Als Anfänger sehr schwierig Objektive zu finden

  • Hallo zusammen,


    bin über einen Freund auf das Großformat aufmerksam geworden; und zwar auf das 4x5"-Format (größer auf gar keinen Fall).


    Interessant fände ich eine Chamonix. Das "normale" Zubehör werde ich wohl hoffentlich günstig zusammen bekommen.


    Anders sieht es aber bei den Objektiven aus. Auf ebay sehen die teils wirklich schlimm aus oder aber sie sind heftig teuer.


    Ob die Zeiten dann noch perfekt gehen weiß ich auch nicht und manchmal fehlt der hintere Befestigungsring für die Platine ...


    Hat jemand eine Idee, wo ich sonst noch fündig werden könnte ?


    Und dann noch: Die Negative (s/w und Farbe) würde ich selber entwickeln wollen und dann digitalisieren.


    Hat da jemand einen Tipp für den Scanner und eine Halterung für die Planlage des 4x5-Negativs ?


    Danke für jede ernstgemeinte Hilfestellung.


    G r u ß

    Fritz

  • Willkommen, Fritz!


    Auf keinen Fall größer...? Na, warten wir es mal ab. :P


    State of the art bei Scanner ist vermutlich EPSON Perfection Vxy0 (x=7, 8; y=0, 5) Pro Scanner, da gibt es für 4x5 (aber nicht 9x12).


    Ich habe einen CanoScan 9950f, der auch eine Maske für 4x5 und nicht für 9x12 hat. Für die habe ich eine Plexiglasscheibe (1mm), auf die ich nach dem wässern das s/w-Planfilmnegativ mit der Schichtseite aufs Glas und naß scanne und dann spiegele. Hat dann absolute Planlage und ist staubfrei, die Schicht bleibt unverletzt, jempfalz wenn die Scheibe sauber ist. Für Farbdias und Negative bräuchte man eine Scanflüssigkeit, Wasser macht die Schicht milchig.


    HTH & viele Grüße

    Andreas

  • wenn du maximal 4x5 arbeitest, hast du eine ziemlich große bandbreite an zur verfügung stehenden linsen. wenn du weißt, WAS du WIE fotografieren möchtest, grenzt das die zahl der in frage kommenden brennweiten gut ein. müsstest halt drauf achten, ob die entsprechenden brennweiten noch in deine kamera (z.b. chamonix) passen. nicht jedes objektiv ist bei laufbodenkameras für jede objektivstandarte geeigenet. aber da können dir die chamonix-experten hier im forum VOR kauf helfen.


    ich persönlich finde das z.b. bei ebay angebotene spektrum an GF-linsen quantitativ und qualitativ gar nicht so schlecht ein. ich habe eher den eindruck, dass man im KB- oder MF-bereich eher gefahr läuft, eine schadhafte linse angedreht zu bekommen. ich habe jedenfalls noch nie eine verpilzte GF-linse über ebay verkauft bekommen. bei MF (speziell den mamiya-shiftlinsen die ohne shiftadapter arbeiten) aber bereits 3x.


    wenn du auf nummer sicher gehen willst, dann kauf bei einem gewerblichen ebay-händler. da kannst du die linse ja wieder zurückgeben. oder kauf in japan. kostet zwar unter umständen bei einem objektiv aus der 300-euro-klasse 100 euro mehr, allerdings bekommt man dann mit großer wahrscheinlichkeit auch sehr gute qualität geliefert. ist jedenfalls mein eindruck: die japaner leben offenbar immer noch das, was einem früher bei uns als "hanseatische kaufmannsehre" untergekommen ist. beschissen worden bin ich von einem japanischen ebay-verkäufer jedenfalls noch nie. kostet halt n büschen mehr. aber das ist bei GF nun mal so, daran muss man sich gewöhnen.


    scanner: keine ahnung, ob du bereit bist, das geld (und die geduld) für einen trommelscanner aufbringen zu wollen. und bis zu welcher größe du printen möchtest. aber wenn deine bilder nicht größer als 30x40 cm werden soll, könntest du - ausgehend von einer 4x5 inch-vorlage - mit einem scanner aus epsons V-serie (flachbett) noch gut hinkommen. da müsstest du dir bei nutzung der epson-wet-mount-halterung auch wegen planlage, zu viel staub oder newtonringen keine sorgen machen.

    dislikes? wenn es dir in deiner kleinen welt weiterhilft...
    likes? lieber nicht. unnötig.

