Kodak Xtol angesetzt und in Glasflaschen abgefüllt, nach ein paar Tagen setzen sich weiße, flockige Schlieren am Boden der Glasflaschen ab.

  • Hallo,

    kennt jemand von euch das:

    ich habe Kodak Xtol der Anleitung entsprechend in 5 Litern destiliertem Wasser angesetzt.

    Erst den Teil A aufgelöst, dann den Teil B hinzugefügt.

    Die fertige Lösung hat eine leicht bräunliche Färbung und das Pulver ist restlos aufgelöst. Das angesetzte Xtol sieht also aus wie immer.

    Am nächsten Tag habe ich die 5 Liter leicht bräunlicher Lösung auf 0,75-Liter-Glasflaschen verteilt.

    Diese selben 0,75-Liter-Glasflaschen benutze ich immer zum Abfüllen der Xtol-Stammlösung. Wenn die Glasflaschen nicht mit Xtol gefüllt sind, fülle ich sie zum Lagern mit Leitungswasser, ganz bis oben.

    Die mit dem Xtol gefüllen 0,75-Liter-Glasflaschen habe ich im Keller gelagert (trocken, ca. 23 Grad Celsius).

    Fünf Tage später wollte ich das Xtol verwenden und stelle fest, dass die leicht bräunliche Färbung verschwunden ist.

    Statt mit leicht bräunlicher Flüssigkeit sind die Glasflaschen jetzt mit völlig farbloser, transparenter Flüssigkeit gefüllt.

    Außerdem haben sich am Boden aller Glasflaschen weiße, flockige Schlieren abgesetzt. Wenn ich die Flaschen schwenke so verteilen dich die weißen Schlieren.

    Aufgerucktes Mindesthaltbarkeitsdatum für das Kodak Xtol ist 10/2022.


    Kennt jemand von euch so eine Veränderung von gerade angesetztem Xtol?


    Ich habe noch zwei weitere Packungen Kodak Xtol zur Auflösung in jeweils 5 Litern destiliertem Wasser.

    Die beiden anderen Packungen haben das selbe Mindesthaltbarkeitsdatum und die selbe Chargennummer aufgedruckt.

    Meine Lust, auszuprobieren ob die anderen beiden Packungen den selben Defekt haben oder nicht ist ungefähr Null.

    Ich benutze das Kodak Xtol seit 8 oder 10 Jahren ohne irgendwelchen Ärger mit der Chemie bisher gehabt zu haben.


    Kennt jemand von euch die oben beschriebene Veränderung von gerade angesetztem Xtol?

    Kann sich jemand einen Reim auf diesen Defekt machen?

    Habe ich was falsch gemacht?!


    Herzlichen Dank für Rückmeldungen.


    Heinrich

  • Hallo, Heinrich,


    ich hab mir die Zusammensetzung in den Sicherheitsdatenblättern angesehen, ich würde vermuten, daß Dir beim längeren Stehen einfach etwas Kalk als Komplex mit einem Bestandteil des Entwicklers, der dazu da ist(!), ausgefallen sind. Da Du von "weißen, flockigen Schlieren" sprichst, vermute ich, daß nach Filtrieren und Trocknen praktisch nichts übrig bleibt, wir also über ein paar Milligramm sprechen.


    Stickstoffhaltige organische Verbindungen (wie im Entwickler vorhanden) färben sich gerne rot oder rotbraun (Rodinal!), dazu genügen unsichtbare Mengen, es fehlt also keine echte Menge an Entwickler und auch da sind es nur Milligramm oder weniger, die eben sehr farbkräftig sind.


    Ich vermute mal, wenn Du die Schlieren abfiltrierst oder beim Einfüllen darauf achtest, daß das nicht mitkommt, kannst Du Deine Filme ganz normal entwickeln.


    HTH & VG

    Andreas

  • Hallo Andreas,


    ganz herzlichen Dank für die Mühe die du dir gemacht hast, das Datenblatt anzusehen um eine plausible Erklärung zu haben.


    Noch mal eine Rückfrage für mein Verständnis:

    Nimmst du an, dass sich im Laufe der Jahre, die ich die Glasflaschen benutze (das sind 0,75-Liter-Getränkeflaschen aus dem Supermarkt, die ich nicht zurückgebracht habe), Kalk aus dem Leitungswasser in den Flaschen in nicht sichtbarer Menge gesammelt hat, und dass dieser Kalk jetzt ausgefallen ist, weil die Xtol-Chemie einen Bestandteil hat, der dazu da ist Kalk ausfallen zu lassen?

    Habe ich dich korrekt verstanden?


    Ich werde deinem Vorschlag folgen und die Flaschen Umfüllen und dabei drauf achten, dass nix von dem Weißen mitkommt.

    Über Nacht hat sich das Weiße restlos am Flaschenboden abgesetzt, das Umfüllen wird mit etwas Umsicht keine Schwierigkeit sein.

    Bin gespannt ob der umgefüllte Entwickler dann tatsächlich noch entwickeln tut.


    Ganz herzlichen Dank für deine Hilfe.

    Alleine wäre ich auf diesen Lösungsversuch nicht gekomen.


    Heinrich

  • XTOL verursachte mir immer Stress. Obwohl immer schöne Ergebnisse, insbesondere mit 1+3, habe ich nie richtig Vertrauen gewonnen. Das ist das Gegenteil von entspanntem Fotografieren.


