Carl Zeiss TMK mit Topogon 11/60mm

  • Durch Zufall konnte ich eine solche Kamera erwerben, ein wirklich imposantes Stück Technik.

    Es war fast das gesamte Zubehör dabei, sogar der orange Verlauffilter der sonst immer fehlt.

    Ebenso die große Dosenwasserwaage mit dem 45° Zwischenstück.

    Damit waren sogar Schrägbildaufnahmen möglich, da die Kamera exakt 45° gekippt war konnten die Bilder in der "Postproduction" einfach wieder entzerrt werden.


    Denke es ist ein echtes Debut wenn ich hier eine Aufnahme zeige die mit dem 60mm f/11 Zeiss Topogon mit meiner "neuen" Kamera aufgenommen wurde.


    Das Bild war bei der Kamera mit dabei und ist ein Glasdia das durch Umkopieren entstanden ist.

    Bei der eigentlichen Aufnahme wurde das Verlauffilter verwendet.


    Vielleicht kennt jemand von Euch die "Location"


  • Hallo Norma,


    in der Überschrift ist, glaube ich, ein Fehler.

    Sollte wahrscheinlich Topogon statt Holgon heißen.

    Kannst auch gerne mal ein paar Bilder der Kamera hier einstellen und die Funktionsweise erklären.

    Was für Filme werden hierfür genutzt?

    Das Ganze scheint ja aus den 60er Jahren zu kommen.

    Viel dazu habe ich im Internet nicht gefunden.


    Grüße

  • norma

    Changed the title of the thread from “Carl Zeiss TMK mit Hologon 11/60mm” to “Carl Zeiss TMK mit Topogon 11/60mm”.
  • Du hast selbstverständlich recht, es ist natürlich das Topogon verbaut, es ist schließlich eine Kamera für Topografie.

    Die Kamera hat keinerlei Verstellmöglichkeiten weil alles daran sehr genau zueinander ausgerichtet sein muss.

    Es werden Blechkassetten verwendet die mit Glasplatten bestückt werden weil nur diese die nötige Planlage liefern.

    Die Anlagepunkte der Glasplatten in der Kammer sind tatsächlich feingeschliffen so das sie nicht zur Objektivachse verkippen können.

    Die im Bild hineinragenden Nasen haben einen genauen Abstand und mit Hilfe der anderen Zusatzteile können Markierungen gesetzt werden so das anhand der Aufnahme eine Vermessung möglich ist.


    Das Objektiv hat einen eingebauten Compur I Verschluß mit der alten Verschlußzeitenreihe, daher denke ich auch das die Kamera aus den 1960ern stammt.

    Das Topogon ist ein verzeichnugsfreier Vierlinser, nicht sehr Lichtstark was aber auch nicht nötig ist. Seine höchste Auflösung hat es bei voller Öffnung und es lässt sich daher auch nicht abblenden.

    Es wurde auch als 25mm Objektiv für die Contax Messsucherkameras gebaut, es hat dort 82° Bildwinkel.

    In der TMK ist das Nettoformat etwa 80x100mm.

    Das 60mm Topogon zeichnet daher in dem Format etwa 110° (14mm bei KB)


    Werde demnächst noch Fotos von der Kamera einstellen.

    Mein Plan war bisher das Objektiv auszubauen und es in einer selbst gebauten 6x12cm Kamera zu verwenden. Eher aus nostalgischen Gründen und weil es soetwas noch nicht gibt, zumindest nicht mit einem Topogon :mrgreen:


    Ob ich das auch umsetzen werden weiß ich noch nicht aber der Nutzen einer Zeiss TMK ist für uns Normalos doch sehr eingeschränkt.

  • Hier ein Foto von der Kamera.


    Davor steht eine KB Filmpatrone damit die Größe in etwa eingeschätzt werden kann.

    Unten sitzt eine Nivellierplatte zum genauen Ausrichten, darüber eine otische Einrichtung mit einem schwenkbarem Spiegel um die Kamera zwischen zwei Zielmarken zu fluchten.

    Oben auf der Kamera ist ein allseits geschliffener Edelstahlwürfel montiert, dieser sitzt so unglaublich genau rechtwinklig zur optischen Achse das ich mit meinem Autokollimator bisher keinen Winkelfehler herausmessen konnte.

    Auf diesen Würfel kommt die Dosenlibelle, links im Bild, sie ist dort auf das 45° Zwischenstück gesetzt.

    Gehalten werden sie durch gehärtete und geschliffene Magneten.

    Diese Präzision zieht sich durch die gesamte Kamera.

    Rechts neben der Kamera das orange Centerverlauffilter


    Links unter dem Objektiv sitzt der Spannhebel, beim ersten Betätigen fährt die Rückseite der Kamera etwa 10mm heraus so das die Filmkassette eingesetzt werden kann, beim zweiten Spannen fährt sie wieder zurück und die Glasplatte wird gegen die geschliffenen Anlagen gelegt.

    Der Verschluß ist nun auch gespannt und das Bild kann gemacht werden.


    Das Objektiv wird nicht fokussiert, es ist auf etwa 10m Entfernung fest eingestellt aber durch die recht kleine Blende und die kurze Brennweite hat die Optik eine sehr große Tiefenschärfe.


    Alles an der Kamera ist rein mechanisch, keine Elektrik und keinerlei Elektronik.

    Vermutlich funktioniert sie deshalb immer noch.


  • Wie schwer ist denn das Gesamtgebilde und für welche Zwecke wurde diese Kamera eingesetzt? Bei der Präzision bleibt eigentlich nur Militär / Aufklärung übrig.

    Grüsse

    Das hatte nichts mit Militär zu tun sondern es ging um Kartografie, Topografie aber auch zum Vermessen von Architektur.

    Wenn die Zielmarken in genau bestimmten Abständen positioniert werden kann dadurch eine sehr genaue Vermessung erfolgen.

    Diese terristische Kamera, daher der NAme TMK, unterstützte auch häufig ein ähnliches System welches es auch für die Luftbildfotografie gab.


    Es gab diese Kamera auch als Stereosystem zur noch genaueren Analyse. Dabei waren zwei Kameras mit über einem Meter Abstand an dem Ausleger befestigt, sogar mit vier Kameras gab es dieses System.


    Leider weiß ich nicht mehr wo ich es gelesen habe aber beim Versetzen des Tempels von Abu Simbel wurden solche Systeme eingesetzt um alles vor dem Zersägen dieses riesigen Bauwerkes geauestens zu fotografieren und somit zu vermessen.

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