  • Ergänzung:


    1. Objektiv-Brennweiten:

    a) für Landschaften, Gebäude + Denkmäler, alte einzeln stehende Bäume und Alleen --> ich dachte da an 90 oder 120 mm

    b) Einzelpersonen und kleinere Personengruppen --> Brennweiten ??


    2. Negativ-Scanner:

    Ich denke da an einen Flachbett-Scanner für s/w und Farbe - wie gesagt mit Planfilm-Halter und vernünftiger Scan-Software

    - aber noch bezahlbar

  • ich würde zu Beginn einen 3er Mix vorschlagen - 90, 150, 240mm.

    oder 105, 180, 240mm...


    Da wirst du sicher von Schneider Kreuznach, Rodenstock usw. gutes&günstiges finden. Je nach Gewicht kannst du dann Objektive mit Blenden rund um 5,6 (größer und schwerer) oder doch eher rund um 9 wählen (kompakter, helle Fresnel Mattscheibe macht hier das Leben leichter).


    Wenn du mit den Brennweiten dann deine Erfahrungen gesammelt hast, weißt du auch wo du erweitern und wo du reduzieren kannst.


    Wenn du komplett unsicher bist, steig einfach mal mit einem Objektiv mit 150mm oder 180mm ein.

  • Hat jemand eine Idee, wo ich sonst noch fündig werden könnte ?

    Da ist einfach Geduld gefragt. Mit der Beobachtung, dass auch viel schlechte Ware unterwegs ist, liegst Du sicher nicht ganz verkehrt. Folgende Problemfelder würde ich im Auge haben beim Kauf:


    1. Sind die Linsen klar? Vor allem eine Eintrübung der Glasflächen im Inneren sind oft nicht auf Produktfotos zu sehen. Solch ein "Nebel" führt zu verringerten Kontrasten und ist manchmal irreversibel. Glaspilz kommt von schlechter Lagerung und führt über kurz oder lang auch zu irreversiblen Schäden. Vor allem ältere Rodenstock Objektve haben manchmal eine Delamination bzw. Separation der Verkittung (als eine Art "öliger" Schimmer zu sehen). Da sollen aber die negativen Effekte nicht so gravierend sein, ebenso wie bei der berüchtigten "Schneideritis" (weiße Flecken am Rand der Linsen im Inneren - v.a. bei Schneider Objektiven). Auch kleinere Kratzer bedeuten fast nie eine Einbuße bei der Bildqualität - vor allem nicht auf der Frontlinse. Das alles sollte aber den Preis mindern.


    2. Ich würde mir mal die Seriennummern der Objektive anschauen, von Schneider und Rodenstock wird man da schnell fündig. Da bekommt man eine ungefähre Vorstellung des Alters der Objektive. Die ganz späten Apo-Versionen würde ich mir zu Beginn sparen, da zahlt man meist deutlich mehr. Mit einem Symmar-S oder einem Sironar-N fährt man auch sehr gut. Ich würde grundsätzlich natürlich lieber ein schönes gepflegtes älteres Objektiv nehmen, als ein "durchgenudeltes" moderneres.


    3. Ist der Verschluss in Ordnung? Verharzte lange Zeiten sind eher ein Wartungsproblem, das lässt sich (gegen Geld) beheben. Wenn der Verschluss gewartet wurde würde ich fragen, wo das gemacht wurde. Überhaupt würde ich darauf achten, dass der korrekte Verschluss verbaut ist. Passt die Blendenskala zum Objektiv? Es gibt manchmal abenteuerliche Kombinationen: alte Verschlüsse mit aktuellen Linsen und umgekehrt. Vor allem Reproobjektive (G-Claron/Apo-Ronar z.B.) sind oft in falschen Verschlüssen. Im Zweifel hier fragen!


