Aufmerksamkeitsmagnet Stativ

  • In meinem ersten Urlaub mit 4x5 Kamera vor mehr als 30 Jahren stand ich vor der Kathedrale in Aquilea und baute Stativ und Kamera auf, als mir ein Herr mit energischer Stimme und raumgreifenden Gesten zu erklären begann, dass hier das Fotografieren verboten sei. Ich versuchte ihn zu beruhigen, was mir nicht gelang. Es wurde der Disput immer heftiger. Als ich dann sagte, ich werde jetzt in das nächste Geschäft gehen und die Polizei rufen, war er plötzlich verschwunden. Drei ältere Damen, die das ganze beobachtet hatten(mit offensichtlichem Vergnügen), erklärten mir dann, dass der Betreffende ein Andenken/Postkartengeschäft betreibe und wohl um seinen Gewinn Angst habe.

  • erklärten mir dann, dass der Betreffende ein Andenken/Postkartengeschäft betreibe und wohl um seinen Gewinn Angst habe.

    Das ist überhaupt viel eher das Problem. Wenn eine fotografische Ausrüstung nach viel oder teuer aussieht oder eben ein Stativ beteilig ist, denken etliche Menschen, dass es sich um professionelle Fotografie (also kommerziell) handelt. Die können sich auch nicht vorstellen, dass man mit derartigem Kram ausschließlich Bilder für sich selbst macht. In dieser Hinsicht war/ist meine alte Supra ziemlich genial. Die sieht so historisch - eigentlich schon fast steampunkmäßig - aus, dass sie unverdächtiger rüberkommt. Das ist neben der besseren Transportfähigkeit auch ein Grund für meine WW-Bastelei auf Suprabasis, wenn ich in Paris Bilder machen will.

  • Aus diesem Grund habe ich mir eine 6x12 Malefic besorgt und mit einem 65mm Grandagon ausgestattet. Aus der Hand oder mit dem spinnenbeinigen Gitzo-Reisestativ nimmt die keiner ernst. Sie bietet aber zumindest MF Bildqualität (und im Hochformat, ausgehend vom 6x6 Format, 3 cm. "Shift" nach oben oder unten!!!).

  • Ein Vorteil nur mit dem Rad im Ortsteil rumzufahren und ab und an stehenzubleiben und Bilder machen ist der "man kennt mich".


    Wie heute (Bilder beim Gemeindezentrum gemacht) und weiter geradelt, parkt mein Rad an der Kreuzung Nebenstraße/Waldweg.


    Sprechen mich zwei ältere Damen an, sie hätten mich schon heute früher gesehen... Also Ärger hatte ich bislang hier wegen Bilder nicht. Bis auf den einen PS Protzer. Was für einer... Egal. Aber den Effekt "Abbremsen" kenn ich auch. Warnschutzjacke geht in Ordnung dabei.


    Gruß Dieter

  • An meinem Wohnort habe ich auch schon Privathäuser (wenn sie irgend etwas Markantes oder Komisches hatten) fotografiert, aber vorher die Genehmigung geholt. Das Ergebnis habe ich dann als .jpg geschickt, nicht immer zur völligen Freude der Besitzer, v.a. wenn man dem Bild ansieht das ihr Haus gar nicht in die Umgebung passt.


    In der Fremde ist das nicht immer so einfach und ich hoffe immer das Beste, aber ich habe einmal leider die Rechte einer Hollywood-Produktion verletzt, oder stand auf Privatgrund, was wie die öffentliche Straße einer Shopping Mall aussah. Dann kann man nur noch im Gespräch die Vorzüge des jeweiligen Bundesaates loben der so interessant ist, wie überhaupt das ganze Land für Europäer 'great' ist, und die Visitenkarte zücken.


    Und: In den USA immer das Auto dabeihaben, auch wenn man vom Hotel nur 200 m zum Stativstandpunkt hat. Alles andere ist höchst verdächtig.

  • Simon Roberts jetzt auch digital, früher hat er lange eine schöne Ebony 45 benutzt.


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  • Simon Roberts jetzt auch digital, früher hat er lange eine schöne Ebony 45 benutzt.

    Meine Einstellung hierzu ist dass das Medium nicht entscheidend ist. Zur Architekturfotografie muss ich wissen welcher Bildwinkel eine möglichst verzerrungsfreie „richtige“ Darstellung liefert, ich benötige die Verstellungen einer Fachkamera, Auflösung, exakte Ausrichtung, insgesamt ein Gespür für die Komposition und Proportionen, und ich will erreichen dass ein Bild interessant aussieht und neugierig macht. Beides geht heute analog oder digital. Idealerweise sollte man einem Bild gar nicht ansehen wie es entstanden ist.

    Anders sehe ich dies bei SW. SW ist für mich per Definition analog.


    Mit Begriffen wie Meditation oder Entschleunigung bei analog kann ich nichts anfangen, um eine digitale Aufnahme zu machen muss man manchmal auch die Kamera 15 min einstellen. Einzig muss man nicht so sparsam wie mit Planfilm umgehen, man kann mehr ausprobieren (z.B. 10 , 9, oder 8 mm Rise), wenn man sich hier mit der Entscheidung vor Ort schwertut.


    Wichtig ist denke ich für die Entscheidung welcher Weg einem eher zusagt, welche Geräte und welche Handhabung einem persönlich sympathischer ist. Und natürlich die Kostenfrage.

  • Nur als Künstler oder Connoisseur kann man sich heute den Luxus
    von Film erlauben. Wenn die Camera die Brötchen verdienen muss,
    ist digital allein schon wegen der heutigen Kommunikationsgeschwindigkeit,
    sowie aus schnöden monitären Gründen ein Muss.

  • Ich musste das mal los werden.
    Hier werden manchmal Dinge abgestraft, für die
    man auch einen Mittelklasseauto bekommen hätte,
    welche jetzt nicht mal mehr als Hobbyknipse taugen sollen.

    ich glaube auch fest, das keiner der heute so verehrten Ikonen
    eine riesige Holzkiste auf Tieren durch die Botanik geschleppt hätte
    wenn er die die Möglichkeiten von heute gehabt hätte.
    Auch diese Herrn mussten sich die Wurst auf die Stulle knipsen.

  • In letzter Zeit antworte ich auf Nachfragen "was ich da tue"?:


    "Sie sehen doch dass ich hier heimliche Spionagefotos mache".


    Dann gibt es eine Pause. Entweder merkt man, dass man einen logischen Fehler gemacht hat, und kann sich dann ruhig weiter unterhalten.

    Oder auch nicht.


    Gruesse

    Rainer

  • So einen habe ich auch noch.


    Bei der P2 antworte ich auf die Fragen: Was das denn sei,
    mit der Antwort: "Das sieht man doch! Das ist ne Dampflokomotive,
    weil, wenn sie rot wäre, wäre es ja ne Diesellokomotive!
    Ist doch Klar, oder?"

    Dann trennt sich auch die Sreu vom Weizen.

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