Erfahrungen mit Schneider Super Angulon 8/90

  • Hallo zusammen,


    ich überlege mir ein Schneider Super Angulon 8/90 für Landschafts- und Architekturfotografie anzuschaffen.
    Es gibt dieses Objektiv offensichtlich in einer älteren unvergüteten und einer neueren vergüteten Version.

    Ich habe gelesen, dass zumindest die Älteren stark vignettieren. Einige empfehlen sogar die Nutzung eines Centerfilters.

    Hat jemand mit diesem Objektiv Erfahrungen gemacht? Ist die Nutzung eines Centerfilters wirklich notwendig?

    Kann jemand evtl. Beispielbilder zeigen, die nicht nachbearbeitet sind?

  • Alle Super Angulon Objektive sind vergütet.

    Die Späteren haben eine mehrschichtige Vergütung, die sind dann auch mit "Multi Coating" graviert.

    Wenn Du das Objektiv im 4x5" Format nutzen möchtest kommst Du ohne Centerverlauffilter aus weil Du nur einen begrenzten Bildwinkel des Objektives nutzen wirst, ich habe jedenfalls nie einen vermisst.

    Randabdunklungen kommen bei allen Superweitwinkelobjektiven vor, besonders bei den "Echten" Weitwinkeln die im GF verwendet werden.

    Das ist kein Makel sondern eine physikalische Tatsache.

    Es gab auch Objektive die nur geringe Vignettierungen hatten aber deren Bildkreise waren kleiner und die Objektive deutlich größer, z.B. die Zeiss Biogone.


    Ob Du mit einem einfach vergütetem Objektiv klarkommst oder eine MC Variante brauchst hat mit dem eigenen Anspruch aber auch mit der Art zu Fotografieren zu tun.

    Ich arbeite nur in S/W und bevorzuge daher einfach vergütete Objektive die etwas milder im Kontrast sind, die MC Objektive würde ich aber wählen wenn es in Richtung Farbfotografie geht.


    Zum Einsteigen, im 4x5" Format und mit S/W Negativfilmen ist ein älteres Super Angulon mit einfacher Vergütung eine gute Wahl und sicher ausreichend.

    Die Objektive sind sehr scharf zeichnend, der Bildkreis ist groß genug, es ist günstig zu bekommen und auch noch recht kompakt.

  • Das SA 90mm hat einen Bildkreis von 214mm da musst du schon
    viel Verstellweg nutzen um bei 4x5 an die Grenzen zu kommen.
    Das Objektiv ist für 5x7 ausgelegt und bietet auch da moderate Verstellungen.
    Nicht umsonst ist das SA eines der meistgebauten 90mm Objektive.

  • Einmal die EZB mit dem Schneider Super-Angulon 8/90, ein älteres Exemplar, ich schätze einfach vergütet.

    Ich habe kein Centerfilter benutzt. Der Bildkreis ist ordentlich. Für diese Aufnahme musste ich schon ganz schön verstellen.
    Das Foto ist nicht gecroppt. Nachträglich habe ich nur ein wenig am Kontrast gedreht.

    4x5 Intrepid (II) und Ilford FP4.


    Gruß, Sharif


  • Sobald man sich bei den Verstellungen deutlich aus dem Zentrum wegbewegt, ist das Center-Filter notwendig. Leider ist es auch gebraucht sehr teuer und es kostet viel Licht. Ich versuche gerade einen Weg zu finden, das Problem beim Vergrößern zu korrigieren. Bis ich so weit bin, kann es aber noch dauern.


    Viele Grüße

    Renate

  • Ich versuche gerade einen Weg zu finden, das Problem beim Vergrößern zu korrigieren.

    Ich habe veruchsweise Negative durch eine Streuscheibe belichtet, so dass ich nur die charakteristische Helligkeitsverteilung auf dem Negativ habe. So erhält man einen Filter für ein Sandwich, das den Helligkeitsabfall des richtigen Fotos perfekt ausgleicht. Für die verstellte Kamera sollte es dann ein Satz von typischen Verstellsituationen sein.

    Hier ein Beispiel für Querformat hochverstellt:


  • Ich habe da 90er und für das 90er brauchst du keinen Centerfilter. Das wird bei den 90er SAs nicht anders sein.

    Mit genau dieser Aussage habe ich mich im LFPF mal richtig in die Nesseln gesetzt. Umgehend kamen massenweise Korrekturen. Mann musste ich Kreide fressen, da sind ziemliche Fanatiker, die es sehr genau nehmen. - Tatsächlich kann aber der Abfall ziemlich deutlich werden. Ich sag aber dazu, dass es wie immer darauf ankommt. Wer den Blick in der Bildmitte behalten will oder wer an unregelmäße Formen und Tonwerte erzeugt, kann durch Verzicht auf einen Centerfilter einiges bewirken. Wer aber gleichmäße Flächen macht und nach den Seiten und nach oben weiten will, kommt um diese Übung wohl nicht herum, VA. Auch bei SA 8/90. Der Centerfilter heißt IIIa oder 67/86 und kostet ab 300 Euro gebraucht.


    macrobernd Deine Homepage ist interessant.

  • Genau: man kann den Lichtabfall in die Gestaltung einbeziehen, wie so eine Art Fokussierung auf die Bildmitte, als Effekt.

    Oder, wie Dein Beispiel mit dem Helligkeitsabfall zeigt, den Blick auf die Seite leiten. Mit Verstellungen. Aber das ist dann schon ziemlich tricky, wer denkt schon an sowas?


    Mit dem Cemterfilter lässt man dieses Gestaltungsmittel erst einmal außen vor. Man kann ja in der Duka nachbelichten ...

  • Zum Lichtabfall des SA 8/90mm MC hab ich ein Datenblatt von Schneider gefunden



    Die beiden schwarzen Linien sind für oo und f8 und f22. Ganz am Rand des offiziellen Bildkreises hat man bei f22 noch 20% Licht, also etwas mehr als 2 Blenden Lichtabfall. Das sind sogar sehr gute Werte für ein Weitwinkel. Besser als die Grandagone und besser als die begehrten Symmare XL.

    Die Centerfilter III haben einen Verlängerungsfaktor von 1,5 Blenden, man korrigiert also sinnvollerweise den Lichtabfall nicht völlig, wohl um nicht zuviel Belichtung zu verlieren.


    Gruss

    Rainer

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