    4. Brennweiten: Einsteigern in 4x5 würde ich immer ein 150er empfehlen. Durch die Verstellbarkeit der Kamera bekommt man viele Möglichkeiten. Als Ergänzung finde ich auch ein 90er und ein 240er sinnvoll. Das liegt aber auch an den eigenen Vorlieben und Motiven. Bei den 90ern gibt es lichtschwächere und leichtere Versionen, da würde ich auf alle Fälle ein (eh sinnvolles) Einstelltuch einplanen. Auch bei den 240ern sind die lichtschwächeren Versionen (Reproobektive wie Claron, Apo-Ronar) deutlich kompakter. Ein 5,6/240er Symmar ist schon ein Brummer. Die große Anfangsblende braucht man in der Regel eh nur zum Einstellen für die Mattscheibe. Wenn man nicht grade im Portraitbereich unterwegs ist, nutzt man als Arbeitsblende f/22.

    Stichwort Portrait: Es gibt "Telekonstruktionen" wie das 360er Tele-Xenar. Das sind hervorragende Portraitobjektive, die auch noch einen verkürzten Auszug haben. Das kann von Vorteil sein. Nachteil ist der kleinere Bildkreis, aber das fällt im 4x5" und bei Portraits nicht auf. Der maximal verfügbare Bildkreis gibt die möglichen Verstellreserven an, das würde ich immer im Blick haben, z.B. bei Weitwinkeln für Architekturaufnahmen. Hier eine sehr schöne Übersicht an Objektiven und Spezifikationen: https://lf.animaux.de/lenses


    5. Hersteller. Es gibt die "großen Vier": Schneider, Rodenstock, Nikon, Fujifilm. Letztere sind in Europa seltener anzutreffen. Schau mal in Japan bei ebay, da gibt es ein gutes Angebot an Nikkor- und Fujinon-Objektiven. Die Beschreibungen sind meist relativ gut und ehrlich (genau lesen: "there is haze" und "there is no haze" unterscheidet sich nur durch zwei Buchstaben!). Hinzu kommen noch Zölle und Einfuhrumsatzsteuer, der Versand ist meist sehr schnell. Ansonsten gibt es auch bei uns seriöse Händler. Ich frage bei wertvolleren Sachen inzwischen aber immer nach, ob alles ok ist. Hier im Forum habe ich auch nur positive Erfahrungen gemacht.

  • Hallo Fritz,

    Den Vorrednern gebe ich 100%ig Recht. Allerdings Vorsicht bei einer Linse mit der Brennweite von 105mm. Da reicht der Bildkreis oft nur ganz knapp bis 4x5 und du hast keine Verstelleserven.


    Überhaupt solltest du auch die Bildkreise beachten - aber auch nicht überbewerten.


    Ich selber habe folgende Objektive mit diesen Brennweiten:


    Schneider-Kreuznach 90mm Super-Angulon 8/90

    Schneider-Kreuznach Symmar 5,6/150

    Schneider-Kreuznach Symmar-S 6,6/210 (mein absolutes Lielingsobjektiv)

    Fujinom W 5,6/125mm (muss ich noch mehr ausprobieren)

    Und

    Rodenstock APO-Ronar 9/300 (gedacht für Portraits) bin aber unsicher ob ich diese Optik nicht lieber gegen 240-250mm austauschen soll.

    Empfehlen würde ich dir noch einen guten Belichtungsmesser, wobei es nicht unbedingt ein Spotmeter sein muss. Gut und relativ günstig sind z.B. der Gossen ProfiSix oder Sekonic.


    Scanner ist so eine Sache. Willst du die Bilder dann nur auf dem Rechner oder gar im Internet präsentieren, dann ist ein Flachbrettscanner wie der oben zitierte Epson V700/750, V800/850 sehr gut.

    Willst die Nagative sehr groß vergrößern, nutze lieber einen professionellen Scanservice.


    Ich richte mir jetzt meine Dunkelkammer ein und vergrößere dort selber. Das benötigt aber etwas Platz….


