• Die Habe, die Verfügbarkeit einer Sache, und zwar mit selbstgewählten Mitteln? Also die Beanspruchung einer aneignenden Autonomie?

    Etwas sehen, darin etwas wahrnehmen, dazu assoziieren, emotional reagieren.... das ist keine Sache.

    Das ist so etwas wie eine Idee. Für.mich nur bedingt verbalisierbar, sonst wäre ich Dichter.

    Selbstgewählten Mittel, aber nach dem Hammer-Nagel-Prinzip, also durch die eigene (In)Kompetenz limitiert.

    ("Wenn Du nur einem Hammer als Werkzeug hast, wird Dir jede Aufgabe wie ein Nagel vorkommen.")

    Aneigende Autonomie?

    Ja, aber als Grundsatz: "Beherrsche die Technik und lass Dich nicht von der Technik beherrschen."

    Nicht (nur) mit dem Bezug etwas Gesehenes im Bild zu fixieren.

  • Damit schreibst du zunächst, Fotografie gehöre nicht zur Kunst.

    Nein, ich meine Fotografie und Kunst sind zwei Kategorien. Kunst und Fotografie haben natürlich Schnittmengen, es gibt aber auch Abgrenzungen. Die Fotografie als Praxis (ein Mensch bedient eine Kamera) ist ja viel weiter gefasst als Kunst. Es gibt künstlerische Fotografie, journalistische Fotografie oder auch wissenschaftliche Fotografie. Ebenso gibt es ja im künstlerischen Betrieb viel mehr Praktiken als das Fotografische. Dass der künstlerische Betrieb zudem seine eigenen Regeln hat, bei denen eben nicht immer nur das "Werk" oder der "Autor" eine Rolle spielen, sondern auch ein Markt und die Fähigkeit sich dort zu positionieren ist geschenkt.


    Fotografie hat ebenso Schnittmengen mit dem Journalismus, Werbung, Wissenschaft, Freizeit. Im Bereich der Kunst wird es halt schnell normativ, da kommt die Frage auf, was die "wahre" Fotografie sei. Das lenkt aber den Blick weg vom Medium hin zum Subjekt, zum "Künstler" und "Betrachter". Das führt dann leider auch immer wieder paradoxerweise zu Ausgrenzungen. Kunst zeichnet sich ja im Grunde spätestens seit dem 20. Jahrhundert (neben dem Starkult um berühmte Künstler) dadurch aus, dass Innovation immer wichtiger wurde. Das gilt auch für die künstlerische Fotografie. Aber besonders im Diskurs um "Kunst und Fotografie" finden sich immer wieder Protagonisten, die Dogmen aufstellen, was die "wahre" Fotografie nun sein soll und was nicht. Das führt aber zumeist nur zu epigonal eklektizistischem Kitsch, den man schon tausendmal gesehen hat.


    In meinen Augen kann der ganze Kunst-Diskurs in der Fotografie schnell nerven. Wie oben geschrieben, dient es oft dazu inhaltliche Leere und Ideenlosigkeit posthum zu adeln. Mich interessiert immer das Medium als Ganzes. Und für die eigene Bilderproduktion ist die Frage nach der Kunst eh zweitrangig, solange man nicht am "Geschehen" (Kunst-Markt) teilnehmen möchte. Es gibt genug Fotografen, die sich selbst einreden "ganz große Kunst" zu produzieren. Wenn das zur Betäubung von Selbstzweifeln ob der Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns dient - meinetwegen.

  • Das ist so etwas wie eine Idee. Für.mich nur bedingt verbalisierbar, sonst wäre ich Dichter.

    Selbstgewählten Mittel, aber nach dem Hammer-Nagel-Prinzip, also durch die eigene (In)Kompetenz limitiert

    Diese beiden Aspekte scheinen mir superwichtig. Es geht nur mit Fotografie, ansonsten wäre das Sprechen über die Idee einfacher. Und: man hat auch in der Art und Weise, mit anderen Mitteln als Sprache zu arbeiten, Beschränkungen des Könnens.

