Dia-Scan mit Epson Software

  • Um nicht wieder den Chat eines Kollegen mit tollen Fotos hier zu verderben, habe ich meinen schlaflosen Sonntangvormittag mal dazu benutzt, meine Vorgehensweise beim Scannen zu zeigen und gleichzeitig damit mein öftere Kritik am "Automatikknopf" zu erklären.


    Ich habe dazu ein schwieriges Dia aus meinem Archivbestand gewählt, das aus zu zeigenden Gründen normalerweise als "unscanbar" angesehen würde.


    1. Die Epsonscan Automatik gibt mir folgende Einstellungen



    Nicht so toll bzw. unscanbar. Man beachte im Einstellungsfenster die gewählten Eingangswerte von 9 für Schwarz und 201 für Weiss, obwohl der Tonwertbereich grösser ist. Dieser äussere Bereich wird einfach (automatisch) abgeschnitten und ist auch nicht in der Post rekonstruierbar.


    2. Ausserdem ist der Scan zu dunkel. Allein den grauen GradationsSchieber manuell von 1 nach 1,66 zu ziehen, also den Scan heller zu machen, gewinnt viel.



    Das geht aber wieder auf Kosten der Lichter, die tendenziell noch mehr ausfressen. Immerhin könnte man jetzt mit dem Scan was anfangen, wenn man in der Post noch etwas optimiert.


    3. Es geht aber noch besser, denke ich. Zuerst stelle ich immer (!) alle Offsets für Schwarz und Weiss auf 0 bzw 255, auch beim Ausgang wird mit 0-255 der volle RGB-Bereich genutzt. Dadurch gewinne ich im Schwarz- und Weissbereich bisher ungenutzte Information. Zusätzlich zum Gradationsschieber habe ich die optionale Gradationskurve ziemlich stark bearbeitet, was aber nur bei einem Extremfall wie hier gemacht so werden muss. Das Ergebnis ist ein eher sehr weicher Rawscan, bei dem aber nichts abgeschnitten ist, und die Hauptarbeit in der Post liegt .




    Nach den Scannen kann man und sollte man alle 3 Scans noch im Photoshop optimieren. Wie das bei mir dann aussieht, zeigen diese 3 Resultate.






    Man könnte alle 3 noch weiter bearbeiten. Beim Vergleich der 3 Scans kommt es hier aber auf die ganz dunklen Bereiche des Jeepschattens und die hellen des Himmels mit der Sonne an. Interessant ist, dass man bei meinem Scan in den Lichter und Schatten "Dinge" sieht, die man auch beim Dia auf dem Leuttisch nicht oder nur schwach angedeutet sieht.

    Und was ich hier zeigen wollte, dass manuelle Intelligenz des Scanoperatiors bei weitem der künstlichen Intelligenz der Software überlegen ist.

    Schönen Sonntag noch an alle.

    Rainer

  • rawitz

    Changed the title of the thread from “Dia-Scannan mit Epson Software” to “Dia-Scan mit Epson Software”.
  • Ich habe gerade geschaut: ich musste allerdings erst einmal ein neues Epson-Scan installieren, mein altes wollte nicht mehr und ich habe das nicht bemerkt, weil ich normalerweise Vuescan benutze.

    Im Professional Modus kann man auswählen eine 48bit-Farbvorlage zu haben. Wenn, wie in deinem Beispiel, ein Scan deutlich in Kontrast und Helligkeiten nachbearbeitet wird, sollte zur Vermeidung von Tonwertabrissen eine möglichst große Datenbasis das Bild beschreiben. Deshalb scanne ich auch SW in diesem 48bit-Farbmodus.

    Dann kann Epson-Scan auch nachschärfen. Ob es das so gut macht wie Silverfast, bezweifle ich. Deshalb würde ich diesen Vorgang in ein anderes Programm verlagern - sowieso sollte das der letzte Schritt der Bearbeitung sein, vor allem auch vor dem Ausflecken, weil ein Nachschärfen die Fusseln und den Staub noch deutlich hervorhebt.

  • Das allererste gefällt mir am besten. Warum? Weil auf allen folgenden Bildern die Gesichter etwas fahl bzw. zu hell wirken.


    Ist das der Epson V850 und die mit diesem Gerät mitgelieferte Software, die du verwendet hast?

  • Ich habe gerade mal probiert - die kleinen Unterschiede in Helligkeiten lassen sich problemlos ausgleichen. Das Epson-Scan bekommt man sowieso dazu, Vuescan muss man kaufen (das hat allerdings viele Treiber und viel mehr Einstellmöglichkeiten) - Allerdings kann Vuescan eine Datei im RAW Format dng ausgeben. Damit sind dann z.B. Eingriffe in die Farbtemperatur möglich.