    Viel Erfolg

    Klemens

  • Auch wenn das sicher subjektiv ist, ich finde eine 90mm und eine 210mm Brennweite für den Start nicht schlecht. Damit hat man ein schönes Weitwinkel und ein leichtes Portrait-Tele / (leicht) komprimierte Landschaft. Beide Brennweiten sind weder besonders teuer noch besonders schwer. Multicoating dürfen die Objektive schon haben, obwohl ich mit unvergüteten Objektiven in SW auch gute Erfahrungen gemacht habe - nur die Streulichtanfälligkeit stört. Falls die Lücke zu groß ist würde sich dann ein 150mm zur Füllung anbieten.


    Zur Qualität der Objektive: sicher ist es verlockend, sich die besten Objektive zu kaufen, aber im GF Bereich gibt es wenige 'schlechte' Objektive und die benutzten Blenden sind tendenziell eher hoch (f16..). Die ganze Verarbeitungskette im Griff zu haben hat vermutlich mehr Einfluss auf das finale Ergebnis (Filmhandling, Bedienung der Kamera, Entwicklungsgenauigkeit, ggf. Scan, Bildbearbeitung, Druckvorbereitung).


    (Ich wundere mich über die vielen 240mm Empfehlungen, da diese Objektive schon aufgrund des Copal3 Verschlusses teurer sind, und der Brennweitenunterschied zum 210er nicht riesig ist.)

  • Ich sehe mich auch noch als Großformatnovize und kann mich daher in deine Gedanken einfinden. ;)


    Ich empfinde es als eine gute Idee, direkt hier im Forum zu fragen, ob nicht jemand was verkaufen möchte.


    Und ich persönlich fange mit je einer Linse an. ("Gummilinsen" mit unendlich Brennweiten hat man Digital).


    Für 4x5 habe ich das Symmar 5.6. 150mm von Schneider. Da kannst du die vordere Linsengruppe entfernen und hast ein Tele (Bildqualität fällt dann aber ab).


    Für 13x18 habe ich ein MC Rodenstock Sironar 5.6 180mm.

    13x18 finde ich aber schwer und schlecht zu transportieren (relativer Begriff :whistling: ). Komplett ausgerüstet incl. Film bin ich aber auch in dem Format.


    Im Einsatz wird es dann 4x5 sein, genau wie bei dir. Dann kann ich auch mal was in Color ausprobieren. Ein Päckchen Kodak ist dafür bereits in der Tiefkühlung. :thumbup:

  • Als ich meine erste Großformatkamera gekauft habe, war das für konkrete Aufgabenstellungen. Da reichte ein Objektiv völlig aus und ich habe auch lange nur dieses eine Objektiv gehabt (180mm). Eine Großformatkamera ist keine "für alles" Kamera. Wenn man an die Grenezen des Objektivs, das man hat, stösst, ist auch klarer, mit welcher Brennweite man ergänzen möchte.

  • Anders sieht es aber bei den Objektiven aus. Auf ebay sehen die teils wirklich schlimm aus oder aber sie sind heftig teuer.


    Ob die Zeiten dann noch perfekt gehen weiß ich auch nicht und manchmal fehlt der hintere Befestigungsring für die Platine ...

    Ja, das stimmt mitunter. Ich kaufe dennoch viel dort. Wenn man ein etwas detaillierter beschriebenes Objektiv bei einem renommierten Händler mit Rückgaberecht und Sitz in D oder AU kauft, ist das Risiko gering.


    Ich habe als junger Fotografiestudent Mitte der 1980er Jahre meine erste 4x5" Kamera beim Fachhändler gekauft und mit einem einzigen Objektiv angefangen. Das 5.6/150 mm Sironar-N von Rodenstock habe ich immer noch. Damit habe ich jahrelang Stadtlandschaften fotografiert und Erfahrungen gesammelt, bevor irgendwann ein zweites Objektiv, ein 90er Super-Angulon, dazu kam. Etliche Jahre später habe ich dann noch ein 210er Sinaron für Portraits und Objektaufnahmen ergänzt und das Super-Angulon durch ein besseres 90 mm Grandagon ersetzt. Inzwischen gibt's da auch noch ein 75mm Grandagon, das ich aber nur sehr selten einsetze. Ich habe mit jedem Objektiv lange gearbeitet, bevor ich ein weiteres angeschafft und mich darauf konzentriert habe. Währenddessen sind etliche Generationen von Kleinbild- und Mittelformatobjektiven durch meine Hände gegangen.


