Flecken auf Gläsern - Super Angulon MC 8/90 mm

  • Liebe Forumsteilnehmerinnen und Forumsteilnehmer,


    ich habe kürzlich ein Super Angulon MC 8/90mm erstanden, um meine Objektivsammlung für das 4x5-Format zu vervollständigen. Das Objektiv ist in einem ordentlichen Gesamtzustand - lediglich das Frontlinsenemelement weist einige merkwürdige Flecken auf, wenn man es schräg gegen das Licht hält. Die Flecken sind über die gesamte Fläche verteilt. Sie scheinen keinen Einfluss auf die Abbildungsleistung zu haben, sofern ich das bisher bewerten kann.



    Um was handelt es sich bei den Flecken? Ist das ein berüchtigter Glaspilz oder hat das mit der Beschichtung zu tun? Ich würde mich über eure Einschätzung sehr freuen.


    Vielen Dank im Voraus und viele Grüße

    Nicolas

  • Hi Nicolas,

    Ferndiagnose ist immer schwierig, aber Glaspilz sieht anders aus. ich nehme außerdem an, diese Flecken erscheinen nicht, wenn du die Frontlinse schräg spiegelnd gegen das Licht betrachtest? Es dürfte m.E. dann auch keine Beschädigung der äußeren Vergütung sein.

    Ich hatte sehr ähnliche Flecken oder Schlieren schon häufiger an Linseninnenseiten von alten unvergüteten Vorkriegsobjektiven mit verkitteten Linsengruppen. Ich habe immer vermutet, dass es sich um Ausdünstungen der Verkittung handelt. Ist aber wie gesagt nur eine Vermutung. Jedenfalls ließen sich die Flecken auch in schlimmeren Fällen in aller Regel durch Öffnen und Reinigen der einzelnen Linsen rückstandslos entfernen.

  • Sie scheinen keinen Einfluss auf die Abbildungsleistung zu haben


    Jede Abweichung vom Originalzustand hat Auswirkungen; nicht immer machen die sich dem Benutzer bemerkbar.

    Bei Sonne und fehlendem Kompendium würde ich zumindest eine zarte Kontrastverringerung erwarten.


    Auch wenn wie oben erwähnt Ferndiagnosen schwierig sind, würde ich zunächst mal ganz optimistisch von der klassischen "Schneideritis", einem schneidertypischen Lackfehler, ausgehen.

    Wird zwar nicht besser, man kann aber ganz gut damit leben :)

  • Ganz herzlichen Dank für die Rückmeldungen! Das beruhigt mich schon mal ungemein. Ich hatte auf Basis von diversen "Bildanalysen" im Internet auch darauf getippt, dass es kein Pilz ist. Sicher war ich mir aber nicht.

    Ja, wenn man schräg spiegelend draufschaut, ist nichts zu sehen. Es scheint tatsächlich an der Innenseite der Linse zu sein. Ob ich aber so mutig bin, das gute Stück zu demontieren, weiß ich noch nicht. Dazu ist wahrscheintlich noch nicht schwerwiegend genug. Die Abbildungsqualität kann ich in der Tat nicht wirklich einschätzen - ich habe ja keine Vorher-Nachher-Vergleichsmöglichkeit. Zumindest habe ich bisher nichts auf Auffälliges auf den Negativen beobachtet.


    Und ja - "Schneideritis" hat das Objektiv in jedem Fall.


    Beste Grüße

    Nicolas

  • An wen kann man sich denn mit einer solchen Fragestellung wenden? An den Service von Schneider Kreuznach?

    kommt drauf an für welchen Zweck. Wenn du damit fotografieren willst, wirst du wahrschl auf dem Foto keinen Unterschied merken.

    Wenn du ein Sammler bist und Wert auf einen Sammlerzustand legst, kannst du es in eine Fachwerkstatt geben, Gutachten kann aber dauern.
    ich kenn jetzt nur Läden hier in München, foto presto zB.zu...Olbricht kann man auch schicken, dauert aber.

  • Bei verpilzten Objektiven habe ich bisher nur Pilze gesehen, die Verästelungen hatten.

    Diese können auch die Vergütung der Objektive angreifen.

    Beseitigt man die Pilze, und man wischt mit dem Reinigungsmittel nicht die ganze Vergütung weg, sind auch die Schäden an der Vergütung verästelt.


    Ich würde eher geo zustimmen, da mir mal ein Objektiv mit Wasser in Berührung kam und dies dann ganz ähnlich aussah ( Versicherungsschaden ).


    Also Objektiv benutzen und keine weiteren Gedanken machen.


    Pilzsporen sind übrigens immer in der Luft und wenn man seine Objektive in warmen, feuchten Räumen oder Taschen aufbewahrt kann man schnell eine Zucht aufmachen.


    Grüße

  • Hallo Nicolas,


    also Pilze sind es sicher nicht, die sehen aus, wie oben von Jockel123 beschrieben. Luftblasen sehen auch anders aus, ich habe eine beeindruckend große Blase in einem Eurynar.


    Ich tippe auf Fehler in der Verkittung zwischen den Linsen, so sieht das bei meinem 150mm Symmar aus:



    Das wirkt sich aber auf die Bilder überhaupt nicht aus. Du kannst es auch nicht selbst beseitigen, dazu müßten die Linsenglieder getrennt und neu verkittet werden. Aber wie hier schon mehrfach geschrieben, es hat keinen Einfluß auf die Aufnahmen mit einem solchen Objektiv.


    Viele Grüße


    Michael

    Will unsre Zeit mich bestreiten,
    ich laß es ruhig geschehn.
    Ich komme aus anderen Zeiten
    und hoffe, in andre zu gehn.

  • Ganz herzlichen Dank in die Runde für euer zahlreiches und kompetentes Feedback! Das beruhigt mich doch ungemein.

    Wenn das Wetter morgen mitspielt, wird die Linse ausgeführt :)


    Beste Grüße

    Nicolas

  • Hallo zusammen, hallo Michael

    Bei diesem Symmar 150 mm habe ich etwas Ähnliches. Verkittung oder Separation? Konnte das Objektiv noch nicht ausprobieren. War in einem Set mit einer Super Technika V und Superangulon 90 mm. Beide Objektive mit Steuerkurve….

    Grüsse

    Zoran

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