Starke Vignettierung beim Shiften in den Bildecken

  • Guten morgen Community, bin Anfänger im Großformat und habe mit meinem 75mm Schneider Kreuznach Objektiv an meiner Charmonix H doch starke Vignettierung. Ich bin mir bewusst, dass es durch das Shiften kommt. Aber wie kann ich es Vermeiden? Centerfilter oder was hilft?

  • So ein Centerfilter kostet ziemlich viel Geld. Ich würde eher weiter weggehen und ein moderateres Weitwinkelobjektiv nehmen. Das 75 ist schon eine ziemliche Herausforderung. Ich für meinen Teil mag mein SA 8/75 nicht so. Es täuscht vor, Verstellreserven zu haben. Die Ränder werden aber meistens unscharf.


    Ginge man weiter weg, könnte man vielleicht sogar ein 125er nehmen. Dann geriete das Bild gleichmäßiger an den Seiten. Fehler träten weniger stark in Erscheinung. Das Gesamtbild ließe sich besser handhaben. Die Position des Fotografen vermittelte sich etwas subtiler, was der Schilderung der Szenerie zugute käme.

  • 1. abblenden auf Blende 16 oder max. 22, da je offenblendiger, desto mehr Vignette

    2. Falls 1. nicht hilft, für Objektiv zutreffenden Centerfilter bei Blende 16 nutzen.

    Zu 100% wird auch bei Einsatz eines Centerfilters die Vignette nicht behoben.


    Falls du nicht vorhast auch analog zu vergrößern, kannst du auch versuchen dies per EBV, z.B. in Lightroom zu korrigeiren.



    Grüße

  • bin mir bewusst, dass es durch das Shiften kommt.

    Ohne weitere Infos kommt an hier nicht ernsthaft weiter. Wie weit wurde gshiftet? Hast Du sonstige Verstellungen angewendet? Ist das Bild ein Ausschnitt? Bei welcher Blende wurde das Bild gemacht? Hast Du einen Filter, Kompendium oder sonstiges Zubehör verwendet? Wie wurde entwickelt? Wie wurde das Bild digitalisiert?


    Der Lichtabfall ist relativ sanft, Filter o.ä. als Fehler würde ich fast gleich ausschließen. Auffällig ist, dass der Abfall nur an der rechten Seite sichtbar wird, nicht aber in den hellen Partien links im Himmel. Hast Du links etwas abgeschnitten oder eine Standarte seitlich verschoben?

    Ich für meinen Teil mag mein SA 8/75 nicht so. Es täuscht vor, Verstellreserven zu haben. Die Ränder werden aber meistens unscharf.

    Es gibt auch viele Fotografen, die sehr gut mit dem 75er klarkommen. Unschärfe sehe ich hier auch nicht (bei der Größe aber auch schwer zu beurteilen).

  • Es gibt auch viele Fotografen, die sehr gut mit dem 75er klarkommen. Unschärfe sehe ich hier auch nicht (bei der Größe aber auch schwer zu beurteilen).

    Ja, klar. Ich rede ja nur von mir persönlich, im Allgemeinen. Und vom Super-Angulon 8/75 aus den frühen 1960er Jahren, im Speziellen. Das steht mit etwas über 181mm Bildkreis im Programm, bei f22, die meines Erachtens ziemlich optimistisch sind, weil da das ganze Bild schon beugungsunscharf wird. Ich traue mich gar nicht mehr, das Objektiv zu verstellen oder mehr als f16 abzublenden. Es kann sein, dass neuere Objektive vom Bildkreis her mehr bieten. Ach, ganz bestimmt ist das so.


    Unschärfe? Naja, das Bild ist klein, aber mir scheinen die Bodenfugen Auskunft zu geben, und der Kran. - Aber das ist ja gar nicht das Problem. Das sind Begleiterscheinungen des Weitwinkels. Wenn man eines verwendet, muss man zwangsläufig mit Unschärfe und Vignettierung rechnen. Letztere ist in diesem Bild ziemlich stark. Aus dem weißen Mittelrisalit wird an den Seiten ein dunkelgrauer, fast genauso dunkel wie die Rücklage.