    Was ich damit sagen will: Ich würde mir auch heute als GF-Einsteiger erst mal ein gutes Objektiv anschaffen und mich damit richtig einarbeiten. Angesichts der genannten Motive würde ich dir zu einer 150 mm Brennweite der oben genannten Hersteller raten. Nach einer Weile weisst du dann, welche Brennweite du ergänzen möchtest und fügst z.B. ein 210er z.B. für Portraits oder ein 90er für mehr Weitwinkel bei Gebäudeaufnahmen hinzu.


    Nach vielen Jahren in der Dunkelkammer vergrößere ich heute nicht mehr analog. Die Digitalisierung der Planfilme erledige ich mit einem Epson Perfection Photo V800 mit Einstellung auf 2400 DPI. Das ergibt Bilddateien mit knapp 120 Megapixeln, mit denen man riesige Prints anfertigen kann. Die Negative lege ich mit der Schichtseite direkt auf das Scannerglas und für die Planlage eine dünne Glasscheibe drauf. Das ergibt seitenverkehrte Bilder, die ich später am Rechner spiegele. Bildrelevante Newtonringe durch die aufgelegte Glasscheibe sind kein Thema, da ich fast ausschließlich in Schwarzweiss arbeite und FP4-Filme einsetze. Der FP4 hat einen weniger glänzenden Filmträger, der Newtonringen entgegen wirkt. Ich achte auf Staubminimierung, verwende Antistatiktücher, Antistatikpinsel und Blasebalg. Sind später doch noch ein paar Flusen im Bild, werden sie in Photoshop weggestempelt.

  • Ich habe über die Jahre bei meinen Hobbyartikeln gelernt, dass man die ebay Angebote nicht von "günstigster Preis" nach "höchster Preis" durchblättern sollte. Ich finde es besser das Geld auf einen Artikel (welchen man meist lange gegooglet und sich dafür entschieden hat) zu konzentrieren.

    Das bedeutet hier: 1 Objektiv ( es gibt im Buch "Madita" von Astrid Lindgren den Begriff des "Seeligkeitsding" :whistling::saint: )


    Und meist/fast immer gilt: more money, more fun.

    Schau auch die etwas hochpreisigeren Artikel an. Ob sie gepflegter sind und sogar eine 100% Funktionsgarantie bieten.


    Die Negative lege ich mit der Schichtseite direkt auf das Scannerglas

    Das habe ich mit 13x18 Negativen, mit gutem Ergebnis, beim Epson V800 photo gemacht. Obwohl es den windigen, klemmenden Filmhalter (bis 4x5) gibt und der noch in diversen Stufen bezüglich der Scanschärfe eingestellt werden kann und soll....

    Ist es auf dem Scanergrundglas richtig gut scharf.

  • Im Grunde sind alle unsere Auskünfte redundant. Vermutlich wird jeder zustimmen, dass man am besten mit einem Objektiv anfängt und das kennenlernt. Wie geht das mit dem "Kennenlernen"? Gibt es da einen "Lehrplan"? Wichtiger als ein Objektivpark ist am Anfang, das, was man fötelt, auch wenigstens zu kontakten, damit man sieht, was man gemacht hat.


    Dann zur Frage der Brennweite. Epische Weiten beeindrucken. Wenn man sich überhaupt in einer solchen Welt bewegt. Nicht jeder hat eine Salgado-Goldmine im Garten, mit zehntausenden Tagelöhnern, die in Lumpen rechts am Betrachter vorbeiziehen, so Stanley-Kubrick-"Spartacus"-mäßig, oder das Monument Valley.


