Rodenstock Weitwinkel-Perigon 1:12/110

  • Moin,

    ich habe hier ein kleines unscheinbares Objektiv, von dem ich vorher noch nie gehört hatte: Rodenstock Weitwinkel-Perigon 1:12 f=110mm

    Das Objektiv hat eine Serinenummer 3.434.xxx und kommt somit aus der Mitte der 1950er Jahre. Es ist scheinbar ein Abkömmling vom Protar Serie V, mit dem früheren Weitwinkel Aplanat hat es nichts gemein (siehe Diskussion im internationalen Forum). Es hat gleichwohl vier Linsen in zwei verkitteten Gruppen und kann vermutlich einen Bildwinkel von 110 Grad ausleuchten. Es wurde in den Brennweiten 90, 110, 130, und 200 mm angeboten.

    Mein Objektiv kommt in einem Prontor-SVS Verschluss mit passender Blendenskala. Der ist leider noch etwas verharzt, ich möchte die Linse aber gerne mal ausprobieren. Das Objektiv soll weitestgehend frei von Verzeichnungen sein.

    Hier der Faden aus dem US-Forum:

    Rodenstock Weitwinkel Perigon Official Specs

  • Hier noch ein Absatz aus der Literatur (Brandt: Das Photo-Objektiv:(

    Für größere Formate 9x12 bis 13x18 ist auch das Rodenstock-Perigon 1:12 mit Brennweiten von 90 bis 120 mm errechnet. Unter Verzicht auf größere Lichtstärke wurde mit ihm ein vierlinsiger Weitwinkel-Anastigmat geschaffen, der sich bei einem Bildwinkel von 85° aus zwei um die Mittelblende angeordneten Kittgliedern aufbaut. Mit einer zur Blende hin hohlen Kittfläche setzt sich das Frontglied aus einem zerstreuenden und einem sammelnden Meniskus zusammen, während das Hinterglied, dessen Kittfläche zur Blende erhaben ist, eine Bikonkav- mit einer Bikonvexlinse vereinigt. Durch die geringe Bauhöhe ist der Lichtabfall über das ganze sonst anastigmatisch und verzeichnungsfrei korrigierte Bildfeld nur minimal.

    Dazu diese Abbildung:

  • Ich hatte vor ein paar Jahren das 12/130mm

    Durch die geringe Lichtstärke war es schwer scharf zu stellen und die optische Leistung war nicht der Brüller.

    Der Qualitätsabfall zum Rand hin ist schon sehr deutlich gewesen aber es kommt immer auch auf den eigenen Anspruch an.

    Ursprünglich wurde das Perigon mit 110° Bildwinkel angegeben aber ähnlich wie beim Schneider Angulon wurden die Angaben nach dem Krieg deutlich reduziert weil die Filme besser wurden und die Ansprüche gestiegen waren.

    Die Vorkriegs Weitwinkel sind weit von den Leistungen der heutigen Objektive entfernt, hier gab es nach 1945 den deutlichsten Qualitätsschritt, wie z.B. dem Super Angulon.

    Trotz allem ist das Perigon sehr selten, wie fast alle WW Objektive der alten Bauweisen und aus historischen Gründen lohnt sich eine Verwendung sicherlich immer.

    Ein Objektiv muss schließlich nicht immer 100% perfekt sein um gute Aufnahmen zu machen, die macht eh der Fotograf, zur Not auch ganz ohne Linse nur mit einem Loch in einem Kasten.

    Viel Spaß mit den kleinen Objektiv.

  • Ursprünglich wurde das Perigon mit 110° Bildwinkel angegeben aber ähnlich wie beim Schneider Angulon wurden die Angaben nach dem Krieg deutlich reduziert weil die Filme besser wurden und die Ansprüche gestiegen waren.


    Die Vorkriegs Weitwinkel sind weit von den Leistungen der heutigen Objektive entfernt, hier gab es nach 1945 den deutlichsten Qualitätsschritt, wie z.B. dem Super Angulon.

    Ja, das Thema der Bildkreise hatten wir hier ja auch schon ausführlich. Ganz interessant ist übrigens dieser Vergleich des alten Angulons mit einem modernen Super-Symmar XL (mit asphärischen Linsenelementen): https://web.hevanet.com/cperez/test/AngSSXL.html

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