    Aber: http://www.covingtoninnovations.com/xtol/ - Michael A. Covington beschreibt einen Xtol-Schnelltest.



    deepl.com übersetzt das so:


    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)


    Covington verweist auch auf Ilford Ilfotex DD-X, vgl. https://www.ilfordphoto.com/wp…/08/ILFOTEC-DDX-AUG19.pdf Den kenne ich nicht. Aber das Flüssigkonzentrat soll sich 4 Monate lang halten, in angebrochenen Flaschen.

  • Zunächst einmal wieder eine ganz dringende Warnung: Fülle niemals Chemikalien in Getränkeflaschen!!! So etwas kann tödlich enden.


    Überprüfe einfach mal mit einem Stück Film, ob der Entwickler funktioniert oder nicht.



    Viele Grüße

    Renate

  • Hallo, Heinrich,


    nein, ich meinte einfach den gelösten Kalk im Trinkwasser, meins hier ist sehr hart, hat also viel Kalk. Der Entwickler besteht zu einem erheblichen Anteil aus Natriumsulfit (in Teil A >90%, in Teil B > 80%), das mit Luftsauerstoff zu Natriumsulfat oxidiert werden kann, das wiederum kann mit Kalk Gips erzeugen, letzterer ist schwer(er) löslich und kann als weißes Pulver bzw. als Deine weißen Schlieren ausfallen.


    Da Du nur von Schlieren und nicht von einem fingerdicken Niederschlag geschrieben hast, gehe ich davon aus, daß nur unerhebliche Mengen Sulfit verschwunden sind. Damit aber der Feststoff nicht auf Deinem Film kleben bleibt, solltest Du den einfach abdekantieren, durch einen Kaffeefilter dürfte der durchgehen.


    Ansonsten schließe ich mich Renates Vorschlag an.


    Viele Grüße

    Andreas

  • Vielen Dank für die Menge an wirklich sehr hilfreichen Hinweisen.

    Ihr habt mir mit euren Hinweisen sehr geholfen.

    Den Entwickler habe ich umgefüllt und die weißen Flocken dabei zurückhalten können, so wie Andreas es vorgeschlage hat.

    Ich werde die nächsten Tage probieren, ob der Entwickler entwickelt oder ob er nicht mehr funktioniert.

    Sollte er nicht mehr funktionieren, werde ich mir über die bei dem von Jockel123 genannten Rückruf angegeben Mail-Adresse Ersatz beschaffen.

    Dass Chemikalien nicht in Getränkeflaschen gehören, damit hat Renate völlig recht.

    Meine Flaschen habe ich zwar in rot gekennzeichnet und beschriftet. Aber das ist eher wie eine Ausrede.

    Ich werde die Praxis abstellen und Flaschen mit weitem Hals als Ersatz nehmen, ist sogar praktischer.


    Herzlichen Dank + Viele Grüße,

    Heinrich

  • Dass Chemikalien nicht in Getränkeflaschen gehören, damit hat Renate völlig recht.

    Ja, in der Tat, wenn Du der einzige mit Zugang bist UND die Gebinde erkennbar etikettiert sind, gehts. Ich hab meinen Entwickler, Fixierer in 3l-Weinblasen, die ordentlich gekennzeichnet sind, nicht mit Lebensmitteln zusammenstehen und nicht jedermann zugänglich sind.


    VG Andreas

  • Ja, in der Tat, wenn Du der einzige mit Zugang bist UND die Gebinde erkennbar etikettiert sind, gehts.


    Bei mir ist es so, wie du es beschreibst: nur ich habe Zugang und die Flaschen sind gekennzeichnet.


    Solange ich auf Vernunft rechnen kann, ist das sicher.


    ABER: mein Neffe ich gerade Vater geworden und da kann es dann doch passieren, dass dass Unglück es will und in ein paar Jahren die dann drei oder vier-jährige 'Unvernunft' die Getränkeflaschen findet.

    Ich beende die Chemie-Aufbewahrung in Getränkefalschen jetzt.


    Heinrich

  • Ich werde die nächsten Tage probieren, ob der Entwickler entwickelt oder ob er nicht mehr funktioniert.

    Sollte er nicht mehr funktionieren, werde ich mir über die bei dem von Jockel123 genannten Rückruf angegeben Mail-Adresse Ersatz beschaffen.

    Kodak selbst hat bei mir nicht reagiert, der Händler hat dann ausgetauscht. Laut Auskunft zeichnet sich die defekte Charge dadurch aus, dass nicht die volle Dichte erreicht wird. Also kein "sudden death", sondern ein Problem welches man nur schwer mit einem Teststreifen eruieren kann. Ich würde mal die Chargennummer kontrollieren. Von "flockigen Schlieren" habe ich nichts gehört im Zusammenhang mit dem Rückruf.


    Ich beende die Chemie-Aufbewahrung in Getränkefalschen jetzt.

    Ja, Glasflaschen für Chemikalien kosten nur ein paar Cent, das würde ich auch immer so handhaben und empfehlen. Auch für selbsterklärte Eremiten.

  • Hallo Heinrich,


    Bei Xtol gab es einen Rückruf, siehe Link.

    Vielleicht ist deine Charge davon betroffen.

    Grüße

    Schade, dass ich das zu spät gesehen habe.
    Hab gestern eine Packung von dem Zeug angesetzt und mich gewundert warum ich Beutel A nicht ganz auflösen kann. Nach einer Stunde dann trotzdem Beutel B rein, über Nacht stehen lassen, gefiltert --> unterentwickeltes Negativ.
    Alles weggeschüttet, neu angesetzt, gleiches Problem.

    2 Stunden recherchiert um den Rückruf zu finden...
    Schade, dass man bei sowas nicht informiert wird.

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