    Ein anderer Ansatz zielt auf die beabsichtigte Volumenwirkung der fotografischen Gestaltgebung. Ein Weitwinkel fordert vom Fotografen Annäherung an ein fotografiertes Objekt, wegen des Abbildungsmaßstabes. Damit ändert sich die gesetzmäßige Erzeugung eines tiefenräumlichen Gestalteindrucks. Stell Dir einen Wald vor: gehst Du näher ran, siehst Du die seitlichen Bäume mehr von der Seite, als wenn Du weiter weg stehst. Verkantest Du die Mattscheibe, erzeugt die Projektion des Bildes Schrägen, die als Tiefenfluchten interpretiert werden. Weshalb man z.B. keine Portraits mit Weitwinkel macht und die Mattscheibe meistens gerade zu halten sucht, es sei denn, man will solche spezielleren Bildwirkungen erreichen. Beim Abbilden eines Baumes kann ein näheres Herangehen mit größerem Bildwinkel durchaus von Vorteil sein, weil das schrägsichtige Drumherum und die tiefenfluchtende Baumkrone beim Herangehen mehr Räumlichkeit erzeugen, zumal ja auch vom Abbildungsmaßstab her die vorderen Dinge größer und ergo die hinteren kleiner scheinen.


    Ich würde mir also überlegen, wie Du die Dinge vor der Linse ablichten möchtest. Welchen Bildzugang willst Du den Betrachtern vermitteln? Guadarmar s Thread Mal wieder im Moor ist da extrem lehrreich, wegen der vergleichenden Bilder.


    Das Gute: Normalobjektive zwischen 135-210 Millimeter (40-70 Kleinbild) gibt es bei Ebay zuhauf. Man muss vermutlich schon mit 250 Euro inklusive Versand und Zoll rechnen. Aber dafür kriegt man bereits ein schönes Symmar-S oder ein Sironar-N mit Multicoating oder ein Fujinon NW mit EBC-Vergütung, im schwarzem Copal-Verschluss, mit Lensboard bzw. Objektivplatine. Idealerweise ist das Filterwinde nicht zu groß, so zwischen 46 und 77 Millimetern. Da kriegt man noch gute B&W-Filter zum Einschrauben. Wichtig wäre auch eine Sonnenblende, am besten ein Kompendium oder Scheunentore.

  • Im Grunde sind alle unsere Auskünfte redundant.

    Ein sehr relativierender Anfang einer Antwort.....

    Das Gute: Normalobjektive zwischen 135-210 Millimeter (40-70 Kleinbild) gibt es bei Ebay zuhauf. Man muss vermutlich schon mit 250 Euro inklusive Versand und Zoll rechnen. Aber dafür kriegt man bereits ein schönes Symmar-S oder ein Sironar-N mit Multicoating oder ein Fujinon NW mit EBC-Vergütung, im schwarzem Copal-Verschluss, mit Lensboard bzw. Objektivplatine. Idealerweise ist das Filterwinde nicht zu groß, so zwischen 46 und 77 Millimetern. Da kriegt man noch gute B&W-Filter zum Einschrauben. Wichtig wäre auch eine Sonnenblende, am besten ein Kompendium oder Scheunentore.

    ...wird dann im letzten Abschnitt, mit guten Tipps, doch noch zur echten Hilfe für den fragenden Großformatneuling. ;)

  • Ich wundere mich über die vielen 240mm Empfehlungen, da diese Objektive schon aufgrund des Copal3 Verschlusses teurer sind,

    Ich hatte ja oben schon auf die lichtschwachen 240er hingewiesen (G-Claron, Apo-Ronar), die haben einen 1er Verschluss (das Fujinon-A sogar einen in der Größe 0). Das 5,6/240er Symmar-S wiegt mit Platine 980g und passt z.B. nur sehr knapp an meine Wista 45.

  • Ein sehr relativierender Anfang einer Antwort.....

    ...wird dann im letzten Abschnitt, mit guten Tipps, doch noch zur echten Hilfe für den fragenden Großformatneuling. ;)

    Ach weißt Du, man labert halt irgendwas dahin. Es half mir beim Verdauen. Es gab mal wieder Spaghetti Bollo, selbstgemacht. Mit dick Büffelmozzarella drauf, und ein wuchtiges Glas von meiner Lieblingsplörre, von der Cave Cooperative in Maury.


    Wenn ich meine Antworten wirklich hinterfragte, müsste ich für immer schweigen. Was denkst Du denn, wieviel Leute schon seit Jahrzehnten immer den selben Käse ablassen, so wie ich, so zwischendurch. Besonders stolz bin ich nicht darauf. (Pssst: genau genommen nerve ich mich über mich: ich verbringe zuviel Zeit hier. Anstatt draußen. Arbeite sowieso im Home Office, und dann noch mit Text, das fördert nicht gerade die Konzentration ...)


