U-Boot Mitglied taucht auf

  • Hallo Mitglieder,


    ich bin eigentlich schon seit knapp zwei Jahren dabei, habe mich aber noch nicht zu Wort gemeldet. Also stelle ich mich mal vor und erzähle meinen Werdegang als Fotohobbyist. Ich sehe mich nicht als 'Fotograf'.


    Ich habe mit Fotografie eigentlich sehr spät angefangen. Obwohl Optik mich immer etwas interessierte, hatte mich die Fotografie nie eingefangen. War vielleicht auch ein teures Hobby, und ich war, und bin, ein Computer Geek. Das war schon teuer genug.


    Ich kann mich allerdings noch etwas an den Wow-Effekt erinnern, als ich durch den Sucher der SLR meiner damaligen Freundin blickte. Zum Ende des vorherigen Filmzeitalters hin. So gross und klar, das kannte ich von den schrecklichen Durchgucklöchern der Point 'n Shoots nicht. Selbst als Consumer habe ich erst sehr spät meine erste Knipse bekommen, eine Yashica APS Point 'n Shoot zu Weihnachten 1999. Habe damit dann in den letzten Studienmonaten in Deutschland und dann zwei Jahre in England als Postgrad Student damit Bilder gemacht. Habe die letzten beiden Wochenenden erste Farbabzüge von einem der alten APS Filme in der Duka gemacht. Sylvester und Neujahr 1999/2000. Iso 100 mit Blitz.


    Erst Digitalkameras hatten mich langsam ernsthaft zum Thema hingebracht. Ich war halt an aller Digitaltechnik interessiert und das war noch viel besser als ein Videodigitizer für PAL Videokameras zu Amiga Zeiten.


    2013 endlich der richtige Einstieg ins Hobby generell, mit einer digitalen Olympus Pen E-PL3 und auf der digitalen Seite bin ich auch weiter eifriger Fan des mFT Systems.


    Über ein Minolta Objektiv an der Digitalkamera und dann Ende 2015 passende Minolta Filmkameras dazu bin ich schließlich wieder beim Film angekommen. Zuerst auch etwas mit der nostalgisch-romantischen Einstellung, die in den sozialen Medien verbreitet ist. Habe auch gleich zu Anfang beschlossen neben der eigenen Filmentwicklung auch Abzüge machen zu wollen. Erstes Licht ging erst ein dreiviertel Jahr später, im August 2016 durch den Vergrösserer.


    Dazu muß ich noch etwas paradoxes und bestimmt kontroverses sagen: Was Abzüge angeht bin ich etwas schizophren. Als ehemaliger Otto-Normal-Knipser, fand ich das tolle an Digital, daß wir die verdammten Abzüge endlich losgeworden waren. Noch dazu konnte ich mit der ersten digi Knipse während meiner Jahre in den USA Bilder sofort nach Hause an die Familie schicken. Heute habe ich Bilder auf meinem Tablet und kann sie jederzeit ansehen und studieren. Z.B. im Zug zur Arbeit. Auch die digitalisierten Filmbilder.


    Aber so nutzlos Prints irgendwie sind, sie verschwinden ja bald in einer Box, es ist toll sie von den eigenen Filmen selbst herzustellen und anzusehen. Ausserdem hat man als Normalbürger früher kein Schwarz-Weiss gemacht. Das macht schon was her. Und nach einer ersten Runde vor zwei Jahren habe ich jetzt endlich wieder mit Farbe angefangen. Ich bin halt kein Künstler, sonder eher ein Geek, den der Prozess fesselt.


    Der Hauptgrund für Abzüge ist meine Meinung, daß man optische Abzüge machen muß wenn wirklich vollständig sehen will was auf einem Film Bild ist und welche Qualität es hat. Ausser vielleicht man hat ein sehr gutes System zur Digitalisierung. Z.B. einen Trommelscanner und dazu eine Laserbelichtungsanlage für Fotopapier. Ich mache das mit Kaiser Copy Stand und Digikamera. Das gibt schon gute Ergebnisse. Aber der Vergrößerer ist halt die 'einfachste' Lösung für volle Qualität.


    Fotografen, die damit aufgewachsen sind und vielleicht auch kommerzielle Verwertung im Auge haben lieben Abzüge natürlich. Die kann man nach dem gleichen Prinzip verkaufen wie Brezen.


    Ausserdem liebe ich Diafilm in allen Formaten.


    Monate nach dem Minolta KB System habe ich dann noch auf MF erweitert. Eine Rolleiflex SLX. Jetzt habe ich zwei davon, mit Zubehör und einem Set Objektive, und eine tolle Rolleicord Vb.


    Kurz vor Weihnachten 2019 dann, inspiriert durch die Intrepid Kameras, habe ich mich durchgerungen doch noch den Schritt zum Großformat zu machen. Es wurde dann aber keine Intrepid, sondern eine Sinar F2. Habe ein Set ohne Objektive gekauft und Linsen und Zubehör dazu zusammengetragen. Mit Normal- und Weitwinkelbalgen. 75mm Nikkor, 150mm Fujinon und Single Coated 240mm Apo-Ronar in einem Compur Verschluß, der Fabrikneu aussah, und eigentlich immer noch so aussieht. Dazu volles Kompendium, mit den Rollos vorne.


    Leider war mein Manfrotto damit überfordert und dazu der Sinar Fuß zu groß für fast jeden Kopf, den man so sieht. Selbst wenn das Stativ an sich vielleicht könnte. Also noch mehr Geld investiert und ein Berlebach Report mit entsprechendem Berlebach Kopf gekauft. Soviel zum Thema günstig mit einer Intrepid ins GF reinschnuppern... :roll:


    Ende 2019 kam ich dann auch hier ins Forum um Infos zu sammeln. Wollte mich damals schon fast melden um an dem letzen GF-Stammtisch in München teilzunehmen, bevor dan Covid 19 um die Ecke kam.


