• Schön.

    Da war aber mächtig Wind im Geäst, oder kam da BigFoot aus dem Unterholz auf dich zugejagt?

    Hahaha!!! Neeeee, ganz cool noch die C-Vorderstandarte gegen die Rückstandarte getauscht und dann den Scheimpflug in die Schräge getriebegeneigt. Soviel beruhigte Rädchendreherei beeindruckte dann auch den BigFoot und der fragte mich dann, ob man was sieht. Ich antwortete, ja, wenn er weiterhin so schnell durchs Gehölz rast, mache ich einen Radarblitzer von ihm, und dann wird er gebüßt, wie man dem hier sagt.

  • nee, wohl nix mit movement. Hatte ich auch zunächst vermutet, aber nach AK's Scheimpflug-Erklärung sehen wir die schräge Schärfe-Ebene im Vordergrund nur deshalb nicht, weil sie sich in den Büschen versteckt, oder?

    Ich glaube nicht, dass Scheimpflug das erklärt. Schau genau. Es gibt Bewegung im Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund, aber bestimmte Elemente (nämlich die schwereren und dickeren in allen Teilen des Fotos) bewegen sich nicht. Wenn hier wirklich Scheimpflug am Werk ist, warum sehen wir dann in keinem Ebene perfekte Schärfe? (Ehrlich gesagt, ist mir egal. Technologie ist das eine, Kunst das andere, und letzteres interessiert mich mehr.)


    N. Riley

    http://normanrileyphotography.com

  • Ich glaube nicht, dass Scheimpflug das erklärt. Schau genau.

    Du hast wohl doch recht, bei vergrößerter Ansicht sehe ich da auch zahlreiche Doppellinien und Wischeffekte aufgrund von längerer Belichtung und entsprechender Bewegungsunschärfe durch Wind. Ich nehme das aber mal als Anregung, via Scheimpflug eine schräge Schärfe mit offener Blende durch Buschwerk zu legen, mal schauen wie das dann aussieht.

    Technologie ist das eine, Kunst das andere

    Ist auch richtig, aber was hältst Du davon: Technologie ohne Kunst ist Technologie, aber Kunst ohne Technologie ist keine Kunst.

    (kam mir gerade in den Sinn...)

  • Wie herzig. Da hält man sich mal eine Woche zurück ...


    Bei uns in Bern gibts ein Münster, das ist eine große Kirche, 1421 angefangen, https://de.wikipedia.org/wiki/Berner_M%C3%BCnster 1483 wurde Erhard Küng zum Münsterbaumeister ernannt. Der setzte dem Münster einen Abschlussstein, auf dem steht "Machsna", https://de.wikipedia.org/wiki/Erhart_K%C3%BCng


    Küngs Münsterportal und sein Wahlspruch gaben mir die Anregung für dieses Bild. Das Münsterportal zeigt das jüngste Gericht. Für mich war weniger der Inhalt interessant, den behandelte ich ja schon anhand meines Schrottplatzbildes, als die Art und Weise der Figurenreihung. Im Vordergrund ein Gitter, das die Gläubigen auf Distanz hält. Die Dimensionen so groß, dass es Abstand braucht. Die Frage für mich: was passiert mit einem zwischen dem Gitter und der Welt da oben im Tympanon? Das ist das Mysterium der religiösen Rhetorik, und ich dachte mir, das ist unscharf, aber mit viel Bewegung. Da geht was ab.


    Ich dachte nach und mir fiel ein Ort ein, den ich mittlerweile so gut kenne, dass er bei meinen Bildideen eine Rolle spielt. Die Sense. Deren Tal ist an dieser Stelle (Sodbach) etwa 100-200m breit, die Klippen etwa 20-40m hoch. Die ausgewachsenen Bäume hinten sind sehr weit entfernt, die jungen Weiden vorne sind etwa 1,50-2,50m hoch.


    Die räumliche Distanz versuchte ich mit einem 360mm Ronar zu überwinden. Meiner Meinung nach ein sehr gutes Landschaftsobjektiv. Es half mir, den sehr hellen Osthimmel, von dem die Sonne frontal herabschien, auszuklammen. Und es macht aus dem Bild eine vertikale Schichtung, in der man die Wölfflinschen Grundbegriffe durchdeklinieren kann: Linear - Malerisch, Fläche - Tiefe, Geschlossen - Offen, Vielheit - Einheit, Klarheit - Unklarheit und Bewegtheit.


    Jedenfalls musste ich wegen des Vordergrundes und wegen der senkrechten Reihung der Bäume die Front sehr stark hochziehen, was mir entgegenkam, weil ich die Bäume hoch darstellen wollte. Zudem musste ich das Rückteil gerade halten, damit die Reihung einheitlich bleibt.


    Wegen der Brennweite musste ich natürlich versuchen, das Scheimpflugsche Gesetz auszunutzen. Ich legte die Schärfe von den Stämmen der Weiden vorne über die Baumstammkronen des Mittelgrundes, am Fluss hoch zu den Bäumen am anderen Ufer.


    Ich strebte eine lange Belichtungszeit an, um das Gebüsch bewegungsunscharf zu kriegen, um die Bewegung des Windes darzustellen und damit auch die fester stehenden kahlen Bäume dahinter sichtbar zu machen. Es ist ja wie bei Baumstämmen im fließenden Wasser, die man erst in Langzeitbelichtungen deutlich sieht.


    Erst hatte ich bei Blende 22 und 2s nicht genug Belichtungszeit, doch dann dachte ich mir, was solls, ich habe ja noch den Schwarzschildeffekt als Gestaltungsmittel an der Hand. Also blendete ich auf Blende 45 ab, was mir insgesamt 20 Sekunden verschaffte.