    Ich wollte eigentlich nur die Frage nach dem Centerfilter relativieren, weil man - zumindest ich - immer wieder verführt wird, Probleme zu "patchen", also problemspezifische Teillösungen wie "teureres WW", "Vermeidung von Verstellungen", "Centerfilter", "Nachbelichten/Abhalten" anzudenken, anstatt das Gesamtkonzept, in diesem Fall "Weitwinkel", zu hinterfragen. Das passiert mir - als Autodidakt sowieso - im Großformat viel häufiger als sonstwo.

  • Glückwunsch zu deinem Bild oben. Guter Bildaufbau. Gefällt mir.

    Das meiste wurde oben bereits genannt.

    Ich vermute ebenfalls, dass die Eckenabdunklung oben rechts vom Shiften kommt.

    Die wäre links oben auch zu erwarten, hat sich aber vermutlich wegen dem hellen Himmel nicht ausgewirkt.

    Nicht ganz klar ist mir der helle Bereich am unteren Bildrand in der Mitte, der sich nach oben zur Bildmitte nicht fortsetzt. Hast du da manuell eingegriffen/abgewedelt?

    Ein Centerfilter würde nur gegen die ww-typische Abdunklung des SA in allen vier Ecken helfen, jedoch kaum gegen einseitige Abdunklung durch Shiften. Die Dinger waren mir immer zu teuer, ich korrigiere das bei Bedarf digital. Früher im Labor haben wir das mit Masken in der Negativbühne gemacht.

  • 1. Jedes(!) Objektiv hat einen Helligkeitsabfall zum Rand hin. Abblenden wirkt dem entgegen.

    2. Weitwinkelobjektive haben physikalisch bedingt einen stärkeren Helligkeitsabfall - der Centerfilter soll das ausgleichen(vor allem bei Diafilm)

    3. Jedes Objektiv hat einen Bereich, wo die Bildfehler und der Hellligkeitsabfall so groß werden, dass dieser Bereich nicht mehr akzeptabel ist - das ist der Rand des nutzbaren Bildkreises. Da hilft gar nichts!

    Mein Tipp: Nach dem Einstellen das Objektiv abblendend und durch die abgeschnittenen Ecken der Mattscheibe die Blendenöffnung kontrollieren. So kann man zumindest echte Vignettierung(=Abschattung) vermeiden.

  • Ein Centerfilter würde nur gegen die ww-typische Abdunklung des SA in allen vier Ecken helfen, jedoch kaum gegen einseitige Abdunklung durch Shiften.

    Ein Centerfilter gleicht den natürlichen Helligkeitsabfall des Objektives über den gesamten Bildkreis aus. Gleichgültig wo man sich innerhalb des Bildkreises mit dem Aufnahmeformat befindet, hat man ein gleichmäßig helles Bild.

  • Ein Centerfilter gleicht den natürlichen Helligkeitsabfall des Objektives über den gesamten Bildkreis aus. Gleichgültig wo man sich innerhalb des Bildkreises mit dem Aufnahmeformat befindet, hat man ein gleichmäßig helles Bild.

    Exakt. Wollte es gerade auch schon anmerken, aber Deine Formulierung ist besser als meine, also verzichte ich... ;)


    Die Dinger waren mir immer zu teuer, ich korrigiere das bei Bedarf digital.

    Die (im Bild) asymmetrische Vignettierung eines geshifteten Objektivs digital auszugleichen ist ungleich schwieriger. Das funktioniert nur mit Try and Error.
    Keine wirklich zufriedenstellende Methode.

  • Das funktioniert nur mit Try and Error

    Bei einer digital entstandenen Aufnahme geht das mit LCC.

    Das kann man analog ungefähr imitieren, indem man mit den gleichen Einstellungen das Foto auf Umkehrfilm durch eine Milchglasscheibe wiederholt und so einen Grauverlauf erzeugt, der bei einem Sandwich mit der eigentlichen Aufnahme den Helligkeitsverlauf des Weitwinkelobjektivs kompensiert (ein digitaler LCC funktioniert genauso).

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