Neulich, auf dem Weg zum Supermarkt

  • Der Berg steht noch; die Szene ist wiederholbar.

    Genau. Ich kann Euch den Campingplatz dort wirklich sehr gut empfehlen. Hier in der Schweiz wird auch nicht so ein Bohei wegen Corona gemacht. Wir haben zwar die niedrigste Impfrate in Westeuropa. Wir haben dafür aber auch die sporadischsten Kontrollen. Man kann überall dinieren ohne 3G (Geimpft, Genesen, Getestet). Die Bergbahnen bieten wegen ausbleibender Besucher Sondertarife an. In den Bergrestaurants gibt es zwar aktuell grad keine leckeren Curries, dafür aber endlich ausreichend knusprige Röschti mit Butterschmalz.

  • @ aksak_maboul

    sorry, ich hatte nicht bemerkt, dass es das 55er Micro ist, das hatte ich auch sehr lange an meiner Nikon D3


    Ich war davon ausgegangen, dass du an feedback interessiert bist, wenn du hier ein Bild zeigst ?


    Die EXIF Daten werden mir durch ein plugin gezeigt, wenn ich mit der Maus über das Bild gehe. Finde ich immer sehr interessant. In einem Fotoforum geht es ja auch um die Technik hinter einem Bild, und daraus können und wollen wir ja lernen, ich jedenfalls.


    Es kommt darauf an, was wir mit unseren Bildern machen möchten. Ich liebe große Bilder und habe schon vor 30 Jahren 1m Prints von 6x6 machen lassen, heute sogar bis zu 2m und auf Leinwand bis zu 5m Breite. Wenn es dir genügt, die Bilder auf übliche Papierformate analog zu vergrößern, ist das natürlich etwas Anderes.


    Wenn wir heute Bilder auf digitalen Medien zeigen wollen, ist eine hybride Ver/Bearbeitung zwangsläufig erforderlich.

    Dazu gehört dann auch die Digitalisierung, die ich auch wie du durch Abfotografieren mache. Dann erhält man zwangsläufig ein digitales Negativ, dass durch die Verarbeitung in ein Positiv umgewandelt werden muss. Das geht z.B. mit Photoshop mit der entsprechenden Funkion in Grauwerte umwandeln. Damit hört aber die Bearbeitung noch lange nicht auf!


    Bei deinem Bild habe ich den Eindruck, dass du aber keine weitere Bearbeitung vorgenommen hast? Das wäre natürlich schade bei dem Aufwand, den du für das Bild treibst. Der Berg besteht (auf meinem kalibrierten Bildschirm) bis auf die strukturlose Schneefläche aus mittleren Grauwerten. Dieses Aussehen kenne ich von meiner Bearbeitung auch, muss aber dann noch erheblich bearbeitet werden. Da nützt es auch wenig, wenn man bei der Aufnahme nach dem Zonensystem belichtet. Das spielt bei einer Hybridverarbeitung heute auch keine große Rolle mehr, da man alles durch die Bearbeitung ändern kann - solange es im Negativ enthalten ist. Die Verwendung von Filtern halte bei S/W Landschaften für unbedingt erforderlich, das beschreibt Ansel Adams bei seinen Bildern immer sehr detailliert.


    Die Angabe von DPI spielt bei den Wiedergabe auf Bildschirmen auch keine Rolle, das kommt erst beim Druck zum Tragen, eben die dots per inch.


    VG Dierk

  • # 22: Gut pariert. Dass ich es anders gemeint habe, ist Dir also nicht entgangen.

    War schon klar, wie Du es gemeint hast. Nur: ds tönt im Fall uhuure arrogant ... Beim Campingplatz bleibe ich aber. Der ist wirklich empfehlenswert

    Bei deinem Bild habe ich den Eindruck, dass du aber keine weitere Bearbeitung vorgenommen hast? Das wäre natürlich schade bei dem Aufwand, den du für das Bild treibst. Der Berg besteht (auf meinem kalibrierten Bildschirm) bis auf die strukturlose Schneefläche aus mittleren Grauwerten. Dieses Aussehen kenne ich von meiner Bearbeitung auch, muss aber dann noch erheblich bearbeitet werden. Da nützt es auch wenig, wenn man bei der Aufnahme nach dem Zonensystem belichtet. Das spielt bei einer Hybridverarbeitung heute auch keine große Rolle mehr, da man alles durch die Bearbeitung ändern kann - solange es im Negativ enthalten ist. Die Verwendung von Filtern halte bei S/W Landschaften für unbedingt erforderlich, das beschreibt Ansel Adams bei seinen Bildern immer sehr detailliert.