    Über Diskussionen im Forum habe ich noch einen passenden Rucksack gefunden, und damit ist die Sinar voll feldtauglich. Naja, meistens nicht so weit weg vom Auto. Aber ich hab mal mit einer 8km Runde getestet. Das war schon ok, zumindest in der Ebene. :)


    Anfang des Jahres kam dann noch ein Kienzle 4x5 Vergrößerer in die Duka um den LPL 7700 zu ersetzen. Die Preise für gebrauchte haben so angezogen, daß ich es für besser hielt neu zu kaufen. Es ist ja schwer vorher zu wissen was mit einem Gebrauchten wirklich los ist. Und dazu die fehlende/schwierige Versorgung mit Ersatzteilen wenn etwas nicht stimmt.


    Also, Großformat. Mein finanzieller Ruin! Und Glückwunsch an die, die es bis hier her geschafft haben.

  • na dann herzlich willkommen,

    der Ruin ist eine GF Tätigkeit sicher nicht, verglichen mit meinem Auto sind das eher Peanuts....


    Der Weg über das eigenen Herstellen von Papierabzügen ist zumindest für mich der Königsweg und vor allem auch gleichzeitig das was Fotografie ausmacht.


    Frei nach Michael:

    insta....


    Getting photographs is not the most important thing. For me it’s the act of photographing. It’s enlightening, therapeutic and satisfying, because the very process forces me to connect with the world…

    (Michael Kenna)

  • "Also, Großformat. Mein finanzieller Ruin! Und Glückwunsch an die, die es bis hier her geschafft haben."


    Das wird wohl auf viele hier zutreffen. Aber diese „Krankheit“ GF (komplex und aufwendig) kann auch zur Gestiegen wieder Belebung verhelfen.

  • Erst Digitalkameras hatten mich langsam ernsthaft zum Thema hingebracht. Ich war halt an aller Digitaltechnik interessiert und das war noch viel besser als ein Videodigitizer für PAL Videokameras zu Amiga Zeiten.

    ach ja, Amiga..auch heute noch viele Retro-Liebhaber, die sind noch verrückter als die Fotografen, oder MacIntosh-Sammler..die geben horrende Summen aus, völlig unverständlich für Uneingeweihte.( 'wenn das meine Frau wüsste')

    Grüße

  • Danke für das Willkommen!


    Der Ruin war natürlich mit Humor gemeint, aber eine Prise Wahrheit steckt schon dahinter. Ich hatte zuvor schon ein- oder zweimal überlegt einzusteigen. Aber die Formaterweiterung zieht halt einen Rattenschwanz nach sich. Und genau das hat es auch getan. Aber ich konnte den Ruin vorerst abwenden und bin insbesondere glücklich mit meinem neuen Vergrösserer.


    Das Abziehen ist für mich schon auch mit das wichtigste am Hobby. Aber ich will eben meine frühere Erfahrung als reiner Knips-Konsument nicht vergessen. Im Vergleich zu den Drogerieabzügen von früher ist ein Display eine Verbesserung. Es ist eine andere Perspektive und vielleicht hilft es mir ironischerweise den selbstgemachten Abzug weiterhin als etwas besonderes, und besonders schönes, anzusehen.

  • Große Abzüge machen, die in keine Box mehr passen.

    Die müssen dann an die Wand, und schon zeigt sich der Sinn des Ganzen.


    Mein Beitrag zum Schönreden, ansonsten viel Spaß mit dem großen Format.


    Für vier Rahmen hatte ich noch Platz. Da kann ich immer mal wieder Abzüge durchrotieren. Aber die jetztigen hängen auch schon wieder ein paar Jahre. Wird Zeit...


    Auf große Abzüge bin ich nicht eingerichtet. 30x40 nimmt mein 11x14 Saunders Rahmen nicht mehr auf, glaube ich. Muss ich also Randlos auf dem Grundbrett arbeiten. Mein Nova Prozessor kanns grade noch.


    Ich habe sogar mal drei riesige (ich schätze 80x100) Entwicklungsschalen geschenkt bekommen. Und eine alte Posterrolle Ilford Multigrade mit 86cm x 3,5m. Aber ich glaube ich würde die drei gar nicht in der Duka auf dem Boden unterbekommen. Ist der Heizungskeller vom Bruder. ^^


    ach ja, Amiga..auch heute noch viele Retro-Liebhaber, die sind noch verrückter als die Fotografen, oder MacIntosh-Sammler..die geben horrende Summen aus, völlig unverständlich für Uneingeweihte.( 'wenn das meine Frau wüsste')

    Grüße

    Ich fürchte die alten Festplatten fahren nicht mehr hoch. Wäre schön mal wieder in den alten Emails zu stöbern. Hatte einen A3000 mit 68060 Beschleuniger und GraKa. Naja, ich habe ihn ja noch. Eingelagert.

  • immer mal wieder Abzüge durchrotieren. Aber die jetztigen hängen auch schon wieder ein paar Jahre.


    Dann sind sie wohl noch gut :)



    An Deinen Entwicklungsschalen hätte ich eventuell Interesse, ich suche grad Größeres.

    Wenn die weg sollen, kannst Du mir gern eine Nachricht schicken.


    Auf dem Grundbrett muß man nicht rahmenlos arbeiten, da geht was - mit Masken.

    Der Reiz am großen Format kann womöglich auch sein: die Größe.

    Schon seit ich in meiner versauten Jugend so eine schneidersitzende Dame großflächig und ultraviolettbestrahlt an der Wand hatte wußte ich, daß ich meine Poster mal selbst machen werde :mrgreen:


    Aber dann kam es anders...

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!