    Was die Schärfe angeht: bei Blende 45 gibt es durchaus gewisse Grenzen, ebenso bei 20s im Wind. Aber ich vermute, nach Durchsicht des Negativs mit der starken Lupe, das eigentliche Problem ist die Digitalisierung. Ich bin zu alt, um das mit meiner D2x zu zelebrieren. Ich fing ja genau deswegen mit GF an, weil das Digitale nicht meins ist. Unscharf maskieren auch nicht. Oder Abwedeln und Nachbelichten am Compi.


    Jedenfalls mache ich mir für die Vergrößerung auf 8x10in oder sogar 40x50cm keine Sorgen. Wenns nicht hinhaut, mache ich das Bild nächstes Jahr noch mal. Die Sense liegt um die Ecke. Zumal ich die F und die C jetzt ausrangiert und durch eine ungleich stabilere Norma ersetzt habe, die einfach nur Freude bereitet und sich so gut mit der Technika verträgt ...

  • Ich nehme an, dieser Sarkasmus ist für mich. Ich hoffe du fühlst dich jetzt besser.


    Wie Man Ein Scharfes Foto Machen …


    1. Neigen, um den Vordergrund scharf zu stellen

    2. Verkürzen oder verlängern Sie den Balg, um den Hintergrund scharf zu stellen.

    3. Wiederholen Sie den Vorgang, bis das Bild von oben nach unten scharf ist.

    4. Fokussieren Sie mit Schwüngen nach links und rechts (wie oben beschrieben, aber zur Seite).

    5. Wählen Sie die geeignete Blende und Geschwindigkeit.

    6. Schießen.


    Dieses Vorgehen macht es auch überflüssig, die Leute mit obskuren Konzepten zu beeindrucken und macht es unnötig, Ihre Geschichte ständig zu ändern.


    N. Riley

    http://normanrileyphotography.com

  • Technologie ist das eine, Kunst das andere, und letzteres interessiert mich mehr.

    :thumbup: Das ist auch mein Credo!

    Ich fing ja genau deswegen mit GF an, weil das Digitale nicht meins ist. Unscharf maskieren auch nicht. Oder Abwedeln und Nachbelichten am Compi.

    " Richtige Photographie " eben !

    Die zwei schönsten Geräusche der Welt sind: Ein Verschluss der sich öffnet und wieder schließt.

  • Unscharf maskieren ist aber sowas von analoge Technik, klassischer geht's nicht..

    Z. B. um Vergrößerungen von Dias (die einen sehr hohen Kontrast haben damit sie in der Projektion gut aussehen) zu machen:

    eine Kontaktkopie auf SW-Film vom Dia, so, dass die Schichten nicht aufeinander liegen ergibt ein leicht unscharfes SW-Negativ. Das wird dann als "Kontrastkeil" mit dem Dia zusammen montiert. So kann man, abhängig von der Gradation des SW-Negativs den Kontarst des Dias steuern.

    Es agb Leute, die haben mich für verrückt erklärt, dass ich das bei Kleinbild machte :)


    Der Normalfall des unscharfen Maskierens im Labor ist Abwedeln oder Nachbelichten.

  • Und was genau ist das? Ich stehe da auf dem Schlauch, aber es scheint irgendwie wichtig zu sein:



    Die Online-Hilfe sagt folgendes: https://docs.gimp.org/2.8/de/plug-in-unsharp-mask.html


    Hochspannend, aber für mich völlig unverständlich! Brauche ich das überhaupt?


    - So, bei uns schmurgeln gerade grüne Bohnen und Merguez in Olivenöl mit dicken Fleischtomaten und sehr viel Baharat drin. Dazu quillt der Basmatireis mit dick Butter.

  • bei uns schmurgeln gerade

    schweizer Essenzeiten - das ist bei jedem Besuch in der Schweiz ein großes Problem für mich. Wenn ich aus dem Süden kommend und durch die Schweiz fahrend ins Restaurant gehen will, ist der Koch schon zu Hause.


    Brauche ich das überhaupt?

    Das ist eine elektronischen Imitation deiner Hand oder eines Stücks Karton, mit der du einen Teil des Bildes im Labor abdeckst, ohne die Hand aufzulegen - das zum Zweck der Nachbelichtung der freigelassenen Bildfläche.

  • Und was genau ist das? Ich stehe da auf dem Schlauch

    und schon wieder empfehle ich hier dieses buch:


    "WAY BEYOND MONOCHROME ADVANCED TECHNIQUES FOR TRADITIONAL BLACK & WHITE PHOTOGRAPHY"


    versammelter und detaillierter kann man die basics zum maskieren (nicht nur unscharf) wohl kaum geliefert bekommen.

    Brauche ich das überhaupt?


    find´s raus!

    dislikes? wenn es dir in deiner kleinen welt weiterhilft...
    likes? lieber nicht. unnötig.

    • Official Post

    Und was genau ist das? Ich stehe da auf dem Schlauch, aber es scheint irgendwie wichtig zu sein:

    Der Begriff des "Unscharfmaskierens" stammt aus der analogen Fotografie und bezeichnet ein Verfahren, analoge Aufnahmen mit Hilfe von unscharfen Masken scheinbar zu Schärfen, indem Kanten mit Kontrasten verstärkt werden. In der digitalen Bildbearbeitung wurde diese Methode dann digital umgesetzt und der Begriff einfach beibehalten - so wie es auch das "Abwedeln" und "Nachbelichten" in die Menüs der Bildbearbeitungsprogramme geschafft haben.

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