    - Aber: meinen Tip, bei der Brennweitenwahl die Plastizität der fotografierten Objekte zu berücksichtigen, haben noch nicht viele andere geäußert. Kennst Du jemanden hier? Ich nicht, nicht in diesem Forum. Also ganz so unoriginell ist nun auch nicht. Ich finde diese Sichtweise viel wichtiger als die Frage nach dem Bildwinkel, weil der Mann ja von Objekten sprach, die er fotografieren wollte, nicht von Vorder- oder Hintergründen. Überhaupt sollte die Wahl der fotografischen Mittel von der Bildidee abhängen. Da muss man den Leuten halt mal Ideen vermitteln, oder?


    Mein Hinweis, wenigstens Kontakte herzustellen und sich einen Lehrplan zu machen, ist auch nicht doof. Was soll man mit einem Epson V800 photo, wenn man noch nicht einmal eine Großformatkamera hat und bei den Objektiven auf Ebay nicht von teurer nach billig sortiert, sondern umgekehrt? Kontakte nach der Art Westons kosten drei oder vier Laborschalen, eine Packung Papier, eine Glühbirne und etwas Chemie. Und haben einen direkten Impact.


    - Und doch: unnötig ist es trotzdem. Denn was der gute Mann macht: das kann ich ja nur mit Worten beeinflussen. ich kann ihn ja nicht zum Glücke prügeln. - Wenngleich Umfragen in den 1980ern mal herausbrachten, dass die meisten prämierten Bilder auf Amateurwettbewerben mit Normal bis Tele gemacht wurden. Und auch Feininger sagt, man solle mit einer längeren Brennweite anfangen, das sei zielführender. Wenn der das schon sagt, ich meine, also der kennt sich jetzt wirklich aus, oder?


    Aber generell gibt ein Digitalisierungs-Avatar-Problem. Wir kennen uns alle nicht, und belehren uns trotzdem in beständiger Klugscheisserei, als sei dies Forum hier unsere große Bühne. Dabei würde ein simpler Blick in Adams "Kamera" oder Stroebels "View Camera Technique" reichen. Aber was wäre unser aller sinnentleertes Leben ohne den Zeitvertreib der belehrenden Besserwisser- und Ratgeberei, mit der wir denken, nützlich sein zu können oder zu dürfen?

  • ....Wir kennen uns alle nicht, und belehren uns trotzdem in beständiger Klugscheisserei, als sei dies Forum hier unsere große Bühne. Dabei würde ein simpler Blick in Adams "Kamera" oder Stroebels "View Camera Technique" reichen. Aber was wäre unser aller sinnentleertes Leben ohne den Zeitvertreib der belehrenden Besserwisser- und Ratgeberei, mit der wir denken, nützlich sein zu können oder zu dürfen?

    Vielleicht treibt uns hier auch nur die Freude am erhellenden Austausch mit Gleichgesinnten zusammen.

    Und da bleibt es nicht aus und ist irgendwie ja auch Sinn der Sache, dass man Erfahrungen austauscht, Ratschläge erhält und Ratschläge gibt.

    Dass das bei dem einen oder anderen dann auch schon mal in Besserwisserei oder sogar Streit ausartet, liegt leider in der Natur mancher Zeitgenossen. Ganz besonders in der Anonymität des Internet. Und aus diesem Grund verzichte ich bei meinen Äußerungen im Internet auch auf Anonymität und stehe namentlich zu dem, was ich hier und anderswo von mir gebe.

  • Vielleicht treibt uns hier auch nur die Freude am erhellenden Austausch mit Gleichgesinnten zusammen.

    Und da bleibt es nicht aus und ist irgendwie ja auch Sinn der Sache, dass man Erfahrungen austauscht, Ratschläge erhält und Ratschläge gibt.