    Wo fange ich an? Mit den Fakten. Adams schrieb:


    "The impression of depth in space my sometimes be gained by or heightened by an intentional change of tonal values, through appropriate use of filters. In mountain photography, in which most elements of the subject are at a distance, the optical control of depth an persepective is limited. In lowland areas ... there is almost always a considerable amount of haze, which effectively separates various subject planes, even at moderate distances. The air in mountain or desert areas frequently has such great clarity that the atmospheric effect is minimized. Use of ordinary contrast filters here practically eliminates the illusion of depth ... In his desire for photometric accuracy in color rendition, the modern photographer, even though he has such greatly improved materials, has sometimes lost a feeling for light and atmospheric depth. The symbolisms of today are no more 'realistic' than those of the 1870s. We frequently see very dark skies, distances rendered with 'airless' clarity, moving water frozen in time. All such effects are not literal records of experience, but actual stylized renderings inherently possible with the medium of photography. In this panchromatic age we have forgotten the beauty of light skies and misty spaces. ... At times we may exaggerate [the] depth of tone; we use filters from K1 to A - and on into the infrared ... We seldom think of going the other way, of putting light into the sky to augment the mood of luminosity." -- Ansel Adams, Natural Light Photography. 1952, S. 44f.


    Ich formuliere es mal provokant: was Du als "modern photographer" bedingungslos voraussetzen möchtest, wäre für Adams geradezu Ausdruck eines verlorenen Gespürs für Licht und Atmosphäre. Mit einem gelborangeroten "Immerdrauf" geht den Bildern meistens was verloren, denke ich seit einiger Zeit selber auch.


    Fotografiert man von vornherein immer kontrastarm und expandiert man die Kontraste am Bildschirm, kann man das natürlich so machen. Sagst Du ja selbst: "Das spielt bei einer Hybridverarbeitung heute auch keine große Rolle mehr, da man alles durch die Bearbeitung ändern kann - solange es im Negativ enthalten ist." Machte ich im vorliegenden Bild ja auch, indem ich +1 EV belichtete und nach N-2 entwickelte. Ich schrieb ja auch, dass ich mich im Positiv mit dem Wald beschäftigen muss und dass das Eis gesteigert werden kann. - Wenn man sowas aber immer macht, besteht m.E. die Gefahr, dass auch immer gleiche Bilder rauskommen, denen gemeinsam ist, dass sie außer kontingenten Bildeffekten keine situative Vorab-Festlegung (Visualisierung) auf eine individuelle Bildgestalt haben.


    Natürlich kann eine solche individuelle Vorab-Festlegung scheitern, oder die Leute erkennen sie schlicht nicht, was ebenfalls "Scheitern" bedeutet. Aber immerhin habe ich diese Festlegung bei der Aufnahme. Ich schreibe meine Daten zuerst auf die Kassette, ebenso das Entwicklungssymbol, und dann belichte ich. Meine Visualisierung veranlasste mich hier, keinen Filter zu benutzen, bestimmte Bildgegenstände vertikal so ins Verhältnis zu setzen, wie ich das getan habe, und dann reichlicher zu belichten und kürzer zu entwickeln. Beim nächsten Bild war das schon anders.


    VG

  • Drei Jahre nach seinem Tod war ich in einer besonderen Ausstellung ihm zu Ehren im Golden Gate Park in San Francisco. Ich erinnere mich sehr gut an die Bilder von Moonrise, Hernandez. Da hingen drei Vergrößerungen, die es im Abstand von etwa 10 Jahren von dem Bild gemacht hatte. Das erste Bild war noch sehr flau, die beiden anderen Bilder wurden immer kontrastreicher. Das zeigte sehr gut, dass er im Laufe der Zeit und vielleicht auch mit neuen Papieren sein Bild immer wieder neu interpretiert hat. 10 Jahre später hat er auch mit 6x6 und dann auch mit Polaroid fotografiert.

    Mich würde sehr interessieren, wie er mit der heutigen Technik fotografiert hätte!

    Ein erster Impuls sagt mir: genau, wie Du das skiziert hast. Der hätte sich vermutlich auf den Prozess verlassen und dann aus dem digitalen Rohbild alles mögliche herausgeholt. Soweit ich weiß bieten bestimmte Tinten noch tieferes Schwarz als das Bildsilber, und dem Duka-Prozess wohnt ja sowieso Streulicht inne, beim Vergrößern, das es im Digitalen gar nicht hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der da technikfremd gewesen wäre. Er hat ja auch keine Kameraverstellungen zum Selbstzweck wie zB. Miniatureffekte angewendet. Soweit ich das besehe, ging es ihm um Korrekturen, die er mit seiner späteren Hasselblad gar nicht mehr brauchte, Stichwort Tiefenschärfe. Mit Digital wäre es noch einfacher. Und farbig hat er ja auch noch fotografiert, was wir heute komplett übersehen.


