus alten russischen Büchern, ohne Zwischenbelichtung und ungiftiger als seinerzeit üblich, wo man noch mit Kaliumdichromat herumfuhrwerkte...

    hast, könntest Du eigentlich als chemisch-fotografischer Vollprofi durchgehen und uns alle zusammengefaltet in den Schatten stellen. Aber warum fragst Du dann überhaupt noch nach? Du müsstest uns neue Persepktiven vermitteln!

  • Du könntest zum einen A49 probieren. Der arbeitet sehr feinkörnig und sehr ausgleichend, aber vielleicht auch manchmal zu viel mit eher niedrigem Kontrast bei 1+1.


    Oder aber FX-39 Il. Bei dem bin ich jetzt gelandet. Der arbeitet scharf und crisp. Etwas größeres Korn als der A49, aber dafür klar akzentuiert und nicht so matschig, ich hoffe das ist richtige Wort dafür, beim HC-110. Arbeitet kontrastreich bei voller Empfindlichkeiten. Ich benutze den mittlerweile nur noch für meine Deltas. Musst halt schauen, ob dir das Korn für klassischen passt. Ist bei GF aber vielleicht auch nicht ganz so relevant, wenn du keinen Meter Kantenlänge vergrößerst.


    Gruß Sven.

  • ich würde mich der aussage von Leon anschließen:


    ID11/D76. absolute "gehen-fast-immer"-entwickler. je größer das zu verarbeitende filmformat um so weniger fällt auf, dass sie beide eigentlich generalisten sind. verzeihen auch vieles. weiterer vorteil: pulveransatz, also quasi jahrzehnte lagerfähig.

    dislikes? wenn es dir in deiner kleinen welt weiterhilft...
    likes? lieber nicht. unnötig.

  • Anscheinend basiert FX39 (Paterson, Adox) auf Willi Beutlers Neofin. Toll, dass die Arbeit dieses Mannes, ein mitreißender Buchautor ("Meine Dunkelkammer-Praxis"), heute immer noch relevant ist. Willi Beutlers Entwickler war für mich immer sehr reizvoll. Ich verwendete Neofin Blau sehr gerne, mit APX25, im Kleinbildformat. Dann gab es keinen APX25 mehr. Efke KB25 ließ sich gut in Rodinal 1+100 entwickeln. Aber den gibt es auch nicht mehr.


    Neofin: Auflösung ja, Schärfe ja, Ausgleichwirkung durch geringe Konzentration ja, Lichthöfe gering, aber "kornerhaltend", so der Euphemismus. - Jedoch arbeitest Du mit Großformat. Vielleicht ist FX39 besser als Neofin. Vorsicht: Jobo warnt explizit vor Oberflächenentwicklung mit Planfilm: https://silvergrainclassics.co…e_zur_sw_verarbeitung.pdf , S. S. 2, Punkt 2.1.1 - zu aggressiv, daher zu unregelmäßig. - Hier aber steht, alle Entwickler sind Schichttiefenentwickler, weil ja relativ lange netwickelt wird, https://www.fotografie-in-schw…5-schaerfeentwickler.html - Dann müsste aber der Kanteneffekt bei liegend in der Schale entwickelten 8x10 besonders kanteneffektiv ausfallen.

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