    Epson-Scan



    Vuescan


  • Sironar N 180mm - Kodak Ektachrom 100

    Was kann der Epson Scanner V700 (oder V800/V850)

    Ich habe einen Scan gemacht mit der Einstellung 2400dpi.

    Daraus ein Ausschnitt 100%


    ungeschärft, so wie es aus dem Scanner gekommen ist



    nachgeschärft mit Unscharf Maskieren: 50%, 4 Pixel


  • Das allererste gefällt mir am besten. Warum? Weil auf allen folgenden Bildern die Gesichter etwas fahl bzw. zu hell wirken.


    Ist das der Epson V850 und die mit diesem Gerät mitgelieferte Software, die du verwendet hast?

    Die Gesichter oder Teilbereiche des Bildes kann man sicher noch separat optimieren. Aber es kommt hier erstmal auf den Gesamtscan an.

    Ich habe seit Erscheinen schon den Epson 700. In der Grundtechnik hat sich mit 700/750/800/850 nichts geändert, deshalb bleibe ich bei meinem Gerät. Die Epson-Software kommt mit dem Gerät und funktioniert natürlich auch nur damit.

    Danke auch für die ergänzenden Beiträge von Guadamar und Diesch !


    Rainer

  • Ich hätte eine kleine Rückfrage:

    Ist es nicht so, dass beim Beispiel eines 8 Bit Scans der Bereich des Histogramms, der zwischen Weiß- und Schwarzpunkt liegt, in 255 Stufen aufgeteilt wird? So habe ich das zumindest irgendwann mal gelernt. Wenn man dann also die "unnützen" Bereiche des Histogramms mit scannt, bleiben in dem ersten Beispiel mit dem Autonur noch ca. 180 genutzte Stufen übrig. Bei schwierigen Motiven kann das evtl. zu Abrissen in zarten Verläufen führen. Ich lege Schwarz- und Weißpunkt manuell knapp an die Grenzen des sichtbaren Bereichs, aber so, dass nicht, wie bei der Automatik-Einstellung schon etwas abgeschnitten wird. So geht nichts wesentliches verloren und es bleiben die vollen 255 Stufen erhalten. Bei 16 Bit sind es entsprechend dann 32768 Stufen, da ist das dann nicht mehr so problematisch.

  • Ich hätte eine kleine Rückfrage:

    Ist es nicht so, dass beim Beispiel eines 8 Bit Scans der Bereich des Histogramms, der zwischen Weiß- und Schwarzpunkt liegt, in 255 Stufen aufgeteilt wird? So habe ich das zumindest irgendwann mal gelernt. Wenn man dann also die "unnützen" Bereiche des Histogramms mit scannt, bleiben in dem ersten Beispiel mit dem Autonur noch ca. 180 genutzte Stufen übrig. Bei schwierigen Motiven kann das evtl. zu Abrissen in zarten Verläufen führen. Ich lege Schwarz- und Weißpunkt manuell knapp an die Grenzen des sichtbaren Bereichs, aber so, dass nicht, wie bei der Automatik-Einstellung schon etwas abgeschnitten wird. So geht nichts wesentliches verloren und es bleiben die vollen 255 Stufen erhalten. Bei 16 Bit sind es entsprechend dann 32768 Stufen, da ist das dann nicht mehr so problematisch.

    In der Sache hast du völlig recht. Allerdings ist das angezeigte Histogramm ziemlich klein und ungenau. Es könnte immer sein, dass einzelne Punkt-Spitzlichter darin nicht mehr erkennbar sind und deshalb abgeschnitten werden, wenn man sich exakt an der Histogrammanzeige orientiert. Ich selbst gehe deshalb immer zur Sicherheit ca. 10 Stufen über und unter der Anzeige hinaus.


    Die 256 Stufen des 8bit muss man nicht unterschätzen, denn im Farbbild gilt 256x256x256 für RGB also insgesamt die bekannten 16Mio. Farbmöglichkeiten. Bei SW ist es aber anders, da gibt es nur die 256, und deshalb ist der Vorschlag von Diesch auf 16bit zu erhöhen richtig. Ich selbst mache kein SW.


    Aber Farbe und SW generell in 16/48 bit zu machen ist nicht falsch. Bei meinen 8x10 und 9x15` Filmen bin ich mit 8bit schon bei 3,5 GB pro Bild, so dass ich lieber versuche mit 8bit etwas genauer zu arbeiten als noch grössere Dateien zu produzieren. Das geht auch gut so.


    Rainer

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