    Da wir uns hier sehr auf AA beziehen: ich glaube aber nicht, dass er ein Bild gezeigt hätte, auf dem ca. 30% rein Weiß ohne Struktur ist?

    Wenn ich es etwas abdunkle, kommt zwar in einigen Schneefeldern etwas zum Vorschein, da kann in dem Original vielleicht mehr drin sein, ist aber hier nicht angekommen.

    Ich bin ja auch nicht AA, auch wenn ich mich über Deinen Vergleich freue, sondern nur ein kleiner Hobbyist, der ein wenig herumfötelt. - Ich glaube für meinen Teil aber auch nicht, dass AA die Quadratzentimeterzahl einheitlicher Tonwerte in prozentuale Werte umgerechnet hätte. Oder dass es in AAs Regelkompendioum ein Gesetz gab, das den Anteil reinen Weißes auf einen bestimmten Prozentsatz beschränkte. - Das erwähnte "Moonrise"-Bild hat in seiner allerletzten, dunkelsten Version sehr wohl hohe Anteile an reinen Tonwerten, hier allerdings Schwarz.

  • Aber "Gemähtheit" ist doch gar kein Fremdwort. Sowohl "ge-", als auch "mâhd" sowie "-heit" stamen aus dem Alt- und Mittelhochdeutschen.

    ja der wahnsinn, wie alt heidegger tatsächlich war. da muss die biographische forschung noch mal drüber gehen.

    Vielmehr ist "Gemähtheit" eine - sagen wir mal - platonistische Metaphysizierung in der Begriffsbildung, die Hypostase prädikativer Adjektive zu extensionslosen Entitäten.

    nicht schlecht. aber ich fürchte, für "begriffsbildung" gibts einen punktabzug. idealiter paraphrasiert man das im vorliegendem kontext vielleicht mittels des xenismus (linguistisch noch umstritten) "lexigenese" (nach guillaume). hier böte sich aber auch die phono-semantische adaption an. unter berücksichtigung des zugrundeliegenden sprachraums (deutschsprachige schweiz?) ergäbe das unter umständen eine feine sprachspielerei. den ganzen satz dann auf ein postponiertes reflexivum onduliert und der genießer schmilzt wie schnee an der südwand des eiger (hat´s da schnee? schmilzt der überhaupt oder ist es zu hoch?)

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  • nicht schlecht. aber ich fürchte, für "begriffsbildung" gibts einen punktabzug.

    Alle Wörter auf "-ung" sind prozess-/produktäquivok. Das hätte ich im Lateinischen nur dürch das Suffix "-io" bzw. im Deutschen mit Hilfe von "-ion" ausdrücken können, z.B. mit einer "Konzeptualisation". Drum blieb ich bei der "Begriffsbildung", zumal das, im Unterschied zur "Gemähtheit", auf noch mehr heideggert. Was die "Gemähtheit" angeht, so folgte ich eher Duns Scotus. Ich wollte die "haecessitas" im Gegensatz zur "quidditas" betonen. Fremdwörter sollen ja im sinnvollen Verwendungszusammenhang stehen und nicht einfach nur aufgeworfen werden.

  • Das hätte ich im Lateinischen nur dürch das Suffix "-io" bzw. im Deutschen mit Hilfe von "-ion" ausdrücken können, z.B. mit einer "Konzeptualisation".

    deswegen schlug ich ja "was griechisches" vor".

    Drum blieb ich bei der "Begriffsbildung", zumal das, im Unterschied zur "Gemähtheit", auf noch mehr heideggert.

    findest du? also rein phonetisch/etymologisch heideggert "die Gemähtheit" für meinen geschmack doch um einiges mehr. lass mich da aber auch gern belehren.

    Ich wollte die "haecessitas" im Gegensatz zur "quidditas" betonen. Fremdwörter sollen ja im sinnvollen Verwendungszusammenhang stehen und nicht einfach nur aufgeworfen werden.

    ich weiß. habe mich eh gewundert, warum du - wo du dich schon so profund und trennscharf erklärst - die quiddität, als von dem sich abzugrenzenden nicht gleich in deinem ausgangspost mit untergebracht hast.


    gibts jetzt schnee an der südwand des eigers? (die wirklich wichtigen fragen werden hier im forum offenbar nie beantwortet.)

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    Edited once, last by In den Duenen ().

  • So ganz konkret kann ich Dir das gar nicht beantworten, weil der Mönch im Weg stand. Aber der hat Schnee auf der Südseite. - Die Jungfrau, sie verdankt ihren Namen dem Umstand, das sie neben dem Mönch steht, übrigens auch.



    FP4+, N+2

    der mönch steht neben der jungfrau. warum habe ich fast nichts anderes erwartet? :mrgreen:


    diese kleinen klerikalen schwerenöter...

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