    Dass das bei dem einen oder anderen dann auch schon mal in Besserwisserei oder sogar Streit ausartet, liegt leider in der Natur mancher Zeitgenossen. Ganz besonders in der Anonymität des Internet. Und aus diesem Grund verzichte ich bei meinen Äußerungen im Internet auch auf Anonymität und stehe namentlich zu dem, was ich hier und anderswo von mir gebe.

    Uppsi, das mit der Anonymität würde ich noch mal überdenken. Das macht man heute nicht mehr so. Jedenfalls kriegen das unsere Kinder in der 2. und 3. Klasse so erzählt.


    Man darf hier anonym sein. Das sind die Forenregeln, die vom Admin bzw. den Forenbetreibern gesetzt wurden. Du solltest Anonymität nicht moralisieren und abwerten, sondern akzeptieren und fördern, z.B. indem Du sie selbst in Anspruch nimmst. Abgesehen davon, dass ich (pseudoanonym, denn ich gebe viel von mir preis) Dich nie in Realität kennenlernen werde, auch wenn ich Deinen Namen kenne, ist Anonymität auch ein Schutz vor der allseitigen Datensammelwut durch bestimmte Firmen. - Verletzbar macht man sich ja trotz Anonymität, mit Bildern, öffentlichen Fehlern, Äußerungen, Verständnisfragen, Spontaneität, Konflikten. Ich finde auch das gut, dass der Admin hier nämlich so eine Art Fürsorgebewusstsein zeigt und Anonymität explizit zuläßt.


    -- Aber zurück zu den Einsteigerfragen: es stagniert hier. Gibt man in der Suche "Anfänger Objektiv" ein, kriegt man 117 Posts, für "Anfänger Kamera" gibt es 226 Posts, "Einsteiger" erbringt 363 Suchergebnisse.


    Das heißt, wir wiederholen uns andauernd. Das Muster ist immer gleich.


    Variante A: Jemand kann etwas aus eigener Anschauung empfehlen.


    Variante B: Ebay ist nicht per se schlecht. Man muss halt aufpassen, dass man keine schlechten Erfahrungen macht.


    Variante C: 85000 Hensel-Studioblitze, drei Kardan Master GTL AMS mit verschiedenen Formaten auf Gigantstativen, aber immer Messrückteile mit 3 Mastersixen und dazugehörigen Profi-Select-Sonden, dazu nur Apo-Linsen und pneumatische Vakuum-Kassetten reichen für Landschaftsfotografie.


    Variante D: 210 brauchst Du nicht, Chamonix auch nicht, nimm ne Intrepid, die ist viel leichter, ich habe noch eine, da kann ich Dir versichern, dass das ein dolles Ding ist. Sowieso, das 135er Skopar von Anno Tabak ist der Geheimtip, den gebe ich Dir für 150 Tacken dazu.


    In der Tag-Wolke hat es noch nicht einmal den Tag "Anfänger".


    Wir verschwenden unsere Ressourcen.


    Was ich wirklich sinnvoll fände, wäre eine statische Seite mit festem Content, geschrieben von Leuten, die mit Arbeitsergebnissen brillieren und einen soliden, nicht unbedingt verfeinerten Workflow nachweisen.


    Das könnte man für verschiedene Szenarien machen:


    a) Einsteigerinformation

    b) Budget

    c) Street

    d) Landschaft

    e) Portraits

    f) Reisen

    g) Architektur

    ...


    m) Filme entwickeln

    n) Kontakte herstellen

    o) Vergrößerungen

    p) Splitgrade

    q) Zonensystem ohne Densitometer

    ...


    r) Digitale Bearbeitung

    s) Präsentieren und Ausstellen

    t) Literaturüberblick

    ...


    Bei LFPF hat es solche einführenden Infos. https://www.largeformatphotography.info/


    Wir könnten eine Kategorie machen, in der für jedes der o.g. Themen einfach ein Post verfasst wird, dem die Leute dann schlicht ergreifend einen Antwortpost zufügen können, zur Differenzierung des Threadopeners. Das wäre effektiv.


    Es müsste gewisse Regeln geben, dass man im Threadopener z.B. keine Modelle präferiert, sondern sachlich Namen nennt und Links anbietet, damit man alles schön einsehen kann, usw.


    Gruß

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