  • Nein, ich meine Fotografie und Kunst sind zwei Kategorien. Kunst und Fotografie haben natürlich Schnittmengen, es gibt aber auch Abgrenzungen. Die Fotografie als Praxis (ein Mensch bedient eine Kamera) ist ja viel weiter gefasst als Kunst. Es gibt künstlerische Fotografie, journalistische Fotografie oder auch wissenschaftliche Fotografie. Ebenso gibt es ja im künstlerischen Betrieb viel mehr Praktiken als das Fotografische. Dass der künstlerische Betrieb zudem seine eigenen Regeln hat, bei denen eben nicht immer nur das "Werk" oder der "Autor" eine Rolle spielen, sondern auch ein Markt und die Fähigkeit sich dort zu positionieren ist geschenkt.


    Fotografie hat ebenso Schnittmengen mit dem Journalismus, Werbung, Wissenschaft, Freizeit. Im Bereich der Kunst wird es halt schnell normativ, da kommt die Frage auf, was die "wahre" Fotografie sei. Das lenkt aber den Blick weg vom Medium hin zum Subjekt, zum "Künstler" und "Betrachter". Das führt dann leider auch immer wieder paradoxerweise zu Ausgrenzungen. Kunst zeichnet sich ja im Grunde spätestens seit dem 20. Jahrhundert (neben dem Starkult um berühmte Künstler) dadurch aus, dass Innovation immer wichtiger wurde. Das gilt auch für die künstlerische Fotografie. Aber besonders im Diskurs um "Kunst und Fotografie" finden sich immer wieder Protagonisten, die Dogmen aufstellen, was die "wahre" Fotografie nun sein soll und was nicht. Das führt aber zumeist nur zu epigonal eklektizistischem Kitsch, den man schon tausendmal gesehen hat.


    In meinen Augen kann der ganze Kunst-Diskurs in der Fotografie schnell nerven. Wie oben geschrieben, dient es oft dazu inhaltliche Leere und Ideenlosigkeit posthum zu adeln. Mich interessiert immer das Medium als Ganzes. Und für die eigene Bilderproduktion ist die Frage nach der Kunst eh zweitrangig, solange man nicht am "Geschehen" (Kunst-Markt) teilnehmen möchte. Es gibt genug Fotografen, die sich selbst einreden "ganz große Kunst" zu produzieren. Wenn das zur Betäubung von Selbstzweifeln ob der Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns dient - meinetwegen.

    Sehr gut!

    Das war auch ein Teil meiner Frage „für wen?“

    Die eine Gruppe (Minderheit) macht die Fotos (oder von mir auch Kunst), die andere (Mehrheit) versucht davon zu profitieren.

  • In diesem sehr weitgefassten Sinn würde eine Kopierfräse also auch Fotografien anfertigen ...

    Eher Legnografien oder Metallografien.

    aksak_maboul - Du hast sehr recht mit den hübschen Wortschöpfungen.

    mit Hilfe eines Apparates zum Gegenstand macht

    Nur hast du selbst ausschließlich von "Apparat" geschrieben. Dass der mit Licht (und nicht etwa mit Holz oder Metall) arbeiten soll, war nirgendwo explizit erwähnt. Daher meine Einlassung "weitgefasst".


    Genug gebeckmessert (oder beckgemessert?) ...

  • Der Schwan, der Hecht und der Krebs


    Wenn zur Genossenschaft sich Eintracht nicht gesellt,

    ist's mit dem Werke schlecht bestellt:

    Es gibt nur Quälerei, und man bringt nichts zurecht.

    Einst wollten Schwan und Krebs und Hecht

    fortschieben einen Karrn mit seiner Last

    und spannten sich zu drein davor in Hast.

    Sie tun ihr Äußerstes – er rückt nicht von der Stelle.

    Die Last an sich wär' ihnen leicht genug,

    allein der Schwan nimmt aufwärts seinen Flug,

    der Krebs keucht rückwärts, und der Hecht strebt in die Welle.

    Wer schuld nun ist, wer nicht, darüber hier kein Wort,

    der Karren aber steht auch heut noch dort.

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